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Siehe auch Beitrag #92: Kärnten: Drau-Eisenbahnbrücke wird saniert

Sanierung der Rosentalbahn schreitet voran
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Die Rosentalbahn wird seit einem Jahr generalsaniert. Eine Herausforderung ist die Sanierung der fast 120 Jahre alten Eisenbahnbrücke, die über die Drau führt. Zusätzlich wird die gesamte Strecke elektrifiziert. Eine Großbaustelle, die langsam fertig wird und das früher als erwartet.
Online seit heute, 9.14 Uhr
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Die Hollenburger Brücke ist mit Plastik verschweißt. Die letzten Teile der Stahlbogenbrücke aus dem Jahr 1905 wurden bearbeitet, alter Lack und Rost wurden mit Sandstrahlern unter Hochdruck entfernt. Danach mussten noch die feinen Staubreste entfernt werden. Außerdem musste jede einzelne Niete gesäubert werden.

Projektleiter Bernhard Schlacher: „Jetzt wird das Ganze gereinigt, dann kommt die Grundierung und dann kommen noch vier Farbschichten. Also insgesamt kommen noch 20 Tonnen Farbe auf die Brücke rauf.“

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In die versiegelte Baustelle wird Luft gepumpt
Baustelle wurde versiegelt
Damit kein Sondermüll in die Natur gelangt, wurde die mehrgeschossige Baustelle versiegelt. Damit die Arbeit bei 50 Grad im Sommer noch halbwegs erträglich ist, werden pro Stunde 10.000 Kubikmeter Luft in das Zelt gepumpt.

Seit einem Jahr wird an der Hollenburger Bahnbrücke gearbeitet. In wenigen Monaten soll die 6.000 Tonnen schwere Brücke fertig sein.

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Jede Niete wird gesäubert

Auch entlang der restlichen Strecke Weizelsdorf Klagenfurt tut sich viel. Der einstige Bahnhof in Maria Rain bleibt als Denkmal stehen. Die neue zeitgemäße Haltestelle nimmt Form an, mit Park and Ride-Flächen. Ein paar Kilometer weiter, in Lambichl, entsteht ein ganz neuer Bahnhof mit Park and Ride-Flächen für Pendler.

Früher fertig als geplant
Trotz Pandemie will man die Rosentalbahn früher fertig haben als geplant, sagte der Koordinator der ÖBB Infrastruktur, Gerhard Pajer: „Wir werden mit Jänner 2023 bereits durchgängig in Betrieb sein. Wir können die Bauarbeiten heuer im Dezember abschließen und brauchen nächstes Jahr keine Streckensperre mehr sondern wir werden heuer fertig.“

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Rosentalstrecke bei Maria Rain

Ob es bei den Baukosten bei den veranschlagten 50 Millionen Euro bleibt, wird erst die Schluss-Abrechnung zeigen. Die Baukosten für die Sanierung samt Elektrifizierung sind zuletzt gestiegen.
22.05.2022, red, kaernten.ORF.at

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Sanierung der Rosentalbahn schreitet voran
 

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Spektakulärer Brückenbau: Vier neue Brücken für S31 im Burgenland
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Um die S31 zwischen Mattersburg nach Oberpullendorf sicherer zu machen, werden aktuell vier neue Brücken über den Tälern bei Sieggraben gebaut. Es ist der finale Baustein des Sicherheitsausbaus der Schnellstraße, nachdem bereits 2019 von Mattersburg bis Weppersdorf eine bauliche Mitteltrennng vorgenommen wurde.
Online seit heute, 5.30 Uhr
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Die Bauarbeiten sind für die Baufirmen eine echte Herausforderung. Neben den in den 1970er Jahren errichteten Brücken der S31 werden derzeit vier neue Talübergänge errichtet. Sie erstrecken sich über eine Länge von rund drei Kilometern. Für den Bau der vier neuen Brücken werden insgesamt 72 Millionen investiert.

