Dreidärrischenhöhle

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ak71

Guest
#1
Hallo,

von einem Bekannten einer Freundin habe ich erfahren, dass er vor Jahren in der Dreidärrischenhöhle (auch als Siebenbrunnentalhöhle bekannt) im Anninger bei Gumpoldskirchen einen Zugang zu einem Bereich gefunden hatte, in dem sich noch Maschinen und Gerätschaften befunden haben sollen. Diese stammten angeblich aus dem Krieg von irgendeiner Untertage-Verlagerung.

Im Wichert konnte ich dazu aber nichts finden, hat vielleicht schon jemand von einem Gerücht bez. der Dreidärrischenhöhle bzw. einer U-Verlagerung in der Nähe von Gumpoldskirchen/Gaaden gehört?

Auf http://de.wikipedia.org/wiki/Dreid%C3%A4rrischenh%C3%B6hle macht auch folgender Satz ein bisserl stutzig: 'Seit Beginn des Zweiten Weltkriegs besteht kein öffentliches Interesse mehr an der Höhle'...

Grüße aus dem Wienerwald
 

josef

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#3
Dreidärrischenhöhle im Siebenbrunnental am Anninger

Hallo,

über eine "Rüstungsverlagerung" ist mir noch nichts untergekommen.

Die Höhle wurde 1925 gangbar gemacht und war zwischen 1926 - 1939 als Schauhöhle öffentlich zugänglich. In den folgenden Kriegsjahren diente sie als "Schutzhöhle" für LS-Zwecke und war zu Kriegsende Zufluchtstätte für die Bevölkerung während der Kampfhandlungen...

Quelle der groben Zusammenfassung:

Robert Bouchal, Josef Wirt "Verborgener Wienerwald, Vergessenes-Geheimnisvolles-Unbekanntes", Wien 2003, ISBN 3-52431-311-X; Seite 42 u. 90

lg
josef
 
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josef

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#6
Die Höhle wurde 1925 gangbar gemacht...
...durch einen betonierten Umgehungsstollen usw., auch im oben zitierten Buch gibt es ein Foto von Bohrarbeiten/Sprengvorbereitungen für den Umgehungsstollen. Das am Plan ersichtliche Gebäudefundament könnte von einer 1946 abgebrannten Schutzhütte stammen (Hüttenname kann ich am Abend nennen, habe das Buch ja nicht im Büro mit...:)).

lg
josef
 
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ak71

Guest
#7
@Harald 41: ja, die Höhle befindet sich westlich von dem Steinbruch, ich selber war aber noch nicht dort.

@Josef: Das Buch "Verborgener Wienerwald" habe ich natürlich auch, und natürlich habe ich auch wieder vergessen, dort nachzulesen, danke... Aber u-verlagerungstechnisch hätte ich in dem Buch auch nichts erwartet.

@andreas69: Danke für die Karte, die werd ich ihm mal zukommen lassen, damit er verifizieren kann, ob es sich wirklich um diese Höhle handelt.

@Josef: Das Fundament stammt sicherlich von der Schutzhütte, welche "Bergheim DreiDärrischen Höhle" genannt wurde.


Anfang der 80er ist ja auch ein Teil der Höhle eingestürzt, könnte es sein, dass sich dort noch etwas befand, von dem heute nun niemand mehr etwas weiss/wissen will?

Noch 2 passende links:

http://anninger.heim.at/03_anninger_geologie.html

http://anninger.heim.at/08_anninger_bauwerke.html#Bergheim
 

josef

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#8
@ak71: Danke für den interessanten "Anninger-Link"!

In der Nähe der Sendeanlage, außerhalb des eingezäunten Bereichs, befinden sich Mauerreste verfallener Gebäude, ein betoniertes Fundament, auf dem offenbar einmal ein Turm stand, und ein Schacht mit Steigklammern, das war offenbar einmal ein Wasserbehälter. Während des Zweiten Weltkrieges befanden sich zwei Wehrmachtssender mit unterschiedlicher Höhe am Anninger, die auch von Mödling aus sichtbar waren. Der Aufstellungsort dürfte mit dem Platz der heutigen Anlage ziemlich identisch sein. Es soll sich um Funksender der Luftwaffe gehandelt haben
Das deckt sich mit Angaben von @Chris in Berichten über "Flak am Eichkogel" bzw. irgendwo in einem "Flumo-Ostmark" Wr.Neudorf Thread...

lg
josef
 
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#11
Es hat auch schon lange vor 1980 einen Einsturz gegeben. Seither galt die Höhle als einsturzgefährdet. In dem künstlich angelegten Eingangsstollen liegen viele Felstrümmer.

