Flakbatterien Wien

#42
@Bunkerratte

ein paar seiten vorher, wolltest du was wissen über die flakstellungen RODAUN.

Es handelt sich hier um 6/533 LW-Batterie die im Bereich zwischen Josef Bühl G. und R. Waisenhorng.- Heuriger Schwinger, lag.

Weiters die RAD-Batterie 4/532 im bereich Rodaunerstr.- Haderspergen Steig- Arabellag.- R. Waisenhorng.

Bei der RAD-Flak wurden anfangs 4 8,8cm, später 6, ende 1944 8 stk. 8,8 Flak 36/37 ortsfest , verwendet.

Deshalb in der Literatur der Begriff- Grossbatterie.

Heute nichts mehr zu erkennen, da der ganze Hang bis runter zur Breitenfurterstr. verbaut wurde.

Einziges Foto- eine Luftbildaufnahme v. 23.3.1956 ( BA f. Eich u. Vermessungstechnik Z1 L 70 283/92)
Dort erkennt man noch die Stellungen, sowie die Reste des Barackenlagers des Luftnachrichten Reg 4 und die Georgenberg- Kaserne.
 
#44
Luftbild bei Bundesamt für Eich und Vermessungswesen (Landschaftsaufnahmen) mit der oben genannten Blattzahl.
Ich habe eine ältere Tel 43 89 35 ...0 !
 
P

Philipp

Guest
#47
Also, ein paar Neuigkeiten zum Thema Luftnachrichtenkaserne.
Ratte und ich waren heut dort und haben uns ein bisserl umgesehen.
Die Erkenntnis daraus war ernüchternd. Das Forstamt treibt dort sein Unwesen das einem schlecht wird. Der Grossteil der Mauerreste ist schon geschliffen worden oder was noch vorhanden ist steht davor abgerissen zu werden. Die grosse Mauer bei der Anton-Krieger-Gasse ist zwar noch da soll aber, laut einem Anschlag des Forstamtes, auch abgerissen werden. Viel Spass wünsch ich nur denen, die Erde die dahinter ist wird sicher zum Wandern anfangen wenn die Mauer weg ist :huch
Weiters wurde der Parkplatz um einiges vergrössert und es wurden auch alle Fundamentreste des Barackenlagers fast komplett abgerissen, soweit erkennbar, die dort waren. Der Wald wurde komplett, und damit mein ich auch wirklich komplett, ausgeräumt. Es stehen nur mehr ein paar einzelne Sträucher dort rum und die werden sicher auch noch abgeholzt. Das Einzige was man noch sieht sind die zwei Torreste links und rechts der Einfahrt, sogar der kleine Wachbunker ist weg
Es ist echt lächerlich dann zu lesen das im Zuge von Sicherungsmassnahmen die Mauerreste abgerissen werden. Ich frag mich nur wenn die lange Mauer stören und gefährden soll? Wanderer sicher nicht, da sie noch immer in einem sehr guten Zustand ist und keinerlei Anzeichen von Verfall aufweist. Und ein "normaldenkender" Mensch kraxelt da oben auch nicht rum.
So wie es auf mich den Eindruck macht will man hier mit Nachdruck etwas vernichten um ein weiteres Stück ungeliebter Geschichte tot zu machen.
 
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E

Egg Grenade

Guest
#48
Hallo
@cerberus9
du hast erwähnt das Bisamberg ein sehr interessanter Geschichtlicher Berg ist. Kannst du mehr Informationen über den Bisamberg und die Kampfhandlungen ect. geben?
 
#51
cerberus9 hat geschrieben:
Flakstellung Sophienalpe: war nur sehr kurzfristig ebenfalls nichts mehr vorhanden. Glaube aber das dort nie etwas vorhanden war. Ein Teil der Knödelhüttenflak hat sich dort hin zurückgezogen.

Cerberus9
Damit könntest du recht haben ... lt. Carl Szokoll ("Die Rettung Wiens 1945") dürfte sich nur eine an der Knödelhütte Widerstand leistende HJ-Abteilung auf die Sophienalpe zurückgezogen haben.
 