Pfeiler bereits errichtet
Die wuchtigen Pfeiler in massiven, starken Fundamenten, die die neue Fahrbahn tragen werden, sind bereits errichtet. Zwischen sieben und zehn Pfeiler werden pro Brücke benötigt, der höchste von ihnen 56 Meter hoch. Seit März schweben bei den Bauarbeiten tonnenschwere Bauklötze über den Tälern von Sieggraben. „Wir haben vor, dass wir in knapp vier Baujahren das Projekt abschließen. 2026 sollen die Talübergänge für den Verkehr freigegeben werden“, so Projektleiter Harald Mayer von der ASFINAG.

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Tonnenschwere Bauklötze auf der S31-Baustelle bei Sieggraben
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Anhand eines sogenannten Taktschiebeverfahrens wird der Großteil der Brückenabschnitte errichtet. Auch für erfahrene Experten ist das eine Herausforderung. „Es ist zwar ein erprobtes System, aber trotzdem immer wieder eine Herausforderung. Man kann sich das so vorstellen, dass wir Brückenteile vor dem Tal betonieren und mit Seilen zusammenspannen. Mit hydraulischen Pumpen schieben wir die bestehenden Pfeiler dann hinaus. Diesen Vorgang wiederholen wir dann so lange, bis die Brücke am anderen Tal-Ende angelangt ist“, so Projektleiter Harald Mayer.

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Stück für Stück werden die Brücken mithilfe des Taktschiebeverfahrens errichtet

Die alte Fahrbahn einfach zu verbreitern, war aus statischen Gründen nicht möglich. Somit wird der Verkehr Richtung Oberpullendorf künftig auf den neuen Brücken rollen – jener in Fahrtrichtung Eisenstadt auch in Zukunft auf den bestehenden Talübergängen – jeweils mit zwei Fahrbahnen.

Kleineres Spielfeld beim UFC Sieggraben
Betroffen von den Bauarbeiten ist auch der UFC Sieggraben. Um Platz zu schaffen, muss der Sportplatz um siebeneinhalb Meter verkleinert werden. Mit einer Länge von 92 Metern erfüllt man weiterhin die Vorgaben des Verbandes.

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Direkt vom Brückebau betroffen: der Sportplatz des UFC Sieggraben

„Der Platz wurde vor vielen Jahren errichtet. Es hat sich jetzt aufgrund des Sicherheitsausbaus ergeben hat, dass die Grundgrenzen nicht ganz so sind, wie seinerzeit geglaubt wurde. Wir haben jetzt aber, nach guter Abstimmung mit der ASFINAG und weiteren Baufirmen, uns dazu entschieden, den Platz um siebeneinhalb Meter zu verkürzen. So bleiben wir auf unserem Grundstück“, so Bürgermeister Andreas Gradwohl (SPÖ).
27.10.2023, red, burgenland.ORF.at
Spektakulärer Brückenbau: Vier neue Brücken für S31
 

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60 Jahre Europabrücke: Segen oder Fluch?
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Am Freitag feiert Österreichs höchste Brücke ihr 60-jähriges Bestehen: Am 17. November 1963 wurde die Europabrücke südlich von Innsbruck eröffnet. Heute ist sie ein Symbol für einen gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraum, den Tourismus, aber auch den teils überbordenden Verkehr – eine Bilanz.
Online seit gestern, 19.54 Uhr
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„Als Kind bin ich jedes Jahr mit meiner Familie nach Seefeld gefahren, die Europabrücke ist ein Symbol für die Verbindung von Menschen und eine tolle Sache“, sagt Nicole Pasinelli auf die Frage, ob die Europabrücke nach 60 Jahren mehr Segen oder Fluch ist. Beim Lokalaugenschein auf der danebenliegenden Raststätte erzählt der Italiener aus Bergamo gemeinsam mit seiner Begleiterin von den Vorteilen der Brücke. „Ich denke es ist sehr positiv, weil es eine sehr schöne Straße mit der Brücke ist“, sagt sie.

