Rechnitz im Burgenland: Massaker beim Kreuzstadel

#22
Also die Suche nach einem Massengrab als "History Serie" zu verarbeiten finde ich absolut unpassend und geschmacklos.
Aber vielleicht habe ich das ja auch falsch verstanden.
Der Link von Oak Island ist auf jedenfall Interessant .
 
#23
Bei meiner Burgenlandreise kam ich auch beim Mahnmal Kreuzstadl in Rechnitz vorbei. Hier wird einem die traurige bewegte Geschichte informativ erzählt! Auch die zahlreichen Videobotschaften der Zeitzeugen, lassen einen an die schlimme Zeit erinnern!

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Senator74

Guest
#27
Mir ist zu einer Auffindung des Massengrabes bis jetzt noch nichts untergekommen, glaube kaum, dass ich so etwas "verschlafen" hätte. Es gibt zwar regelmäßige Medienberichte zum Kreuzstadel, Ergebnis ?

Habe jedenfalls einmal den Volltext des ORF-Berichtes aus 2006 in den Eröffnungsbericht gestellt, bevor er verschwindet.

lg
josef
Danke. Solche Geschehnisse sollen weder verschleiert, noch verharmlost werden.
Seriöse Aufarbeitung gewonnener Erkenntnisse ist das Gebot der Stunde.
 

Geist

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#28
Wieder Grabungen nach NS-Opfern in Rechnitz

Nahe der südburgenländischen Gemeinde Rechnitz wird seit Mittwochvormittag wieder nach Gräbern gesucht, in denen im März 1945 nach einem Massaker 180 ungarische Juden verscharrt wurden.

Mittlerweile sei es der 16. Versuch die Opfer dieser Bluttat zu finden, teilte der Verein RE.F.U.G.I.U.S am Mittwochnachmittag mit. Am Vormittag war unter der Federführung der archäologischen Abteilung des Bundesdenkmalamtes in einem bewaldeten, früher als „Remise“ bekannten Gebiet südlich von Rechnitz (Bezirk Oberwart) mit Grabungen begonnen worden.


ORF
Bisherige Versuche das Grab der 180 ermordeten Juden aus Ungarn zu finden schlugen fehl

Pressekonferenz angekündigt
Für Donnerstag haben der Verein, der sich seit den frühen 1990er-Jahren um die Bewahrung des Kreuzstadels in der südburgenländischen Gemeinde bemüht und das Bundesdenkmalamt eine Pressekonferenz über den aktuellen Stand der Suche angekündigt. Nähere Informationen dazu waren am Mittwoch noch nicht bekannt.

Links:
Quelle: Wieder Grabungen nach NS-Opfern in Rechnitz
 

josef

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#29
Suche nach NS-Opfern: Kein Hinweis auf Grab

In Rechnitz (Bezirk Oberwart) ist ein weiterer Versuch gestartet worden, das Massengrab von 180 bei einem Massaker im März 1945 ermordeten ungarischen Juden zu finden. Bis auf eine Granate wurde nichts gefunden.
Die Suche konzentrierte sich diesmal auf ein Waldstück namens „Remise“. Zwei Tage wurde dort intensiv nach Spuren des Massakers an den 180 Juden gesucht. Leider auch diesmal „mit negativem Ergebnis“, wie Grabungsleiter Franz Sauer vom Bundesdenkmalamt am Donnerstag in Rechnitz vor Journalisten sagte. „Wir werden natürlich weitermachen“, sagte Sauer.


ORF
Grabungen in der „Remise“

Im Vorjahr habe der Südburgenländer Erich Deutsch mit ihm Kontakt aufgenommen und den Hinweis gegeben, dass die Opfer des Massakers nicht an einem bisher angenommenen Ort erschossen worden seien, sondern in einem Bereich, den der Großvater von Deutsch diesem gegenüber als „Judenwaldl“ bezeichnet habe. „Wir sind dann zum Schluss gekommen, dieses sogenannte ‚Judenwaldl‘ ist die ‚Remise‘ “, schilderte Sauer.

Verdachtsflächen mehr als 30 Hektar groß
Im Vorjahr wurde das Waldstück mit Metalldetektoren durchsucht und nachdem einige Patronen gefunden wurde, beschloss man die ehemaligen Schützengräben auf einer Länge von 300 Metern komplett auszuheben. Bis auf eine Granate und einen Karabiner sei nichts gefunden worden, so Sauer. Die Verdachtsflächen seien insgesamt mehr als 30 Hektar groß - so eine Fläche könne man „nicht von heute auf morgen untersuchen“, sagte Sauer.

