josef

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#61
Flugplatzprojekt Steyr-Münichholz

Hallo Peter,
danke für die Kopien aus dem Amtsblatt!

Ich hörte davon: Sollte auf Betreiben von Meindl (Generaldirektor von SDP während der Kriegszeit) ein reiner Werksflugplatz für die Belange der SDP werden. Gab aber angeblich Streit mit der Reichsbahn, die am gleichen Gelände einen Verschiebe- u. Abstellbahnhof (Reichsbahnjargon "Rangierbahnhof") errichten wollte. Führe es in meiner Auflistung der "LW-Anlagen in Österreich" deshalb auch nur als "Projekt" => siehe Anhang Beitrag # 46.

Wie weit während des Krieges eines der Projekte dort vorangetrieben wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls ist auf einem Foto der Flugmotorenprüfstandshalle westlich bzw. parallel der Bahnstrecke eine planierte Fläche (GELB) zu erkennen. Auch auf einem Lubi des Wälzlagerwerkes aus ca. 1964 ist links der Strecke Richtung St. Valentin eine, auf frühere Baumaßnahmen deutende, Struktur (ebenfalls GELB) zu sehen. Ich tippe eher auf begonnene Gleisbauarbeiten für die projektierten Bahnanlagen... Von einer Weiterverfolgung des Projekts 1960 wusste ich nichts! Anfang der 1980iger Jahre wurde dort dann das BMW-Motorenwerk gebaut...
http://www.bmw-werk-steyr.at/index.html

1. Flumo-Prüfstände, oberhalb, parallel zur Bahn ist eine planierte Fläche zu erkennen.
Bildquelle: K.H.Rauscher; Steyr im Nationalsozialismus-Industrielle Strukturen; S. 147
2. Wälzlagerwerk ca. 1964. Links der Bahn sind Strukturen von ehemaligen Baumaßnahmen zu sehen.
Bildquelle: SDP-Firmenprospekt aus ca. 1964
 

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josef

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#62
Traismauer - Flugfeld (Ausweichfläche)

Zu der Ausweichfläche Traismauer, siehe auch Beitrag #51:
Die Karte "Bodenorganisation im Reichsgebiet Stand: 1.1.45" zeigt im Raum Sankt Pölten folgende Einzeichnungen:

Markersdorf (an der Pielach) Fliegerhorst 1280 x 1000 m

und dann fast auf einer Linie liegend nach Nordosten:

Ausweichfläche Friesing 1000 x 300 m
Ausweichfläche Herzogenburg 500 x 300 m
Ausweichfläche Traismauer 600 x 500 m
Fliegerhorst Fels am Wagram 1000 x 750 m
Sowie Beitrag #55 mit den Koordinaten:
Nachstehend die Koordinaten für die vorgenannten Plätze:
4. Traismauer - ungefähre Lage 48°20'50" N und 15°45'54" E
...konnte ich nun die tatsächliche Lage des Platzes erkunden:

Nicht wie mir vor einiger Zeit erzählt, im Osten bei Stollhofen an der Straße nach Gemeinlebarn, sondern westlich des Stadtzentrums von Traismauer,

zwischen dem Ortsteil Rittersfeld und Wagram a.d.Traisen.
Neue Koordinaten ca. 48°21'55" N und 15°43'61" E

Diese auch schon länger zurückliegende Ortsangabe eines Zeitzeugen aus Wagram a.d.Tr. (war damals Schüler), wurde mir nun durch eine Passage im Heimatbuch

I.Offenberger,
"Das neue Traismauer - Die Jahre 1930 - 1998",
Traismauer 1998
,
NÖ.-Landesbibliothek Sign: 75.604 C

auf Seite 9, bestätigt! Dort ist zu lesen:
...im März 1944 wurde auf den großen Wiesen zwischen Rittersfeld und Wagram ein Ausweichflugplatz für die Flugschüler des Flugplatzes Markersdorf angelegt und auch beflogen. ...
lg
josef
 

josef

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#63
Friesing - Ausweich- u. Abstellplatz

Gestern kam ich zufällig am Gelände des ehemaligen Ausweich- und Abstellplatzes "Friesing" vorbei. Die Lage erfuhr ich schon vor Jahren von Einheimischen. Genaue Platzgröße ist leider nicht mehr bekannt. Das Gelände wurde durch Flurbereinigungsaktionen und Windschutzgürtel verändert.
Jedenfalls diente der Platz den fliegenden Einheiten vom nahen (ehemaligen) Flh. Markersdorf als Ausweich- und Abstellfläche...

