Hofherr & Schrantz, Austro-Fiat (ÖAF) und AFA-Werke Floridsdorf

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Harald 41

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#1
Hallo;
War gestern am späteren Nachmittag in Floridsdorf,um mir einmal die Gebäudereste der AFA aus der nähe anzusehen.
In "Geheimprojekte.at" steht ein interessanter Bericht von Markus,bin dem nachgegangen konnte aber leider vor Ort fast nichts herausbekommen.
Hatte mit vier Personen darüber gesprochen die in der näheren Umgebung dort arbeiten,fanden es sehr interessant wussten aber darüber fast nichts.
Werde versuchen über das Museum in Floridsdorf oder über die Fa. Siemens mehr zu erfahren.

Anbei noch ein paar Fotos.

LG Harry

PS Parallel zur Halle verlaufen noch zwei Schienenstränge von der Siemensstrasse kommend,bekam dazu aber unterschiedliche Angaben,Josef hat da sicher die besseren Karten.:D

Weiters wurde mir von einem Arbeiter erklärt,dass der Turm ein ehemaliger Wasserturm sei,und er den Auftrag hätte den Eingang zu verschließen da einige Jugendliche darin erhebliche Schäden angerichtet hätten,und dieser unter Denkmalschutz stehe.
 

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Geist

Worte im Dunkel
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#5
Aha, jetzt weiß ich endlich, welches Werk das ist. Ich bin im Spätsommer mal vorbeispaziert. Hier ein Bild, das zeigt, wie die bösen Jugendlichen das Gelände betreten haben. :D
 

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Harald 41

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#6
Hallo Martin79,und @Geist,
Nichts zu danken,bin da schon zig mal vorbeigefahren,hatte aber nie die Kamera dabei,@Geist auf "Geheimprojekte.at" unter Floridsdorf steht mehr,da hinten wo Du das Foto machtest war ich leider nicht (schon zu dunkel).

LG Harry
 

josef

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#7
Nachstehend 2 Lubi aus ca. Mitte der 30iger Jahre des vorigen Jahrhunderts mit Ausschnitten des Geländes der Hofherr & Schrantz Werke:

1. Blickrichtung N - Stadtauswärts:
Bildmitte Brünner Straße, rechter Bildrand Nordbahn, von dieser im Bogen von der rechten unteren Ecke nach links und dann durch Bildmitte verlaufend die Verbindung zur damaligen Nordwestbahn Richtung Korneuburg, Stockerau, Retz usw. und von der oberen rechten Bildecke nach unten links quer zum Bild verlaufend sind die Viaduktbögen der "Floridsdorfer Hochbahn" zu erkennen.

ROT: Oberhalb der Hochbahntrasse sind die "Hofherr & Schrantz Werke" erkennbar Hofherr & Schrantz - Wien XXI
In Hallen dieses Betriebes waren ab Ende 1943 auch die Verlagerung der "AFA-Werke" aus Hagen untergebracht Akkumulatorenfabrik-Aktiengesellschaft AFA - Wien XXI und XXIII

GRÜN: Beidseitig der Brünnerstraße befanden sich die Betriebsteile der "Österreichische-Automobil-Fabriks AG" (ÖAF, ehemals Austro-Fiat)
Österreichische Automobil-Fabriks AG - Wien XXI

GELB: Links der Brünner Straße war die "Floridsdorfer Lokomotivfabrik AG" (Lofag)
Lokomotivfabrik Floridsdorf AG (LOFAG) - Wien XXI

Links der Brünner Straße, innerhalb des Gleisdreiecks, war die Hauptwerkstätte Floridsdorf der Bundesbahn (während der Reichsbahnzeit RAW-Floridsdorf) und unterhalb der Bahnwerkstätten befand sich das vor 1938 stillgelegte Schraubenwerk Brevillier & Urban (ob bzw. wie dieses Gelände während der Kriegszeit genutzt wurde, kann ich nicht sagen).


2. Blickrichtung Ost:
Im Vordergrund => GRÜN die beiden ÖAF-Werksteile und darüber => ROT das Hofherr & Schrantz Gelände. Diagonal am Bild die Hochbahn zur parallel zum oberen Bildrand verlaufenden Nordbahn und rechts davon wieder die Bahnwerkstätten.

