FAn "Wiener Neustädter Pforte (Eisenstädter Pforte)" Grenzbereich NÖ. - Bgld.

#1
Die „Eisenstädter Pforte“ – der Durchlass zwischen dem Leitha- und dem Rosaliengebirge wurde während des „Kalten Krieges“ als eine der möglichen Stossrichtungen der Kräfte des WaPa beurteilt. Dementsprechend wurde ihr im Rahmen der Landesbefestigung großes Augenmerk geschenkt. Ab 1987 war der Raum zwischen Hornstein und Bad Sauerbrunn der Verantwortungsbereich des Sperrbataillons (SpB) 122. Gegliedert in StbKp und 1.-5. SpKp zählte das SpB rund 1300 Mann und verfügte über rund 30 armierte „Feste Anlagen“ sowie 24 andere Bunker (Führungs- und Versorgungsanlagen, Schutzstände, Stellungen). An Panzerabwehrwaffen standen vor allem Panzerkanonen vom Typ Charioteer (umgerüstet auf Kaliber 10,5 cm), aber auch L7A1 („Centurion“) sowie einige wenige 7,5 cm PzK M6 (KPz M24) im Einsatz.
1994 wurde das SpB122 aufgelöst. Die FAn in der „Eisenstädter Pforte“ wurden zu 2 SpKp zusammengefasst und dem MilKdo Burgenland direkt unterstellt. Die Personalstärke betrug nur mehr rund 300 Mann.
Mit der endgültigen Auflösung der Sperrtruppe im Jahr 1999 begann die Desarmierung (abgeschlossen!) und der Verkauf der Anlagen.
 

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#4
Neben "Festen Anlagen" gibt es auch vorbereitete Sperren in der Eisenstädter Pforte - so auch eine Panzermauer.
Die Bundesstrasse wurde durch eine Stecksperre gesperrt - die Schächte sind heute bereits durch Asphalt überdeckt.
 

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josef

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#8
Hallo Tom,

besten Dank für die Darstellung/Fotos :danke

Hast Du auch vom "Nordende" des Leithagebirges => "Brucker Pforte" Fotos?

lg
josef
 
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peanutflipper

Guest
#9
@Tom69: Interessanter Thread, Danke, auch weil er in meiner Wohnumgebung spielt!

Kurze Anmerkung zur "Demilitarisierung": Von Bad Sauerbrunn nach Neudörfl führt eine Landesstrasse als einzige bequeme Möglichkeit im Umkreis von ein paar Kilometern.
In der Strasse waren bis zu einer teilweisen Neuasphaltierung Ende der Achtziger/Anfang der 1990er noch diese metallenen Öffnungen für das Einhängen der Panzersperren vorhanden. Letztere in der Form von Stahlkreuzen lagerten ein bisschen entfernt davon im Wald. Dort gibt/gab es auch ein eingezäuntes und mit einem kleinen Wall umgebenes Häuschen.

Jedenfalls konnte sich auch vor der Wende nur selten jemand eine Sinnhaftigkeit dieser Sperren vorstellen, denn falls sich der Panzer an den Dingern gestört hätte, wäre ein kleiner Umweg durch den Garten eines angrenzenden Hauses oder noch besser, über die parallel zur Strasse verlaufene Eisenbahntrasse, eingeschlagen worden.
Vermutlich war das nur so ein proforma-Anlage die die Russen um exakt 10 Minuten verzögert hätte ;-)
Zumindest kam das den Nicht-Militärs (wie mir) genau SO vor ...
 
#10
interessantes Thema.

Ich fand auch die Fotos sehr gut.

Kann es sein, dass es im Burgenland, und zwar im Seewinkel, auch eine Verteidigungsanlage gab?

@peanutflipper

Ich denke auch dass es Aufgabe des Bundesheeres gewesen waere ein moegliches Vorruecken der Sovjets zu verzoegen, wobei ich mir mehr als 10 Minuten erwarten wuerde. Ich haette hier eher an einen oder gar zwei Tage gedacht um im Ausland Hilfe anzufordern....

Hier haette man vermutlich insbs. die USA angesprochen......bzw. "haette sich die USA angesprochen gefuehlt...."
 
