Prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen

josef

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#22
Keutschach - Kärnten: Ideenwettbewerb über die Zukunft der Pfahlbauten

Die Zukunft der Keutschacher Pfahlbauten
Am Freitag finden in Keutschach zwei Veranstaltungseröffnungen zum Thema Pfahlbauten statt. Es gab einen Ideenwettbewerb, wie die Überreste einer jungsteinzeitlichen Siedlung am Seegrund erleb- und spürbar gemacht werden können.

Im Schloss-Stadl wird am Freitagabend die Ausstellung „Welterbe unter uns – Geschichten von, mit und über Pfahlbauten“ sowie die Präsentation aller eingereichten Projekte beim Ideenwettbewerb zum Thema Pfahlbauten am Wasser eröffnet. Die am Grund des Keutschacher Sees befindlichen Überreste einer jungsteinzeitlichen Siedlung wurde 1864 entdeckt. Seit 2011 ist sie auch Teil des UNESCO-Welterbes. Künftig soll sie für alle Interessierten erlebbar werden.


Gemeinde Keutschach

Gespräche mit Menschen rund um Seen
Im Projekt „Doing Welterbe – Welterbe begreifen“ wurden unter der Leitung des Naturhistorischen Museums in Wien zwei Jahre lang Eindrücke und Objekte zu den Pfahlbauten von Schülern aus Kärnten und Oberösterreich dokumentiert. In zahlreichen Gesprächen mit Menschen rund um Attersee, Mondsee und Keutschacher See wurden Geschichten aus der Vergangenheit und Gegenwart zu diesen urgeschichtlichen Dorfruinen eingefangen. Das lokale und überregionale Wissen sowie Mythen und Geschichten zu den Pfahlbauten wurden damit umfassend dokumentiert und wissenschaftlich auswertbar.


ORF III

So dürften die Bauten ausgesehen haben


KK

Die geschichtlich wertvollen Reste am Seegrund

Vergangenheit mit persönlichem Zugang
Die Ausstellung zeigt nicht nur, wie vielfältig das UNESCO-Welterbe in Österreich wahrgenommen wird, sondern auch, dass der Zugang und die Deutung von Vergangenheit eine sehr persönliche Sache ist. Damit die Ausstellung diesem Charakter auch entspricht, können sich die Besucher aktiv einbringen und ihren individuellen Bezug zum Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ erkunden. Dabei helfen Videos und Audiodateien, 3D-Objekte zum Angreifen und vieles mehr.

Projekte eines Wettbewerbs präsentiert
In der zweiten Ausstellung können die unterschiedlichsten Projekte des Wettbewerbes zum künftigen Umgang der Gemeinde Keutschach am See mit seinem 6.000 Jahre alten Pfahlbauerbe besichtigt werden. „Die modernste, innovativste und zukunftsträchtigste Interpretation des Themas Pfahlbauten beziehungsweise Leben am Wasser“ lautete die Vorgabe.


ORF III

Sieger des Bewerbes war ein dreiköpfiges Architekten-Team aus Oberkärnten und Salzburg. Laut diesem Projekt, dem in der Ausstellung breiter Raum gewidmet wird, sollen drei Zonen am östlichen Ufer des Keutschacher Sees eingebunden werden: Ein naturbelassenes Seegrundstück zur Wissensvermittlung, das Strandbad mit seiner vorgelagerten Halbinsel und das sich nach Osten ausbreitende „Ramsar Moor“. Eine Art „Spur“ soll das Thema Pfahlbau an diesen Orten zusammenfassen - mehr dazu in -
Museum für prähistorische Pfahlbauten gaplant.

Geöffnet ist die Ausstellung „Welterbe unter uns – Geschichten von, mit und über Pfahlbauten“"vom 25. Februar bis 10. März 2017, jeweils 10.00 bis 18. Uhr (dienstags geschlossen).


Links:
http://kaernten.orf.at/news/stories/2826925/
 

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#23
Keutschacher See - Kärnten


Steinzeit-Pfahlbauten sollen erlebbar werden
Die 6.000 Jahre alten Pfahlbauten mitten im Keutschacher See sollen mittels eines schwimmenden Holzsteges begehbar werden. Die Gemeinde will die Fundstätte, die Teil eines UNESCO-Welterbes ist, für die Besucher erleb- und sichtbar machen.