#53
3 Fach Flakbatterie Schwechat Ost:

"Römisches Kastell gesucht, Flak des Dritten Reichs gefunden
BlogKlaus Freitag, Helga Sedlmayer14. Februar 2019, 08:00

In Schwechat wurde ein Kriegsrelikt wiedergefunden, dessen Existenz absichtlich vertuscht wurde
Ein veritabler Misserfolg war unsere Suche nach einem römischen Numeruskastell (= Kleinkastell), also einem Militärlager, an der Grenze der Territorien von Vindobona und Carnuntum, denn wir machten eine Entdeckung ganz anderer Art: Statt der römischen Kleinfestung förderten wir eine der Verschleierungstaktik überantwortete Fliegerabwehr des Zweiten Weltkriegs zutage.

Alles erschien so ideal für die Erforschung eines römischen Wachpostens nahe dem Ufer der Schwechat in Mannswörth: Die Luftbilder eines Wehrgrabens von 95 mal 83 Meter in strategisch günstigster Position waren den gesuchten Militärstrukturen des 2./3. Jahrhunderts zum Verwechseln ähnlich. Aber unsere luftigen Hypothesen wurden nach den ersten Untersuchungen auf dem Boden der Tatsachen mittels Prospektionen durch Magnetometer und Metallsonden zunichte gemacht: Splittergraben statt römischer "fossa" (Graben), Stahlbeton und Eisenarmierungen statt römischer Palisade, Patronenhülsen statt römischer Pfeilspitzen, Bierkapseln statt Amphoren.


grafik: klaus freitag (öaw/öai)
Mannswörth. Standort der Flak Schwechat-Ost südlich der Raffinerie (1939–1945 Deutsche Erdöl A.G.)

Flak Schwechat-Ost bestand bis 1944
Die dokumentierten Befunde sind als eindeutige Indizien für die Lokalisierung des Hauptgefechtsstands der schweren Dreifach-Flakbatterie "Schwechat-Ost" zu werten. Die archäologischen Funde sind für die Datierung der Flak von außergewöhnlicher Exaktheit, die Patronen aus Produktionen des Deutschen Reichs (Treuenbritzen, Finower Industrie, Waffenwerk Brünn) datieren bis 1944, die Kapseln der als Heereslieferantin reüssierenden Brauerei Schwechat in das Jahr 1942.


grafik: klaus freitag (öaw/öai)
Magnetogramm und Interpretation. Was aus der Luft wie ein römisches Kleinkastell aussah, ist laut Geophysik und Metalldetektorprospektion der Hauptgefechtsstand einer Flak des Zweiten Weltkriegs.


foto: helga sedlmayer (öaw/öai)
Die Metalldetektorfunde belegen die Nutzung der Flak bis 1944.

Vom Fliegerhorst Schwechat-Ost zum Flughafen Wien
Die wiederentdeckte Flugabwehr zählte zu den schweren Flakbatterien, die zum Schutz mehrerer für die militärische Schlagkraft des Deutschen Reichs bedeutsamer Infrastrukturen eingesetzt wurden: Zu schützen war einerseits die Raffinerie, die als "Nova Öl- und Brennstoff A.G." in Betrieb genommen und nach der Enteignung im Jahr 1938 als "Deutsche Erdöl A.G." bis 1945 fortgeführt wurde. Andererseits diente die Flugabwehr zum Schutz zweier seit 1938 ausgebauter Fliegerhorste: des Militärflugplatzes "Schwechat-Süd" auf dem Gebiet der heutigen Bundesheerkaserne in Zwölfaxing und des Horsts "Schwechat-Ost", der – als Militärflughafen geplant – den Vorläufer des heutigen Flughafen Wien bildete, ab 1942 als bedeutende Filiale der Flugzeugproduktion der Ernst-Heinkel-Werke Verwendung fand und ab 1943 als Nebenlager des Konzentrationslagers Mauthausen fungierte, 1944 mit über 2500 Inhaftierten.