Dazu 3 (schlechte) Aufnahmen, habe leider oft das Pech, bei schlechter Witterung und Lichtverhältnissen an interessanten Orten zu sein bzw. vorbeizukommen...
Zur Dokumentation hoffe ich, dass die Qualität genügt:)

1. und 2. Blickrichtung W: Außerhalb des linken Bildrandes verläuft die Westbahnstrecke in den Bereich Prinzersdorf.
3. Rechter Rand - alter Meierhof Friesing

4. u. 5 GE-Übersichten BLAU -> Aufnahmerichtung
 

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#65
Gesuchter Flugplatz Haslach

Ich glaube du hast einen Flugplatz zuviel in deiner Liste nur kann ich dir leider nicht sagen welcher es ist.
St. Martin im Sulmtal ist übrigens im Bez. Deutschlandsberg.
Haslach bei Gleinstätten ist gleich daneben, es könnte daher der gleiche Flugplatz sein. In einem anderen Thread im Forum schreibt einer von einem bombardierten Tanklager bei Gleinstätten, evtl. ist hier auch dieser Flugplatz gemeint.
Ein weiteres Haslach, Haslach an der Stiefing (Bez. Leibnitz), ist eine Nachbargemeinde von Hart bei Wildon, dort ist der Gefechtslandeplatz E37 gewesen. Auch hier könnte aus einem Flugplatz 2 geworden sein.

Bezgl. Stras hoffe ich noch Info´s zu bekommen ob Strass i. Stmk. gemeint ist.

odessa
 

josef

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#66
Haslach Stmk. ?

@odessa :danke für die Hinweise!

Muss die Liste, die ich damals in dankenswerter Weise von @Fred romminger bekam, mit den Standorten, die Jürgen Zapf in "Flugplätze der Luftwaffe 1934 - 1945", anführt, vergleichen! Auch in den Auflistungen im Buch von Zapf gibt es ein paar Unklarheiten zu Plätzen auf österreichischem Gebiet...

Nochmals besten Dank, kommt wegen Zeitmangel und einer Fülle anderer Dinge vorerst einmal ins Fach "unerledigtes - ungeklärtes...", Werde mal in einer "stillen Stunde" die Sache weiterverfolgen und dann berichten!

lg
josef
 

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#67
Herzogenburg - Segelfluggelände am Kölbling

Fand 2 Fotos/Karten zum Segelfluggelände am Kölbling (Erhebung westlich von Herzogenburg). 2002 fand ich dort noch Reste der betonierte Bodenplatte und Fundamentreste des kleinen Hangars!

1. Foto aus 1940 von der Segelflugausbildung am Hang des Hohen-Kölblings. Transport eines Schulgleiters SG38, im Hintergrund der kleine Hangar.

2. Unbespannter Schulgleiter am Hauptplatz von Herzogenburg - dürfte im Vorfeld irgend einer Veranstaltung aufgenommen worden sein...

3. - 5. Reste des Hangarbodens und des Fundaments.

6. Blick vom Hohen-Kölbling auf Herzogenburg (2002).


(Bildquelle 1 u. 2: http://herzogenburg.topothek.at/ )
 

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#68
Herzogenburg - Ausweichplatz/Feldflugplatz

Neben dem Segelfluggelände am Hang des Kölblings im Westen der Stadt gab es noch einen Ausweichplatz bzw. Feldflugplatz im Norden des Stadtgebietes. Dieser befand sich auf den Feldern im Zwickel der Straßen nach Walpersdorf und jener ins untere Traisental Richtung Traismauer. Auf den Feldern ist heute nichts mehr von der damaligen Verwendung zu erkennen...

