St.Pölten: Ehemalige "Werke Wörth" der ÖBB

Bunker Ratte

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#1
Verlassene Werks - oder Fabrikshallen im Raum St.Pölten
Ist schon recht düster an solchen Orten und wenn der Wind ein wenig bläst, glaubt man es spuckt an allen Ecken und Enden! Die Frage ist: Herrschen hier bereits Abbrucharbeiten oder wurde alles mutwillig zerstört?! Kann schlecht abschätzen wie alt die Hallen sind bzw. wann das Gelände stillgelegt wurde und auch aus welchen Grund?

535.jpg
 

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#5
Hallo, nach den Fotos finden dort keine geregelten Abbbrucharbeiten statt. Dann wäre das eine Baustelle.
Das Gebäude am Titelfoto im Beitrag #1 könnte durchaus vor 1914 errichtet worden sein.
Lg Kurt
 
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Bunker Ratte

Well-Known Member
#6
nach den Fotos finden dort keine geregelten Abbbrucharbeiten statt. Dann wäre das eine Baustelle.
Hallo Kurt,
naja, da hast du natürlich recht! Es hatte den anschein, weil teilweise Gemäuer im Innenbereich abgebaut wurden. Ist wohl keine Offizielle Baustelle:p

Das Gebäude am Titelfoto im Beitrag #523 könnte durchaus vor 1914 errichtet worden sein.
Ich dachte mir schon, daß Teile der Anlagen älter sind. Es wurde anscheinend zugebaut, die Hallen selbst sind sicher jüngeren Datums.
Lg
Michi
 

HF130C

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#7
Sehr interessant! Vor allem ist die geschwärzte Fassade nicht alltäglich bei solchen Gebäuden und Anlagen. Was hier wohl geschehen ist?

Als "Heeresbahnlok" hat es mir natürlich das Schmalspurgleis mit der Drehscheibe im Teil 2 angetan: Hast du zufällig die Spurweite abgemessen? Konnte man nachvollziehen, wofür die Rollbahn gedacht war? Standen da noch dazu passende Wagen herum?

Spannend ist auch die fehlende Stiege in der großen Halle. Möglicherweise hatte jemand dafür eine Verwendung? Bei Abbrucharbeiten würde man nicht unbedingt dort anfangen .....

Das Gebäude am Titelfoto im Beitrag #523 könnte durchaus vor 1914 errichtet worden sein.
Das sehe ich auch so. Auch die beiden ovalen Fenster müssen älteren Datums sein.
 

Bunker Ratte

Well-Known Member
#8
Als "Heeresbahnlok" hat es mir natürlich das Schmalspurgleis mit der Drehscheibe im Teil 2 angetan: Hast du zufällig die Spurweite abgemessen? Konnte man nachvollziehen, wofür die Rollbahn gedacht war? Standen da noch dazu passende Wagen herum?
Hallo HF130C,
die Spurweite habe ich nicht vermessen, jedoch kenne ich die Gleise der Ehemaligen Lokalbahn Ober-Grafendorf --> Wieselburg. Ist ja eine Schmalspur mit 760mm Spurweite. Meiner Vermutung zufolge hat das Gleis die gleiche Spurweite. Wie gesagt ist nur eine Vermutung!
Konnte man nachvollziehen, wofür die Rollbahn gedacht war?
Die 2 Hallen waren mit dem beschriebenen Gleis verbunden, auch Arbeitsgruben konnte man erkennen.
Standen da noch dazu passende Wagen herum?
Leider nicht:rolleyes:
Lg
Michi
 

josef

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#9
Ehemalige "Werke Wörth" der ÖBB

Die Grundsubstanz der alten Objekte geht auf die Zeit des 1. Weltkrieges zurück. Genaue Jahresangaben kenne ich nicht, wurde jedenfalls während des Krieges von der K.u.K. Heeresleitung als Zweigstelle des Wiener Arsenals errichtet (Metallbearbeitung, Holzwerk, Waffendepot...). In den 1920iger Jahren übernahmen die damaligen BBÖ das riesige Areal:
Werke Wörth - Oberbaumaterial-Erhaltungswerkstätten, Instandhaltung von Kleinfahrzeugen für den Baudienst usw.!
Nach 1938 (Deutsche Reichsbahn) wurde es das Oberbaustoff- und Weichenlager Wörth. So blieb es auch bei den ÖBB nach dem WKII und auch die zentrale Reparatur für Kleinfahrzeuge (Draisinen, Bauwagen usw.) blieb dort...