#11
peanutflipper hat geschrieben:
Von Bad Sauerbrunn nach Neudörfl führt eine Landesstrasse als einzige bequeme Möglichkeit im Umkreis von ein paar Kilometern.
In der Strasse waren bis zu einer teilweisen Neuasphaltierung Ende der Achtziger/Anfang der 1990er noch diese metallenen Öffnungen für das Einhängen der Panzersperren vorhanden. Letztere in der Form von Stahlkreuzen lagerten ein bisschen entfernt davon im Wald. Dort gibt/gab es auch ein eingezäuntes und mit einem kleinen Wall umgebenes Häuschen.
Es gab dort eine Stecksperre, überwacht durch eine PAK/FAn "Charioteer".


peanutflipper hat geschrieben:
Jedenfalls konnte sich auch vor der Wende nur selten jemand eine Sinnhaftigkeit dieser Sperren vorstellen, denn falls sich der Panzer an den Dingern gestört hätte, wäre ein kleiner Umweg durch den Garten eines angrenzenden Hauses oder noch besser, über die parallel zur Strasse verlaufene Eisenbahntrasse, eingeschlagen worden.
Genau das wäre im Sinn der Sache gewesen, denn dann wäre der Feind-Panzer auf die dort befindliche Minensperre aufgefahren.
Die Bahntrasse wäre durch eine Panzerigelsperre gesperrt gewesen.

Wobei die Wahrscheinlichkeit dass ein fdl. Stoss über Bad Sauerbrunn Ri Neudörfl geführt hätte, war sehr unwahrscheinlich, da man über Pöttsching vorgehend wunderbares Panzergelände vorgefunden hätte - dementsprechend gab es auch dort entsprechende Verteidigungsvorbereitungen.

@Peter: Im Seewinkel gab es keine FAn, sofern du nicht den Raum um Bruck/Leitha meinst.

@Josef: "In Arbeit" - dort gibt es ja auch noch armierte Anlagen !
 
#12
Tom69 hat geschrieben:
Es gab dort eine Stecksperre, überwacht durch eine PAK/FAn "Charioteer".
Die Stecksperren in der Straße kenne ich noch von früher. Aber wo war/ist da die FAN? Die eingezäunte Hütte direkt rechts (Fahrtrichtung Neudörfl) neben der Straße? Bei der habe ich immer angenommen daß die eher etwas mit Wasser zu tun hat...
Die Geleise wären sicher leicht zu sperren gewesen. Pöttsching Richtung Neudörfl ist noch eine FAN die auch als solche für mich erkennbar ist.

Interessant wäre auch ob auf der S4 irgendetwas in der Richtung geplant/gebaut wurde. IMHO wurde die ja Anfang der 80er gebaut.
 
P

peanutflipper

Guest
#13
@schurli: Exaktes Baudatum der S4 weiß ich nimmer, aber es war gegen ENDE der 80er. Bezüglich was gemacht worden wäre: Ich glaube die Fahrbahn wäre in Ruhe gelassen, statt dessen wohl einfach die Brücke über die Landesstrasse (übrigens nur wenig entfernt von meiner erwähnten Stelle) gesprengt worden. Nachdem die Bahntrasse dort etwa 8m (Auge mal Pi) unterhalb der Strassenhöhe verläuft und die Brücke nochmal so viel darüber, wäre eine Reparatur dementsprechend (zeit-)aufwendig geworden.

Aber ganz allgemein gesagt hätte der Warschauer Pakt ja sowieso mehr als genug Möglichkeiten gehabt die Eisenstädter Pforte zu durchbrechen, die S4 tut da eigentlich nur wenig zur Sache ;-)


@Peter: Hier in unserer flachen Gegend die Sowjets EINEN oder ZWEI Tage aufhalten?
Womit bitte? Beten, aufblasbare Berge, gutes Zureden ...
Ausser mit einem 10km breiten, dicht gepackten Minenteppich, kann ich mir das beim besten Willen nicht vorstellen.


