Mariazellerbahn

josef

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#21
Bahntrassen im Raum Mariazell

Zur besseren Verständlichkeit die Situation der Streckenverläufe:

1. Bereich Nord: Erlaufsee - Bahnhof Mariazell (St.Sebastian)

HELLBLAU: "Mariazellerbahn" der NÖVOG St.Pölten-Mariazell (ex ÖBB) - Schmalspur 760 mm.
GELB: "Museumsbahn" Bf. Mariazell - Erlaufsee - Normalspur.
ORANGE: Verlängerung der "Museumsbahn" Bf. Mariazell - Stadtzentrum-Busbahnhof (Neubau) - Normalspur.


2. Bereich Süd: Bahnhof - Stadtzentrum Mariazell (Busbahnhof)

HELLBLAU: "Mariazellerbahn" der NÖVOG St.Pölten-Mariazell (ex ÖBB) - Schmalspur 760 mm.
GELB: "Museumsbahn" Bf. Mariazell - Erlaufsee - Normalspur.
ORANGE: Verlängerung der "Museumsbahn" Bf. Mariazell - Stadtzentrum-Busbahnhof (Neubau) - Normalspur (strichliert - noch nicht fertig).
ROT: Abgetragene Strecke der "Mariazellerbahn" Bf. Mariazell - Gusswerk (ex ÖBB) Schmalspur 760 mm.
 

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#22
St.Pölten-Alpenbahnhof - ehemaliger Betriebsmittelpunkt der Mz-Bahn

Um meine Berichte zur Fahrt mit der "Mariazellerbahn" am 22.12.2014 abzuschließen, noch einige Fotos durch die Wagenfenster des "Himmelstreppe-Triebwagens":

Bis zur Übernahme der Mz-Bahn durch die NÖVOG befanden sich die für den Betrieb der Schmalspurbahn notwendigen Einrichtungen wie Remisen, Werkstätten, Abstell- und Wartungsanlagen usw. im NW-Bereich des St.Pöltener Alpenbahnhofs. Hier war auch bis zur Einstellung des Güterverkehrs die Anknüpfung an das normalspurige Netz mittels der erforderlichen logistischen Anlagen wie Umladekräne, Rampen und Rollschemel- und Wagenanlagen.

Der Anknüpfungspunkt des Personenverkehrs an die "große Eisenbahnwelt" erfolgt seit Betriebsbeginn am Hauptbahnhof St.Pölten.

1. Einfahrt in den Schmalspurbereich des Alpenbahnhofs. Links der Normalspurteil der Strecke St.Pölten - Traisen usw., im Hintergrund die Werksanlagen der J.M. Voith AG.
2. Das Aufnahmegebäude des Schmalspurbereiches.
3.- 5. Der Remisen- und Werkstättenteil mit abgestellten E-Loks der Rh 1099
6. Der Gleisplan aus ca. 1960 erfuhr bis heute keine großen Veränderungen.



Aufnahmen aus dem Fenster des fahrenden Zuges, Gleisplan aus sporenplan,nl
 

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josef

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#23
Ober-Grafendorf - ehemaliger Standort einer Hauptwerkstätte und Abzweigebahnhof

Ober-Grafendorf war ein weiterer wichtiger Bahnstandort an der Talstrecke der Mz-Bahn. Bis zur Konzentration der Werkstätten in St.Pölten in den 1960iger Jahren befand sich dort eine Hauptwerkstätte für die Schmalspurfahrzeuge. Als Abzweigebahnhof der nicht elektrifizierten Strecke nach Wieselburg - Gresten ("Krumpen") waren auch jede Menge Schmalspurdampfloks im Heizhaus Ober-Grafendorf stationiert. Die herabgekommenen ehemaligen Werkstatt- und Wagenhallen dienen verschiedenen Firmen als Lager, Brachflächen erinnern an die einstigen ausgedehnten Gleisanlagen und das Bahnhofsgebäude wurde von der NÖVOG an ein Privatunternehmen verkauft.

(Aufnahmen aus dem Zugfenster v. 22.12.2014)

1.- 2. Heizhausbereich mit Wasserturm.
3.- 4. Ehemalige Werkstättenhallen. Zwischen den Objekten verlief eine Schiebebühne.
5. Ehemalige Wagenhalle.
6. Gleisplan aus den 1960iger Jahren. Gut ersichtlich das Heizhaus mit Drehscheibe, Werkstättenhallen mit Schiebebühne dazwischen und die Wagenhalle. (Gleisplan aus Gleisplan aus sporenplan.nl)
 

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#25
Auf Youtube habe ich gestern eine Folge der Reihe "Klingendes Österreich" aus dem Jahr 2003 gefunden:

[YouTube]R-T-wzX-Z8U[/youtube]

Da war die ÖBB-Bahnwelt noch in Ordnung mit den alten 1099 (auch noch mit der Valousek Lok 007), den Zweiachsern und den nicht-modernisierten Bahnanlagen.
 