Bildquellen: 1. Hinkel/Landsmann; "Floridsdorf von A-Z"; Wien 1997, 2. "Bildalbum Floridsdorf 1900-1970"; Album-Verlag Wien 2008
 

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josef

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#9
Fertigungskennzeichen bpu

Bei Durchsicht meiner (spärlichen) Unterlagen zu "AFA-Werke" und "Hofherr & Schrantz" fand ich ein Foto aus 2002, welches ich vermutlich als Anhang zu einem E-Mail bekam. Am damaligen Dokument-Ausdruck vermerkte ich > A4 Brennofenteil - Einspritzhaube, Hersteller-Code "bpu" = Hofherr u. Schrantz, Wien XXI <. Leider fehlt auf den mir zur Verfügung stehenden Fertigungskennzeichen-Listen der Code "bpu". Dieser dürfte erst Ende 1944 oder Anfang 45 vergeben worden sein. Kann mir bitte jemand bestätigen, dass der genannte Code tatsächlich "Hofherr & Schrantz" zuzuordnen ist?
 

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Harald 41

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#10
Hatte gestern von meinem Vater erfahren,dass die Lofak(Knochenmühle)=Super Arbeitsbedienungen zur damaligen Zeit:D "Anfang der 60er Jahre "so genannt ein riesiges Areal beherbergte,in der er selbst ca. 3 Jahre arbeitete.
Damals gingen von der Jedlersdorfer Seite auch Schienen ins Werk ebenso wie von der Nordbahn. Weiters erzählte er mir das weiter hinten im Werk große Hallen waren in denen zig. tausende Gussformen lagerten für Eisenbahnteile ebenso noch von ehemaligen Panzerteilen.
Es sollen damals mehrere Werke in der Umgebung mit der Lofak zusammengearbeitet haben.
Zu dem Ausdruck Knochenmühle möchte ich noch sagen,dassss die Leute unter teilweise sehr gefährlichen Bedienungen ihre Arbeit verrichteten,und es durch herunterstürtzenden Metallteilen zum Lokomotivbau öfters zu tödlichenen Unfällen kam.

LG Harry
 
#11
Moin Josef,
das Fertigungkennzeichen bpu gehört zu Hofherr- Schrantz- Glayten- Shuttleworth, Landwirtschaftl. Maschinenfabrik AG. WienXXI Shuttleworthstr. 8.
Wurde im Februar 1941 ausgegeben. In der Liste sind keine Änderungen vermerkt.

Gruß Hans
 

josef

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#13
Bahnanbindung Lofag, Hofherr & Schrantz usw.

@Harald 41 schrieb:
Damals gingen von der Jedlersdorfer Seite auch Schienen ins Werk ebenso wie von der Nordbahn
Ja, es gab 2 Anbindungen des Lofag-Werksgeländes:

Vom ehemaligen Bf. Jedlesee der Nordwestbahn und von der Verbindungs-Strecke (heute S-Bahn) zwischen Nord- und Nordwestbahn, Abzweigend im Bereich Ostkopf des Bf. Jedlersdorf (nach 1937).

Dazu Kartenausschnitte:
1. Stand 1937 (Quelle: Wiener Stadt- u. Landesarchiv; "Historischer Atlas von Wien"; Karte > Entwicklung Eisenbahnnetz 1837 - 1937 < )
2. Stand 1965 (Quelle: Freytag-Berndt; "Stadtplan Wien 1965" )
und
3. GE-Bild der "neueren" Situation (Aufnahmedatum ?) des Bereiches ehmalige Lofag (=> jetzt Einkaufszentrum); ÖAF und Hofherr & Schrantz (=> ebenfalls diverse Firmenstandorte); ÖBB-Hauptwerkstätte (=> wurde vor kurzem aufgelassen, wird Standort des neuen Großkrankenhauses Nord
http://www.wienkav.at/kav/khn-pm/ ).
 

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Harald 41

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#14
Hallo Josef;
Danke für die Pläne.sind interessant anzusehen.:danke
Da kann ich mir mehr darunter vorstellen.

LG Harry
 

josef

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#15
Noch eine kleine Ergänzung für alle Leser, die mit dem Verlauf der Bahnstrecken in Wien nicht so vertraut sind:
Bereich Nordwestbahnbrücke – Bf. Jedlesee und Jedlersdorf
Die seinerzeitigen Privatbahngesellschaften errichteten eigene Endbahnhöfe in Wien (Nord-, Nordwest-, Süd-, Ost-, West-, Franz-Josefs- und Aspangbahnhof). Dies hatte zur Folge, dass die 3 nach NW, N und NO über die Donau führenden Strecken separate Strombrücken erhielten. So entstanden von W nach O gesehen die Nordwestbahn-, Nordbahn- und die Stadlauer Ostbahnbrücke über die Donau.

