Semmering-Basistunnel

josef

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#1
Heute erfolgt in Gloggnitz der Spatenstich für den 27 km langen Semmering-Basistunnel der Südbahnstrecke:
Spatenstich für Semmering-Bahntunnel
In den 1980er Jahren geplant, 2005 vorerst verhindert, 2006 überarbeitet, jetzt Realität: Der Semmering-Bahntunnel wird gebaut. Am Mittwoch erfolgt in Gloggnitz der Spatenstich für das Mammutprojekt.

Der neue Semmering-Bahntunnel wird umweltfreundlicher und sicherer als die alte Variante, sagen sowohl die ÖBB als auch das Land. Die Trassenführung wurde völlig geändert: Der mehr als 27 Kilometer lange Tunnel verläuft südlich von Gloggnitz nach Mürzzuschlag, durch ein geologisch und ökologisch weniger sensibles Gebiet. Es gebe daher auch weniger Beeinträchtigungen für das Grundwasser und die Natur, betonen die ÖBB.

Der Semmering-Bahntunnel wird nicht nur eine, sondern zwei Röhren haben. Auch die Zahl der Fluchtwege wurde deutlich erhöht. Außerdem bleibt die historisch wertvolle Ghega-Strecke über den Semmering als Ausweichstrecke bestehen.

Verkehrsministerin Doris Bures, Landeshauptmann Erwin Pröll, sein steirischer Pendant Franz Voves, ÖBB-Vorstand Christian Kern und eine Vertreterin aus dem Kabinett von EU-Verkehrskommissar Siim Kallas werden den Spatenstich in Gloggnitz vornehmen.

Bereits in den 1980er Jahren begannen die ersten Planungen, mehrfach ist das Projekt „Semmering-Basistunnel“ - vor allem von niederösterreichischer Seite - politisch totgesagt worden. Eine 2006 begonnene Überarbeitung der Pläne brachte im Vorjahr schließlich grünes Licht sämtlicher Behörden.
Tunnel kostet 3,1 Milliarden Euro

Das vieldiskutierte Projekt ist für die ÖBB „ein wesentliches Schlüsselprojekt für die neue Südbahn als zentrale Achse auf der transeuropäischen Route von der Ostsee an die Adria“. Die Kosten für den 27,3 Kilometer langen, zweiröhrigen Eisenbahntunnel werden mit 3,1 Mrd. Euro beziffert. Der Bau der eigentlichen Tunnelröhren ist ab 2014 geplant, die Inbetriebnahme für 2024. Die Vorarbeiten für das erste Baulos starteten bereits im vergangenen Februar im niederösterreichischen Gloggnitz und im steirischen Spital am Semmering bzw. Steinhaus.

Gänzlich erledigt sind sämtliche Behördenverfahren aber noch nicht. Die Naturschutzorganisation „Alliance For Nature“ zieht nach wie vor gegen den Tunnelbau zu Felde, hat jeden Bescheid angefochten und auch erst am Montag wieder an der Rechtsstaatlichkeit des Spatenstichs gezweifelt. Teilweise stehen Entscheidungen auch tatsächlich noch aus - diese sollen aber nicht die aktuellen Arbeiten betreffen, versicherte man bei den ÖBB. Auch ein Teilverfahren in der Steiermark ist noch anhängig.

Kritik kam auch von der Gloggnitzer Bürgerinitiative BISS. Die Bürger seien vom Spatenstich ausgeschlossen, heißt es in einer Aussendung, und empört, dass der Festakt nur für geladene Gäste vorgesehen sei und nicht für die Betroffenen. So erreiche man kein Vertrauen bei den Bürgern, so BISS. Die ÖBB weisen diese Kritik zurück. Es sei organisatorisch nicht möglich, alle Bürger einzuladen. Es werde aber Veranstaltungen für die betroffenen Gemeinden geben, so die ÖBB.
Text u. Bildquelle: http://noe.orf.at/news/stories/2530314/
 

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#4
Stoffi :danke für den Link! Habe mir erlaubt, den neu eröffneten Thread als Beitrag mit dem bereits bestehenden Thema zusammenzuführen,

lg
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#5
Endlich Baubeginn...

Startschuss für Bau des Semmering-Basistunnels

Ende Mai hat der Bundesverwaltungsgerichtshof die letzten Einsprüche gegen den Semmering-Basistunnel abgewiesen. Am Donnerstag starteten nun endgültig die eigentlichen Bauarbeiten - nach 26-jähriger Planungsphase.

Seit längerer Zeit war auf der Semmering-Schnellstraße im Bereich des geplanten Basistunnels bereits Hochbetrieb zu bemerken - bis jetzt waren das allerdings nur Vorarbeiten. Nachdem der Bundesverwaltungsgerichtshof Ende Mai die letzten Beschwerden gegen das Milliardenprojekt abgewiesen hatte - mehr dazu in Grünes Licht für Semmering-Basistunnel (26.5.2015) -, konnte nun 26 Jahre nach Planungsbeginn der eigentliche Tunnelbau beginnen.

Seit Donnerstag wird gegraben
Der Abschnitt Fröschnitzgraben des Semmering-Basistunnels - bei dem am Donnerstag offiziell die Bauarbeiten begannen - wird in zwei Richtungen vorgetrieben, vier Kilometer zum steirischen Mürzzuschlag und rund neun Kilometer nach Gloggnitz (NÖ). Nach Mürzzuschlag wird im Bagger- und Sprengvortrieb gearbeitet, in Richtung Niederösterreich kommen zwei Tunnelbohrmaschinen zum Einsatz.

Der eigentliche Vortrieb beginnt 2017 - zuerst müssen zwei sogenannte Abteufungen fertiggestellt werden. Am Fuß dieser je 400 Meter tiefen Schächte beginnt dann der Vortrieb zur Errichtung der Röhren. Die 30 Meter hohen Stahlkonstruktionen sind bereits seit Monaten im Betrieb.

Der zweite Abschnitt des Semmering-Basistunnels wird ab Herbst 2015 in Angriff genommen: Von Gloggnitz aus wird vom dortigen Tunnelportal in Richtung Mürzzuschlag gegraben. Gleiches geschieht im Zugangsschacht Göstritz bei Schottwien, wo derzeit Vorbereitungsarbeiten laufen. Der dritte und letzte Abschnitt wird „Grautschenhof“ genannt. Hier wird in einem Vortrieb östlich von Mürzzuschlag ab Frühjahr 2016 vorgegangen und der Zusammenschluss mit den Vortriebsarbeiten vom Fröschnitzgraben her gesucht.