Eine deutsche Urlauberin und ein Urlauber sind gerade auf dem Weg nach Bozen. Sie machen bei der Aussichtsplattform unterhalb der Europakapelle, direkt neben der stark befahrenen Straße, Halt. Mit der Strecke verbinde er frühe Kindheitserinnerungen, wie er damals Anfang der 1970er Jahre mit seinen Eltern Richtung Süden gefahren ist, meint der aus der Nähe von Stuttgart stammende Roland Berger. „Da war es einfach das Gefühl, dass man schnell und gut in Italien ankommt und die Möglichkeit hat, die Sonne und den Urlaub zu genießen.“

Aushängeschild für Fortschritt und Tourismus
Ob Segen oder Fluch sei nicht so einfach zu beantworten. Für die durchreisende Marina Kramer sei beides teilweise der Fall: „Es ist schon ein Fluch für die Tiroler, die müssen schon sehr viel aushalten, aber für die anderen Urlauber ist es halt wirklich toll, weil man schnell in den Urlaub kann und so Strecken überwinden kann“, ergänzt sie. Seit ihrer Eröffnung am 17. November 1963 sah die Europabrücke zahlreiche Fahrzeuge und wohl noch viel mehr Menschen. Sie alle haben ihre eigenen Geschichten und Erinnerungen mit dem insgesamt 820 Meter langen Viadukt.

Als Aushängeschild des modernen technischen Fortschritts, der europäischen Einigung und des Tourismus steht die Brücke in Tirol aber vor allem als Sinnbild für die Verkehrsbelastung. Zweifellos bereitete die Europabrücke in den Jahren nach ihrer Eröffnung – gemeinsam mit der daraufhin entstandenen Brennerautobahn – dem Güterverkehr auf der Straße den Weg. Ohne diese Infrastruktur wären der wirtschaftliche Aufschwung und der Triumphzug der Pkws in den 1960er und 1970er Jahren undenkbar gewesen.

Brenner am stärksten befahrener Alpenübergang
Konkret ging der Güterverkehr über den Brenner auf dem Transportweg Straße seit den 1960er Jahren massiv nach oben. Während es 1960 gerade einmal 400.000 Tonnen waren, wurden 2021 rund 40 Millionen Tonnen über den Brenner transportiert. Das geht aus dem Verkehrsbericht des Landes Tirol hervor. Im Vergleich dazu wuchs der Anteil der Schiene deutlich schwächer. Dieser macht mit rund 15 Millionen Tonnen (2021) nicht einmal die Hälfte aus.

ORF Tirol Grafik
Die Grafik zeigt die Entwicklung des Güterverkehrs über den Brenner auf Straße und Schiene seit 1960

„Betrachtet man die Verteilung der Gütermengen auf den alpenquerenden Korridoren, so ist der Brenner weiterhin der mit Abstand am stärksten belastete Übergang“, heißt es im Verkehrsbericht 2022. In Summe waren es vor zwei Jahren demnach rund 55 Millionen Tonnen, die per Straße und Schiene über den Brenner transportiert wurden. Dieses Gesamtgütervolumen sei höher als das Aufkommen an allen französisch-italienischen Alpenübergangen zusammen. Auch im Vergleich mit der Schweiz (37,9 Mio. Tonnen) liegt der Brenner deutlich vorne. 2022 wurde überhaupt ein neuer Höchstwert verzeichnet – mehr dazu in Neuer Lkw-Transitrekord auf Brenner.

Verkehr teils äußerst belastend
Für die lokale Bevölkerung entlang der Brennerstrecke im Wipptal, aber auch darüber hinaus im gesamten Tiroler Inntal, ist die Europabrücke und der mit ihr einhergehende Transitverkehr durchaus ein Fluch, meint der Verkehrswissenschafter Stephan Tischler von der Universität Innsbruck. Dabei mache der Güterverkehr nur einen relativ geringen Anteil bei der Verkehrsbelastung aus.

Schließlich registriert die südlich der Europabrücke liegende Mautstelle Schönberg (Bezirk Innsbruck-Land) Jahr für Jahr ein hohes Verkehrsaufkommen. Laut Daten des Autobahnbetreibers ASFINAG wurden hier 2022 19,3 Millionen Fahrzeuge gezählt. Vier Jahre zuvor waren es sogar 19,51 Mio. Im Vergleich zum Jahr 1968 hat sich dieser Wert fast verzehnfacht (1,97 Mio.).