Fotos aus 2002 vom Gelände des Flugfeldes:
 

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josef

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#69
Feldflugplatz Micheldorf OÖ.

Bin derzeit bei der Überarbeitung bzw. Aktualisierung der Standortlisten für LW-Einrichtungen in Österreich. Bei Durchsicht der Literatur stieß ich bei

Handig;
Luftwaffe in Österreich;
öfh Nachrichten, Sonderband 31;
Wien 2013, ISBN 978-3-200-02675-9


auf Fotos des Feldflugplatzes Micheldorf. Diese zeigen neben Me 109 auch Ju 52 und US-Beutemaschinen vom Typ B24 am Platz! Für mich stellt sich nun die Frage, ob der von hohen Bergen (ca. 1.000 - 1.600 m) umgebene Platz im engen Tal der Krems damals größer war als der heutige Flugplatz und deshalb bzw. dadurch auch für mehrmotorige Maschinen geeignet war?
Kann jemand mehr darüber berichten?

Infos v. http://www.flugplatz-micheldorf.at/index.php/flugplatz
 

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josef

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#70
Feldflugplatz Micheldorf OÖ. - 2.Teil

Zur Anwesenheit von 4-mot Maschinen in Micheldorf bekam ich von @zwölfaxinger :)danke Renato) den Hinweis auf nachfolgenden Link:

http://www.flh-vogler.at/pages/1938---1945/1945.php

=> runterscrollen bis zum Bericht "Letzter Abflug vom Flh. Hörsching"

Da wird von einer Landebahn mit ca. 900 m berichtet, also doch länger als heute...

lg
josef
 

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#73
Frage wegen Götzendorf und Parndorf

Ich kenn mich zwar nicht so gut mit Flugplätzen aus, aber waren in Götzendorf bzw in Parndorf nicht auch Flugplätze?
:lesen: => auf den Vorseiten in diesem Thread gibt es Anhänge mit der Auflistung der ehem. Plätze...

...im Forum gibt es auch eine Funktion "Suchen" und wenn du diese mit Götzendorf bzw. Parndorf "fütterst", wirst du sicher auch fündig :)

lg
josef
 

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#75
Feldflugplatz/Arbeitsplatz Bierbaum am Kleebühel
Zum im "Verzeichnis der baulichen Anlagen der Luftwaffe - Luftgaukommando XVII" unter E/4 genannten "F. Platz/Arbeitsplatz" Bierbaum gibt es folgenden Beitrag der "Heimatforschung Region Kirchberg am Wagram" :

Flugplatz Bierbaum
Letzte Änderung: 6.11.2014
Schulchronik Bierbaum
"Der 21. Juni 1938 war für hiesige Bauernschaft ein bedeutungsvoller Tag. Es wurde ihnen durch einen Beauftragen der Luftwaffe verkündet, daß allen Besitzern von Grundstücken im Heuwegfeld, diese abgelöst werden, da im Geviert: Tullner- Absdorfer- Utzenlaaerstraße, sowie Ortsende ein Militärflugplatz errichtet wird. Mit der Vermessung wurde bereits am 20. Juni begonnen."
Quelle: Schulchronik Bierbaum

Administrativkarte, NÖ Landesbibliothek, Topographische Abteilung

Für die Leute damals noch nicht erkennbar, wurden schon Vorbereitungen für einen Krieg getroffen. Um Wien wurden in bestimmten Abständen Ausbildungs- und Übungsflugplätze angelegt. In unserer Gegend waren das Fels, Bierbaum und Markersdorf bei St. Pölten, wobei ersterer Ausbildungsflughafen war. Der Grasflugplatz in Bierbaum wurde nur zum Üben von Anflug und Landung benutzt.
Um den Platz landetauglich zu machen, musste die Ackerfläche vorerst befestigt und mit Gras besät werden. Die Bauern der Umgebung mussten immer wieder das Gras mähen. Die halfen in der Küche, wenn größerer Flugbetrieb war.
Wie man in der Schulchronik von Utzenlaa liest, musste für den Flughafen auch eine Straße verlegt werden: "Februar herrscht sehr große Kälte, es liegt ungewöhnlich viel Schnee; arge Verwehungen sind auf der neuen Straße, die erst im Herbst spät beendet wurde. (Über den vergangenen Sommer wurde der Flugplatz gebaut und dabei die alte Straße verbaut, so daß sie weiter rechts neu gemacht werden mußte). Wochenlang ist unser Dorf in diesem strengen Winter ohne jede Verbindung. Der Ortsbauernführer ist einigemale zu Fuß nach Tulln gegangen. Autobus und Bahn konnten oft nicht verkehren. Der Briefträger erlitt Erfrierungen und verirrte sich am Flugplatz."

