Flakturm Augarten

Stoffi

Well-Known Member
#1
Hallo Leute!

Anbei ein paar Fotos von einer (offiziellen) Flakturm Begehung im Augarten. Der Zweck war eine Sondierung des Filmarchiv, ob sich einer der Türme als Datenspeicher eignen würde. Der kleinere der Türme - steinigt mich bitte meiner unkenntnis nicht - der Leitturm wäre hier in Frage gekommen, der größere der Gefechtsturm, ist innen ja ziemlich zerstört, hier gibt es 2 theorien, entweder haben spielende Kinder blödsinn gemacht, oder die Russen wollten ihn sprengen....

Bild1: Überall liegt meterhoch die Taubenscheisse herum
Bild2: Alter Schuh den ich im Keller gefunden habe
Bild3: Neben Taubenscheisse auch einen Haufen toter, mumifizierter Tauben
Bild4: Die Decke schaut aus, als hätte da wer versucht die Armierung rauszureissen
Bild5: Blick auf den Geschützturm
Bild6: Nach jedem Schritt über Taubenscheisse kommen diese Käfer raus... vorallem ganz unten
 

Anhänge

Stoffi

Well-Known Member
#2
Bild1: Gleichspannungsleitungsreste im Inneren
Bild2: Rausgesprenngter STahl
Bild3: Flak am Dach (oder reste davon)
Bild4: Der Einstieg war etwas hoch
Bild5: versetzte Mauer
Bild6: Stiegenhaus
 

Anhänge

josef

Administrator
Mitarbeiter
#4
Hallo @Stoffi,
besten Dank für die Bilder!

Beitrag #12
Bild3: Flak am Dach (oder reste davon):
Dabei dürfte es sich um den Verschluss einer 12,8 Flak-Kanone handeln. Ein Stück wurde geborgen und konserviert. Im Vorjahr war der Verschlussblock im HGM ausgestellt, siehe dazu meinen damaligen Bericht:

http://www.unterirdisch-forum.de/forum/showthread.php?t=5497

Übersicht über die 3 Flakturmgruppen in Wien:

http://www.airpower.at/news03/0813_luftkrieg_ostmark/flaktuerme.htm

lg
josef
 
#7
Bilder sind mindestens 4-5 Jahre alt. Meine sind auch schon 3 Jahre alt.

Zur Sprengung gibt es keine Theorien: Fakt ist das die Munition durch von spielenden Kindern verursachtes Feuer in die Luft geflogen ist. Dazu gibt es auch einen alten Zeitungsbericht.
Die Russen haben ebenfalls Sprengversuche gemacht. Deren Ergebnis war aber mager. Siehe mein Bild und das 5. Bild von Stoffi im 2. Beitrag

lg

Cerberus9
 

Anhänge

Stoffi

Well-Known Member
#8
@cerberus9:

ich war 1999 im Flakturm, auf deinem Foto schaut es wesentlich "aufgeräumter" auf, und die stiegen dürften gesichtert worden sein.
lg stoffi

ps. Weisst du, wann das Feuer war?
 
#10
Zitat:
-> http://www.unterirdisch-forum.de/forum/archive/index.php/t-4264.html