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Der teils überbordende Transitverkehr ist gerade für die Bevölkerung Tirols seit vielen Jahren eine große Belastung

Ohne Zweifel steht die Europabrücke als Herzstück der Brennerautobahn stellvertretend für diese Entwicklung und die viel diskutierte Belastung für die Anrainerinnen und Anrainer. „Umgekehrt für die Wirtschaftsräume nördlich und südlich des Alpenraumes ist sie durchaus auch ein nicht unbedeutender Faktor wenn es darum geht, Transporte möglichst billig und schnell abzuwickeln“, so Tischler.

Aufholbedarf bei Verlagerung auf Schiene
Billig und schnell stehe bei der Straße nach wie vor im Vordergrund. Trotz jahrelanger politischer Debatten und Absichtserklärungen gebe es bei der Verlagerung auf die Schiene noch großen Aufholbedarf, meint Tischler, der auch Vorsitzender von CIPRA Österreich, der Internationalen Alpenschutzkommission ist. „Man würde sich wünschen, dass dieser verbindende Charakter einer Brücke auch in der Politik, vor allem auch was die betrieblichen Voraussetzungen bei der Schiene angeht, dort einmal aufschlägt.“

Tief unter der Erde sei mit dem Brennerbasistunnel zwar eines der größten Bauprojekte Europas im Entstehen. Was die Bahn betrifft, sei bei den organisatorischen Voraussetzungen aber immer noch ein sehr nationalstaatliches Denken vorherrschend. „Und wenn es so weiter geht, wird uns das auch bei der Verlagerung auf die Schiene benachteiligen“, meint der Verkehrsexperte.

„Schwester der Europabrücke“ erinnert sich
Nichtsdestotrotz ist die Europabrücke ein besonderer Meilenstein der europäischen, österreichischen und regionalen Wirtschaftsgeschichte. In bautechnischer Hinsicht sei diese Trassenführung zwar nicht erforderlich gewesen, sagt Tischler. Stattdessen wäre eine Strecke ohne die enge Kehre bei Schönberg auch möglich gewesen. Aus touristischen Motiven habe man aber diese Variante bevorzugt.

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Als Tochter des Baumeisters gilt die Innsbruckerin Christa Dag als „Schwester der Europabrücke“

Umso mehr beeindrucken auch 60 Jahre danach die Eckdaten des Bauprojekts: 70.000 Kubikmeter Beton, 55.000 Kubikmeter Erd- und Felsmassen und über 6.000 Tonnen Stahl wurden in einer Bauzeit von vier Jahren verarbeitet. Auf fünf Stahlbetonpfeilern ragt die Brücke 192 Meter in die Höhe. Als traurige Bilanz bleibt aber auch die Tatsache, dass 23 Arbeiter bei den Bautätigkeiten tödlich verunglückten. Ursprünglich hätte die Europabrücke übrigens den „Sillbrücke III“ heißen sollen. Beim Spatenstich im April 1959 habe Landeshauptmann Hans Tschiggfrey (ÖVP) die Brücke aber als verbindendes Element in Europa gewürdigt. So sei der heutige Name entstanden, erzählt Christa Dag.

Von der „alten Römerstraße“ und Queen Elizabeth II. …
Die Innsbruckerin war damals eine der ersten, die bei der Eröffnung am 17. November 1963 den Weg über die Brücke zurücklegte. Ihr Vater, Josef Gruber (gest. 2000), war der Baumeister des Mega-Projekts und sah darin sein „Lebenswerk“. Sie selbst sei mit ihren Eltern auf die Brücke gefahren, wo seitwärts schon die Träger angebracht waren, in der Mitte war jedoch noch eine Platte frei. „Und ich wollte unbedingt drüber und bin über den Träger hinüber gegangen, und als ich drüben war, haben meine Eltern das mitgekriegt und fast einen Herzinfarkt bekommen“, lacht sie. Links und rechts von ihr wäre es tief in die Sillschlucht hinuntergegangen.

Eine Zeitschrift habe damals getitelt, dass Josef Gruber als Baumeister der „Vater der Europabrücke“ sei. Und so habe sie sich selbst den Spitznamen „Schwester der Europabrücke“ gegeben, meint Dag. Bei der Frage nach Segen oder Fluch sagt sie, dass man die massive Zunahme des Verkehrs damals nicht ahnen hätte können. In der Nord-Süd-Richtung habe es historisch gesehen immer schon ein starkes Verkehrsaufkommen gegeben. Daran erinnere auch der Name der „alten Römerstraße“ im Wipptal.