Die folgenden Fotos stammen aus dem Buch „Überlebt“
das das Fliegerleben des Georg Munker (Unteroffizier, später Oberleutnant) wiedergibt.
Der Autor Walter Waiss hat uns die Veröffentlichung freundlicherweise gestattet.


Der Flugplatz mit der Baracke

Der Flugplatz aus der Luft

Georg Munker war begeisterter Fotograf, die oft die Kamera ins Cockpit mitnahm. Hier eine Aufnahme von Bierbaum.

Bilder vom Flugbetrieb

Eine Ar 96 wartet auf die Freigabe zum Flug. Dieses Flugzeug diente den Flugschülern bei der Umschulung zum Jagdflieger als Schulungsflugzeug.

Bei der deutschen Arado Ar 96 (Arado Flugzeugwerke GmbH, Warnemünde) handelte es sich um ein damals modernes einmotoriges Fortgeschrittenen- und Übungsflugzeug aus der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre. Das einmotorige Flugzeug war mit Einziehfahrwerk und geschlossener Kabine ausgerüstet. Im Zweiten Weltkrieg war die Ar 96 eines der Standard-Schulflugzeuge der deutschen Luftwaffe.
Quelle: Arado Ar 96 – Wikipedia


Ein Ju 87 „Stuka“ landet in Bierbaum. Im Hintergrund die Straße nach Absdorf.

Mit der Bezeichnung Stuka wird in der Regel das deutsche Sturzkampfflugzeug Junkers Ju 87 (Junkers Flugzeugwerke, Deutschland) aus dem Zweiten Weltkrieg assoziiert, das zu Kriegsbeginn massiv eingesetzt und in der Folge zum bekanntesten Flugzeug dieses Typs überhaupt wurde.
Quelle: Sturzkampfflugzeug – Wikipedia


links steht eine Avia B 534 rechts eine Junkers W 34

Die Avia B-534 (Avia-Werke, Tschechoslowakei) war ein tschechoslowakisches einmotoriges Doppeldecker-Jagdflugzeug, wendig, zuverlässig und gut zu fliegen. Es war dank seiner genieteten und geschraubten Stahlrohrkonstruktion auch für den Einsatz auf Feldflugplätzen geeignet. In der deutschen Luftwaffe diente es unter anderem als Fortgeschrittenentrainer.
Quelle: Avia B-534 – Wikipedia
Die Junkers W 34 war ein einmotoriger Tiefdecker der Junkers Flugzeugwerk AG. Von vornherein war die Maschine neben der Frachtfliegerei auch für den Passagier- und Schulbetrieb vorgesehen.
Quelle: Junkers W 34 – Wikipedia


eine Avia B 534 von der Seite

Vorbereitung zum Flug

Bei großer Kälte mussten die Maschinen mit einem Vorwärmgerät auf den Start vorbereitet werden, hier eine Junkers W 34.

Eine Junkers W 34 wird betankt, sie fasste nicht ganz 500 Liter Treibstoff.

Bruchlandungen
Immer wieder kam es aus verschiedenen Gründen zu Bruchlandungen.

Eine Letov S 328, mit der Uffz. Munker gestartet war. Nach einer Minute stellte sich eine Motorstörung ein und es kam zu einer Bruchlandung.

