Grenzwall - Teil 1 Die Artilleriewerkgruppe SKUTINA

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Der Tschechoslowakische Grenzwall
Die Festungen der Benes – Linie

Teil 1: Die Artilleriewerkgruppe „SKUTINA“


Diese Artilleriegruppe sollte mit zwei Artilleriewerken bestückt mit drei Skoda Haubitzen errichtet werden. Weiterhin sollte die Bunkergruppe noch ein Werk mit versenkbarem Panzerturm bekommen. Die Arbeiten hierfür waren schon voll im Gange und man kann im Gelände den unvollendeten Fahrstuhlschacht finden. Beginnend beim Infanteriewerk „SKUTINA“, einer Kasematte mit drei Panzertürmen (Dreischartenturm) erkundeten wir in den folgenden Stunden das weitläufige Gelände. Eine der drei aufgesetzten Panzerkuppeln war die Beobachtungskuppel für den Feuerleitstand der eigentlichen Artilleriewerke. Alle Panzertürme sind nicht mehr im Original, sondern wurden nachträglich detailgetreu auf das Infanteriewerk aufgesetzt. Das Infanteriewerk hat feindseitig keine Schießscharten, sondern es wurde lediglich zur Sicherung des sich vor ihm ausbreitenden Tales errichtet. Flankiert wird die Werksgruppe durch mehrere Kleinstbunker. Auch eine komplette Erdanschüttung als Zerschellschicht fehlt. Im Werk selbst führt ein 50m Schacht in die tiefer gelegenen Bereiche. Ein Stollen, oder Gang, führ direkt zum in der Nähe liegenden Nachbarwerk. Ansonsten ist der Großteil rohausgehauener Stollenvortrieb.
Vor dem Infanteriewerk sind deutsche Drachenzähne und sogenannte Tschechenigel postiert.

Das angesprochene Nachbarwerk liegt nur unwesentlich weit entfernt im Wald. Hier gelangt man unterhalb der flankierenden Eingangssicherung ins innere des Werkes. Allerdings kann man nur einen Bruchteil der Anlage begehen, da große Teile komplett unter Wasser stehen. Es geht ein paar Stufen im Treppenhaus hinunter, entlang an heraushängenden Bewährungseisen, und schon versperren die gefluteten Wassermassen ein Weiterkommen. Zwei Etagen waren zu diesem Zeitpunkt begehbar, der abgestellte Pumpenbrunnen, Kabelhalter und –anker sowie natürlich massivste Stahlbetonträger und Wände zeichnen das ehemalige Artilleriewerk aus.

Da auch hier eine Erdanschüttung fehlt, wurden verschiedene Granaten beim Direktbeschuss auf die Betonwand getestet. Eines der Geschosse hat die stahlarmierte Betonwand von 3,50m mit einem Loch von gut 60cm Durchmesser durchschlagen. Speziell zum Einsatz kamen hier die deutschen Hohlladungsminen

Etwas weiter entfernt liegt in Fragmenten ein kaum begonnenes Artilleriewerk mit dem bereits erwähnten Schacht für einen versenkbaren Panzerturm nach dem Vorbild der französischen Maginot – Linie. Der Fahrstuhlschacht liegt im Wald und die Holzplanken zur Verschalung sind noch fast komplett an der Außenwand verankert. Die Tiefe beträgt geschätzte 7 bis 8m in stehendem Fels. Der ganze Bereich ist nur unwesentlich gesichert und es ist Vorsicht geboten. Der Versenkturm selbst war am Grenzwall eine Eigenkonstruktion vom Tschechischen Skoda Werk.

Das eigentliche Eingangswerk liegt versteckt in einem von Wald umgebenen Steinbruch. Hier konnten in den angelegten Stollen LKW einfahren. An der noch vorhandenen Rampe wurden diese dann entladen und die Fracht auf die Transportbahn umgelagert. Von hier aus sollten Baumaterialien, Versorgungsgüter und Arbeiter an die Bestimmungsorte befördert werden. Unmittelbar im Eingangsbereich war eine Fallgrube angelegt die seitlich verschoben werden konnte. Auch ein Schacht für Materialdurchwurf wurde angelegt. Die gesamte Baumaßnahme befindet sich im rohen Stollenausbau und ist nur kurz vorgetrieben. Allerdings ist Vorsicht geboten. Nach einer Kurzerkundung ging es nun erst einmal Richtung Hotel.

Auf unserer Fahrt zum Quartier begegneten uns immer wieder Kleinstbunker vom Typ 36 und Typ 37. Dies sollte sich auf der gesamten Grenzwalltour auch kaum ändern.

Quellen:
team-bunkersachsen.de

Teil 2: Die Artilleriewerkgruppe „STACHELBERG T – S 73“ in kürze
 

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