Mitte der 60-er Jahre hatten mich drei sehr ortskundigen Burschen eingeladen, die Höhle mit ihnen bis zum Ende zu begehen. Ich war damals cà 12 Jahre alt und noch dünn genug. Wir mussten durch viele enge Passagen am Bauch rutschen. Bei einer Schlüsselstelle war von der Decke ein riesiger Felsen gestürzt und man konnte nur durch einen syphonartigen Kanal darunter durch. Einer der Jungen, er war damals schon 16 Jahre alt, musste hier zurück bleiben – der Gang war zu eng für ihn. Wir arbeiteten uns noch ein gutes Stück bis zum Ende der Höhle weiter. Dort gab es, noch aus früheren Zeiten (vor dem Einsturz), ein „Gipfelbuch“, verwahrt in einer Blechbüchse. Wir haben uns natürlich eingetragen. Die gesamte Begehung hat schon einige Zeit in Anspruch genommen. Die Höhle ist viel tiefer als man annimmt.
Ich war später, bis zu ihrer Schließung, noch öfters in der Höhle, aber nie mehr bis zum Ende. Es ist nur für schmächtige Kinder erreichbar. Aus heutiger Sicht finde ich diese Begehung schon sehr riskant – damals habe ich über etwaige Gefahren nicht nachgedacht.
 
H

Harald 41

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#13
Hallo war heute trotz des sch.....Wetter in Gumpoldskirchen und wollte mir die
Dreidärischen Höhlen ansehen,ich schafte es aber nur bis zum Roten Kreuz,danach gabelt sich der weg ich hätte rechts weiter gehen müssen aber da ich keine Stiefel an hatte musste ich wie am ersten Foto zu sehen resignieren(10cm schnee).
Da obwohl es stark schneite doch einige Leute spazieren gingen kam ich mit einem eiheimischen Gumpoldskirchner ins Gespräch,der mir sagte das die Höhlen in Privatbesitz seien und nur im Frühjahr und Herbst zu besichtigen währen.
Weiters sagte er mir das man sich Telefonisch bei dem Besitzer anmelden müsste,mehr konnte ich selbst nicht erfahren.
Anbei habe ich noch ein paar Impressionen vom Weg hinauf.

LG Harry:hopp
 

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#14
Nach Befragung von Zeitzeugen erhielt ich die Auskunft, dass die besagte Höhle im 2. Weltkrieg von
der Wehrmacht als Munitionsdepot genutzt wurde, sie soll gegen Kriegsende gesprengt worden sein.

Ich kenne die Höhle recht gut, war in meiner Jugendzeit selbst öfters drin.

Seit einigen Jahren ist sie aber versperrt und der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich.
Man kann aber Führungen buchen.

Anbei noch ein paar Bilder vom April 2007.

Gruß, Chris
 

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H

Harald 41

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#15
Hallo Chris;kannst Du mir vieleicht sagen wie gross die Höhle noch ca ist,das mit den Fledermäusen wurde mir auch erzählt.
Wenn Du Dich da oben gut auskennst hätte ich noch eine Frage,wie weit ist es noch vom Roten Kreuz bis zur Höhle.
Danke nochmal für die Telefonnummer vom Besitzer,wie in meinem Bericht geschrieben war es mir nicht möglich weiterzugehen.

LG Harry

PS würde mir es einmal selber gerne ansehen.
 
O

objektiv

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#16
Also wenn jemand etwas über die DDH wissen möchte, dann meldet euch einfach bei mir unter cave@kabsi.at. Ich habe mich mit der Geschichte der Höhle sehr intensiv auseinadergesetzt und hatte noch Kontakt zur letzten Tochter des Hr. Pachmann (Tusnelda von Perser) der diese Höhle lange Zeit als Schauhöhle ausgebaut hat. Mehr Informationen gibt es dann übers Telefon. Das geht schneller. Liebe Grüße sendet euch Robert Bouchal www.bouchal.com
 
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