Die Letov Š 328 (Letov-Werke bei Prag) ist eine Weiterentwicklung der Letov Š-28, einem einmotorigen zweisitzigen Doppeldecker tschechischer Herkunft. Nach der Annektierung der CS wurde das Flugzeug von der Deutschen Wehrmacht vor allem zu Übungsflügen verwendet.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Letov_%C5%A0-28#Letov_.C5.A0-328


Das verunglückte Flugzeug wird nach Markersdorf abtransportiert.


Entweder wurde beim Rollen zu stark gebremst oder ist das Flugzeug in ein Loch gerollt, jedenfalls handelte es sich um einen Kopfstand mit geringem Schaden.


Hier wurde zu stark abgebremst und ein sogenanntes „Fliegerdenkmal“ errichtet:

Treibstoffmangel
Die Flugzeuge starteten gegen den Wind, daher mussten sie auf dem Flugfeld in die richtige Position gebracht werden. Gegen Ende des Krieges, als auch der Treibstoff schon knapp war, geschah dies mit Pferden oder mit Menschenkraft:


Obwohl unsere Gegend einige Male Ziel von Bombenabwürfen war, wurde der Flugplatz erst gegen Ende des Krieges direkt angegriffen.

Pfarrchronik Kirchberg am Wagram

"Ostertage 1945:…Die russischen Fliegerangriffe lösten die amerikanischen aus Italien ab, nachdem schon am 26. März Fliegerangriffe auf den Flugplatz in Bierbaum, Winkl, Absdorf und Neustift i.F. gemacht wurden… "
Schulchronik Bierbaum
"Am 31.3.1945 mußte jeder Unterricht für die Zukunft unterbleiben. Die körperliche Sicherheit verlangte dies. Russische Tiefflieger besuchten unser Dörfchen. Bierbaum liegt in einer großen Gefahrenzone. In ganz kurzen Zeitabständen flogen sie hinweg und schossen ihre Bordmunition aus. Die Flucht hinter Mauern und Haustore bot einen geringen Schutz.
Am 7. Mai 1945, lag der Flughafen unter russischem Artilleriefeuerbeschuss."

Schulchronik Utzenlaa
"1.3.: Es ist der schwerste Tag für Utzenlaa. Früh um ½ 9 h kommen Tiefflieger und versetzen alle Bewohner in größten Schrecken. Die Pferde gehen durch, 2 Flugzeuge stürzen am Flugplatz ab. dann fliegen über 30 Verbände viermotoriger Bomber genau über das Dorf Moosbierbaum an. Jeder Verband lädt die Bomben kaum 10 Minuten vom Dorf entfernt in der Au ab (Eschenboden)."
Um den Flugplatz für die Russen nicht verwendbar zu machen, wurde er unter Federführung der landwirtschaftlichen Genossenschaft Absdorf mit Pflügen umgeackert. Es sollen einige Flugzeuge gelandet sein, die dabei natürlich beschädigt wurden. Darum mussten gleich nach der Machtübernahme und der Besetzung durch die Russen die Bewohner der umliegenden Ortschaften die durch das Ackern entstandenen Gräben einebnen.
Frau Anna Schabl, Jahrgang 1916, Königsbrunn
(damals in Neustift i. Felde):
"Beim Flughafen Bierbaum hatten die Deutschen vor dem Verlassen des Feldes kreuz und quer aufgeackert. Von den umliegenden Orten wurden die Bewohner mit Truhenwagen unter russischer Bewachung wie bei Kolchosen üblich, zusammengeführt und zur Arbeitsstelle gebracht. So mussten wir die geackerten Furchen zuschütten. Ich war in Absdorf dabei beim Ziegelaufladen oder besser -stehlen. Man füllte damit einen Bombentrichter. Dies war eine Lage Ziegel, eine Lage Erde. Sie holten auch Kunstdünger vom Lagerhaus um Stege einzuschütten."
Herr Franz Pösinger, Jahrgang 1931, Frauendorf
Bald nach dem Einmarsch Hitlers ist mit dem Bau des Übungsflugplatzes Bierbaum begonnen worden. Plötzlich hatten alle Arbeitslosen der Umgebung Arbeit, denn die Anlage brauchte viele Hände, da es damals noch wenige Maschinen gab. Mit Pferdefuhrwerken und Scheibtruhen wurden die Unebenheiten des Platzes eingeebnet. Die Arbeit ruhte auch in der Nacht nicht. Da auch die Männer von Frauendorf dort arbeiten mussten, brachten ihnen wir Kinder mittags das Essen.
Zuerst waren Segelflieger stationiert, die mit Seilwinden zum Start hochgezogen wurden. Erst gegen Kriegsende waren Kampfflieger hier stationiert.
Als die Luftangriffe auf unsere Gegend begannen, fällte man an der Straße nach Utzenlaa die Bäume und grub für die hier befindlichen Flieger Gruben, in die die Flieger mit Fahrzeugen hineingezogen und abgedeckt wurden.
Einmal wurde statt des Flughafens Absdorf bombardiert. Ein Tiefflieger hat mit dem MG beim Bahnhof ein Pferd erschossen.
Schulchronik Bierbaum
"Am 15. September 1958 wurde der im Jahre 19398 von der deutschen Wehrmacht enteignete Flugplatz den früheren Besitzern in einer kleinen Feier, welche am Flugplatz stattfand, zurückgegeben. Die Festrede hielt Herr Landesrat Waltner im Beisein des Herrn Bezirkshauptmannes Goldberger, des H. Hofrat Mattes von der Agrarbezirksbehörde und des Vermessungsbeamten der n.ö. Landesregierung, Herr Dipl.Ing. Sekot. Weiters waren alle ehemaligen Grundbesitzer anwesend."