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Bei der Raststätte Europabrücke erinnert ein neu verlegtes historisches Straßenstück an die „alte Römerstraße“
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Bei der Raststätte Europabrücke erinnert ein neu verlegtes historisches Straßenstück an die „alte Römerstraße“

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Die Inschrift auf der Gedenktafel bei der nahegelegenen Europakapelle ist den 23 verstorbenen Bauarbeitern gewidmet

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Die Inschrift auf der Gedenktafel bei der nahegelegenen Europakapelle ist den 23 verstorbenen Bauarbeitern gewidmet

Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-6375 (Foto: Fedor Viktor Habermüller)
Queen Elizabeth II. (Mitte) besucht am 8. Mai 1969 in Anwesenheit von Tirols Landeshauptmann Eduard Wallnöfer (rechts) die Europakapelle nahe der Europabrücke; im Hintergrund ist die Raststätte mit Parkplatz zu sehen

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Der Name „Europabrücke“ soll ein verbindendes Symbol in einem modernen Europa darstellen

Ein wenig bekanntes Kapitel der Europabrücke selbst erzählt von einem höchst prominenten Besuch auf der wohl ebenso wenig bekannten Europakapelle oberhalb der Brücke. Am 8. Mai 1969 stattete Queen Elizabeth II. dem Bundesland Tirol einen fünfstündigen Besuch ab, wie auf der Seite „Innsbruck erinnert sich“ des Stadtarchivs/Stadtmuseum Innsbruck nachzulesen ist. Dabei besichtigte die britische Monarchin nicht nur einen Bauernhof in Sistrans und die Innsbrucker Altstadt, sondern auch die Europabrücke (siehe Bildergalerie). Damals sei sie überhaupt noch die „höchste Pfeilerbrücke der Welt und der ganze Stolz des damaligen Landeshauptmanns Eduard Wallnöfer“ gewesen.

…zu Klimaaktionen und Windkraft
Unabhängig von Verkehrsstatistiken ist die Europabrücke mit aktuellen Debatten und Aktionen rund um den menschenverursachten Klimawandel heutzutage einerseits auch ein symbolträchtiger Kampfplatz um Aufmerksamkeit geworden. Davon zeugt etwa eine Blockade der „Letzten Generation“ am westlichen Ende der Brücke Mitte Juni 2023.

Andererseits ist es nach wie vor ein Ort der technologischen Innovation. Immerhin liefern mittlerweile Mikrowindturbinen an der Brücke Strom für die nahegelegene Mautstation Patsch. Dabei handle es sich um ein europaweit einzigartiges Projekt, hieß es bei der Fertigstellung von der ASFINAG – mehr dazu in Strom aus Windturbinen an Europabrücke.

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Mitte Juni 2023 blockierten Aktivistinnen und Aktivisten der „Letzten Generation“ die Europabrücke

Insofern spannt das Bauwerk auch eine historische Brücke zwischen Transit und Tourismus, europäischer Vielfalt und Verkehr sowie Wissenschaft und Fortschritt. Für den Verkehrsexperten Stephan Tischler ist sie jedenfalls auch ein Zeichen der regionalen Identität: Das Bild der Brücke habe schlichtweg einen einzigartigen Wiedererkennungswert.

Ende der Lebensdauer rückt näher
„Also es ist nicht nur negativ besetzt, sondern dieses Bild der Europabrücke mit der Serles und dem Habicht (Berggipfel der Stubaier Alpen, Anm.) steht sinnbildlich schon auch für das, was Nordtirol heute vielleicht auch sein will: nämlich durchaus ein Wirtschaftsraum, ein Tourismusraum, aber auch ein Raum mit einer durchaus sehr sehenswerten Naturlandschaft“, sagt er. Es ist eine Naturlandschaft, die vorerst wohl weiter für all die verschiedenen Aspekte stehen wird.