Flak Schwechat-Ost, eine strategische Fehlplanung
Eine Räumung und Verlegung des von uns wiederentdeckten Gefechtsstands der Dreifach-Flakbatterie ("Schwechat-Ost") wurde bereits im Herbst des Jahres 1944 angeordnet. Die Einrichtung dürfte aufgrund der Position westlich des Flugzeugwerks nicht von der nötigen Effizienz gewesen sein, da mit dem Beginn der durchwegs aus Südosten angeflogenen 23 schweren Luftangriffe der Alliierten auf Schwechat ab dem März 1944 auch das Ende der Flak nahte. Die Vernichtung der Dokumentation dieser militärischen Einrichtung erfolgte zu Kriegsende. Da hatte noch niemand mit unserem "Spürsinn" für die Aufdeckung militärischer Geheimnisse gerechnet! Aber wollten wir das eigentlich alles so genau wissen und wären nicht viel lieber weiterhin in purer Ignoranz der historischen Tatsachen vom Flughafen Wien abgehoben?


foto: klaus freitag (öaw/öai)
Auf dem Boden der Tatsachen: geomagnetische Prospektionen 2018.

Auf dem Boden der Tatsachen bleiben
An diesem Beispiel lässt sich jedenfalls bestens demonstrieren, wie wichtig der Einsatz unterschiedlicher Methoden für eine fundierte archäologisch-historische Aussage ist: Während Luftbildauswertungen und topografische Überlegungen auf ein römisches Numeruskastell verwiesen, erbrachten Prospektionen mit Magnetometer und Metallsonden klare Beweise für eine Flakstellung des Zweiten Weltkriegs. Flexibilität bei der Analyse völlig unerwarteter, durch die archäologische Forschung aufgeworfener Fragestellungen ist in einem solchen Fall allemal gefordert!

Klaus Freitag ist seit 2012 Projektmitarbeiter am Österreichischen Archäologischen Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und hat die Prospektionen in Mannswörth durchgeführt.
Helga Sedlmayer ist seit 1997 am Österreichischen Archäologischen Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auf die Erforschung römischer Sachgüter spezialisiert und war in Mannswörth unerwartet mit archäologischen Kriegsrelikten des 20. Jahrhunderts konfrontiert.


Literaturhinweise
A. Ezsöl, Schwechater Kriegstagebuch 1944–1945. Luftkrieg und Kriegsende im Raum Schwechat. Schwechat 1994.
A. Ezsöl, Schwechat im Krieg 1939–1945. Zaltbommel 1985.
G. Holzmann, Der Einsatz der Flak-Batterien im Wiener Raum 1940–1945. Militärhistorische Schriftenreihe 14. Wien 1970.



Links

Geschichte der Region (Department für Raumentwicklung, Infrastruktur- und Umweltplanung)

Renato Schirer: Chronik der Garnison Zwölfaxing, Teil 1 (1938-1945)

Eine wiederentdeckte Flakstellung bei Wien (Truppendienst – Magazin des österreichischen Bundesheeres)


Römisches Kastell gesucht, Flak des Dritten Reichs gefunden - derStandard.at
 
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#54
Ein lustiger Bericht der voller Fehler steckt.

Den ganzen sicherlich nicht billigen Einsatz hätte man sich sparen können wenn man sich mit der neueren Geschichte der Gegend beschäftigt bzw. die Luftbilder der Alliierten angesehen hätte. (sind sogar in mehreren Publikationen zu finden.) Darauf ist eindeutig die Stellung der Meßstaffel zu erkennen.
In diesem Zusammenhang gefällt mir am Besten der Satz : "Während Luftbildauswertungen und topografische Überlegungen auf ein römisches Numeruskastell verwiesen..."
Und die (falschen) Vermutungen;
Zitat: "Die Einrichtung dürfte aufgrund der Position westlich des Flugzeugwerks nicht von der nötigen Effizienz gewesen sein, da mit dem Beginn der durchwegs aus Südosten angeflogenen 23 schweren Luftangriffe der Alliierten auf Schwechat ab dem März 1944 auch das Ende der Flak nahte."
Auch die Bezeichnung "Hauptgefechtsstand" ist schlichtweg falsch. Der war woanders. Das was da Untersucht wurde war, wie schon oben geschrieben, die Stellung der Meßstaffel.
Alles in Allem eigentlich kein Ruhmesblatt für die Archäologen. Sie hätten nur den "Holzmann" und die alliierten Luftbilder bzw. "Der Krieg in Österreich" - Rauchensteiner (ehem. Dir. HGM) hernehmen müssen.