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josef

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#26
Auf Youtube habe ich gestern eine Folge der Reihe "Klingendes Österreich" aus dem Jahr 2003 gefunden...
mit den alten 1099 (auch noch mit der Valousek Lok 007...
:danke Berti !

Zufällig geht lt. EBFÖ heute ein "Schrottzug" mit den E-Loks 1099.03, 05, 09 und 12 sowie den Diesel-Loks 2095.11 und 14 vom Alpenbahnhof St.Pölten nach Rumänien ab! Die Loks sind nicht mehr betriebsfähig und wurden als Ersatzteilspender ausgeschlachtet. Die 1099.04 befindet sich schon in Rumänien. Was mit den Torsos geschieht, ist nicht eindeutig zu erfahren, es wird von Umbauten zu Gepäckwagen oder P-Wagen gemunkelt...?

Die 1099.01, 08, 11 und 16 wurden nach Obergrafendorf zum Club Mh.6 (-> mit Filmchen...) überstellt.

Die Loks 1099.02, 07, 08, 10 und 13 wurden außerdem unter Denkmalschutz gestellt!

Nachfolgend eine Darstellung über den Verbleib der Schmalspur E-Loks Rh 1099 (Die 4 nach Rumänien kommenden Loks sind in der Liste noch mit Standort St.Pölten-Alpenbahnhof angeführt):

Quelle: http://www.erlebnisbahn.at/erben/1099.htm
 

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josef

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#27
Neuer Alpenbahnhof in St. Pölten eröffnet

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Die Landesverkehrsgesellschaft NÖVOG hat ein neues Zentrum: In St. Pölten wurde am Freitag der neue Alpenbahnhof eröffnet. Von hier aus werden künftig die sechs Landesbahnen und zwei Liftgesellschaften, die unter dem NÖVOG-Dach zusammengefasst sind, gelenkt.
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Eine besondere Rolle nimmt die neue Werkstatt ein, in der die zum Teil historischen Zuggarnituren in Schuss gehalten werden. Die bis zu 100 Jahre alten Züge der Mariazellerbahn oder anderer Landesbahnen werden hier repariert – und zwar zum Teil mit an Ort und Stelle hergestellten Ersatzteilen, weil es die auf dem Markt nicht mehr gibt. Auf dem Abstellgleis neben dem neuen Gebäude finden sich alte Waggons, die als Ersatzteillager – etwa für die Ötscherbär-Garnituren – verwendet werden. Auch die Infrastruktur-Fahrzeuge für Reparaturen auf der Strecke sind hier untergebracht, dazu kommen eine Remise und eine Lackierhalle.

Die Werkstätte in St. Pölten ist das Gegenstück zur Laubenbachmühle, wo ausschließlich die hochmoderne Himmelstreppe serviciert wird. Für die ist der Alpenbahnhof nur noch eine Station von vielen. In dem neuen Gebäude ist hingegen die Schaltzentrale für die gesamte Niederösterreichische Verkehrsorganisationsges.m.b.H. (NÖVOG) untergebracht. Erstmals sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bisher auf drei Standorte in St. Pölten aufgeteilt waren, in einem Bürogebäude zusammengefasst. Der alte Alpenbahnhof wurde dafür abgerissen und in eineinhalb Jahren neu aufgebaut. Am Freitag wurde er unter anderem von Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP), NÖVOG-Geschäftsführerin Barbara Komarek und St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) bei einem Fest eröffnet.

