Ybbstalbahn

josef

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#22
Nun ist es endlich gelungen.
Die Ybbstalbahn ist tot. Lang lebe der Radweg.
Lediglich ein 5,5 Km langes Stück von Waidhofen bis Gstadt wird noch öffentlich befahren.
Das wird aber nun „Citybahn“ genannt. (und früher oder später werdens das auch zudrehen)
Der von @didi42 schon 2017 vorausgesagte langsame Tod der "Citybahn" rückt immer näher:

Artikel aus der NÖN - Ausgabe Ybbstal
Von Andreas Kössl. Erstellt am 17. April 2019
:
WAIDHOFEN/YBBS
Citybahn fährt nur mehr bis zur HTL
Stadtbahn nur mehr bis zur HTL.
Betriebsgebiet und Radweg entstehen.
Anrufsammeltaxis für Ortsteile.



Kössl
Künftig wird die Citybahn nur noch zwischen dem Hauptbahnhof und der HTL verkehren. Die Haltestellen Kreilhof und Gstadt fallen weg. Dafür entsteht auf 40.000 Quadratmetern ein durchgehendes Betriebsgebiet.

Ein Bahnpaket für das Ybbstal segnete der Waidhofner Gemeinderat in seiner Februar-Sitzung ab. Neben einer Schauwerkstatt für den Club 598, der Attraktivierung der Bahnhöfe Lunz/See und Kienberg-Gaming, der Sanierung der Bergstrecke zwischen Lunz und Kienberg und dem Mostviertler Schienenradl enthielt dieses Paket auch eine Gesamtbetrachtung des öffentlichen Verkehrsangebots in Waidhofen. Damit verbunden war auch die Frage nach der Zukunft der Citybahn.
Was zuletzt im Raum stand, ist nun fix: Die Waidhofner Stadtbahn soll verkürzt werden und künftig nur noch zwischen dem Waidhofner Hauptbahnhof und der HTL verkehren.

Eine Verkehrsanalyse habe ergeben, dass in den Citybahn-Haltestellen Kreilhof und Gstadt nur 30 bis 40 Personen am Tag aus- und einsteigen, berichtet Bürgermeister Werner Krammer (WVP). Bei einer Verkürzung der Strecke könnten diese Personen ohne Probleme mit den bestehenden öffentlichen Verkehrsmitteln Citybus und Mostviertellinie transportiert werden. „Die Analyse hat ergeben, dass auch der gesamte Schülerverkehr mit Bussen möglich wäre“, sagt Krammer. „Wir wollen aber, dass die Citybahn bis zur HTL bestehen bleibt. Damit ist gewährleistet, dass die Schüler zu Stoßzeiten auf der Schiene sicher und ohne zusätzliche Belastung des Straßennetzes ans Ziel gelangen.“

Takterhöhung und Alternative zu Diesellok
Diskutiert werde nun die Möglichkeit, den Takt auf der verbleibenden Citybahnstrecke zu erhöhen und eine umweltfreundlichere Alternative zu den dieselbetriebenen Loks zu finden, kündigt der Stadtchef an. „Wir bekennen uns langfristig zur Citybahn“, sagt Krammer. „Mit der Verkürzung bekommen wir aber auch eine ,Win-Win-Win-Win-Lösung‘.“ Diese vierfache Win-Situation führt der Bürgermeister folgendermaßen aus: „Wir haben verstärkt Anfragen von Firmen, die ihren Standort erweitern wollen, können aber keine größeren Betriebsgebiete anbieten. Durch die Auflassung der Citybahnstrecke können wir nun auf einer Fläche von 40.000 Quadratmetern ein durchgehendes Betriebsgebiet zwischen Gstadt und der Siedlung Kreilhof schaffen.“
10.000 Quadratmeter davon seien derzeit NÖVOG-Grund.


Kössl
Bei der HTL soll künftig Endstation für die Citybahn sein. Eine Takterhöhung wird überlegt, ebenso wie mögliche Alternativen zu den Dieselloks.

Durch die Auflassung der Citybahn-Teilstrecke sei es in weiterer Folge möglich, einen Radweg auf Waidhofner Seite Richtung Gstadt zu realisieren, führt Krammer weiter aus. Eine Planung liege bereits vor. Diese sieht vor, den Radweg von der HTL bis Kreilhof auf der Bahntrasse verlaufen zu lassen, um das dortige Nadelöhr passierbar zu machen. Ab Kreilhof werden dann Begleitwege benutzt und am neuen Betriebsgebiet wird der Radweg dann am Hang entlang verlaufen. In Gstadt führt der Radweg dann am Bahnhofsareal vorbei und über die einstige Eisenbahnbrücke auf die gegenüberliegende Ybbsseite, wo die Anbindung an den Ybbstalradweg Richtung Ybbsitz und Opponitz erfolgt.
„Der Radverkehr nimmt immer mehr zu“, sagt der Stadtchef. „So bekommen wir eine Alltagsradweganbindung der Nachbarorte an die Betriebsgebiete, die Schulen, das Krankenhaus, die Innenstadt und schlussendlich den Hauptbahnhof.“ Von der HTL wird der Radweg dann über die Allee Richtung Innenstadt geführt. Rund eine Million Euro werde der Radweg kosten, wobei die Aufnahme in ein entsprechendes Förderprogramm seitens des Landes NÖ bereits in Aussicht gestellt worden sei, sagt Krammer. Der Radweg auf Zeller Seite bleibe freilich weiterhin bestehen.
Von der Idee, den Radweg zusätzlich auf Waidhofner Seite weiter Richtung Opponitz zu führen und bei der ehemaligen Eisenbahnbrücke beim Amtmann die Ybbs zu queren, habe man vorerst einmal Abstand genommen, ergänzt der Bürgermeister. 400.000 Euro würde diese Variante zusätzlich kosten.

