"Bergkristall" soll nun doch zugänglich werden

josef

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#1
Lt. ORF-Oberösterreich sollen nun doch die Reste der Stollenanlage "Bergkristall" in St.Georgen an der Gusen zugänglich werden. Von den ursprünglich über 8 km langen Stollensystem wurde ein Großteil, wegen Einsturzgefahr (?) bzw. möglichen Schäden an den obertägigen Siedlungshäusern (?), verfüllt. Rund 2 km Stollen der ehemaligen U-Verlagerung sollen für Gruppen unter Führung speziell ausgebildeter Guides ab 2010 befahrbar werden. Wobei die BIG einen größeren Andrang reserviert gegenübersteht...

KZ Gusen: Stollen sollen zugänglich werden
Die Stollenanlage des ehemaligen KZ Gusen soll Überlebenden und in weiterer Folge auch Besuchern zugänglich gemacht werden. Das geht aus dem Nutzungskonzept des Innenministeriums hervor, das der APA vorliegt.

Ab Mai 2010 erste Besichtigungen
Rudolf Haunschmied vom Gusen Memorial Committee hofft, bereits im Mai 2010 ersten Gruppen eine Besichtigung anbieten zu können. Dringend gesucht wird nun ein Geldgeber, denn das vorliegende Konzept enthält keine Antworten hinsichtlich Finanzierung, Haftung und Organisation.

Mindestens 71.000 Menschen interniert
Im KZ Gusen, einem ehemaligen Außenlager von Mauthausen, waren mindestens 71.000 Menschen aus 27 Nationen interniert, mehr als die Hälfte kam zu Tode. Allein das Projekt "Bergkristall" - der Bau einer acht Kilometer langen Stollenanlage zur unterirdischen Flugzeugproduktion - kostete mehr als 8.600 Häftlinge das Leben.

Großteil der Gänge verfüllt
Ein Großteil der Gänge wurde mittlerweile aus Sicherheitsgründen verfüllt. Für die verbleibenden zwei Kilometer hat das Ministerium in Abstimmung mit der Gemeinde St. Georgen/Gusen, Opferverbänden und der Bundesimmobilien-Gesellschaft als Eigentümerin ein Nutzungskonzept erstellt. Demnach will man Überlebenden die Möglichkeit geben, die Stollen noch einmal zu besuchen. Bereits im Mai 2010 - anlässlich der jährlichen Gedenkfeierlichkeiten in Mauthausen - sollen die ersten in die unterirdischen Gänge vorgelassen werden, hofft Haunschmied.

Die Zeit drängt
Hier dränge angesichts des Alters der Betroffenen die Zeit. 2011 oder 2012 sei dann geplant, auch anderen Interessierten Führungen in kleinen Gruppen mit speziell ausgebildeten Guides anzubieten. Die Gänge allein zu erkunden, wäre zu gefährlich, so Haunschmied.

Besuch nur in Begleitung möglich
Auch wenn das Konzept eine ständige Öffnung der Stollen für Besucher und Veranstaltungen ausdrücklich ausschließt und nur einen eingeschränkten Betrieb vorsieht, ist der erzielte Kompromiss für Haunschmied "ein Wurf".
Man müsse realistisch bleiben und sehen, was mit vernünftigen Mitteln erreicht werden könne. Denn es wäre viel zu gefährlich, Besucher allein durch die Gänge streifen zu lassen, gab er zu bedenken.

Bauliche Maßnahmen
Wie rasch sich die Pläne in die Praxis umsetzen lassen, ist allerdings offen. Denn neben einem organisatorischen Konzept wären bauliche Maßnahmen nötig - etwa die Schaffung eines entsprechenden Zugangs oder eines Beleuchtungssystems. Dafür fehlt es aber vorerst noch an Geldgebern.
Haunschmied, der den Aufwand auf drei bis vier Mio. Euro schätzt, will nun mit dem Fundraising beginnen. Er hoffe, dass der Bund Mittel zur Verfügung stellt, Zusage habe er aber noch keine.

Zwölf Millionen für Sicherungsmaßnahmen
Die Bundesimmobilien-Gesellschaft will nur mehr Know-how beisteuern: Man habe bereits zwölf Millionen Euro in Sicherungsmaßnahmen investiert, die nun - bis auf die Rekultivierung - abgeschlossen seien, so Unternehmenssprecher Ernst Eichinger.

Frage der Haftung
Übernehmen muss die Bundesimmobilien-Gesellschaft allerdings die Haftung für Besucher - und steht einem größeren Andrang daher reserviert gegenüber.
Sollte ein Überlebender den Wunsch haben, die Stollen zu besuchen, müsse man von Fall zu Fall entscheiden, ob man die Erlaubnis dazu gebe, so Eichinger angesichts der "nicht adäquaten" Sicherheitslage in den unterirdischen Gängen.
Quelle: http://ooe.orf.at/stories/407083/
 

josef

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#2
Presse-Info der BIG und Artikel im Standard

Nachstehend ein Link zu einer Pressemitteilung der BIG v. Juli 2009 betreffend Notwendigkeit der Sanierung der Anlage "Bergkristall":

http://www.big.at/fileadmin/user_up...er Stollenanlage St. Georgen an der Gusen.pdf

und ein Artikel aus dem "derStandard":