15 Millionen Euro wurde investiert
Der Alpenbahnhof habe eine neue Identität für das gesamte Unternehmen gebracht, meinte Geschäftsführerin Barbara Komarek: „Jedes Mal, wenn wir hier hereingehen, wenn wir in die Werkstätte gehen, weil wir etwas brauchen, bekommen wir das Gefühl: wir sind Eisenbahn.“ Die knapp 15 Millionen Euro, die das Projekt gekostet hat, seien auch Investitionen für die Regionen, betonte Landesrat Ludwig Schleritzko: „38 Gemeinden in allen Regionen des Landes profitieren von diesen sechs Landesbahnen und zwei Liftanlagen, die von der NÖVOG betrieben werden.“
Neben der Mariazellerbahn sind das die Wachaubahn, die Waldviertelbahn, die Schneebergbahn, die Citybahn Waidhofen, der Reblaus-Express und die Liftanlagen in Mitterbach am Erlaufsee (Bezirk Lilienfeld) und in Puchberg am Schneeberg (Bezirk Neunkirchen). Zusammen mit den angrenzenden ÖBB-Werkstätten soll die neue NÖVOG-Zentrale jetzt ein Zug-Kompetenzzentrum in der Landeshauptstadt bilden.
Robert Salzer, noe.ORF.at
Verkehr: Neuer Alpenbahnhof in St. Pölten eröffnet
 

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#28
Mariazellerbahn zählt zu Europas Schönsten

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Die britische Tageszeitung „The Guardian“ hat die Mariazellerbahn kürzlich unter die zehn landschaftlich schönsten Eisenbahnstrecken Europas gereiht. Gelobt werden viele Bahnstrecken in Österreich, die Mariazellerbahn wird jedoch als die Schönste hervorgehoben.
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Die Mariazellerbahn, die von Sankt Pölten über das Pielachtal nach Mariazell (Steiermark) führt, hat die Redakteure der britischen Tageszeitung „The Guardian“ begeistert. „Es ist eine große Ehre für uns, im selben Atemzug wie der berühmte Glacier Express oder der Bernina Express genannt zu werden. Dieses Ranking zeigt, dass der eingeschlagene Weg stimmt“, freute sich Barbara Komarek, Geschäftsführerin der Niederösterreichischen Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG).

Wikimedia Commons/Liberaler HumanistCC BY-SA 3.0
Eine Garnitur der „Himmelstreppe“ in der Mostviertler Landschaft

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern würden sich, so Komarek weiter, „jeden Tag darum bemühen, dass die Fahrt mit der Himmelstreppe, den Panoramawagen und den Nostalgiefahrzeugen Ötscherbär und Dampflok Mh.6 für die Gäste ein ganz besonderes Erlebnis ist“. Im Artikel der britischen Tageszeitung wird vor allem der romantische Charakter der Mariazellerbahn bei einer Fahrt mit einer Dampflok und auch der „Himmelstreppe“ gelobt.
noe.ORF.at

Links:
Tourismus: Mariazellerbahn zählt zu Europas Schönsten
 

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#29
Mariazellerbahn – 110 Jahre Revolution im Reiseverkehr
Pioniergeist und elektronischer Antrieb sind das Rezept für die Erfolgsgeschichte einer Bahn, die trotzdem nie großspurig wurde.

NÖN-Ausgabe Lilienfeld, Lukas Kalteis 14. OKTOBER 2021 | 05:08

Die Elektro-Lokomotiven waren zwischen 1911 und 2013 verlässlich im Dienst und sorgten für bis dato unbekannten Komfort. Foto: Niederösterreich Bahnen
FOTO: Niederösterreich Bahnen

Elektromobilität gilt als mögliche Lösung für die Klimaproblematik unserer Zeit. Bei der Mariazellerbahn konnte der Elektro-Antrieb bereits vor 110 Jahren durch eine wahre Pioniertat realisiert werden. Obwohl die Bahn zwischenzeitlich am Abstellgleis und fast vor dem Aus stand, gilt sie seither als Verkehrsschlagader des Pielachtales und als wahrer Tourismusmagnet.


Das Kraftwerk Wienerbruck war der Motor, der die Bahn elektrifizierte und die Industrialisierung ins Pielachtal brachte.
Foto: Kalteis

„Ab Oktober 1911 stand die Trasse zwischen St. Pölten und Mariazell unter Strom und revolutionierte den Reiseverkehr im selben Jahr, als der Dampfriese ‚Titanic‘ gerade vom Stapel lief“, erklärt Mh6-Bahn-klubobmann Erich Dürnecker.

Damit wurden die Dampfloks, die die Industrialisierung schnaubend vorantrieben, in Pension geschickt und die Fahrtgeschwindigkeit von 30 auf knapp 50 km/h erhöht.

„Der E-Antrieb war für die Fahrgäste eine völlig neue Erfahrung. Kein Rauch oder Ruß behinderten mehr den Blick auf das Bergpanorama. Dafür sorgten elektrisches Licht und moderne, gefederte Waggons für bis dato unbekannten Reisekomfort“, sagt Dürnecker, der selbst als Dampf- und Elektrolokführer tätig war.