Die Pfahlbau-Siedlung liegt auf einer versunkenen Insel am Grund des Keutschacher Sees. Für Besucher ist sie derzeit nicht zugänglich. Das will die Gemeinde Keutschach ändern. Laut Bürgermeister Karl Dovjak soll ein schwimmender Holzsteg errichtet werden, der die Siedlung umrundet. Die Besucher sollen per Boot zum 170 Meter langen Steg gebracht werden, von wo aus sie die Siedlungsüberreste aus nächster Nähe betrachten können.


Privat
Entwurf für den schwimmenden Steg am Keutschacher See

Fundstätte soll beleuchtet werden
Die Pläne, die diese Woche im Gemeinderat präsentiert wurden, sehen auch vor, dass die Fundstätte bei Dunkelheit beleuchtet werden, damit wäre sie auch vom ober dem See gelegenen Aussichtsturm am Pyramidenkogel aus sichtbar. Zudem soll es entlang des Ufers einen Wissenspfad geben. Realisiert werden soll das Vorhaben gemeinsam mit dem Land. Der Keutschacher See selbst befindet sich im Privateigentum. Über die Höhe der Kosten und über den Zeitplan gab es vorerst noch keine Informationen.

Vor 153 Jahren entdeckt
Die jungsteinzeitliche Pfahlbau-Siedlung wurde im Jahr 1864 vom deutsch-österreichischen Geologen und Naturwissenschafter Ferdinand Ritter von Hochstetter am Grunde des Keutschacher entdeckt. Seit dem Jahr 2011 sind Pfahlbauten Teil des UNESCO-Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“.

Links:
Publiziert am 16.12.2017
http://kaernten.orf.at/news/stories/2883987/
 

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#24


Einbaum im Attersee gefunden

Das erste Mal ist in Oberösterreich ein Unterwasserfund eines Einbaums gemacht worden. Laut dem Kuratorium Pfahlbauten stammt das Wassergefährt aus der Zeit um 1550. Der Fund gilt, wenn auch nicht prähistorisch, als bedeutsam.
Zu verdanken ist der Fund des Einbaums im Attersee dem Tauchlehrers Andreas Six. Dieser fand die Reste des Bootes bei Unterwasserarbeiten in der Nähe der Pfahlbau-Siedlung Weyregg II, die kürzlich durch das Oberösterreichische Landesmuseum und das Kuratorium Pfahlbauten unterwasserarchäologisch untersucht wurde. „Mein erster Eindruck war zwar schon, dass das ein Boot sein könnte“, berichtet Six, der die Tauchschule Nautilus in Weyregg betreibt, aber ganz sicher sei er nicht gewesen.


Divecenter Nautilus
Der Einbaum wurde vom Tauchlehrer Andreas Six entdeckt

Gemeinsam mit dem Unterwasserarchäologen Henrik Pohl kam es zu einem weiteren Tauchgang. Pohl, ein Mitarbeiter des Kuratoriums Pfahlbauten, vermutete bereits unter Wasser, dass der Einbaum wohl aus dem späten Mittelalter oder der frühen Neuzeit stammt. Eine Analyse des Kuratoriums Pfahlbauten datierte nun die Entstehung des Einbaums um das Jahr 1550.

Freude über Einbaum-Fund
Obwohl der Einbaum nicht aus prähistorischer Zeit stammt, zeigt sich das Kuratorium Pfahlbauten erfreut über den Fund: „Auch wenn der Einbaum nicht so alt ist, wie von manchen erhofft, so bleibt er doch das erste unterwasserarchäologische Fund eines Einbaums in Oberösterreich“, heißt es in einer Ausendung des Kuratoriums. Für das Kuratorium wird durch den Einbaum-Fund auch eine Verbindung hergestellt zu den Pfahlbauten, wie sie am Attersee und Mondsee auf das vierte vorchristliche Jahrtausend zurückgehen.


Kuratorium Pfahlbauten
Die Reste des Einbaums wurden bei Weyregg im Attersee gefunden

Einbäume seien zu fast allen Zeiten an den Ufern der alpinen Seen gefertigt worden. Während man rund um die Alpen bereits zahlreiche archäologische Reste davon in Seen und Mooren gefunden habe, seien in Oberösterreich bislang nur selten solche Funde gemacht worden.