Ob Segen oder Fluch – mit 60 Jahren rückt für die Europabrücke das Ende ihrer technischen Lebensdauer langsam näher. Laut Asfinag muss sie ab den 2040er Jahren komplett erneuert werden. Allerdings betont der Autobahnbetreiber, dass sämtliche Sanierungsmaßnahmen „unter Aufrechterhaltung von zwei Fahrspuren pro Fahrtrichtung abgewickelt“ werden könnten. Dennoch steht spätestens dann mit der großen Herausforderung dieser Generalsanierung das nächste Kapitel in der Geschichte der Europabrücke an.
16.11.2023, Benedikt Kapferer, tirol.ORF.at

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60 Jahre Europabrücke: Gemischte Bilanz
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Von Politik und Interessenvertretungen kommt am Freitag eine gemischte Bilanz anlässlich des 60. Jahrestages der Eröffnung der Europabrücke. Dabei wird einerseits die Verkehrsbelastung für die Tiroler Bevölkerung kritisiert, andererseits die Rolle des Bauwerks für den wirtschaftlichen Fortschritt gewürdigt.
Online seit gestern, 17.53 Uhr
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Nach sechs Jahrzehnten des Bestehens sei die Europabrücke ein „Ort der Begegnung für Bürgerengagement mit zahlreichen Verbesserungen“, aber auch ein „Mahnmal einer nach wie vor politisch verursachten, ungelösten Transitproblematik“, sagte Fritz Gurgiser in einer Aussendung. Am Jahrestag der Eröffnung des Mega-Bauwerks ortet der Obmann des Transitforums Austria-Tirol, dass im Kampf gegen den teils überbordenden Verkehr vieles noch nicht gelungen sei.

In den meisten Köpfen der politischen Entscheidungsträgerinnen und -träger herrsche „immer noch das ‚Verkehr ist Leben-Gen‘“ vor. Dieses Credo, wonach vor allem die Straße als Transportweg gefördert wurde, hatte über lange Zeit die regionale Wirtschaftspolitik Tirols sowie Baumaßnahmen im Verkehr bestimmt. So ebnete beispielsweise der Bau der Europabrücke von 1959 bis 1963 gemeinsam mit der Brennerautobahn in den folgenden Jahren dem Güterverkehr auf der Straße den Weg – mehr dazu in 60 Jahre Europabrücke: Segen oder Fluch?

Mehr Nachhaltigkeit gefordert
Die Europaabrücke selbst sei weder Fluch noch Segen. Es gehe nicht darum, die Zeit zurückzudrehen, sondern mit vollem Einsatz zu versuchen, die Rahmenbedingungen auf Grundlage der Landes-, Bundes- und Europarechte durchzusetzen – vor allem in verkehrs- und finanzrechtlicher Hinsicht. Ziel sei es, „die private und betriebliche Anrainerschaft zu entlasten, die Schutzwälder zu sichern und Kindern und Enkeln unsere unwiederbringliche Natur halbwegs gut zu erhalten“, so Gurgiser.

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Die Europabrücke gilt als Herzstück der Brennerautobahn sowie als Symbol für die Verkehrsbelastung durch den Transit

Darüber hinaus fordert er mehr Zusammenarbeit der Länder entlang der Brenner-Transitroute. Diese ist schließlich der mit Abstand am stärksten belastete Alpenübergang. Insbesondere Bayern, Tirol, Südtirol und das Trentino seien gefordert. Diese würden „seit Beginn des zivilen Tiroler Bürgerengagements nicht zusammen, sondern gegeneinander arbeiten und sich bis heute wundern, dass sie weder in Rom, Wien, Berlin oder Brüssel besonders ernst genommen werden“.

Mattle für mehr Elektroautos
Anlässlich des Jahrestages fand am Freitag ein Festakt auf der Raststätte nahe der Europabrücke südlich von Innsbruck statt. Die Gemeinden Schönberg i. Stubaital und Patsch luden bei einem landesüblichen Empfang zu einer Kranzniederlegung. Landeshauptmann Anton Mattle betonte dabei die Bedeutung der Brücke für Wohlstand und Mobilität: „Die Eröffnung der Europabrücke im Jahr 1963 war von Euphorie, Modernisierung und Superlativen geprägt – 10 Jahre lang war sie die höchste Brücke Europas, noch immer ist sie die höchste Brücke Österreichs.“