Kern: „Da fährt die Eisenbahn drüber“
ÖBB-Chef Christian Kern zeigte sich am Donnerstag sichtlich erleichtert: „Das ist historischer Bahnboden, die Entwicklung des gesamten Südraums in Österreich ist eng mit der Entwicklung der Bahn verbunden. Wir gehen hier in eine neue Ära und sind glücklich und froh, dass wir die Verfahren abgeschlossen haben, und ich glaube, die Menschen und Bahnkunden werden enorm profitieren.“

An weitere Verzögerungen glaubt er nicht: „Wir haben insgesamt 10.000 Seiten Text vorgelegt, 700 m2 Pläne, 32 externe Gutachten - das ist das bestgeprüfte Infrastrukturprojekt Österreichs, und wir glauben, da fährt jetzt wirklich sprichwörtlich die Eisenbahn drüber“, so Kern.

Stöger: „Ganz wichtig für den Süden Österreichs“
Auch für Infrastrukturminister Alois Stöger ist der Beginn der Schachtarbeiten ein Meilenstein: „Manche Generationen verstehen diese Investition in die Zukunft, für die nächste oder übernächste Generation, noch nicht, aber das ist etwas ganz wichtiges für den Süden Österreichs.“ Diese Meinung teilt auch Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer: „Mit dem Bau des Semmering-Basistunnels bauen wir Zukunft für die Steiermark.“

Geplanter Abschluss 2025
Der Semmering-Basistunnel zwischen Mürzzuschlag und Gloggnitz ist als zweiröhriges Tunnelsystem konzipiert, bis 2025 wollen die ÖBB den 27,3 Kilometer langen Tunnel fertigstellen - danach verkürzt sich die Fahrzeit von Zügen zwischen Graz und Wien um 30 Minuten. Insgesamt investieren die ÖBB 3,3 Milliarden Euro.
http://steiermark.orf.at/news/stories/2722807/

ÖBB-Bauinfo: http://www.oebb.at/infrastruktur/de...rastruktur/Suedstrecke/Semmering_Basistunnel/
 

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#6
Infobox in Gloggnitz

Semmering: Infobox zeigt Tunnelbau

Nach jahrzehntelangen Planungen ist der Bau des Semmeringbahntunnels im Juli voll angelaufen. In Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen) wurde nun eine sogenannte Infobox eröffnet. Darin wird gezeigt, wie der Tunnel gebaut wird.

Die Besucher können in der Info-Box quasi haunah erleben, wie der Tunnel in den Berg gegraben wird, sagte ÖBB Projektleiter Gerhard Gobiet. Für die interaktive Ausstellung wurde eine Tunnelröhre in Originalgröße nachgebaut. „Damit sich jeder ein gutes Bild machen kann, wie der Tunnelvortrieb funktioniert und welche Herausforderungen wir am Semmering zu bewältigen haben“, sagte Gobiet. Dazu sind auch Teile von Bohrmaschinen, Videoinstallationen, und interaktive Schautafeln in der Infobox zu sehen.

Den Tunnel in der Tunnelröhre kennenlernen
Die Infobox selbst ist einer Tunnelröhre nachempfunden mit einem Durchmesser von mit zehn Metern. Sie wurde direkt beim Tunnelportal in Gloggnitz aufgestellt. Anschaulich wird darin auch gezeigt, dass der Tunnel nicht nur gegraben, sondern hauptsächlich gesprengt wird. Dafür werden immer wieder kleinere Bohrlöcher in den Fels getrieben. Auch die Maßnahmen für den Umweltschutz und den Wasserhaushalt werden erklärt.


Umweltschutz und Verkehrstechnik werden gezeigt
Um die Bevölkerung zu informieren wird in der Infobox auch die verkehrstechnische Bedeutung des Semmeringbahntunnels erklärt, sagte Landesrat Karl Wilfing (ÖVP). „Weil wir zum einen Österreich rascher verbinden - Wien und Wiener Neustadt mit Graz und Klagenfurt - aber auch die europäische Dimension von Danzig bis Ravenna - und damit auch mehr Güterverkehr möglich machen“, sagte Wilfing. Der Tunnel soll 2026 fertig sein, er kostet voraussichtlich 3,3 Milliarden Euro.
Text u. Fotos: http://noe.orf.at/news/stories/2731673/
 

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#7
Sicherheitskonzept während der Bauphase

Semmering: Sicherheitskonzept bei Tunnelbau

Mit einem gemeinsamen Sicherheitskonzept rüsten sich ÖBB und Feuerwehr für Zwischenfälle beim Bau des Semmering-Basistunnels. Die beiden Tunnelröhren befinden sich mehrere hundert Meter unter der Erde.

Das Sicherheitskonzept sieht unter anderem eine Luft-Tankstelle unter der Erde vor oder Container, in denen hydraulische Rettungsgeräte, Wärmebildkameras oder Hebekissen gelagert werden, sagt Feuerwehrsprecher Franz Resperger. Außerdem werden die Zugangsschächte bei Göstritz bei Maria Schutz (Bezirk Neunkirchen) und auf steirischer Seite im Fröschnitzgraben mit Aufzügen versehen.

Aufzüge bringen Lkws hunderte Meter in die Tiefe
„Diese Aufzüge transportieren bis zu zwei Lkws. Das heißt, dass auch im Einsatzfall die Einsatzkräfte der Feuerwehr mit diesem Aufzug in die Tiefe fahren können, wobei man aber auch sagen muss, dass Einsätze dieser Art zu den psychisch und körperlich herausforderndsten innerhalb des Feuerwehrwesen zählen“, erklärt Resperger.