mfg Cerberus9
 
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josef

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#55
Den ganzen sicherlich nicht billigen Einsatz hätte man sich sparen können wenn man sich mit der neueren Geschichte der Gegend beschäftigt bzw. die Luftbilder der Alliierten angesehen hätte. (sind sogar in mehreren Publikationen zu finden.)
Habe dazu aus meinem kleinen Archiv einige Lubi herausgesucht:

Nunmehrige Fundstelle ist im Identifizierungskreis 6 eindeutig zu erkennen!
Zur Orientierung: Linke obere Ecke B10, rechte Seite B9 und Linienmarkierung Pressburgerbahn. Oben Richtung Schwechat, unten Richtung Fliegerhorst Heidfeld / Flugzeugwerke Heinkel Süd:
1550158684341.png
Ausschnittvergrößerung aus Aufklärungsfoto 07.1944 - Best. AFHRA

1550159468828.png

1550159539028.png
Beide Lubi: 91.Mission 450th Bomb Group 26.06.1944 (Angriff auf Heinkel-Werk Heidfeld)
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#56
Bei Adolf Ezsöl, Schwechater Kriegstagebuch 1944 - 1945, fand ich nachfolgende
Kurzbeschreibung der "Dreifach-Flakbatterie Schwechat Ost":
Die Flak-Batterie "Schwechat Ost" wurde 1940 auf den Feldern gegenüber der heutigen "Danubisstraße" an der Reichsstraße nach Fischamend installiert. Sie verfügte ursprünglich über 6 Stück 8,8 cm Kanonen (Batterie-Nr. 4./223).

Im Frühjahr 1943 wurde eine Batterie aus Stammersdorf- Rendezvous (2./223) abgezogen, nach Schwechat-Ost verlagert und mit der bereits vorhandenen zu einer Doppelbatterie vereinigt.

Dann kam in den Wintermonaten 1943/44 eine "gemischte" Batterie dazu (1./807), wodurch die Schwechater Großbatterie zur ersten "Flakfestung" Wiens geworden war. Durch die Aufstockung der Geschütze von 6 auf 8 Stück je Batterie im Jahre 1944 verfügte die Großbatterie Schwechat nun 26 schwere Kanonen.

Mit zunehmender Intensität des Krieges wurden die Batterien im Großraum Wien wieder dezimiert. Die "Flakfestung Schwechat Ost" musste vorerst im Herbst 1944 die Personaleinheiten einer Batterie (1./807) abtreten, die anschließend ins Sudetenland abkommandiert wurde. Die verbleibenden Geschütze und die der Batterie 2./223 wurden nun von Abteilungen des Reichsarbeitsdienstes (RAD) bedient, die zumeist aus 17 - 18 jährigen Schülern aus Oberschulen bestanden, während die Geschützbedienung der Batterie 4./223 aus einer Luftwaffen-Flakeinheit bestand.

Im Herbst 1944 wurden die Geschütze der Dreifachbatterie Schwechat -Ost demontiert, zum Königskogel bei Rauchenwarth transportiert und dort wieder aufgestellt.

Die Luftwaffen-Flakeinheit 4./223 kam später bei den Abwehrkämpfen bei Ödenburg zum (Erd-)Einsatz, während die RAD-Flaksoldaten, die fast noch Kinder waren, in Rauchenwarth verblieben. Viele von ihnen wurden einige Monate später von den Russen getötet...
Noch ein Link zur "Flakstellung Königskogel bei Rauchenwarth"
 
#57
Habe fast den Verdacht das es sich nicht um die Meßstaffel sondern um die Scheinwerferstellung handelte. Demnach wäre die Meßstaffel mittig zwischen den von Josef eingezeichneten Kreisen Nr. 2 und Nr.3 oberhalb des Wegs.

lg

Cerberus9
 
#59
Hallo,
Wer kann mir weiterhelfen bei der Suche auf der Homepage AFHRA? Muss man sich auf der Seite anmelden und kann man die Dokumente ansehen?
Danke mfG Hermann Schneider
 
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