Im von der Michi besuchten Teil in der SO-Ecke des Geländes dürfte die Holzbearbeitung konzentriert gewesen sein, kann mich auf riesige Holzstapel dort erinnern. Auch der Sägespänesilo deutet darauf hin. Der hohe Schlot ist seit einigen Jahren verschwunden...

Die Objekte im Westen des Geländes, parallel zur B20 und Traisentalbahn, sind heute die "WWG - Weichenwerke Wörth Gesellschaft" , ein Joint Venture der ÖBB-Infra und voestalpine. Auch die ÖBB Zentralschule Wörth (oder so eine ähnliche Bezeichnung...) befindet sich am Gelände. Die umfangreichen Restflächen sollen ein Wirtschafts- und Logistikpark werden. DB-Schenker hat sich schon angesiedelt, die hier vorgestellten Hallen dürften noch auf Nachnutzer warten...

lg
josef
 
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Bunker Ratte

Well-Known Member
#10
Hallo Josef,
danke für die Aufklärung. Ich dachte mir zwar das es ein Gelände der ÖBB gewesen ist , aber was genau das war wusste ich nicht. Auf jeden Fall interessant und bin wieder etwas gescheiter geworden ;).
Lg
Michi
 

josef

Administrator
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#11
Einige GE-Vergleiche, Archivmaterial usw.:

1. GE-Bild aus 2007 - Gesamtübersicht des Areals: Links oben entlang der B20 und Traisentalbahn die Werkstätten mit Oberbaulager. Unter den Kranfeldern waren jede Menge Schienen gelagert. Auch entlang der Gleisstränge, die schon damals durch die "Grüne Wiese" führten... Dieser Teil parallel zur Straße/Bahn ist heute das "Weichenwerk Wörth Ges.".
Unten, am SW-Ende des Areals sind die Objekte der "ÖBB-Zentralschule Wörth".
Rechts davon, in der SO-Ecke das von Michi besuchte Gelände. Auf den Flächen zwischen den fingerartigen Stichstraßen vor den Hallen war früher das von mir schon erwähnte Schnittholz gelagert.
Welche Aktivitäten sich auf den nach Norden anschließenden länglichen Betriebsgelände abspielt, entzieht sich meiner Kenntnis...

2. Aktuelles GE-Bild - Gesamtübersicht des Areals: Das Gelände wird für weiter Betriebsansiedlungen erschlossen -> Zufahrt über eine neue Brücke über die B20, Bahn und Weichenwerk, bereits erfolgte Neuansiedlung von "DB-Schenker" im Bereich ehemaliger Holzlagerplatz usw. ...
Nach Fertigstellung des neuen "ÖBB-Bildungscampus" am Gelände des "TS-Werkes St.Pölten" (ehemalige Hauptwerkstätte St.Pölten) wird auch das Gelände bzw. die Objekte der derzeitigen "ÖBB-Zentralschule Wörth" einer anderen Nutzung zugeführt.

3. GE-Aufnahme Juli 2007 -Ausschnittsvergrößerung des hier behandelten Teiles der ehem. Werke Wörth - Südteil: Gut zu erkennen sind die Stichstraßen des ehemaligen Holzlagers, im oberen Bereich sind noch Restmengen zu erkennen.

4. GE-Aufnahme Juli 2007 -Ausschnittsvergrößerung des hier behandelten Teiles der ehem. Werke Wörth - anschließender Nordteil: Links sind weitere Holzstapel erkennbar. Die Hallen mit hellen Dächern oberhalb der dunkel gedeckten "Althallen" sind zwischenzeitlich abgerissen (-> sieh Bild 2.), ebenso der durch Schattenwurf gut erkennbare Schlot (-> Sprengung 2010).

5. In meinem Archiv fand ich einen Artikel über die "Schlotsprengung" Ende Mai 2010. Da wird von einem 100 Jahre alten Schornstein geschrieben, demnach müssten die Anlagen des K.K. Arsenals schon 1910 und nicht wie an anderer Stelle berichtet, während des 1. WK (1914-18) errichtet worden sein... Jedenfalls liegt der Ursprung noch in Zeiten der K.u.K. Monarchie!