Stadt spart Kosten für Kreuzungssicherung
Als weiterer Gewinn durch die Citybahnverkürzung ergebe sich der Wegfall von mehreren Eisenbahnkreuzungen auf der Bahnstrecke, führt der Stadtchef weiter aus. Schließlich müssen auch die Eisenbahnkreuzungen auf der Citybahnstrecke im Zuge der Umsetzung der Eisenbahnkreuzungsverordnung gesichert werden, wobei die Stadtgemeinde als Straßenerhalter 50 Prozent der Kosten zu tragen hat. Auf bis zu zwei Millionen Euro werden die Kosten der Sicherung für die derzeitige Strecke von der NÖVOG beziffert.


Kössl
Auf der Bahntrasse soll ein Radweg entstehen. Dieser soll über die Eisenbahnbrücke in Gstadt an den Ybbstalradweg angebunden werden.

Die Ersparnis bei den Eisenbahnkreuzungen möchte die Stadt in ein bedarfsorientiertes Mobilitätsangebot für die Ortsteile stecken. Geschaffen werden soll ein Anrufsammeltaxisystem, welches das öffentliche Verkehrsangebot ergänzt und sich auf die gesamte Region erstreckt. In 13 Gemeinden wird das System derzeit geprüft. 250 Haltepunkte sind allein im Gemeindegebiet von Waidhofen vorgesehen. Auch hier gibt es eine Unterstützung des Landes NÖ. Kosten von 65.000 Euro verbleiben bei der Stadt. Drei Jahre möchte man das System einmal testen.
Mit dem Land NÖ und der NÖVOG sei dieses Verkehrspaket vorbesprochen worden, sagt Bürgermeister Krammer. Am 29. April soll es dem Waidhofner Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

UMFRAGE YBBSTAL
Verkürzung der Citybahn um ein Betriebsgebiet zu erhalten: Ist das die richtige Entscheidung?
  • Ja
    22.5%
  • Nein
    77.5%

Citybahn fährt nur mehr bis zur HTL
 
#24
Na also. Ein vierfacher "Gewinn" und nur einer verliert.
Für die paar Leute, welche bis Gstadt raus müssen, für die zahlt sich eine Eisenbahn nicht mehr aus.
Außerdem fahren eh alle die dort arbeiten mit dem Auto, weil mit dem zusammengestutzten Fahrplan ginge es sich eh nimma aus.
Und den Rest, den schaff ma auch noch (ab).
Werd's sehn, es dauert nimmer lang.
 

josef

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#25
NÖN - Ausgabe Ybbstal

ST. GEORGEN/REITH
Tischlerei entsteht im alten Bahnhofs-Gebäude
Bahnhof St. Georgen/Reith an jungen Tischlermeister aus Ort verkauft.
NÖN von Andreas Kössl. Erstellt am 28. Oktober 2020

Um 31.491 Euro verkaufte die Gemeinde den alten Bahnhof in St. Georgen/Reith an Tischlermeister Cedric Krenn.
Foto Gemeinde

Einstimmig beschloss der Gemeinderat am Freitag in St. Georgen/Reith den Verkauf des Bahnhofs an Cedric Krenn. Der junge Tischlermeister aus St. Georgen/Reith möchte sich nun in dem alten Gebäude einen Tischlereibetrieb einrichten. „Es freut mich sehr, dass ein mutiger junger Mann hier Geld in die Hand nimmt, um bei uns einen Betrieb aufzubauen“, sagt Bürgermeister Josef Pöchhacker. „Für die Gemeinde ist diese Verwertung der Immobilie sicher die beste, die uns passieren kann. Zum einen haben wir die Aussicht, dass hier Arbeitsplätze entstehen, zum anderen können wir Kommunalsteuereinnahmen lukrieren.“



Bahnhof-Käufer Cedric Krenn möchte in dem ehemaligen Bahnhof einen Tischlerbetrieb einrichten.
Foto privat

31.491 Euro betrug der Verkaufspreis des Bahnhofsgebäudes. Das ist auch jener Betrag, den die Gemeinde 2012 für die Immobilie bezahlen musste, als sie sie von der NÖVOG übernommen hat. Dass man seitens der Gemeinde den Verkaufspreis so belassen hat, sieht der Ortschef als Unterstützung für den Jungunternehmer. Denkmalschutz ist auf dem Gebäude im Unterschied zum Bahnhof in Kogelsbach, wo sich nun das Radweg-Stüberl befindet, keiner drauf. „Ich schätze den neuen Besitzer aber so ein, dass er das Gebäude so adaptieren wird, dass man nachher noch erkennen wird, welchem Zweck es einst diente.“
Tischlerei entsteht im alten Bahnhofs-Gebäude
 
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