@Tom69: Sei so nett und beschreibe WO sich in bzw um Pöttsching die erwähnten Verteidigungsanlagen befinden und auch welcher Art sie sind.
Wie du schon geschrieben hast, gibt es von Pöttsching an bis nach Müllendorf ja ideales Panzergelände weil kein Berg, Fluss usw.


@all: Mal ganz allgemein möchte ich die versammelte Mannschaft hier fragen, ob ihr in der grossen Mehrheit ehemalige oder noch aktive Militärs seid. Die hohe Dichte an eindeutigen Fachvokabeln lässt mich dies vermuten. Ohne einen entsprechenden Einsatz von Google könnte ich viele der Postings gar nicht richtig dekodieren, wobei man aber sagen muss, dass man sich mit Suchbegriffen wie PAK oder FAN verständlicherweise zum Muli sucht ...
Meine Wenigkeit war zwar auch beim grünen Verein, aber in der ungefährlichen Stabskompanie in einer schon längst einkassierten Mini-Kaserne. Das grösste Stück Waffe im gesamten Kasernengelände waren MGs, Krampen und Schaufeln (kein Scherz). Daher haben wir auch niemals diese Militärvokabeln gelernt (kein einziges!!!) - was mir heute hier im Forum natürlich extrem auf den Kopf fällt!

Also vielleicht weiss jemand einen guten Link zu so einer Art Vokabelsammlung. Fürs erste hab ich mal selber einen Glossar des Bundeheeres gefunden: http://www.bmlv.gv.at/facts/glossar/index.php
Dort bedeutet "FAN"=feste Anlage und PAK ist erst gar nicht drin, sondern "PAKp"=Panzerkompanie, klingt zumindest passend.
Einzig "Ri" konnte ich spielend als Richtung übersetzen, also es wird ja schon was :)
 
#14
peanutflipper hat geschrieben:
@Tom69: Sei so nett und beschreibe WO sich in bzw um Pöttsching die erwähnten Verteidigungsanlagen befinden und auch welcher Art sie sind.
Sie dir die Karte im Beitrag 1 an, gehe mit offenen Augen ins Gelände und du wirst fündig werden - Tipp: Panzerabwehrwaffen wirken immer aus dem Infanteriegelände (=Wald) in das Panzergelände.

FAn = Feste Anlage
PAK = Panzerabwehrkanone

PAK/FAn = Panzerabwehrkanone in Fester Anlage

PAKp = Panzerabwehrkompanie
 
#15
peanutflipper hat geschrieben:
@schurli: Exaktes Baudatum der S4 weiß ich nimmer, aber es war gegen ENDE der 80er.
Hab nochmal nachgeschaut. Die Eröffnung des Teilstückes Sauerbrunn-Wr. Neustadt war im September 85. (Bin ja noch als junger Spund mit dem Rad auf der Baustelle Anfang der 80er herumgekurvt. :))
Bei Bj. 85 wäre es schon möglich, daß da noch was vorbereitet wurde. Ich werde mir die Brücke mal genauer anschauen.

peanutflipper hat geschrieben:
@Tom69: Sei so nett und beschreibe WO sich in bzw um Pöttsching die erwähnten Verteidigungsanlagen befinden und auch welcher Art sie sind.
Wenn Du von Neudörfl Richtung Pöttsching fährst ist zumindest eine FAN rechter Hand eigentlich unübersehbar.
 
P

peanutflipper

Guest
#17
@Tom69, schurli: Danke für die Tips, werde das nächste Mal die Gegend aus einem anderen Blickwinkel betrachten und wohl auch etwas entdecken.

@schurli: War mir beim Baudatum eigentlich recht sicher, wie man sich irren kann, darum auch fürs Nachschauen nochmal Danke.
Bezüglich mögliche Sperren der S4 sei noch angemerkt, dass jene in ihrem Verlauf mehrere Brücken enthält, und wenn man jede davon sprengt/vermint, sollte das auf eine rollende Truppe schon einen gewissen Eindruck machen. Im gesamten Verlauf aber die längste und tiefste Brücke ist allerdings eben jene bei Bad Sauerbrunn, daher billige ich deren Beschädigung die besten Chancen auf eine ordentliche Verzögerung bzw Störung des Gegners zu.