Forschung über Pfahlbauten
Das Kuratorium Pfahlbauten betreut den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“. Das Site Management in Oberösterreich überwacht die zum UNESCO-Welterbe gehörenden Siedlungen mit einem jährlichen Monitoring und überprüft sporadisch auch den Erhaltungszustand der nicht zum Welterbe gehörenden Siedlungen. In den Jahren 2016 und 2017 hat das Kuratorium Pfahlbauten gemeinsam mit dem Oberösterreichischen Landesmuseum im Rahmen des Forschungsprojektes „Zeitensprung“ die Pfahlbausiedlung von Weyregg II unterwasserarchäologisch untersucht.

Links:
Publiziert am 22.12.2017
http://ooe.orf.at/news/stories/2885379/
 

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#25


Mondsee: Roboter untersucht Pfahlbauten

Die Pfahlbauten im Mondsee sind seit 2011 Weltkulturerbe. Bislang unternahm man wenig zur Erhaltung dieser Überreste der Mondseekultur. Jetzt werden sie mit einem Unterwasserroboter systematisch kartiert.
Forscher der Technischen Universität Dresden untersuchen mit dem Tauchfahrzeug „Manio“ die Bauten. Ähnlich wie bei einem Flugzeugstart muss alles akribisch vorbereitet und getestet werden. Während der Roboter untertaucht, steigt eine Drohne auf, um das Geschehen aus der Luft zu filmen. Beispielsweise ist noch ein altes Rastersystem am Seeboden zu erkennen, das von einer früheren Untersuchung stammt.


ORF
„Manio“ heißt der Unterwasserroboter der Dresdner Forscher

Niemand weiß, wie schnell Pfahlbauten verfallen
Der Zahn der Zeit nagt an den Pfahlbauten, das kann mit dem Roboter beobachtet werden. Allerdings weiß niemand, wie schnell sie in wenigen Metern Wassertiefe verfallen. Es wird die aktuelle Situation unter Wasser mit Kameras aufgenommen. Daraus erstellen die Forscher dann 3D-Modelle. Somit sehen sie am Computer, wie die Situation unter Wasser aussieht, schilderte Informatiker Marco Block-Berlitz von der Universität Dresden.


ORF
Am Seegrund sind auch noch alte Rastersysteme von früheren Untersuchungen sichtbar

„Außerdem soll der Roboter das so schnell machen, dass ich das live mitverfolgen kann, was da passiert. Denn in dieser Situation kann sich der Unterwasserroboter selbst lokalisieren, weiß wo er ist und kann sich selbst steuern“, so der Forscher.


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Der Roboter zeichnet kleinste Veränderungen am Seegrund auf

Weltkulturerbe wird besser geschützt
Nach jedem Besuch am Mondsee können so winzige Veränderungen festgestellt werden. Das hilft den Archäologen, das Weltkulturerbe besser zu schützen. Teilweise sind die Reste der Bauten rund 5.500 Jahre alt, erbaut von Menschen der Jungsteinzeit. Mit modernster Technik kann das Weltkulturerbe besser erforscht werden und bleibt künftigen Generationen erhalten.

Publiziert am 01.05.2018
http://salzburg.orf.at/news/stories/2910091/
 

josef

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#26


Mondsee: Unterwasserarchäologen auf Tauchgang
Am an der Landesgrenze liegenden Mondsee finden derzeit historische Unterwasserforschungen statt. Archäologen untersuchen im Mooswinkel eine prähistorische Pfahlbausiedlung. Diese zeugt vom Leben vor 5.500 Jahren.
Die Pfahlbausiedlung im Mooswinkel wurde erst in den 1970er Jahren entdeckt und ist daher noch weitgehend ungestört. Die Fundstelle liegt in nur drei Metern Tiefe. Mit einem Trockentauchanzug und einer Vollgesichtsmaske forschen Unterwasserarchäologen derzeit in Mondsee. Sie tragen dabei ein drei Quadratmeter großes Areal mit Spateln Zentimeter für Zentimeter ab.