Mögliche Einsatzszenarien sind, dass es zu brennen beginnt, Wasser eintritt oder Arbeitsunfälle passieren, so Resperger. Zehn Feuerwehren werden daher in den Alarmierungsplan aufgenommen, außerdem werden die Bauarbeiter speziell geschult. Die beiden Tunnelröhren sollen bis 2026 errichtet werden.
http://noe.orf.at/news/stories/2735123/
 

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#8
Heute offizieller Anschlag in Gloggnitz

Hoffentlich wird vor lauter Spatenstich- und Anschlagfeiern nicht auf den eigentlichen Vortrieb vergessen:
Tunnelanschlag für Semmering-Bahntunnel

Heute Vormittag erfolgt in Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen) der feierliche Tunnelanschlag für den Semmering-Bahntunnel. Das ist der offizielle Baustart für eines von drei Baulosen mit einer Länge von sieben Kilometern.

Seit Juli laufen die Vorarbeiten für den niederösterreichischen Abschnitt des Semmering-Bahntunnels. Im September begann man damit, die Tunnelröhre von Gloggnitz aus zu graben. Bisher sind etwa 100 Meter geschafft, erklärt der Projektleiter der ÖBB, Gerhard Gobiet. Der offizielle Tunnelschlag, der gefeiert wird, ist ein Brauch zum Schutz der Bautrupps. Insgesamt wird der Semmering-Bahntunnel 27 Kilometer lang sein. Er ist in drei Baulose aufgeteilt.

Von steirischer Seite wird ebenfalls bereits am sogenannten „Abschnitt Fröschnitzgraben“ gegraben. Die Grabungsarbeiten für den gesamten Tunnel werden bis 2022 dauern. Dann wird die Innenschale gebaut und ab 2024 geht es um den Ausbau der Ausrüstung des Tunnels, konkret um die Fahrbahn mit Gleisanlage und die Stromschiene. Aus heutiger Sicht soll der Bahntunnel Ende 2026 eröffnet werden.
http://noe.orf.at/news/stories/2743652/
 

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#9
Zwei 400 Meter tiefe Versorgungsschächte fertiggestellt

Meilenstein für Bau des Semmering-Basistunnels

Beim Bau des Semmering-Basistunnels ist eine Etappe geschafft: Im Fröschnitzgraben auf steirischer Seite wurden am Donnerstag zwei 400 Meter tiefe Versorgungsschächte für das künftige Tunnelsystem fertiggestellt.

Es geht voran mit dem Semmering-Basistunnel der österreichischen Bundesbahnen. In Gloggnitz in Niederösterreich ist der Tunnel bereits 300 Meter tief in den Berg getrieben. Und auch in der Steiermark wurde jetzt ein Meilenstein erreicht: „Wir sind heute sehr stolz auf unsere Mimeure in der Fröschnitz, die die beiden 400 Meter tiefen Schächte fertiggegraben und bereits auch einen Verbindungstunnel hergestellt haben“, freut sich Gerhard Gobiet von den ÖBB.

Denn allen gerichtlichen Einsprüchen und politischen Machtspielen zum Trotz entsteht tief unter der Erde gerade ein 27,3 Kilometer langes Tunnelsystem, das in zehn Jahren Mürzzuschlag mit Gloggnitz verbinden wird.

Zwei riesige Liftsysteme befördern Personen und Material mitten in das Herz des Semmerings, wo seit 2014 gearbeitet wird: „Wir sind jetzt am Fuß dieser beiden 400 Meter tiefen Schachtbauwerke. Als Vergleich: Das ist ein rund 130 Stockwerke hohes Haus. Und hier ist die Nothaltestelle für die spätere Betriebsphase situiert; aber auch jener Hohlraum, den wir in den nächsten eineinhalb Jahren ausbrechen werden, um einen Montageplatz für die beiden Tunnelvortriebsmaschinen zu schaffen“, erklärt ÖBB-Mitarbeiter Gernot Nipitsch.

400 Menschen arbeiten an diesem gigantischen Projekt im Fröschnitzgraben - frei gibt’s nur zu Weihnachten, am Barbaratag und zu Ostern: „Am Semmering wird grundsätzlich sieben Tage die Woche von 00.00 bis 24.00 Uhr gearbeitet. Pro Schicht arbeiten vier bis sechs Mann“, berichtet Manfred Praxl von IGT Tunnelbau. Wenn alles nach Plan läuft, fährt hier dann zum ersten Mal 2026 Leben auf zwei Schienen durch. Dadurch verkürzt sich die Fahrtzeit zwischen Graz und Wien um 30 Minuten.
http://steiermark.orf.at/news/stories/2763493/
 

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#10
Semmering: Mineure graben sich durch den Berg

Semmering: Mineure graben sich durch den Berg

Seit einigen Wochen laufen die Arbeiten am Semmering-Bahntunnel auf Hochtouren. 1.200 Arbeiter graben sich Stück für Stück durch den Berg. Aufgrund der Geologie konnten bisher keine Tunnelbohrmaschinen eingesetzt werden.

Insgesamt 27 Kilometer lang sollen die Tunnelröhren des Semmering-Bahntunnels werden. Für die Mineure sind die Grabungen eine besondere Herausforderung. Einen Kilometer konnten sie mittlerweile in den Berg vorstoßen und arbeiten sich dort jeden Tag im Akkord weiter voran. Ein Mineurstrupp besteht aus fünf Personen, die zehn Tage lang im Dreischichtbetrieb arbeiten und dann vier Tage frei haben. Für sie gilt es, extremen Arbeitsbedingungen standzuhalten.

Geld und Gefahr als Anreiz für Mineure
„Vorrangig ist wahrscheinlich das Geld“, erzählt der Mineur Karl Sailer aus Kärnten. Sailer war auch beim Bau des St. Gottharttunnels in der Schweiz beschäftigt: „Dazu kommt, dass es kein alltäglicher Job ist. Die Gefahr ist eigentlich der Reiz.“ Wegen der Geologie des Berges wird im sogenannten Sprengvortrieb gearbeiten. Die Mineure sprechen dabei von Abschlag. Gemeint ist jene Distanz, die in einem Arbeitschritt pro Schicht bewältigt werden kann.

„Derzeit fahren wir mit einem Meter Abschlag, weil das Gebirge derzeit eine Störungszone beinhaltet und daher ausgebrochen und gesichert werden muss, etwa mit einer intensiveren Ankerung oder auch 25 Zentimetern Spritzbeton. Wenn das Gebirge besser wird, geht man mit der Abschlagslänge auf bis zu 2,2 Metern“, erklärt Johannes Lackner von der Bauaufsicht. Im Durchschnitt schaffen die Vortriebsmannschaften auf diese Weise fünf Meter am Tag.

