#1
2 interessante Sachen hier...

Ich traf zufälligerweise letzte Woche einen Flieger des österr. Bundesheeres und er hat mir folgende Geschichte erzählt... Beim Jugoslawien Krieg durften die doch über Österreich fliegen, Langenlebern, ehemaliger Amerikanischer Stützpunkt wurde als "unknown Airstrip" abgetan.....

und das 2te auch, von Langenlebern, und zwar ein Straßenschild an der Route Langenlebern-> Wien

sch... das Bild ist am anderen Rechner, wird aber morgen nachgereicht...
lg stoffi
 

josef

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#3
Fliegerhorst Tulln-Langenlebarn

Hallo @Stoffi:
1. Jugo-Konflikt/Nato-Einsatz: Lale war sicher wegen der kurzen Piste für Jets der USAF ein "unbekannter/unbedeutender Landeplatz"! Dies galt aber nicht für Hubschrauber! Neben Linz-Hörsching war auch Lale ein wichtiger Zwischenlandeplatz für Nato-Hubschraubereinheiten bei Hin- und Rückflügen zwischen den Stützpunkten in der Bundesrepublik in den Einsatzraum.

2. Hinweistafel an der Straße: Siehe dazu Ausschnitt aus meinem Bericht bei

http://www.geheimprojekte.at/flugplatz_langenlebarn.html


Anfang Juli 1945 einigten sich die alliierten Siegermächte über die Aufteilung der Flugplätze im Großraum Wien. Langenlebarn, nun in der Sowjetischen-Besatzungszone liegend, wurde den US-Streitkräften zugewiesen. Vertraglich wurden die Verkehrsanbindungen des Flugplatzes mit dem US-Sektor in Wien durch die Sowjetzone festgelegt. So durften US-Soldaten die Franz-Josefs-Bahn zwischen Wien und Tulln mitbenützen und als Straßenverbindung wurde die Route von Wien-Nußdorf über Klosterneuburg-Kierling nach Langenlebarn vereinbart. Für den Flugverkehr wurde ein eigener Luftkorridor vom US-Besatzungsgebiet Oberösterreich entlang der Donau bis Langenlebarn und weiter bis zum US-Sektor in Wien eingerichtet. In der Wiener US-Zone wurde am rechten Donaukanalufer in Heiligenstadt ein kleiner Behelfsflugplatz errichtet, welcher mit einmotorigen Verbindungsflugzeugen vom Typ Piper PA 18 und Cessna L 19 von Langenlebarn aus angeflogen wurde.
Entlang dieser Route gab es die Hinweistafeln...

lg
josef
 
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SuR

... wie immer keine Zeit ...
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#4
Spitze! :D :lol1:

Das erinnert mich an Ost-Berlin, 1989: da hing an der ersten Brücke am Adlergestell (damals die "Haupteinflugschneise für Brandenburger Landeier") ein riesiges, gut 10 m breites Schild:

"In der Hauptstadt - Spur halten!!!"

Hab´s damals leider nicht gleich fotografiert, und nach nicht langer Zeit war es dann weg...
 
#6
Zwar keine LuftwaffenBasen in Wien, aber ich glaub, doch interessant....

Es gab in Wien, in den westlichen Sektoren auch Flugfelder - Flughafen ist wahrscheinlich zuviel, ein Amerikanerischer in der Muthgasse (Foto1) und ein Englischer vor Schönbrunn (Foto2), beide leider in keiner sehr guten Qualität, aber man kann die Flieger erkennen..

lg stoffi
 

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josef

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#7
Zwar keine LuftwaffenBasen in Wien, aber ich glaub, doch interessant....
Es gab in Wien, in den westlichen Sektoren auch Flugfelder - Flughafen ist wahrscheinlich zuviel, ein Amerikanerischer in der Muthgasse und ein Englischer vor Schönbrunn, beide leider in keiner sehr guten Qualität, aber man kann die Flieger erkennen..
lg stoffi
Wenn Du schon die beiden Flugfelder für Verbindungs- und Kurierflüge der Westalliierten im Stadtgebiet von Wien anführst, muss ich der guten Ordnung halber auch noch einen wenig bekannten 3. Landestreifen erwähnen:

1951 legten die Briten im 13. Bezirk am Gelände der Flak-Kaserne Küniglberg einen 30 x 300 m Landestreifen für einmotorige Verbindungs- u. Kurierflugzeuge an. Die Start- u. Landebahn war mit PSP-Matten ausgelegt. Tatsächliche Flugbewegungen wurden angeblich nur sporadisch abgewickelt, der Platz diente eher als Ausweichfläche. Auf dem damaligen Kasernengelände befindet sich heute die ORF-Zentrale...

Siehe dazu auch Seite 99 ff. bei

Richard Hufschmied;
"Wien im Kalkül der Alliierten 1948 - 1955, Maßnahmen gegen eine sowjetische Blockade";
NWV Neuer wissenschaftlicher Verlag Wien-Graz 2002;
ISBN 3-7083-0077-7


lg
josef
 

josef

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#9
Noch 2 Schilder zum ehemaligen US-Korridor TU - W

Habe noch 2 Schilder aus Tulln-Langenlebarn zum seinerzeitigen US-Straßenkorridor nach Wien gefunden:

Zu Bild 2:
Wäre interessant, wieviel US-Soldaten damals wirklich am "Teufels-Highway nach Wien die Fahrt in die Hölle" angetreten haben...?
 