@Peter: Ich möchte mich hiermit in aller Form bei dir wegen meiner Entgegnung auf dein Argument mit den ein bis zwei Tagen Verzögerung entschuldigen. Die Äusserung von Markus gibt mir ein Zeichen, dass ich dabei zu scharf und unsachlich reagiert habe und er sich in deinem Namen berufen fühlte mich darauf hinzuweisen.
@Markus: Ich hoffe dennoch dass selbst du erkannt hast, welchen Denkansatz ich verfolgte, nämlich dass wenn ein Gegner bei uns durchfahren wollte, dieser das auch ohne größere und zeitraubende Probleme geschafft hätte, schon alleine wegen der schlichten numerischen Überlegenheit und der Art der Mittel des Warschauer Paktes. Zumindest im flachen Gelände Österreichs, kaum kommt ein Berg oder breiterer Wasserweg dazwischen, sieht die Sache natürlich schon positiver für die Verteidiger aus.

@Markus: Generell solltest du Leuten denen du nur wenig Wissen und Fähigkeiten zutraust, besser helfen solche zu erwerben. Sicher nicht in der Form eines Privatissimums, das würde den Rahmen des Forums wohl "etwas" sprengen, aber wenigstens in einer anderen Form der Kommentierung der Fehler anderer, wenn du welche zu erkennen glaubst.
 
#18
schurli hat geschrieben:
Interessant wäre auch ob auf der S4 irgendetwas in der Richtung geplant/gebaut wurde.
Sperrung mittels Panzerigel am westlichen Brückenkopf - die PzI hiezu lagerten beim Parkplatz ca 500m westlich davon - eine Brückensprengung war nur sehr selten in Österreich vorgesehen! (zu hoher volkswirtschaftlicher Schaden!!)

Die Planungen zur Befestigung des Raumes wurden noch lange vor Bau der S4 durchgeführt - zum damaligen Zeitpunkt gab es eigentlichen wenig Gründe über Bad Sauerbrunn Ri Wr. Neustädter-Becken vorzustoßen. Deswegen ist der Raum sehr schwach mit friedensmäßig vorbereitenden Anlagen und Sperren bestückt.
Der Bau der S4 änderte ein wenig daran - zwar nicht als Stoßrichtung für die Angriffsspitzen, jedoch als leistungsfähige Bewegungslinie für nachfolgende Versorgungsteile.
Der Bau der S4 veränderte aber auch das Gelände: Im Bereich Bad Sauerbrunn gab(gibt) es noch eine 2. FAn - nur baute man dann in den 80er-Jahren die S4 und die westliche Auffahrtsrampe zur besagten Brücke wurde unmittelbar vor der FAn errichtet. Die PAK/FAn wurde ihres Schußfeldes beraubt und in weiterer Folge nur mehr als Schutzstand verwendet.
 
#19
peanutflipper hat geschrieben:
@Markus: Generell solltest du Leuten denen du nur wenig Wissen und Fähigkeiten zutraust, besser helfen solche zu erwerben. Sicher nicht in der Form eines Privatissimums, das würde den Rahmen des Forums wohl "etwas" sprengen, aber wenigstens in einer anderen Form der Kommentierung der Fehler anderer, wenn du welche zu erkennen glaubst.
Ich bemühe mich, aber dazu setze ich gegenseitige Achtung und Sachlichkeit voraus.

LG,
Markus
 
J

jagernaut

Guest
#20
Angriffsplanung WAPA

hallo

zum thema Brucker-und WR.Neustädter Pforte:
habe dazu eine gute seite mit Angriffsplanungen der WAPA-Staaten gefunden wo beide Pforten eine rolle gepielt hätten.

http://www.bundesheer.at/pdf_pool/publikationen/01_ono_04_uvw.pdf

besonders der beitrag von István Balló im pdf-format spiegelt die angriffsplanung der Ungarischen Armee wieder und welche probleme die Verteidigungsstellungen unserer Armee gemacht hätten.
Ich hätte auch interesse aktiv am beitrag über die brucker pforte mitzuwirken da ich in dem gebiet wohne und gerne fotos mache vor ort.
 
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