Seit Jahren maßgeblich an der Suche nach dem Grab beteiligt, ist der Verein RE.F.U.G.I.U.S. „Wir versuchen das auch öffentlich zu machen und zu schauen, dass Leute bereit sind, uns mögliche Orte zu sagen, wo das Massaker stattgefunden haben könnte“, so Vereinsmitglied Horst Horvath.


ORF
Gabor Vadasz, Nachkomme eines Opfers

Immer wenn die Hoffnung besteht, dass die Opfer gefunden werden könnten, reist der Budapester Gabor Vadasz nach Rechnitz - mehr dazu in Massaker von Rechnitz: Sohn sucht Grab . Er ist der wohl einzige Nachkomme eines der Opfer. Er sei zutiefst verzweifelt, denn er habe diesmal sehr große Hoffnungen gehabt, sagte der 82-Jährige. Es war die bereits 16. Suchaktion und die Suche werde fortgesetzt, hieß es vom Bundesdenkmalamt.

Massaker wenige Tage vor Kriegsende
Die Kriegshandlungen waren nur mehr wenige Kilometer entfernt, als am 24. März 1945 nach Informationen der Gedenkinitiative RE.F.U.G.I.U.S. an die 1.000 ungarische Jüdinnen und Juden vom Lager in Köszeg/Güns (Ungarn) mit der Eisenbahn über die Grenze in den kleinen Ort Burg (Ortsteil von Hannersdorf, Bezirk Oberwart) transportiert wurden. 200 Männer, bereits zu krank und zu schwach für den Arbeitseinsatz, der unter anderem im Ausheben von Gräben bestand, wurden einige Kilometer zurück zum Bahnhof Rechnitz gebracht.

Am selben Abend fand im Schloss Batthyany in Rechnitz ein NSDAP-Kameradschaftsfest statt, an dem etwa 40 bis 50 Personen teilgenommen haben dürften. Laut den Aussagen von Zeugen erhielt der NSDAP-Ortsgruppenleiter Franz Podezin einen Anruf und ließ daraufhin 15 Männer bewaffnen.

Die Gruppe machte sich vom Schloss auf den Weg in die Nähe des sogenannten Kreuzstadls, wohin in der Zwischenzeit die bereits völlig erschöpften Juden gebracht worden waren. Nach Mitternacht ermordeten sie 180 Menschen. Nach dem Massaker an den Juden kehrten sie ins Schloss zurück, wo weiter gefeiert wurde. Das Grab der Ermordeten wurde bis heute nicht gefunden.

Publiziert am 07.03.2019
Suche nach NS-Opfern: Kein Hinweis auf Grab
 

josef

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#32
Gedenken 2019:
Rechnitz: Gedenken beim Kreuzstadl
Veranstaltet vom Verein „RE.F.U.G.I.U.S.“ hat am Sonntagnachmittag beim Kreuzstadl in Rechnitz die alljährliche Gedenkfeier für die Opfer des Südostwallbaus stattgefunden. Unter anderem nahmen Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinden in Wien und Zalaegerszeg teil.
Erinnert wurde an die etwa 180 ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter die im März 1945 in der Nähe des Kreuzstadls ermordet wurden und nach deren sterblichen Überresten immer noch gesucht wird. Rund 150 Menschen waren der Einladung des Vereins „RE.F.U.G.I.U.S“ gefolgt. Neben den Vertretern der israelitischen Kultusgemeinde Zalaegerszeg sowie kirchlichen Vertretern, nahm auch Landtagspräsidentin Verena Dunst (SPÖ), sowie der Botschafter Ungarns Andor Nagy und die Botschafterin Israels Talya Lador-Fresher teil.


ORF/Csenar
Das Gedenken beim Kreuzstadl in Rechnitz

Jüdische Zwangsarbeiter ermordet
„Als ich die Artikel gelesen habe, wusste ich nicht, ob das eine wahre, oder eine erfundene Geschichte ist. Wir wissen, dass während des Holocaust schreckliche Sachen passiert sind. Aber so knapp vor Kriegsende, wo alle schon wussten, die rote Armee ist schon da - ist diese unfassbare Geschichte passiert. Es war eine Feier auf einem Schloss und sie haben die Juden, die gearbeitet haben, getötet. Es ist schwer dieses Kriegsverbrechen zu verstehen“, sagte die israelische Botschafterin.