Gleichzeitig verwies Mattle auch auf die Belastung des Verkehrs für Infrastruktur, Umwelt und Menschen. Umso wichtiger sei es daher, frühzeitig die Zukunft der Brücke zu berücksichtigen. Das Ende der technischen Lebensdauer der Brücke rückt nämlich langsam näher. Ab den 2040er Jahren ist eine komplette Erneuerung erforderlich. „Bis dahin wünsche ich der Europabrücke viele sichere und unfallfreie Überfahrten, mehr Kontakt mit Elektroautos aber vor allem eine Entlastung durch die Verlagerung auf die Schiene“, so Mattle.
17.11.2023, red, tirol.ORF.at

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Spektakuläre Arbeiten auf Aurachbrücke
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Die höchste Brücke der Westautobahn wird abgerissen und neu gebaut. Die Aurachbrücke bei Regau (Bezirk Vöcklabruck) befindet sich 50 Meter über dem Boden und dementsprechend spektakulär sind die Arbeiten. Neben zahlreichen anderen Kränen hat nun ein Spezialkran seine Arbeit aufgenommen.
Online seit gestern, 19.35 Uhr
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66 Meter lang und 120 Tonnen schwer sind die alten Stahlträger, die seit heute vom alten Teil der Brücke gehievt werden. Der Einsatz des Spezialkrans ist eine Premiere für die ASFINAG auf Brückenbaustellen. Normalerweise würde dieser Kran bei Windparks eingesetzt oder zum Heben großer Generatoren, man sei aber froh ihn für diese Aufgaben zur Verfügung zu haben, so Projektleiter Martin Schnellmann. Der Wind werde genau beobachtet, denn Sturmböen könnten beim Heben der enormen Bauteile zu einem großen Problem werden.

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Der blaue Spezialkran ist seit Dienstag im Einsatz
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Die Kosten für das Projekt betragen 65 Millionen Euro

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Aktuell werden die alten Stahlträger von der Brücke gehievt

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Ende 2025 soll die neue Brücke fertig sein

Eine weitere Herausforderung vor Ort sei der Verkehr, den man möglichst nicht behindern versucht, so Schnellmann weiter, bisher laufe alles sehr gut nach Plan. Nächste Woche soll der 1500-Tonnen-Kran dann unter die Brücke übersiedeln und von dort aus die Stahlträger Stück für Stück nach unten heben. Dort werden sie verladen und abtransportiert. Nach dem Recycling könnte es auch sein, dass wieder Teile für eine neue, andere Brücke daraus entstehen, so der Experte.

Freigabe Ende 2025
Die Kosten für die neue Brücke mit einer Fahrbahn, die sich über 420 Meter erstreckt betragen 65 Millionen Euro – umgebaut wird seit dem Sommer 2022. Beim Neubau gibt es später auch eine weitere besondere Premiere: Mittels Hydraulik wird das Tragwerk der Behelfsbrücke auf die neue Aurachbrücke verschoben und die Parallelbrücke wieder abgetragen. Mehr dazu in: Technische Premiere bei Brückensanierung. Ende 2025 soll alles fertig sein und der Verkehr über die neue Brücke rollen.
14.02.2024, red, ooe.ORF.at

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Spektakuläre Arbeiten auf Aurachbrücke
 
Hallo,

vielen Dank für den Bericht über den Neubau der Brücke. Schade das dadurch nurn wieder etwas Reichsautobahngeschichte verschwunden ist.
Ich selbst habe ja 2012 versucht das Bauwerk in Bildern festzuhalten.

Naja war mir nicht ganz gelungen, sie war schon ein sehr monströses Bauwerk.

Ich hänge hier mal noch ein paar historische Bilder der Brücke von der Schautafel der ASFINAG an.
Gebaut wurde von 1939 bis 1941 das Westliche Widerlager und drei Pfeiler.
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Blick auf das westliche fertiggestellte Widerlager 1941. Der erste Pfeiler wurde komplett fertig.
Beim zweiten Pfeiler fehlte im oberen Drittel die Steinverkleidung.
Der dritte Pfeiler wurde zur hälfte fertig.

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Das westliche Widerlager im Hintergrund die bereits fast fertigen Pfeiler 1941
1958 Wiederaufnahme der Bauarbeiten und Fertigstellung der Brücke 1961.

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Die fertige Brücke 1961.
 
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