Eine weitere interessante Seite im Internet: Liste von Luftfahrzeugen der Wehrmacht – Wikipedia

Das Buch "Überlebt" von Walter Waiss, in dem auch der Flughafen Fels behandelt wird, hat die ISBN-Nummer 978-3-86933-074-7, es ist über Internet-Buchhandlungen problemlos erhältlich.

Dezember 2013
Maria Knapp
Quelle: Heimatforschung Region Kirchberg am Wagram:
Flugplatz Bierbaum

Hinweis: Wir wollen Wissen über unsere Region weitergeben und erlauben die Verwendung von Texten zu nicht kommerziellen Zwecken unter Anführung der Quelle.
 

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#76
Herzogenburg - Ausweichplatz/Feldflugplatz und Segelfluggelände am Kölbling

Als Ergänzung zu den Beiträgen #67 und #68:

Am in der "Topothek Herzogenburg" veröffentlichten Aufklärungs-Lubi vom 01.11.1943 ist der Ausweichplatz/Feldflugplatz im Norden der Stadt gut zu erkennen. In der "Download-Vergrößerung" sieht man auch den "Segelflieger-Hangar" am Kölbling ganz deutlich!

1. Ausschnitt aus Lubi v. 01.11.1943: Pfeil -> Ausweichplatz/Feldflugplatz, Kreis -> Segelfluggelände am Kölbling
Bildquelle für 1. - 4.: http://herzogenburg.topothek.at/ori...6e399f335ccde62c8cccf150/58065_58065_5085.jpg

2. Flugfeld - Südteil
3. Flugfeld - Nordteil

4. Genau in Bildmitte ist der Segelflieger-Hangar am Kölbling zu erkennen.


 

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#77
Nochmals Ausweichplatz Traismauer:

Auf dem im Vorbeitrag #76 zitierten, in der "Topothek Herzogenburg" veröffentlichten Aufklärungs-Lubi v. 01.11.1943, ist auch das Wiesengelände zwischen Traismauer-Rittersfeld und Wagram ob der Traisen gut zu erkennen, wo 1944 ein Flugfeld/Ausweichfläche eingerichtet wurde (siehe auch Beiträge #51, 62 u. 64):

(Angabe zur Bildquelle siehe vorigen Beitrag #76)
 

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#78
Feldflugplatz Kirchham

Es gefällt mir immer, wenn es heutzutage auch noch wirklich aufmerksame und genaue Leser gibt, die nicht alle irgendwo veröffentlichten Artikel-bzw. Berichtstexte einfach nur lesen und unkritisch hinnehmen!