Noch unter Wasser wird das Sediment abgesaugt. Wegen des Schlamms sind die Überreste der Pfahlbausiedlung gut erhalten. „Ein Taucher braucht hier für einen Quadratmeter vier Wochen, um die Kulturschicht abzutragen und zu dokumentieren“, sagte Archäologe Henrik Pohl. Das Alter der Pfähle kann mit Hilfe komplizierter Messungen bestimmt werden. In der provisorischen Forschungsbasis in Scharfling bei Mondsee, 700 Meter von der Salzburger Landesgrenze entfernt, wird das abgesaugte Material noch einmal genau kontrolliert.


R. Schabetsberger/ H. Pohl
Mit Spateln wird das Areal Schicht für Schicht abgetragen

Henkelkrüge und Pfeilspitzen aus dem Mondsee
Auf den nur drei Quadratmetern machte das Team interessante Funde, die genau dokumentiert werden. Darunter die charakteristischen Henkelkrüge, die die Menschen der Jungsteinzeit am Mondsee oft kunstvoll verzierten. Mit diesen Krügen machten sie sich einen Namen. Auch eine Pfeilspitze und ein Knochenschaber wurden ausgegraben. Sogar Bastschnüre und Getreidereste blieben erhalten. Vor 5.500 Jahren lebten die Menschen an den Ufern der Salzkammergutseen.

Mit der Vollgesichtsmaske können sich die Forscher auch unter Wasser unterhalten. Auch in den kommenden Jahren wird im Mondsee weiter gegraben um die Lebensweise von Ötzis Verwandten im Salzkammergut noch besser verstehen zu lernen.

R. Schabetsberger/ H. Pohl

Publiziert am17.06.2018
Mondsee: Unterwasserarchäologen auf Tauchgang
 

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#27
Fische setzen Pfahlbauten-Siedlung in See zu
Die 6.000 Jahre alten Pfahlbauten im Keutschacher See gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Überreste der Pfahlbauten werden immer wieder von Spezialtauchern untersucht. Schäden richten vor allem Fische an.

Seit dem Jahr 2011 sind die Pfahlbauten im Keutschacher See Welterbe und stehen unter besonderem Schutz. Seither werden sie jährlich von Forschungstauchern kontrolliert, fotografiert und es wird dokumentiert, ob Schäden aufgetreten sind. Sturm, Wellen und Strömung setzen den Pfahlbauten zu; aber auch Fischer und eine besondere Fischart, der Zander, der in den 1920er Jahren eingesetzt wurde.


ORF
Archäologe Henrik Pohl

Archäologe Henrik Pohl untersucht die Siedlungsreste jedes Jahr: „Wenn der Zander hier im Frühjahr in dieser untiefen Kuppe seine Laichgräben gräbt stört das jeglichen natürlichen Zusammenhang und jegliche natürliche Deckschicht. Das trägt schon dazu bei, dass etwas gestört wird.“
Es würden auch immer wieder kleinere Bootsanker, Ankergewichte und Angelschnüre und -haken aus der Fundstelle geholt.


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Taucher auf dem Weg zum Fundort der Pfahlbauten am Keutschacher See

Mit Bojen ist der schützenswerte Bereich mitten im See gekennzeichnet. Sonst ist die versunkene Insel aber eine offene Fundstelle. Laut Pohl habe sich diese gut erhalten: „Sehr gut würde ich nicht sagen, denn es liegt sehr viel offen. Da müssen wir etwas tun. Generell ist aber immer noch ein Schatz dort unten vorhanden.“


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Bojen kennzeichnen Fundstelle im See

Steg soll Pfahlbauten zugänglich machen
Faszinierend, aber eben auch ungeschützt - deshalb sei die Aufklärungsarbeit auch so wichtig sagt Lieselore Meyer vom Kuratorium Pfahlbauten in Kärnten. Sie führt vor allem mit Fischern, Badegästen und Anrainern immer wieder Gespräche.


ORF
Lieselore Meyer

Derzeit wird an einem Projekt gearbeitet, um die Pfahlbauten auch für Besucher zugänglich zu machen. Ein Steg soll rund um die versunkene Insel führen. Auch Archäologen würden das Projekt befürworten, heißt es.

Heben kann man den Schatz nicht, denn außerhalb der Konservierung, die der See bietet, würden die Überreste der Pfahlbausiedlung innerhalb kürzester Zeit zerfallen.

Links:
Publiziert am
04.11.2018
Fische setzen Pfahlbauten-Siedlung in See zu
 
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