Bericht der BGV I Gruppe III vom 22.11.1946

Donnerstag, den 21.11 um 17.40 Uhr ereignete sich im obersten Geschoß des Flakturmes eine überaus heftige Explosion, deren Detonation in weiten Umkreis der Stadt hörbar war.
Die am 22. d. M. vorgesehene örtliche Besichtigung ergab folgendes Resultat.
Das, als reichsdeutsches Eigentum geltende Bauwerk, war bis vor kurzem von der Roten Armee bewacht und jeglicher Zutritt verboten. Seit ungefähr Mitte Oktober wurde die Russische Bewachung aufgelassen und diese durch die Wiener Polizei auf Anordnung des Polizeikomissariates Leopoldstadt weiter aufrecht erhalten. Tagsüber versah ein Polizeiposten, nachtsüber zwei, den Bewachungsdienst. Trotzdem konnte die Polizei nicht verhindern, daß verschiedene Personen, insbesondere Kinder, sich den Zutritt zum Turm verschafften. Seitens der örtlichen Bauleitung für den Augarten konnten keine Absperrmaßnahmen getroffen werden, weil einerseits eine Zutrittsmöglichkeit für Befugte verbleiben mußte, andereseits keine Klärung in den Besitzverhältnissen geschaffen war.
Die eingetretene Explosion ist auf dem Umstand zurückzuführen, daß halbwüchsige Burschen, wahrscheinlich um sich Licht in dem finsteren Turm zu verschaffen, brennbares Material angezündet hatten, welches größere Dimensionen annahm und das in den oberen Geschoßen lagernde Flakgeschoßmaterial zur Explosion brachte. Es sollen ungefähr zwei Waggon Flakgeschoße explodiert sein. Opfer an Menschenleben sind bisher nicht festzustellen. Durch die Wucht der Explosion wurde, soweit man aus der nächsten Nähe des Turmes sehen kann, die oberste Decke teilweise gehoben.
In der 2m starken, vollarmierten Außenmauer, entstand ein Riß, der fast bis zu Hälfte um dem Turm nördlicher Richtung verläuft, welcher an seiner Ausgangsstelle etwa 50cm breit sein dürfte. Außerdem wurden zwei der auskragenden Plattformen aus ihren Verankerungen stark ausgelöst.Es besteht jedoch keine Absturzgefahr für diese Bauteile. Im Inneren des Turmes sind die Zwischendecken anscheinend schwer beschädigt worden.
Der Zugang ins Innere war heute wegen einer angeblich noch andauernen Explosionsgefahr nicht ratsam, sodaß eine genauere Beschreibung der entstandenen Schäden nich möglich ist. Die Verschuldensfrage ist zwar durch die oberwähnte Entstehungsursache geklärt, kann jedoch infolge der desolaten Verhältnisse nicht einwandfrei festgestellt werden; insbesondere auch aus diesen Grunde, weil die Rote Armee keine der hier irgenwie kompetenten Stellen über ihre beabsichtigte Aufgabe in der Bewachung informiert hatte.

Soweit der damalige Bericht.

Die Explosion mußte im 10. Obergeschoß stattgefunden haben, da dort die von den beiden Munitionsaufzügen beförderte Flakmunition deponiert wurde.
Von dort abwärts bis zur Decke des 7. Obergeschoßes sind alle Zwischendecken in den unterschiedlichsten Graden zerstört.
Die Abschluss Decke mit 3,50m Dicke ist quer durch gesprungen.
Vom 2. bis zum 6. Stock liegt überall ca. 50cm hoch der Schutt der darüber eingestürzten Zwischenwände in den Stockwerken sowie Ziegel des gemauerten Hauptaufzugs Schachtes.


In 1. u. 2. Stock sieht man Spuren von Sprengversuchen an den Wänden in Form von schalenförmigen Löchern mit darunter befindlichen Schuttkegel.


Nach befragung einiger Zeitzeugen sollen seinerzeit im Augarten zwei Jugendbanden ( damals "Platten" ) ,die vom Gauß Platz und die vom Brigitta Platz, sich dort vermehrt aufgehalten haben. Keinen der Zeitzeugen konnte sich aber an "unauffindbare" Jugendliche nach diesem Ereigniss erinnern.
 
Zuletzt bearbeitet:
W

wois92

Guest
#14
Kann es sein, dass derzeit der Geschützturm im Augarten nordseitig mit weißer Farbe angestrichen wird? Ich bin Schüler am TGM und wenn man zum Flakturm sieht, ist die Außenfassade teilweise (rechteckförmig) bestrichen, jedoch glaube ich mir sicher zu sein, dass vor ca. 2 Wochen da noch keine Farbe war. :gruebel
Ich kann ja morgen davon gerne ein Paar Fotos machen, zumal ich morgen auch eine Freistunde habe.
 