Gereinigtes Bergwasser fließt in die Schwarza
Das abgebaute Material wird dann mit Muldenkippern aus der Röhre gefahren, gleichzeitig muss jeder Kubikmeter Spezialbeton von draußen hereingeschafft werden. Das anfallende Bergwasser wird noch im Tunnel gesammelt und über Rohrleitungen in ein Aufbereitungsbecken am Tunnelportal geleitet. „Dort wird das Wasser entsprechend aufbereitet und gereinigt“, sagt Projektleiter Gerhard Gobiet: „Erst wenn es komplett gereinigt ist und die richtige Temperatur hat, wird es in die Schwarza eingeleitet.“

Um den Fischbestand nicht zu gefährden, darf der Temperaturunterschied zur Schwarza maximal eineinhalb Grad betragen. Aber nicht nur das Wasser, auch das abgebaute Gestein wird vor dem Abtransport ständig auf Schadstoffe kontrolliert. „Wir haben nicht nur unsere eigenen Prüforgane, sondern wir werden auch von den behördlichen Bauaufsichten aus den Ministerien ständig kontrolliert. Daher können wir nachweisen, dass wir alle Auflagen einhalten“, so Gobiet.

Ab dem kommenden Jahr soll auch von der Mitte des geplanten Tunnels sowie von der steirischen Seite aus gegraben werden. 2022 soll der Tunneldurchschlag erfolgen, 2026 sollen die ersten Züge durch den Semmeringtunnel fahren. Die Gesamtkosten für den Tunnel belaufen sich auf 3,3 Milliarden Euro.
http://noe.orf.at/news/stories/2804562/
 

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#11
Animationsfilm zum Bau des Semmering-Basistunnels der ÖBB:


...und die "Südstrecke" - eine Vorschau auf 2027:


 
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#12


Mega-Baustelle bringt Vorteile für Gloggnitz

So umstritten der Semmering-Basistunnel in der Planungsphase war, so ruhig laufen jetzt die Arbeiten auf Niederösterreichs größter Baustelle in Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen) ab. Das Milliardenprojekt wirkt sich positiv auf die Stadt aus.
Bürgerinitiativen und Anrainer hatten gegen den Bau des Semmering-Basistunnels mobil gemacht. Die Befürchtungen vor dem Baubeginn waren mannigfach, aber sie bewahrheiteten sich nicht, sagt Bürgermeisterin Irene Gölles (Wir für Gloggnitz). „Die ÖBB haben sehr viel zur Beruhigung der Lage beigetragen, ein Ombudsmann wurde gestellt. Heute sind die Anrainer zufrieden, die Baustelle läuft sehr ruhig ab, in der Stadt merkt man gar nichts davon", so Gölles.

Hochwasserschutz für die Stadt
Nur die Großvorhaben sind in der Stadt spürbar, allen voran der Hochwasserschutz. Der war nach einigen Überflutungen schon überfällig. Man wartete auf die ÖBB, weil klar war, dass auch für den Tunnel ein Hochwasserschutz nötig sein wird. Zusammen mit den ÖBB wurde einerseits für die Bahn und andererseits für die Stadt ein Schutz gebaut, der hundertjährliche Ereignisse abwehren soll. Eine gute Strategie, denn ohne ÖBB wäre das in dieser Form nicht finanzierbar gewesen, sagt Bürgermeisterin Gölles.


ORF
Die größte Baustelle Niederösterreichs: Der Semmering-Basistunnel

Auch wirtschaftlich hilft die Großbaustelle der Stadt, einerseits mit Einnahmen für das Budget und andererseits mit den 240 Mineuren, Technikern und Angestellten, die rund um die Uhr im Schichtbetrieb beschäftigt sind. Sie wohnen teils in Containern auf dem Baustellengelände, zum Teil aber auch in Hotels und Pensionen der Umgebung. Daher freuen sich auch die Wirte über treue Menü-Gäste.


ORF
Gloggnitz profitiert wirtschaftlich von den 240 Arbeitern

Die befürchteten Lkw-Flotten sind ausgeblieben. Die ÖBB fährt mit der einen Million Tonnen Gestein, die aus den beiden Tunnelröhren heraustransportiert werden, lieber Bahn. Der Fels wird noch in den Röhren zerkleinert und über ein Förderband nach außen transportiert. Die sich dort türmenden Schuttberge werden dann auf Waggons verladen, abtransportiert und deponiert, wie Projektleiter Gerhard Gobiet erklärt.


ORF
Als Ausflugsziel wurde eine Info-Box über der Baustelle eingerichtet

Zurzeit sei man 2,5 Kilometer weit, alles liege im Plan, sagt Gobiet. 2026 soll das Mega-Projekt Semmering-Basistunnel fertig sein, mehr als 27 Kilometer lang, mit zwei Röhren von Mürzzuschlag nach Gloggnitz. Mehr als drei Milliarden Euro kostet der Bau.

25.000 Interessierte besuchten Info-Box
Inzwischen hat sich der früher so umstrittene Tunnel sogar zum Ausflugsziel entwickelt. Die Info-Box, die hoch über der Baustelle liegt, bietet hochmoderne, interaktive Stationen. Sie wurde im Vorjahr von etwa 25.000 Menschen besucht. Geöffnet ist sie täglich von 9.00 bis 19.00 Uhr.