Nach dem Ende der Donaumonarchie verlagerten sich die Verkehrsströme und die einst so wichtigen Linien in die nördlichen und östlichen Kronländer der Monarchie verloren an Bedeutung. Die zwischenzeitlich durch Verstaatlichung der Einzelunternehmen geschaffene Bundesbahn verlagerte schon in der Zwischenkriegszeit den Personenverkehr der NWB im Wiener Bereich auf die Nordbahn bzw. den Nordbahnhof. Der NW-Bf. diente nur mehr dem Güterverkehr, die Bahnhofshalle wurde stillgelegt und fand fallweise als Versammlungs- und Ausstellungsort für Großveranstaltungen Verwendung. Die Personenzüge Richtung Stockerau (und weiter…) benützten die Nordbahnbrücke und nach dem Bf. Floridsdorf die Verbindungsstrecke zum Bf. Jedlersdorf, wo sie wieder auf die Stammstrecke der NW-Bahn stießen. Der Streckenabschnitt NW-Bf. – NW-Bahnbrücke bis Bf. Jedlersdorf wurde demnach frei von Personenzügen.

Zu Kriegsende wurde die NW-Bahnbrücke teilweise und die Nordbahnbrücke nachhaltig durch Sprengungen von den sich auf die Floridsdorfer Donauseite zurückziehenden deutschen Truppen zerstört. Die NW-Bahnbrücke konnte nach Kriegsende in relativ kurzer Zeit wieder als eingleisiges Provisorium repariert und für den Bahnverkehr freigegeben werden. So gab es auch wieder Personenverkehr über die NWB-Brücke in den 21. Wiener Bezirk (und weiter…).

Nach Wiedererrichtung bzw. Fertigstellung der Nordbahnbrücke 1957 kam es wieder, wie schon in der Zwischenkriegszeit, zur Verlagerung der NWB-Züge auf die NB bzw. wurden und werden über die Nordbahnbrücke. geführt Nun betraf es aber den Gesamtverkehr! Dadurch wurde die NWB-Brücke seitens der ÖBB nicht mehr benötigt und es wurde an gleicher Stelle eine vierspurige Straßenbrücke => Nordbrücke, errichtet. Nach der Donauquerung benützt die neue Straßenverbindung die ehemalige NWB-Trasse bis zur Prager Straße. Das Reststück der NWB zwischen Bf. Jedlesee (mit Anschluss an die Lofag) bis Bf. Jedlersdorf (Vereinigung mit Strecke vom Bf. Floridsdorf der Nordbahn) blieb bestehen.

Floridsdorfer Hochbahn:
Um die durch die getrennten Bahnhöfe und Strecken der privaten Bahngesellschaften entstandenen betrieblichen Schwierigkeiten im übergeordneten Gesamtnetz zu beheben, war es notwendig, die Linien der Gesellschaften durch Verbindungstrassen zu verknüpfen. Eine solche „Netzschwachstelle“ bestand im Raum Floridsdorf zwischen Nord- und Nordwestbahn. Züge von der NWB kommend mit einem Bestimmungsort stadtauswärts von Wien oder umgekehrt, mussten im Bahnhof Floridsdorf mit erheblichen Zeit- und Personalaufwand „gestürzt“ werden. D. h., die Lokomotive musste wegen des Fahrtrichtungswechsels von einem Ende der Zugsgarnitur auf das andere Ende umgesetzt werden…oder die ankommende Lok musste abgekuppelt und am anderen Zugende (in die neue Fahrtrichtung) eine andere Lok angekuppelt werden.

Dies war der Grund, während des 1. Weltkrieges eine solche Verbindungsstrecke zwischen den Bahnhöfen Leopoldau (NB) und Jedlersdorf (NWB) zu errichten. Da die Trasse mehrere wichtige Verkehrswege kreuzt, entschied man sich für die Variante einer „Hochbahn“, die über weite Strecken auf Viadukten verläuft. Die Bauarbeiten begannen im Mai 1916 und die Inbetriebnahme der über 4 km langen Verbindung erfolgte bereits im Dezember des gleichen Jahres! Möglich wurde dies durch massiven Einsatz italienischer Kriegsgefangener, dadurch auch die oft gebräuchliche Bezeichnung „Italienerschleife“!

