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#21
Ich bin kein Fachmann, aber ob da aus Kostengründen der Untertageabbau in Kärnten mithalten kann?

Trotz Booms bei E-Autos

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Lithium überschwemmt den Markt
Die Nachfrage nach elektrischen Antrieben steigt – für die Lithiumindustrie aber nicht genug: Immer neue Minen werden erschlossen, die Industrie rüstete sich für den großen Hunger nach dem für die E-Auto-Produktion notwendigen Lithium. Doch in China schläft der Boom ein. Übrig bleibt viel Metall auf dem Markt.
Elektromobilität gilt seit Jahren als einer der wichtigsten Zukunftsbereiche in der Autobranche. Auch wenn ihr Beitrag zur Bekämpfung der Klimakrise etwa wegen energieintensiver Produktion umstritten ist, sind E-Autos doch der Markt, auf den sich die Hersteller weltweit konzentrieren. Die großen Player der Branche richten sich in großem Stil auf E-Mobilität aus. In einigen Ländern machen staatliche Anreize den Kauf elektrischer Autos attraktiv, etwa in Norwegen und inzwischen auch in Deutschland.

Für die Batterien der E-Autos ist Lithium derzeit noch unverzichtbar. Es findet breite Verwendung, vom Auto bis zur Kerntechnik. Die Gewinnung erfordert mehrere Schritte, weil das Leichtmetall im Boden nur gebunden vorkommt. Die lithiumhaltigen Minerale müssen durch chemische Prozesse aufgeschlossen und in Lithiumchlorid umgewandelt werden, woraus dann per Elektrolyse das Leichtmetall gewonnen werden kann.

Temposchwellen für rasantes Wachstum
Daher galt Lithium, das „weiße Gold“, stets als knapp und teuer – Tendenz steigend. Der Weltmarktpreis hatte sich von 2016 auf 2017 zeitweise von 6.500 Dollar pro Tonne auf mehr als 13.000 Dollar verdoppelt. Für diese Entwicklung wachsen nun erstmals Temposchwellen aus dem Boden, wie das Finanzportal Bloomberg schreibt. Das Produktionsvolumen stieg zuletzt durch die Erschließung von sechs neuen Minen in Australien seit 2017. Erwartet wird ein Produktionsplus von über 20 Prozent in den nächsten zwei Jahren.

Reuters/Ivan Alvarado
Salzpools in der chilenischen Atacama-Wüste: Hier entsteht der Rohstoff für Akkus

Zusammen mit einigen südamerikanischen Ländern, hauptsächlich Chile, ist Australien die Hauptquelle für Lithium. In Chile wird das Leichtmetall aus Salzseen gewonnen, in Australien in Lithiumminen abgebaut. Zumeist wird es dann woanders weiterverarbeitet. Auch Chile will die Lithiumgewinnung deutlich nach oben schrauben, das Land erhofft sich davon merkliche Impulse für die Gesamtwirtschaft.

Schwächeln, aber auf hohem Niveau
Hinzu kommt laut Bloomberg, dass auf dem Hauptmarkt China die Verkaufszahlen schwächeln. Im ersten Quartal 2019 wuchsen sie laut Bericht um 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Das klingt eindrucksvoll, ist aber nur halb so viel wie von 2017 auf 2018“, so das Portal. Die Folge: ein Preisverfall von 30 Prozent.
„Die jüngsten Daten zur Elektromobilität zeigen ein verlangsamtes Wachstum, daraus ergibt sich ein Überangebot, die Nachfrage ist jetzt das Problem“, so ein Bericht der Investmentbank Macquarie. Auch wenn die Lithiumproduzenten auf lange Sicht nichts zu befürchten hätten, ihre Gewinnprognosen mussten einige doch nach unten korrigieren.

Ansprüche steigen
Auch die US-Investmentbank Morgan Stanley sieht derzeit eine Überproduktion des Leichtmetalls. „Wir glauben, dass die meisten Investoren und die Verkäufer die Möglichkeiten, die Produktion zu steigern und die Kosten zu dämpfen, unterschätzen“, so ein Bericht der Bank, den die „Financial Times“ zitiert. Morgan Stanley geht von einem weltweiten E-Auto-Plus von nur rund zehn Prozent bis 2025 aus. Gründe dafür lägen etwa auch in geringerer Leistung der Weltwirtschaft in den kommenden Jahren.
Die Lithiumpreise bleiben unbeständig, auch weil sich die Herstellung und Konzeption neuer E-Autos rasant weiterentwickelt. Auch die mit dem Lithium hergestellten Batterien unterliegen einem Entwicklungsprozess. Die Ansprüche an Sicherheit und Laufzeit werden höher, je größer der Markt wird. Ob die Lithiumproduzenten da mithalten können, muss sich erst weisen.
30.07.2019, red, ORF.at

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Ich bin kein Fachmann, aber ob da aus Kostengründen der Untertageabbau in Kärnten mithalten kann?
Lithiumabbau verzögert sich weiter
Der geplante Abbau von Lithium auf der Koralpe bei Wolfsberg verzögert sich. Das australische Unternehmen European Lithium teilte am Montag mit, dass man nun Gelder für das Fertigstellen einer Machbarkeitsstudie aufgestellt habe.
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Es gebe einen „erfahrenen Investor mit Sitz in der Schweiz“, der einen langfristigen Kreditrahmen von 7,5 Mio. Euro gewähre, so das Unternehmen am Montag. Die Studie soll insgesamt zwölf Millionen Euro kosten. Das Unternehmen hatte 2011 das Lithium-Vorkommen auf der Koralpe übernommen. Geplant sind Abbau und Verarbeitung in einer neu zu errichtenden Produktionsstätte.

Studie sollte 2019 fertig sein
Im März hatte es bei einer Pressekonferenz in Wien geheißen, dass die Machbarkeitsstudie, für die man nun die Finanzierung habe, noch 2019 vorliegen solle. Damals hieß es auch, der Abbau solle Ende 2021 oder Anfang 2022 beginnen. Realistischer ist nun 2022. Wenn die Machbarkeitsstudie vorliegt, will European Lithium über den Standort des Chemiewerks entscheiden.
Die österreichische Bergbaubehörde habe die Bergbau- und Explorationskonzessionen, die das Unternehmen über das Wolfsberg-Lithium-Projekt besitzt, nun jedenfalls verlängert, hieß es seitens European Lithium. Lithium gilt als höchst begehrter Rohstoff für Batterien und damit für Elektroauto-Hersteller.
Auf der Weinebene sollen laut Projektbetreiber European Lithium 400 neue Arbeitsplätze entstehen.
30.12.2019, red, kaernten.ORF.at/Agenturen

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