Es war aber auch günstiger und wesentlich umweltfreundlicher, da eine Fahrt nach Mariazell und retour circa zwei Tonnen Steinkohle verschlang.
Doch auch vor der Elektrifizierung war die Landesbahn ein voller Erfolg. Bereits ab 1898 fauchten die Schlote der Dampflokomotiven zwischen St. Pölten und Kirchberg, ehe 1907 auch die enorm anspruchsvolle Bergstrecke bis Mariazell fertiggestellt wurde.

Großer Fortschritt durch eine schmale Bahn
Mit der Anbindung an die Westbahn erhielt das zuvor abgeschiedene Tal ein Tor zur Welt und profitierte enorm vom wirtschaftlichen Aufschwung. Um die Strecke sanft in die Landschaft einzubetten und die steilen Hänge zu überwinden, entschied sich Bahndirektor und Ingenieur Josef Fogowitz für eine Schmalspurtrasse.

Von Kritikern anfangs oft belächelt wurde allerdings schnell klar, dass auch eine Schmalspurbahn genügend Güter und Personen transportieren konnte. „Trotzdem wurde die 90 Kilometer lange Bahn zum Gnadenort nach Mariazell von Pilgern und Touristen derart überrannt, dass nur die Umstellung auf elektrischen Antrieb mit dem noch neuen Wechselstrom eine Überlastung oder einen weiteren Schienenausbau verhindern konnte“, schildert Erich Dürnecker.

Möglich wurde diese technische Neuerung durch die Errichtung des Kraftwerkes in Wienerbruck, das innerhalb kürzester Zeit unter schwierigsten Bedingungen in den Ötschergräben errichtet wurde und den Grundstein der heutigen EVN bildet. Die wasserbetriebenen Turbinen lieferten ausreichend Strom, um sowohl die Bahn als auch umliegende Gemeinden und St. Pöltner Industriebetriebe mit Energie zu versorgen und damit in ein neues Zeitalter zu katapultieren.

Die nach der Jahrhundertwende gebauten E-Loks waren bis zur Ablöse durch die Himmelstreppe im Jahre 2013 im Einsatz und damit die weltweit am längsten dienenden Lokomotiven im Planbetrieb.

„Ich war mit meiner E-Lok so verwachsen, dass ich an kleinsten Geräuschen Schäden erkennen konnte.“Erich Dürnecker, Mh6-Bahnklubobmann
„Ich war mit meiner E-Lok so verwachsen, dass ich an kleinsten Geräuschen Schäden erkennen konnte“, schwärmt Dürnecker stolz von seiner „goldenen 2er“, die nun als besonderes Stück Zeitgeschichte sogar ins technische Museum nach Wien kommen soll.

Nach zwei überstandenen Weltkriegen geriet die Bahn zunehmend aufs Abstellgleis. Die Fahrgäste und Pilger wurden weniger, während der Individualverkehr auf den Straßen enorm stieg. Bald darauf wurde der Güterverkehr eingestellt und kaum mehr in die Bahn investiert, weshalb Verspätungen eher die Regel als eine Ausnahme waren. Nachdem die ÖBB die Strecke nicht länger betreiben wollten, drohte das Aus.
„Das war eine sehr emotionale Zeit, denn wir Pielachtaler wollten unsere Bahn unbedingt erhalten. Umso enttäuschender war das Gespräch aller Bürgermeister mit dem ÖBB-Vorstand, bei dem wir zu hören bekamen, dass die Einstellung kurz bevorstünde“, schildert der Kirchberger Alt-Bürgermeister Anton Gonaus die bangen Stunden.

Erst durch das tatkräftige Auftreten der lokalen Bevölkerung konnte die Bahn mithilfe des Landes in einem Kraftakt erhalten werden. Somit gelangte die Kultbahn nach der Übernahme 1922 durch die Bundesbahnen nach 88 Jahren wiederum in Landesbesitz.

Um Aufmerksamkeit für den Erhalt der Bahn zu bekommen ließen sich die Pielachtaler allerhand Kreatives einfallen. Zum Beispiel wurde der Nostalgiezug von verkleideten Banditen auf Pferden in alter Wild-West-Manier überfallen.
Heute steht die Himmelstreppe für entschleunigten, sanften Tourismus und zieht sowohl wieder Pendler als auch Pilger und Eisenbahnromantiker aus aller Welt an.
Mariazellerbahn – 110 Jahre Revolution im Reiseverkehr


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