Robert Salzer, noe.ORF.at

Links:
Publiziert am 11.03.2018
http://noe.orf.at/news/stories/2900357/
 

josef

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#13
Neue Riesenbohrer für Semmeringbasistunnel
Beim Bau des rund 27 Kilometer langen Semmeringbasistunnels kommen in Kürze zwei Riesenbohrer zum Einsatz: Jeder ist 120 Meter lang, 2.500 Tonnen schwer und hat einen Durchmesser von zehn Metern.
Ab dem Frühsommer wird gebohrt
Bislang wurde beim Semmeringbasistunnel hauptsächlich gesprengt und gegraben. Ab dem Frühsommer wird nun gebohrt - und zwar vom Fröschnitzgraben in Richtung Gloggnitz. Man habe nun einen neun Kilometer langen, homogenen Gebirgsabschnitt erreicht, erklärte ÖBB-Projektleiter Gerhard Gobiet: „Dort haben wir Wechselgneise, das ist ein homogenes Gestein mit wenig Störzonen, das gut tragfähig ist und wo wir auch kein Bergwasser vorfinden.“


ORF

Maschinen aus Frankreich
Eingesetzt werden zwei riesigen Vortriebsmaschinen. Die Tunnelbohrer wurde Stück für Stück ein einem Werk Nahe Lyon in Frankreich gebaut, dann per Schiff nach Linz und anschließend mit dem Lkw zum Fröschnitzgraben gebracht. Jeder Riesenbohrer ist 2.500 Tonnen schwer, 120 Meter lang und hat einen Durchmesser von zehn Metern. Der schwerster Teil ist der Antriebsteil mit 109 Tonnen. Die Teile wurden über 400 Meter tiefe Schächte nach unten gebracht.


ORF

Tunnel wird im Ganzen herausgedreht
„Die Tunnelvortriebsmaschine ist wie ein großer Bohrer, der den Eisenbahntunnel in einem Ganzen herausdreht. Das Schneidrad vorne dreht sich und schert das Gestein quasi ab und das kommt über Öffnungen hinein auf Förderbänder und wird dann abtransportiert“, so Gobiet.

Fertigstellung 2022 geplant
Beim Vortrieb wird nicht nur gebohrt, sondern das Gestein an den Seiten und der Decke gleichzeitig über so genannte Dübinge gesichert. Seitens der ÖBB rechnet man damit, dass man pro Tag zehn bis 15 Meter bohren kann. Das bedeutet, dass das neun Kilometer lange Teilstück im Jahr 2022 fertig sein könnte.

Publiziert am 07.04.2018
http://steiermark.orf.at/news/stories/2905531/
 

Geist

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#14
Artikel vom 19. April 2018 im Kurier:

Semmering-Basistunnel: Gigant frisst sich durchs Bergmassiv

ÖBB-Projektleiter Gerhard Gobiet und Stellvertreter Gernot Nipitsch vor dem riesigen Bohrkopf der Vortriebsmaschine
© Bild: Wammerl Patrick

30 Millionen Euro teure Tunnelbohrmaschine geht in den kommenden Tagen in Betrieb.
Wenn die Tunnelbohrer ihre volle Leistung entfalten, saugt die Baustelle soviel Strom wie die 9000-Einwohner-Stadt Mürzzuschlag. Nur noch wenige Tage, dann erreicht der Bau des Semmering-Basistunnel seinen bisherigen Höhepunkt. Die erste von insgesamt zwei gigantischen Tunnelbohrmaschinen wurde 400 Meter unter der Erdoberfläche im steirischen Fröschnitzgraben in Stellung gebracht.
Der stählerne Gigant hat – zerlegt in viele Einzelteile – per Schiff und Lkw eine 1000 Kilometer lange Reise von Lyon in Frankreich bis auf den Semmering zurück gelegt. Die 30 Millionen Euro teuren Maschine ist 120 Meter lang und wiegt 2500 Tonnen, etwa so viel wie 400 Elefanten. „Sie musste zerlegt mit dem Lastenaufzug 400 Meter tief unter die Erde gebracht und dort in dem Stollen- und Kavernensystem wieder zusammengebaut werden“, erklären ÖBB-Projektleiter Gerhard Gobiet und sein Stellvertreter Gernot Nipitsch.
Mit demselben Aufzug wurde am Mittwoch auch der KURIER zum Lokalaugenschein zu den künftigen Tunnelröhren in die Tiefe gebracht. Bagger, Caterpillar und Lastwagen fahren dort kreuz und quer, wo 2026 die Personenzüge mit 230 km/h die Strecke Wien-Graz in zwei Stunden zurücklegen werden.
Dass der Tunnel überhaupt gebaut wird, ist schon ein kleines Wunder, hört man unter Tage. Fast 30 Jahre lang hat das 3,3 Milliarden Euro teure Projekt die Politik, Bürgerinitiativen, Umweltschützer und Anrainer gespalten. Kritiker prangern die „mutwillige Umweltzerstörung“ an. Durchgesetzt hat sich schließlich die Entscheidung für den Bau.

Homogenes Gestein
Wenn die Ingenieure und Mineure die letzten Handgriffe erledigt haben, wird die erste Tunnelbohrmaschine ab Mai die neun Kilometer lange Strecke in Richtung Gloggnitz (NÖ) durch das Bergmassiv graben. „Wir haben in diesem Abschnitt vom Gesteinsaufbau her sehr homogene Verhältnisse. Das ist ideal für den Maschinenvortrieb“, so Gobiet. Im Durchschnitt soll das Ungetüm 15 Meter pro Tag zurück legen. Sobald die ersten Meter geschafft sind, wird die zweite Bohrmaschine für die andere Tunnelröhre von Lyon aus auf den Weg geschickt.
Parallel dazu arbeiten sich die Mannschaften vom Portal in Gloggnitz dem Tunnelbohrer entgegen. 2,5 Kilometer haben sie bereits bewältigt, wegen der dort ständig wechselnden geologischen Bedingungen allerdings im Bagger- und Sprengvortrieb. Auf diese Art und Weise schaffen die Mineure zwischen vier und sieben Meter pro Tag.
Hervorzustreichen ist die Ingenieurskunst, mit der bei dem Milliardenprojekt vorgegangen wird. Auf einer Länge von mehreren Kilometern weichen die Tunnelröhren maximal ein paar Zentimeter von einander ab. Im Auetal verläuft der Tunnel gerade einmal 30 Meter unter der dortigen Wohnsiedlung. „Hier gab es im Vorfeld eine Beweissicherung, weil es bei so wenig Überdeckung natürlich zu Rissen an den Gebäuden kommen kann“ erklärt Gobiet. Schließlich wird darunter gesprengt.

