Erdstollen Bad Zell-Mühlviertel

E

Engelbert

Guest
#1
Aufgrund eines durchgeführten Rundgang durch Bad Zell wurde uns ein Erdstall aus noch nicht genau geklärter Vergangenheit zur Besichtigung gezeigt. ORT: Gasthaus Popolorum neben der Kegelbahn zum Feuchten Eck in Bad Zell-
Angeblich soll in Erich von Däniken und Ch.Habeck auch schon besucht haben.
Anbei einige Bilder.
P.S. Besichtigung nach Voranmeldung möglich-
MFG TOM
 

Anhänge

josef

Administrator
Mitarbeiter
#2
Erdställe Bad Zell

@Engelbert :danke für den Bericht :bravo:
Mehr darüber:
Erdställe im Gasthaus zum Feuchten Eck
Erdställe sind von Menschenhand geschaffene Höhlen od. Gänge, die im Zuge der mittelalterlichen Besiedelung vor gut 1000 Jahren entstanden sind.

Über den Verwendungszweck der Erdställe gibt es kein sicheres Wissen, den die Forschung auf diesem Gebiet liegt noch am Anfang. Umso mehr Raum ist der freien Fantasie gegeben, was ihre Ausdehnung als auch ihren Verwendungszweck betrifft. Und in das Reich der Fantasie gehört es sicher auch, dass der Erdstall hier im Haus ein unterirdischer Geheimgang zu den Burgen Prandegg, Ruttenstein, Zellhof oder zur Hoftaverne gewesen sei. Ebenso sind Meinungen, die Erdställe seien Stätten kultischer Handlungen gewesen – wie etwa die natürlichen Höhlen aus den Paläolithikum (Altsteinzeit) in Frankreich und Spanien – mit großer Vorsicht zu genießen. Noch weniger kann angenommen werden, dass es sich bei den Erdställen um Zwergwohnungen gehandelt habe. Auch die Theorie, dass die Erdställe als Vorratsräume angelegt worden seien ist unbrauchbar, denn zum Vergraben von Vorräten waren offene, frei zugängliche Gruben ein viel praktischeres Versteck.
Höchtswahrscheinlich dienten die Erdställe als Zufluchtsorte und Verstecke, wobei sie natürlich auch sehr unpraktisch und unbequem waren: die niedrigen Temperaturen, die Finsternis, das Ernährungsproblem, der Bewegungsmangel, das Fehlen sanitärer Anlagen stellten die Menschen sicher harte Anforderungen. Daher waren die Erdställe höchstens dazu geeignet ein rasches Verschwinden und Verstecken der Hausbewohner bei plötzlichen Angriffen zu ermöglichen.

Erdställe im Gasthaus zum Feuchten Eck
Huterergasse 5, 4283 Bad Zell
07263/7277
http://tourismusverband.badzell.at/Default.aspx?PageId=27

Und auf der Homepage der Gemeinde Bad Zell:
Eine Besonderheit in Bad Zell sind die Erdställe, auch Fliehlöcher genannt. In den ebenerdigen Erdäpfelkeller des Bauernhauses Maierhof 18 im Gemeindegebiet Bad Zell drang in regnerischen Zeiten immer wieder Sickerwasser ein und überschwemmte den ganzen Raum. Eines Tages aber, als der Keller wieder einmal unter Wasser stand, versickerte dieses plötzlich im Erdboden. Der Bauer Johann Wansch schaute nach und entdeckte ein Loch. Er grub nach, fand eine Steinplatte, schob diese beiseite und sah vor sich den Eingang in eine künstlich angelegte Höhle: Er hatte einen "Erdstall" entdeckt. Dies war um 1930.

Im Bezirk Freistadt gibt es fünfzehn derartige "Erdställe", davon vier in Bad Zell. Sie dürften um das Jahr 800 entstanden sein. Die weitverzweigten Gänge sind nur gebückt oder kriechend begehbar, an den Seitenwänden befinden sich Lichtnischen mit Rußspuren und Tastnischen zur Orientierung in der Dunkelheit. Über ihren Verwendungszweck gibt es kein sicheres Wissen, vermutlich dienten sie als rasches und sicheres Versteck der Hausbewohner bei plötzlichen Angriffen. Der Erdstall im Haus Maierhof 18 ist wohl einer der interessantesten und schönsten Erdställe überhaupt. Er besteht aus einem weitverzweigten Labyrinth von Gängen, Schlupfröhren und Sitznischen, alles wunderschön aus dem Flins gehauen.

Auch im Gasthof Populorum im Haus Huterergasse 5 befindet sich ein Erdstall, der von der Kegelbahn aus zugänglich ist. Ein Teil davon wird heute als Bier- und Weinkeller benützt.
http://www.badzell.at/bz/m_id/119/erdställe.htm
 
H

Harald 41

Guest
#3
Ebenfalls :danke für die interessanten Bilder des Erdstalles, der ist relativ hoch gegen andere Erdställe.:gut:

LG Harry
 
Oben