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#10
Das Foto vom Flugfeld in Schönbrunn muss – nach den Gebäuden im Hintergrund zu schließen – hier aufgenommen worden sein: Link zu Bing Maps

Somit muss sich das Flugfeld von hier in (grob) östliche Richtung südlich vom Wienfluss bis ungefähr auf Höhe des Schlosstors erstreckt haben, ist das richtig?
 

josef

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#12
Das Foto vom Flugfeld in Schönbrunn muss – nach den Gebäuden im Hintergrund zu schließen – hier aufgenommen worden sein:
Somit muss sich das Flugfeld von hier in (grob) östliche Richtung südlich vom Wienfluss bis ungefähr auf Höhe des Schlosstors erstreckt haben, ist das richtig?
Lt. mir bekannten Angaben/Erzählungen habe ich das Flugfeld Schönbrunn der Briten auf nachstehendem GE-Bild eingezeichnet:

ROT => Start- und Landepiste (Ende vor Schloßeingang ist mir nicht bekannt)
GELB => Flugzeugabstellfläche (Foto)
BLAU => Kuppel auf Haus Ecke Grünberg- /Schloßstraße

Google Earth Foto:
 

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josef

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#13
Zwar keine LuftwaffenBasen in Wien, aber ich glaub, doch interessant....

Es gab in Wien, in den westlichen Sektoren auch Flugfelder - Flughafen ist wahrscheinlich zuviel, ein Amerikanerischer in der Muthgasse ... lg stoffi
Auch vom Bereich des ehemaligen US-Flugfeldes am Donaukanal in Heiligenstadt ein
GE - Bild:
 

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josef

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#14
Habe die Beiträge zu den Flugfeldern der Alliierten zwischen 1945 und 1955 in Wien aus dem Thread "Ex-Luftwaffen Basen in Österreich" herausgelöst. Ersuche weitere Beiträge zu diesem Thema in diesem Thread zu veröffentlichen.

lg
josef
 

josef

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#15
Flugfelder Heiligenstadt, Schönbrunn und Küniglberg

Weitere interessante Bilder zu den alliierten Flugpisten im Wiener Stadtgebiet:

1. US-Platz an der Donaukanallände in Heiligenstadt.
2. GB-Platz vor Schönbrunn, da gab es am Ostende der Piste auch einen kleinen Hangar.
3. Ehemalige Flak-Kaserne Küniglberg, heute befindet sich dort das ORF-Zentrum.
4. detto, mit Pistenverlauf GB-Flugfeld zwischen den Gebäuden.

Quelle: Ausstellungskatalog "Bordmagazin zur Ausstellung >schwerer als Luft< - 100 Jahre Motorflug in Wien" der "Wienbibliothek im Rathaus" (kein Wiedergabe- bzw. Veröffentlichungsverbotshinweis im Impressum!)
 

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#16
Recht herzlichen Dank Josef.

Die Bilder vom Küniglberg erinnern mich daran, als kleiner Bub vor Errichtung der ORF Zentrums dort öfter, wenn auch verbotener Weise, gespielt zu haben. Der Hangar beim Flugfeld Schönbrunn wäre nach diesem Foto parallel zur Grünbergstraße, unmittelbar neben der Stadtbahnstation gelegen.

lg Helmut
 

josef

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#18

josef

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#20
Bei genauerer Betrachtung des "Wiki" - Beitrages http://de.wikipedia.org/wiki/Flugplätze_in_Wien fiel mir ein kleiner Fehler auf. In der Einleitung steht:
Flugplätze in Wienaus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die hier angeführten Flugplätze und Flugplatzprojekte sind zeitlich eingeschränkt auf die Ära „Fliegen schwerer als Luft“ und räumlich auf die größte Ausdehnung der Stadt während der NS-Herrschaft (Groß-Wien).

Lediglich der Flugplatz Langenlebarn verstößt gegen diese räumliche Einordnung. Während der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich hier allerdings der Flughafen der US-amerikanischen Besatzungstruppen.
Um genau zu sein, müsste man auch Ebergassing als "Verstoß gegen die räumliche Einordnung" anführen, oder ganz weglassen! Bei meinen Recherchen über die "Standorte der Luftwaffe in Österreich" kam ich zur Erkenntnis, dass das Flugfeld (Segelflugplatz, Feldflugplatz) "Ebergassing" eigentlich auf dem Gebiet des zur Marktgemeinde Götzendorf gehörenden Ortsteiles "Neu-Pischelsdorf" lag! Wegen der örtlichen Nähe des Platzes zu Ebergassing und zur Vermeidung von Verwechslungen mit dem "E-Hafen Götzendorf" dürfte man diesen 2. Platz im Gemeindegebiet von Götzendorf und damit nicht mehr auf der Fläche des damaligen "Groß-Wien" liegend, mit "Flugplatz Ebergassing" bezeichnet haben. Ebergassing gehörte zu "Groß Wien".

lg
josef
 
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