(kurier.at) | Stand: 19.04.2018, 6:00 | Autor: Patrick Wammerl
Quelle: Semmering-Basistunnel: Gigant frisst sich durchs Bergmassiv
 

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#15
Artikel vom 10. April 2019 im Kurier:

Schon ein Viertel des Semmering-Basistunnels ist gebaut

Betonarbeiten in einer der Röhren
© Bild: Wammerl Patrick

Lokalaugenschein drei Kilometer tief im Bergmassiv. Das 3,3 Milliarden Euro teure Bauprojekt liegt im Zeitplan.
Für fast 40 Familien des Auetals am Semmering war es ein nervenaufreibendes halbes Jahr. Nur 30 Meter unter ihren Häusern sprengten und baggerten die Mineure die beiden Röhren des 27 Kilometer langen Semmering-Basistunnels durch das Gesteinsmassiv.
„Es ist alles gut gegangen und kein einziger Riss oder Schaden an den 36 Gebäuden aufgetreten“, erklärt Baustellenleiter Dieter Haas. Um auf Nummer sicher zu gehen wurden zuvor in jedem Gebäude Detektoren installiert und pro Haus 1500 Fotografien für die Beweissicherung angefertigt.

Projektleiter Gerhard Gobiet
© Bild: Wammerl Patrick

Exakt sieben Jahre nach dem politischen Spatenstich durfte der KURIER am Mittwoch mit ÖBB-Projektleiter Gerhard Gobiet einen Blick tief ins Innere des Berges werfen. „Ein Viertel des gesamten Bauloses ist bereits umgesetzt. 2024 müssen wir mit den Bauarbeiten fertig sein, damit mit den bahntechnischen Einbauten begonnen werden kann“, erklärt Gobiet.

Querschläge
Bereits dreieinhalb Kilometer hat man sich mit klassischem Bagger- und Sprengvortrieb vom Portal in Gloggnitz aus in Richtung Steiermark vorgearbeitet. Alle fünfhundert Meter werden Querschläge zwischen den beiden Tunnelröhren hergestellt. Sie dienen später nicht nur als Fluchtweg, sondern beherbergen allerhand technische Einbauten.

Schalungswagen in einem der Querschläge
© Bild: Wammerl Patrick

Während die Mineure im Sprengvortrieb rund vier bis sieben Meter pro Tag voran kommen, graben vom Fröschnitzgraben in der Steiermark zwei riesige Tunnelbohrmaschinen den Arbeitern entgegen.
Die Spitzenleistung von „Carl“ liegt bei 26 Meter Vortrieb pro Tag, der zweite Tunnelbohrer namens „Ghega“ soll im Mai Fahrt aufnehmen. Ende 2022 sollen die Baulose mitten im Bergmassivs zusammentreffen, danach kann frische Luft zwischen Niederösterreich und der Steiermark durch den Tunnel strömen.

Die Tunnelbohrmaschine "Carl"
© Bild: Wammerl Patrick

Dass der Tunnel überhaupt gebaut wird, ist schon ein kleines Wunder, hört man unter Tage. Fast 30 Jahre lang hat das 3,3 Milliarden Euro teure Projekt die Politik, Bürgerinitiativen, Umweltschützer und Anrainer gespalten. Kritiker prangerten jahrelang die „mutwillige Umweltzerstörung“ an. Durchgesetzt hat sich schließlich die Entscheidung für den Bau.

Kürzere Fahrzeit
Mit der geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2026 verkürzt sich die Fahrzeit für die Bahnstrecke Wien-Graz von 2 Stunden und 40 Minuten auf 1 Stunde 50 Minuten. Von Wien aus erreicht man dann Klagenfurt in 2 Stunden 40 Minuten, derzeit braucht man vier Stunden.

(kurier.at) | Stand: 10.04.2019, 17:00 | Autor: Patrick Wammerl
Quelle: Schon ein Viertel des Semmering-Basistunnels ist gebaut
 

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#16
Artikel vom 30. April 2019 im Kurier:

Zwischenfall im Semmering-Tunnel: Gesteinsdecke stürzte ein

Mit Sprengstoff arbeiten sich die Mineure voran
© Bild: Sascha Trimmel

Tunnelröhre auf einer Länge von 25 Metern verschüttet. Bagger unter sich begraben, Personen wurden nicht verletzt.
Beim Bau des Semmering-Basistunnels ist es zu einem heiklen Zwischenfall gekommen. Während des konventionellen Bagger- und Sprengvortriebs vom Tunnelportal in Gloggnitz (NÖ) aus, ist es zu einem Teileinsturz in einer der Röhren gekommen. Auf einer Länge von 25 Metern hat sich das Gesteinsmaterial an der Oberseite der Röhre gelöst und alles darunter liegende verschüttet. „Solche Nachbrüche kommen durch das heterogene Gesteinsmaterial häufiger vor. In dieser großen Dimension ist es aber zum Glück ein Einzelfall“, sagt Basistunnel-Projektleiter Gerhard Gobiet von den ÖBB.

Bau des Semmering-Basistunnel
© Bild: Sascha Trimmel

Der Zwischenfall, der erst jetzt durch Recherchen des KURIER bekannt wurde, hat sich bereits zu Ostern ereignet. Durch den Einsturz sind zum Glück keine Opfer zu beklagen. „Ein Bagger ist bis zur Fahrerkabine verschüttet. Aber Personen wurden keine verletzt“, bestätigt Gobiet.

Sieben Meter pro Tag
Vom Portal in Gloggnitz aus arbeiten sich die Mineure mit Spreng- und Baggerarbeiten vier bis sieben Meter pro Tag durch das Bergmassiv vor. Dreieinhalb Kilometer hat man auf diese Art und Weise bereits zurückgelegt. Durch den Einsturz des Gesteins ist es auch zu einem Wassereinbruch gekommen. „Für die Arbeiten ist das natürlich unerfreulich. Wir müssen die Stelle über die zweite Tunnelröhre umfahren und von dort aus sanieren. Alle 500 Meter gibt es Querschläge zwischen den beiden Röhren“, sagt Gobiet.

Erst vor drei Wochen war der KURIER zusammen mit anderen Medienvertretern bei einem Lokalaugenschein in der Tunnelröhre, in der es nun zu dem Unfall kam. Ein Viertel des 27,3 Kilometer langen Semmering-Basistunnel ist bereits gebaut. Mit der geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2026 verkürzt sich die Fahrzeit für die Bahnstrecke Wien-Graz von 2 Stunden und 40 Minuten auf 1 Stunde 50 Minuten. Von Wien aus erreicht man dann Klagenfurt in 2 Stunden 40 Minuten, derzeit braucht man vier Stunden.