W

wois92

Guest
#15
Habe heute den Geschützturm im Augarten besucht und bin drauf gekommen, dass dieser nur von der Weite frisch gstrichen aussieht, und in Wirklichkeit sich dort nur ein hellerer Beton befindet.

lg wois92
 
G

Gerald68

Guest
#16
Hallo Steyerfan

Mit der Aussage das Die BGV I nur nicht Militärische Liegenschaften verwaltete hast du recht währen die BGV II für Militärische Liegenschaften Verantwortlich war, da es sich aber zum damaligen Zeitpunkt bei den Flaktürmen noch um Reichsdeutsches Eigentum handelte das den Rußen als die Zuständige Besatzungsmacht unterstanden. Kann die Sondierung durch die BGV I gemacht worden sein da der Augarten als Bundesgarten Anlage der BGV I unterstand und man sich einfach über den zustand und mögliche zu treffende Absicherungs Maßsnahmen Informieren wollte, leider wir sich das heute nicht mehr genau klären lassen warum die BGV I die Sondierung durch führte.

Mfg Gerald
 
S

Steyrfan

Guest
#17
Hallo Steyerfan

Mit der Aussage das Die BGV I nur nicht Militärische Liegenschaften verwaltete hast du recht währen die BGV II für Militärische Liegenschaften Verantwortlich war, da es sich aber zum damaligen Zeitpunkt bei den Flaktürmen noch um Reichsdeutsches Eigentum handelte das den Rußen als die Zuständige Besatzungsmacht unterstanden. Kann die Sondierung durch die BGV I gemacht worden sein da der Augarten als Bundesgarten Anlage der BGV I unterstand und man sich einfach über den zustand und mögliche zu treffende Absicherungs Maßsnahmen Informieren wollte, leider wir sich das heute nicht mehr genau klären lassen warum die BGV I die Sondierung durch führte.

Mfg Gerald
Da haben wir beide nur zum Teil recht.
Reichsdeutsches Eigentum wurde bis zur Klärung der Besitzverhältnisse in dieser Zeit vom Bundesministerium für Vermögenssicherung und Wirtschaftsplanung verwaltet sofern es nicht von einer Besatzungsmacht beschlagnahmt wurde.

Hab den erwähnten Bericht in einem Akt gefunden. Er ist nicht ganz korrekt wiedergegeben (kleinere Fehler wahrscheinlich beim Abschreiben passiert), er wurde von der Burghauptmannschaft Wien verfasst, die damals genauso wie heute für die Gebäude im Augarten zuständig ist (für den Park war das Landwirtschaftsministerium zuständig). Dieser ging anscheinend über die BGV I an das BM für Handel und Wiederaufbau. 1946 war halt alles noch ziemlich chaotisch später wurden die Flaktürme von der BGV II verwaltet.
 
G

Gerald68

Guest
#18
Hallo Steyerfan

Also, mit dem Chaotisch wirst du recht haben ich denke das durch die Zonengrenzen und vor allem im Russischen Sektor den Leuten die Arbeit auch nicht leicht gemacht wurde durch die Rußen. darum kam es wahrscheinlich zu Kompetenz Überschneidungen.

Was ich mich frage ist ob der Flakturm nicht von den Rußen Beschlagnahmt war den er wurde ja auch bis kurz vor der Explosion von ihnen Bewacht.

mfg Gerald
 
S

Steyrfan

Guest
#19
Was ich mich frage ist ob der Flakturm nicht von den Rußen Beschlagnahmt war den er wurde ja auch bis kurz vor der Explosion von ihnen Bewacht.

mfg Gerald
Hallo Gerald

Meines Wissens war kein einziger Flakturm beschlagnahmt.
Es wusste aber 1946 keiner was mit ihnen geschehen sollte. Das sprengen keinen Sinn macht war wohl mit der Explosion (wahren laut Polizeibericht c.a. 1000 Flakgranaten mit Treibladung) im Augarten belegt. Es gab einige Ideen sie zu Überbrauen mit Wohnungen und ähnlichen. Sie wurden aber Hauptsächlich vom Bund als Lagerräume Vermietet.

mfg Steyrfan
 
N

nemec

Guest
#20
Irgendwo (ich glaube, in Gerhard Roths Buch Reise ins Innere von Wien) habe ich gelesen, dass einer der Türme im Arenbergpark eine Zeit lang als 'inoffizielle' Jugendherberge genutzt wurde, d.h. man konnte dort übernachten und das haben wohl auch einige getan. Weiß jemand etwas darüber?
 
Oben