Von so einem aufmerksamen User bekam ich den Hinweis, dass in der Neuversion von www.geheimprojekte.at auf der Länderseite Oberösterreich/Bezirk Gmunden, der in der Altversion von @Markus angeführte "Fliegerhorst Kirchham" fehle! Auch sei "Kirchham" in der von mir am 10.07.2009 in diesem Thread unter Beitrag #40 angehängten pdf-Liste als "Feldflugplatz" ausgewiesen...

Ja, das stimmt! Nur wurden die Standorte vor Veröffentlichung der "Neuversion" nochmals überprüft und diverse (erkannte) Fehler korrigiert. So auch bei "Kirchham"! Da lag eine Verwechslung zwischen Kirchham - Bezirk Gmunden (Oberösterreich) mit Kirchheim - Landkreis Passau (Bayern) vor! Der Feldflugplatz lag in Bayern und wurde daher in der neuen Auflistung des Bezirkes Gmunden/OÖ. nicht mehr aufgenommen :)

lg
josef


 

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#79
Nochmals Kirchham:
Lt. Jürgen Zapf, Die Flugplätze der Luftwaffe 1934-45,
wurde der Feldflugplatz bei Kirchham (zwischen den Gemeinden Kirchham und Zanklöd, im Osten bis Angloh) schon vor dem WKII errichtet. Ende 1944 wurde der Platz geräumt und mit dem Bau einer befestigten Start- u. Landebahn für das "Silberprogramm" (-> Einsatzplatz für Strahlflugzeuge...) begonnen, die sich im Westen bis über die Verbindungsstraße Kirchham - Irching hinaus erstreckte. Nach dem Krieg wurden alle Relikte entfernt und das Gelände wieder landwirtschaftlicher Nutzung zugeführt.

Nachfolgen 2 GE-Bilder vom Gelände des Feldflugplatzes und der Umgebung mit den nahen Plätzen Pocking (Fliegerhorst) und Münsteuer-Reichersberg (Feldflugplatz):
 

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#80
Nochmals Kirchham:
Lt. Jürgen Zapf, Die Flugplätze der Luftwaffe 1934-45,
wurde der Feldflugplatz bei Kirchham (zwischen den Gemeinden Kirchham und Zanklöd, im Osten bis Angloh) schon vor dem WKII errichtet. Ende 1944 wurde der Platz geräumt und mit dem Bau einer befestigten Start- u. Landebahn für das "Silberprogramm" (-> Einsatzplatz für Strahlflugzeuge...) begonnen, die sich im Westen bis über die Verbindungsstraße Kirchham - Irching hinaus erstreckte. Nach dem Krieg wurden alle Relikte entfernt und das Gelände wieder landwirtschaftlicher Nutzung zugeführt.

Nachfolgen 2 GE-Bilder vom Gelände des Feldflugplatzes und der Umgebung mit den nahen Plätzen Pocking (Fliegerhorst) und Münsteuer-Reichersberg (Feldflugplatz):
Der diesseits des Inn gelegene Platz Kirchham wurde zwar 1945 wegen der Pistenbetonierung gesperrt, aber in den letzten Kriegsmonaten weiter benutzt, vor allem von dem am benachbarten Platz in Münsteuer untergebrachten EJG 1 (kam vom Fliegerhorst Schönfeld-Seifersdorf mit Fw 190 und den üblichen Schulmaschinen). Unmittelbar vor Kriegsende verlegte dann noch die 2.(F)/11 mit ihren Ju 188 nach Kirchham. Hier wurden die Maschinen abgestellt, geflogen wurde nicht mehr.
Am 16.4.1945 wurden Münsteuer und Kirchham von US-Jägern mit Bordwaffen angegriffen und auf beiden Plätzen unzählige Flugzeuge in Brand geschossen.
Zu Münsteuer siehe:
http://www.mut-innviertel.at/images...dschuh/Bundschuh_6_Beitrag_Herbert_Gruber.pdf

LG Zwölfaxinger
 
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