Die bei einem Massaker im März 1945 im Zuge eines NS-Gefolgsschaftsfestes ermordeten 180 jüdischen Zwangsarbeiter seien, so die Botschafterin, „zweimal zu Opfern geworden: Einmal durch die Tat selbst, das zweite Mal durch das Schweigen.“


ORF/Csenar
Das Gedenken wird vom Verein Refugius veranstaltet

Warnung vor Antisemitismus
Die in einem System von Schützen- und Panzergräben beim Kreuzstadl vermuteten Gräber der Ermordeten konnten trotz der bisher 16 Suchaktionen und Grabungen nicht gefunden werden. Auch die Anfang März durchgeführte Grabung im „Remise“ genannten Waldstück südlich des Kreuzstadls blieb ohne Ergebnis.

„Wir sind in Ungarn immer noch nicht richtig in der Lage, den Holocaust zu verarbeiten“, stellte Ungarns Botschafter in Österreich, Andor Nagy, fest. Gegenüber Antisemitismus sei null Toleranz angebracht: „Die Geschichte lehrt uns, dass wir Ungarn den Antisemitismus rechtzeitig bekämpfen müssen“, so Nagy.


ORF
Etwa 150 Menschen waren der Einladung des Vereins „RE.F.U.G.I.U.S“ gefolgt

„Es ist wichtig, vor allem der Jugend klar zu machen, was passiert, wenn Grundwerte der Demokratie, wie Grund- und Freiheitsrechte beschnitten werden und die menschliche Würde mit Füßen getreten wird“, betonte Landtagspräsidentin Dunst. Sie legte im Namen des Landes Burgenland einen Kranz beim Kreuzstadl nieder. Außerdem legten Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinde Zalaegerszeg, der Gemeinde Rechnitz und des Mauthausenkomittees Kränze nieder.


ORF
Bei dem Gedenken wurden Kränze beim Kreuzstadl niedergelegt

Suche nach Massengrab geht weiter
Paul Gulda, Obmann des Vereins „RE.F.U.G.I.U.S“, bezeichnete die Gedenkstätte Kreuzstadl als „Brennpunkt dessen, dass über dunkle Geschichtskapitel gesprochen wird. Solange geschwiegen wird, kann sich eine Gesellschaft von diesem Übel nicht erholen.“ Zum steigenden Antisemitismus warnte Gulda vor politischen Entwicklungen. Die zuletzt auf Initiative des Bundesdenkmalamtes betriebene Suche nach den Gräbern der Ermordeten werde weitergehen, kündigte Gulda an.

Nur von wenigen der 180 Opfer des Massakers kennt man die Namen. Nachforschungen ergaben laut dem Verein „RE.F.U.G.I.U.S“ kürzlich, dass einer der prominentesten ungarischen Poeten der Zwischenkriegszeit, Laszlo Fenyö (vormals Friedmann, geb. 1902) 1942 zur Zwangsarbeit verpflichtet, gefoltert und 1945 bei Rechnitz ermordet wurde. Die an ihn erinnernde Gedenktafel wurde am Sonntag im Rahmen der Gedenkfeier enthüllt. Dabei anwesend war auch der Budapester Arzt Gabor Vadasz, dessen Vater und Onkel Opfer des Massakers waren.

Publiziert am 24.03.2019
Rechnitz: Gedenken beim Kreuzstadl
 

josef

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#33
Rechnitz: Hoffen auf neue Impulse
In Szombathely (Westungarn) findet seit Donnerstag ein zweitägiges Symposion zum Massaker von Rechnitz 1945 statt. Die Initiatoren erhoffen sich von der Konferenz neue Impulse für die Suche nach den Opfern des Massakers.

Das Programm des Symposions wurde von der jüdischen Glaubensgemeinschaft in Szomabthely in Kooperation mit dem Verein R.E.F.U.G.I.U.S. organisiert. Die Vortragenden kommen aus Ungarn und Österreich, so ist unter anderem das Bundesdenkmalamt vertreten. Außerdem sind der ehemalige Bürgermeister von Rechnitz, Engelbert Kenyeri, der Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, Gerhard Baumgartner, und natürlich Vetreter des Vereins R.E.F.U.G.I.U.S. dabei.

Suche nach den Opfern des Massakers
Sie beleuchten vor allem den Stand der Suche nach den Opfern des Massakers von Rechnitz 1945. Den ungarischen Historikern geht es vor allem um die Verbindung von Rechnitz mit Köszeg (Güns). Auch hier gab es es ein Judenlager, in einer ehemaligen Ziegelfabrik, wo mehr als 2.500 Juden zu Tode kamen. Bei der Auflösung des Lagers wurden die jüdischen Zwangsarbeiter über Rechnitz Richtung Graz getrieben - rund 180 von ihnen fanden im März 1945 in Rechnitz den Tod. Der genaue Ort des Massakers wurde bis heute nicht gefunden.

Publiziert am 09.05.2019
Rechnitz: Hoffen auf neue Impulse
 
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