6. Ansichtskarte der an der heutigen B20 und Traisentalbahn gelegenen Bauwerke - heute Weichenwerk. Datum ubk. - vermutlich Zwischenkriegszeit...?
 

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josef

Administrator
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#12
Sehr interessant! Vor allem ist die geschwärzte Fassade nicht alltäglich bei solchen Gebäuden und Anlagen. Was hier wohl geschehen ist?
Da gibt es mehrere Möglichkeiten:
1. Die Fassade dieser Gebäudefront wurde nie bzw. lange nicht gestrichen -> Verfärbung durch Witterungseinflüsse
2. Es gab im Vorfeld einmal einen Brand und die Verrussung wurde nicht beseitigt
3. Reste einer im Krieg aufgebrachten Tarnfarbe...
Als "Heeresbahnlok" hat es mir natürlich das Schmalspurgleis mit der Drehscheibe im Teil 2 angetan: Hast du zufällig die Spurweite abgemessen? Konnte man nachvollziehen, wofür die Rollbahn gedacht war? Standen da noch dazu passende Wagen herum?
Dürfte sich um eine bei "Holzwerken" übliche Rollbahn handeln, ist auf GE-Bild Vergößerung gut zu erkennen:

1529420615691.png
 

HF130C

Well-Known Member
#13
Besten Dank für die Ausführungen.

Mit einiger Fantasie könnte man auf dem GE-Bild vermuten, dass die Rollbahn vom Pfeil weg nach Querung des "Schattens" mittels einer weiteren Drehscheibe nach oben und unten, diesfalls in einem leichten Bogen sogar hinter dem Turm vorbei, verlaufen ist.

Dürfte sich um eine bei "Holzwerken" übliche Rollbahn handeln
Das ist eine gute Frage, für baumlanges Rundholz wären Drehscheiben wohl weniger praktisch, für Schwellenhölzer könnte es gut passen. Bei Schwellenhölzern denke ich natürlich sofort an eine Druckimprägnieranlage, die es dort gegeben haben könnte. Diese wurden ja meist mit entsprechenden Feldbahnwagen beschickt, mit denen man in den Druckkessel samt den Schwellen hineingefahren ist. Hier ein Link, wo man den Druckkessel samt Schienen und auch die Wagen mit den charakteristischen gebogenen Rungen sieht: Fürstenberg Holz: Imprägnierung

Da die Weichen extra lange Holzschwellen benötigen (sog. Weichenhölzer), wäre eine solche Anlage - speziell für diese Langschwellen - durchaus wahrscheinlich.

Schon wieder ein Ausflugsziel .....
 

josef

Administrator
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#14
... für Schwellenhölzer könnte es gut passen. Bei Schwellenhölzern denke ich natürlich sofort an eine Druckimprägnieranlage, die es dort gegeben haben könnte. Diese wurden ja meist mit entsprechenden Feldbahnwagen beschickt, mit denen man in den Druckkessel samt den Schwellen hineingefahren ist...
Habe bisher nichts von einer Schwellenimprägnieranlage in Wörth gehört! Möglich ist natürlich alles, vielleicht kann ein St.Pöltner "Insider" dazu etwas berichten...! Soweit ich mich auf Sichtungen von der Straße aus erinnere, war dort Schnittware in Form von Brettern und Pfosten gelagert.
 
#16
Hab da mal ein paar spannendere Bilder für euch :) Das ÖBB Holzwerk in Spratzern :) das in dem Werk Holz verarbeitet wurde ist ja bereits gesagt :) hinzu zu fügen wäre noch es gibt 3 rund 40 Meter Lange Trockenkammern, die gesamte Halle hat einen Keller und es gibt Versorgungsgänge die noch halbwegs begehbar sind :)
 

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#17
Weiß von euch vieleicht jemand etwas über den Bunker den es auf dem Gelände geben soll ?
Ich habe aus Erzählungen gehört das es dort zwischen dem Holzwerk und neu gebauter Firma DB Schenker, einen Eingang zu einem Bunker geben soll, das einzige das ich rausbekommen habe ist ein rundes Gebäude mit ca. 3 Metern Durchmesser durch dessen Lüftungsschlitze zu erkennen ist das man in den Untergrund kommt. Kann aber nicht genau sagen ob es sich um einen Brunnen handelt oder um den Eingang zum angeblichen Bunker. Bilder folgen noch
 
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