(kurier.at) | Stand: 30.04.2019, 13:58 | Autor: Patrick Wammerl
Quelle: Zwischenfall im Semmering-Tunnel: Gesteinsdecke stürzte ein
 

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#17
Artikel vom 6. Mai 2019 im Kurier:

Riesiger Trichter: Erde über Semmeringtunnel eingebrochen

© Bild: Wammerl

Erneut gefährlicher Zwischenfall in Gloggnitz: Zehn Meter großer Krater bildete sich an Erdoberfläche. Mit Exklusiv-Video.
Der Zwischenfall mit der eingestürzten Tunneldecke im Semmering-Basistunnel ist dramatischer als befürchtet – und er hätte auch tödlich enden können: Nach dem Einbruch von Gesteinsmaterial mehrere Kilometer tief im Bergmassiv, ist nun etwa 100 Meter darüber im Gemeindegebiet von Aue bei Gloggnitz (NÖ) die Erdoberfläche eingebrochen. Mitten im Grünland hat sich ein zehn Meter großes Loch im Erdboden aufgetan. Der Krater reicht mehr als zehn Meter tief in das Erdreich.

Video: Bauarbeiter flüchten vor Erdmassen

Ministerium gewarnt
„Wir wurden vor einigen Tagen von den ÖBB verständigt, dass sich der Zwischenfall im Tunnel bis zur Erdoberfläche ausgewirkt hat. Alle Stellen von der Bezirkshauptmannschaft bis zum Ministerium sind informiert“, schildert die Bürgermeisterin der Stadtgemeinde Gloggnitz, Irene Gölles.


© Bild: Wammerl

Wie vom KURIER berichtet, war es zu Ostern beim Spreng- und Baggervortrieb etwa drei Kilometer tief im Tunnelinneren zu einem Teileinsturz in einer der beiden Röhren gekommen. Auf einer Länge von 25 Metern hatte sich das Gesteinsmaterial unter starkem Wassereintritt gelöst. Wie ein Video aus dem Tunnel zeigt, mussten die Mineure im Laufschritt flüchten, während das Gestein alles darunter liegende verschüttete – auch einen Caterpillar.

Bei den Arbeiten dürfte nun das eingetreten sein, wovor die Tunnelgegner immer gewarnt haben. Der Wassereinbruch ist so stark, dass das heterogene Gesteinsmaterial einfach nachgegeben hat. Das hat nun anscheinend zu der Kraterbildung 100 Meter darüber an der Erdoberfläche geführt.
„Der Krater im Wald ist bereits abgesichert. Das Material wird in Absprache mit der Behörde derzeit wieder verfüllt“, so ÖBB-Sprecher Christopher Seif. „Aus derzeitiger Sicht kann man davon ausgehen, dass es zu keinem weiteren Einbruch des Materials kommt. Der Wassereintritt im Tunnel ist jedenfalls vorbei.“

(kurier.at) | Stand: 06.05.2019, 21:03 | Autor: Patrick Wammerl
Quelle: Riesiger Trichter: Erde über Semmeringtunnel eingebrochen
 
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Semmering-Basistunnel: Gegner warnten vor Einsturz

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Anrainer sind nach der Kraterbildung in einem Wald über der Tunnelröhre des Semmering-Basistunnel nervös.
Der Krater im Erdboden erinnert an einen Bombentrichter. Mitten in einem Waldstück in Aue am Semmering (NÖ) hat sich ein riesiges Loch aufgetan. So groß, dass locker ein Einfamilienhaus darin Platz hätte.
Damit ist das eingetreten, wovor die erbitterten Gegner des Semmering-Basistunnel immer gewarnt hatten. „Der unvorhersehbare Austritt von Bergwasser im Kombination mit problematischen Gesteinsschichten ist eine enorme Gefahr“, sagt Geologe Josef Lueger.

Zwischenfall zu Ostern
Exakt 120 Meter unter dem Erdkrater war es zu Ostern zu einem verheerenden Zwischenfall gekommen. Beim Sprengvortrieb auf Gleis 1 des Semmering-Basistunnel war lockeres Gesteinsmaterial von der Tunneldecke herabgestürzt.
Zusammen mit einem sturzflutartigen Wassereinbruch wurde auf einer Länge von 25 Meter alles darunter befindliche begraben – auch ein Caterpillar. Wie ein Video veranschaulicht, mussten die Mineure um ihr Leben laufen, um nicht auch verschüttet zu werden. Doch zunächst ging man davon aus, dass die Zerstörung sich nur unter Tage auswirkte.
Erst am vergangenen Wochenende hat Grundeigentümers Josef Ehrenhöfer im darüber liegenden Waldstück dann den Trichter entdeckt und Alarm geschlagen. Wie schon beim Zwischenfall im Tunnel wollte man bei den ÖBB die Sache anscheinend intern möglichst ohne Publicity regeln. Dieser Plan ging jedoch nicht auf.

Horst Reingruber von der Bürgerinitiative BISS ist schockiert.
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Lokalaugenschein
Horst Reingruber von der tunnelkritischen Bürgerinitiative BISS steht beim Lokalaugenschein des KURIER am Absperrgitter und schaut ungläubig in den tiefen Krater. „Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn das im bebauten Gebiet passiert“, so Reingruber. Die Sorge ist nicht von der Hand zu weisen. Nur 200 Meter von der Unglücksstelle entfernt befindet sich die Ortsdurchfahrt von Aue.
In der kleinen Ortschaft herrscht seit der Entdeckung des Erdlochs große Nervosität. Der Abschnitt gilt als das Nadelöhr des 3,3 Milliarden Euro teuren Projekts. Mitten im Zentrum von Aue haben die Röhren die geringste Überdeckung, der Tunnel führt gerade einmal 30 Meter unter den Häusern durch.

Sprengung gehört
Es ist erst ein paar Wochen her, dass sich die Mineure im Bagger- und Sprengvortrieb unter der Ortschaft durchgearbeitet haben – etwa sieben Meter pro Tag. „Wir haben jede Sprengung gehört“, schildert einer der Anrainer.
Im Endeffekt sei an dem neuralgischen Punkt aber alles gut gegangen. „Es ist kein einziger Riss oder Schaden an den 36 Gebäuden in dem Abschnitt aufgetreten“, erklärt Baustellenleiter Dieter Haas. Um auf Nummer sicher zu gehen, waren zuvor in jedem Gebäude Detektoren installiert und pro Haus 1500 Fotografien zur Beweissicherung angefertigt worden.