Im 2. WK erlangte die Italienerschleife wieder große Bedeutung. So war sie Bestandteil einer großräumigen Umfahrungsstrecke des besonders luftgefährdeten Stadtgebietes von Wien von der West- zur Nordbahn. Diese Umfahrung zweigte in St.Pölten von der Westbahn ab (=> aus Richtung München bzw. Passau, Linz… ) ging über Herzogenburg – Traismauer – „Schleife Tulln“ (Donauquerung) auf der FJB zur „Schleife Absdorf“ - Stockerau – Korneuburg – Wien Jedlersdorf „Italienerschleife“ – Leopoldau (=> Nordbahn Richtung Mähren, Polen, Ukraine, Slowakei … oder umgekehrt). Ab 1944 wurde die Trasse immer wieder durch Bombentreffer schwer beschädigt, 1945 sprengten zurückweichende deutsche Truppen weitere Brückenelemente. Dadurch war die Verbindungsschleife zur Gänze unbefahrbar und dem Verfall ausgesetzt.

Mitte der 90iger Jahre des vorigen Jahrhunderts begannen die ÖBB mit der Wiederherstellung dieser Gleisverbindung für den Güterverkehr. Die Inbetriebnahme erfolgte 1998-99.

Dies ist nur ein kurzer, unvollständiger Bericht über die Bahnverbindungen im Bereich der ehemaligen Lofag, ÖAF und Hofherr & Schrantz Werke in Wien 21. Über die Industrie- und Verkehrsgeschichte dieser Gegend könnte man sicher einige Bände schreiben…

1. NWB-Brücke GRÜN => abgetragener Streckenteil, neue Nordbrücke mit anschließender Zufahrt bis Prager Straße und Floridsdorfer Hochbahn HELLBLAU Basiskarte Stand 1937
Quelle: Wiener Stadt- u. Landesarchiv; "Historischer Atlas von Wien"; Karte > Entwicklung Eisenbahnnetz 1837 - 1937 < )

2. Viaduktruinen vor Sanierung.
3. Viadukte bei Sanierungsarbeiten.
4. Detto, mit den Rest einer Splitterschutzzelle am "Schutthaufen".
5. Schematische Darstellung "Floridsdorfer Hochbahn"
Quelle 2. - 5.: G.Dorffner (Hrg.); "Die Floridsdorfer Hochbahn"; 4/4-Verlag Strasshof 1999
 

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josef

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#18
Hallo; Habe da noch was für Eisenbahn-interessierte,und zwar die 52 oder auch Kriegslokomotive genannt,wurde in der LOFAK gebaut.
Steht im Ortszentrum von Strasshof,in meine Kindheit bzw. Jugend standen diese zu hauf auf den verschubgeleisen in Strasshof.
LG Harry
Harry :danke für die Fotos.

Die "Kriegslok" 52.7593 wurde unter der Werks-Nummer 16941 im Jahr 1944 von der LOFAG gebaut und wurde 1976 bei der damaligen Zgfst. Strasshof für immer abgestellt... und dann als Denkmallok neben die Straße gestellt :D

lg
josef
 

josef

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#19
KZ-Außen- u. Sublager Floridsdorf

Möchte auch auf andere Fakten betreffend der industriehistorischen Betrachtung der Firmen Hofherr & Schrantz, Verlagerung AFA-Werke usw. hinweisen:
Zur Deckung des enormen Arbeitskräftebedarfs wurden in Floridsdorf ab Mitte 1944 2 Außenlager des KZ Mauthausen eingerichtet. Ein Teil der Häftlinge kam nach der Zerstörung des KZ-Außenlagers Schwechat-Heidfeld (Heinkel-Werke) in die Lager nach Wien XXI. Ein Lager befand sich bei der Firma Hofherr & Schrantz in der Shuttleworthstraße 8. Siehe auch http://www.geheimprojekte.at/lager_wien-floridsdorf_I.html und

KZ-Außenlager Lager Wien XXI., Floridsdorf I – Hofherr & Schrantz
Art des Lagers: Außenkommando, Männerlager
Ort: Wien Floridsdorf, Shuttleworthstr. 8 (AMM B/60/19)
(bzw. => siehe KZ-Wien Floridsdorf II - Subkommando „St. Georgs-Brauereikeller“, Hopfengasse 22)
Höchste Belegungsstärke: unbekannt
Gründung: 14.07.1944
Schließung: 01.04.1945
Firmen, Auftraggeber: Heinkel-Werke AG; Hofherr & Schrantz; AFA („Akkumulatorenfabrik AG“)
Arbeitseinsätze: Produktion von Flugzeugteilen, Akkumulatoren für U-Boote sowie Steuerkomponenten für „V2“-Raketen
Referenzen - Quellen: AMM B/60/19, B/53/3, E/6/11;
Quelle: http://www.mauthausen-memorial.at/db/admin/de/show_aussenlager.php?caussenlager=43
Zur Geschichte des Außenlagers Wien - Floridsdorf
Im Zuge der Evakuierung des Lagers Schwechat – Heidfeld am 13. Juli 1944 wurden die Häftlinge zuerst nach Wien-Floridsdorf und später zum Teil weiter in die Außenlager Hinterbrühl bzw. Santa I, II, und III bei Schwechat transportiert. Das Lager Floridsdorf fungierte ab diesem Zeitpunkt unter dem Kommando von Anton Streitwieser als Zentrale des alle diese Lager umfassenden Lagerkomplexes Wien-Floridsdorf.

Die in Floridsdorf verbliebenen Häftlinge wurden auf die Kommandos „Hofherr & Schrantz“, „AFA“ bzw. „Jedlesee“ aufgeteilt. Die Häftlinge der Kommandos Hofherr & Schrantz sowie AFA wurden in einem eigenen Lager auf dem Firmengelände Hofherr & Schrantz getrennt von jenen des Kommandos Jedlesee untergebracht. ITS 1969 erwähnt das Kommando AFA als eigenes Sub-Kommando des Kommandos Hofherr & Schrantz. Es ist aber davon auszugehen, dass die Häftlinge dieser beiden Kommandos in einem einzigen Lager untergebracht waren.

Laut Ezsöl 2002 befand sich in der ehemaligen „St. Georgs-Brauerei“, Hopfengasse 22, in Floridsdorf der Sitz der Kommandantur sämtlicher Lager des Komplexes Wien – Floridsdorf.

Der jeweilige höchste Häftlingsstand für die einzelnen Lager dieses Komplexes lässt sich aufgrund der Quellenlage nicht gesichert rekonstruieren. Der Höchststand für den gesamten Komplex „Wien-Floridsdorf“ betrug jedoch 2.737 Häftlinge. Die Mehrheit der Häftlinge des Komplexes Wien-Floridsdorf stammte aus Polen bzw. der Sowjetunion.

Die Kommandos Hofherr & Schrantz und AFA wurden laut ITS 1969 und Maršálek ebenso wie das Kommando Jedlesee am 1. April 1945 evakuiert, was darauf hindeutet, dass die Evakuierung nicht über das Außenlager Hinterbrühl erfolgt sein dürfte. Der Evakuierungsmarsch, der über das Außenlager Steyr führte, erreichte das Konzentrationslager Mauthausen am 11. April 1945. Insgesamt sind laut einer Aufstellung der Lagerschreibstube auf diesem Marsch 121 Häftlinge getötet worden, 22 blieben vermisst oder sind geflüchtet. Der Anteil der Toten allein des Lagers Floridsdorf dürfte sich auf 45 Häftlinge belaufen. (AMM B/60/13)
Quelle: http://www.mauthausen-memorial.at/db/admin/de/show_aussenlager.php?caussenlager=43&carticle=437

KZ-Außenlager Lager Wien XXI., Floridsdorf II
(Subkommando von Floridsdorf I) - Pragerstraße / Hopfengasse 22
Andere Bezeichnungen: „Julius“
Art des Lagers: Subkommando von Wien - Floridsdorf I, Männerlager
Ort: Wien, Floridsdorf, ehemaligen Jedlesee-Brauereikeller, Prager Straße bzw. Hopfengasse 8 (Gelände der ehemaligen Häftlingsbaracken)
Höchste Belegungsstärke: unbekannt
Gründung: 13.07.1944
Schließung: 01.04.1945
Firmen, Auftraggeber: Heinkel Werke AG.
Arbeitseinsätze: Rüstungsindustrie; Flugzeugbau
Referenzen - Quellen: AMM B/60/19;
Quelle: http://www.mauthausen-memorial.at/db/admin/de/show_aussenlager.php?caussenlager=44

Neben den KZ-Häftlingen kamen in den Floridsdorfer Rüstungsbetrieben auch eine große Anzahl von Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern und sonstigen Fremdarbeitern zum Einsatz.
 
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