Verschlucktes Haus "undenkbar"
Dass im Ortsgebiet ein Haus durch einen Einsturz verschluckt wird, ist laut dem Basistunnel-Projektleiter undenkbar. „Wir haben im Bereich von Aue eine ganz andere Gesteinszusammensetzung als dort, wo jetzt das Material eingebrochen ist“, sagt Gerhard Gobiet.
Doch der wesentlich gefährlichere und schwer einzuschätzende Abschnitt steht den Tunnelbauern erst bevor. „Nach der Durchquerung des Auetales kommt es im Bereich des Grasberg zu geologischen Störungen“, so Lueger. Bereits vor der Umweltverträglichkeitsprüfung hat der Geologe davor gewarnt. Die Gegner haben den massiven Wasserverlust immer als Umweltzerstörung angeprangert.
In Aue sind die Auswirkungen des Tunnels bereits deutlich spürbar. Eine Trink- und eine Nutzwasserquelle sind kürzlich versiegt. Der Krater sorgt natürlich für weitere Beunruhigung. „Meine Enkelkinder werde ich jetzt sicher nicht mehr hier im Wald alleine spielen lassen“, so Anrainer Josef Ehrenhöfer.


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Unendliche Geschichte des Tunnelbaus
30 Jahre lang wurde um den Bau des Semmering-Basistunnels gestritten. In den 1980er-Jahren begannen die Vorplanungen, 1994 folgte der Baubeginn für den Sondierstollen. 1998 brachte das Land NÖ das Projekt mit einem negativen Naturschutzbescheid zu Fall.
Einer der Gründe war der massive Wasserverlust durch den Röhrenbau. Das Projekt wurde daraufhin überarbeitet. 2008 stimmte das Land NÖ letztlich dem „Semmering-Basistunnel neu“ aber doch zu.
Der 27 Kilometer lange Tunnel verbindet die Portale Gloggnitz (NÖ) und Mürzzuschlag (Stmk.). Mit der geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2026 verkürzt sich die Fahrzeit für die Bahnstrecke Wien-Graz von 2 Stunden und 40 Minuten auf 1 Stunde 50 Minuten, in Klagenfurt ist man von Wien aus in 2 Stunden 40 Minuten.

Gerhard Gobiet ist Leiter des 3,3 Milliarden Euro-Projekts.
© Bild: Sascha Trimmel

Projektleiter: „Im Tunnelbau kann so etwas immer passieren“
Der KURIER hat mit Projektleiter Gerhard Gobiet über den Krater gesprochen. Für ihn ist der Zwischenfall zwar bedauerlich, aber keine große Überraschung.
KURIER: Wie ist es zu dieser Kraterbildung 120 Meter über dem Tunnel gekommen?
Gerhard Gobiet: Wir haben unter Tage beim Röhrenbau eine Schicht mit Feinteilen erreicht. Nachkommendes Wasser hat diese Feinteile aufgeweicht und es ist zu einem Einbruch des Materials im Tunnel gekommen.
Und das Material darüber ist dann an der Oberfläche nachgerutscht?
Ja. Die heterogenen Gesteinsschichten haben nachgegeben. Zirka dieselbe Menge die unten im Tunnel eingebrochen ist, ist nun oben an der Oberfläche nachgekommen. Daher der Trichter in dem Waldstück bei Aue.
Wie kann man diesen Schaden beheben?
Ganz einfach. Der Krater wird bis zur Oberfläche wieder mit Grobschlag aufgefüllt. Das sind Steine mit einem Durchmesser von sechs bis zwanzig Zentimeter.
Und wie geht es im Tunnel weiter?
Wir arbeiten uns gesichert auf Gleis 2 an der Stelle vorbei und stabilisieren die Tunneldecke zusätzlich mit Betonpfählen. Danach wird die Stelle, an der sich der Nachbruch ereignet hat, über einen Querschlag saniert.
Haben sie mit so einem Zwischenfall gerechnet?
Im Tunnel- und Bergbau kann so etwas immer passieren.

(kurier.at) | Stand: 07.05.2019, 17:02 | Autor: Patrick Wammerl
Quelle: Semmering-Basistunnel: Gegner warnten vor Einsturz
 

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Semmering: Bauarbeiten in zweiter Tunnelröhre
Seit Anfang Mai ein Krater im Erdreich über dem Semmering-Basistunnel entdeckt wurde, stehen die Bauarbeiten in der ersten Röhre still. Mit einem Zugang über die zweite Röhre soll die prekäre Stelle repariert werden.
In der zweiten Röhre, bei der die Bauarbeiten später als bei der ersten begannen, arbeitet man sich gerade bis zu jener Stelle vor, wo sich nebenan - in der ersten Röhre - Gesteinsmaterial an der Oberseite gelöst hatte - mehr dazu in Semmering-Basistunnel: Gestein eingebrochen (noe.ORF.at; 30.4.2019).

Wenn man auf gleicher Höhe sei, ist es möglich, von der zweiten in die erste Röhre hinüberzuarbeiten und das Gestein dort zu überprüfen, sagen die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). An der gleichen Stelle in der ersten Röhre - also etwa 100 Meter unter dem Krater - kann nämlich nicht weitergebaut werden. Das Risiko sei zu groß, dass erneut Schlamm und Flüssigkeit eintreten.


privat
Eine Aufnahme Anfang Mai aus der ersten Röhre, die teilweise verschüttet wurde

Über den Zugang von der zweiten in die erste Röhre könne aber von einer anderen Seite und deshalb mit weniger Risiko gearbeitet werden, heißt es von den ÖBB. Der Bau der ersten Röhre verzögert sich damit um drei Monate. Der etwa acht Meter tiefe Krater wurde bereits vor einer Woche wieder verschlossen. Ein Grundbesitzer hatte das Loch in einem Waldstück bei Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen) entdeckt.

Publiziert am 21.05.2019
Semmering: Bauarbeiten in zweiter Tunnelröhre
 
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