Geldgeber für Stollenöffnung gesucht
02. Dezember 2009, 15:19
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Unterirdische Anlage des ehemaligen KZ Gusen soll eingeschränkt zugänglich gemacht werden - "Konzept" bislang ohne Finanzierung, Haftung oder Organisation
Linz - Die Stollenanlage des ehemaligen KZ Gusen soll Überlebenden und in weiterer Folge auch interessierten Besuchern zugänglich gemacht werden, wie aus dem Nutzungskonzept des Innenministeriums hervorgeht. Rudolf Haunschmied vom Gusen Memorial Committee hofft, bereits im Mai 2010 ersten Gruppen eine Besichtigung anbieten zu können. Dringend gesucht wird nun ein Geldgeber, denn das vorliegende "Konzept" enthält keine Antworten hinsichtlich Finanzierung, Haftung oder Organisation.

Im KZ Gusen, einem ehemaligen Außenlager von Mauthausen, waren mindestens 71.000 Menschen aus 27 Nationen interniert, mehr als die Hälfte kam zu Tode. Allein das Projekt "Bergkristall" - der Bau einer acht Kilometer langen Stollenanlage zur unterirdischen Flugzeugproduktion - kostete mehr als 8.600 Häftlinge das Leben. Ein Großteil der Gänge wurde mittlerweile aus Sicherheitsgründen verfüllt. Für die verbleibenden zwei Kilometer hat das Ministerium in Abstimmung mit der Gemeinde St. Georgen/Gusen, Opferverbänden und der Bundesimmobilien-Gesellschaft (BIG) als Eigentümerin ein Nutzungskonzept erstellt.

Etappenweise Öffnung

Demnach will man Überlebenden die Möglichkeit geben, die Stollen noch einmal zu besuchen. Bereits im Mai 2010 - anlässlich der jährlichen Gedenkfeierlichkeiten in Mauthausen - sollen die ersten in die unterirdischen Gänge vorgelassen werden, hofft Haunschmied. Hier dränge angesichts des Alters der Betroffenen die Zeit. 2011 oder 2012 sei dann geplant, auch anderen Interessierten Führungen in kleinen Gruppen mit speziell ausgebildeten Guides anzubieten. Die Gänge allein zu erkunden, wäre zu gefährlich, so Haunschmied.

Auch wenn das Konzept eine ständige Öffnung der Stollen für Besucher und Veranstaltungen ausdrücklich ausschließt und nur einen eingeschränkten Betrieb vorsieht, ist der erzielte Kompromiss für Haunschmied "ein Wurf". Man müsse realistisch bleiben und sehen, was mit vernünftigen Mitteln erreicht werden könne. Denn es wäre viel zu gefährlich, Besucher allein durch die Gänge streifen zu lassen, gab er zu bedenken.

Faktor Sicherheit

Wie rasch sich die Pläne in die Praxis umsetzen lassen, ist allerdings offen. Denn neben einem organisatorischen Konzept wären bauliche Maßnahmen nötig - etwa die Schaffung eines entsprechenden Zugangs oder eines Beleuchtungssystems. Dafür fehlt es aber vorerst noch an Geldgebern. Haunschmied, der den Aufwand auf drei bis vier Millionen Euro schätzt, will nun mit dem Fundraising beginnen. Er hoffe, dass der Bund Mittel zur Verfügung stellt, Zusage habe er aber noch keine.

Die BIG will nur mehr Know-how beisteuern: Man habe bereits zwölf Millionen Euro in Sicherungsmaßnahmen investiert, die nun - bis auf die Rekultivierung - abgeschlossen seien, so Unternehmenssprecher Ernst Eichinger. Übernehmen muss die BIG allerdings die Haftung für Besucher - und steht einem größeren Andrang daher reserviert gegenüber. Sollte ein Überlebender den Wunsch haben, die Stollen zu besuchen, müsse man von Fall zu Fall entscheiden, ob man die Erlaubnis dazu gebe, so Eichinger angesichts der "nicht adäquaten" Sicherheitslage in den unterirdischen Gängen. (APA)
Quelle: http://derstandard.at/1259281059832/Geldgeber-fuer-Stollenoeffnung-gesucht


lg
josef
 

josef

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#4
Älterer Artikel mit Video der OÖN v. August 2009 - Denkmalamt prüft...

Denkmalamt prüft Stollen in St. Georgen

Das Bundesdenkmalamt (BDA) wurde Anfang Juli vom Gedenkkomitee Gusen kritisiert, weil das Stollensystem zum NS-Projekt „Bergkristall“ in St. Georgen an der Gusen noch nicht unter Denkmalschutz steht – zu Unrecht, wie sich nun herausstellte. Denn das BDA teilte der Gemeinde Langenstein Ende Juni in einer gutachtlichen Äußerung mit, dass die Unterschutzstellung von Teilen des ehemaligen KZ-Lagers „Gusen I“ auf weitere Gebäude und Gebiete ausgeweitet wird – so auch auf „Bergkristall“.

„Das Verfahren läuft. Der Komplex Mauthausen besteht aus zu vielen Teilen, um das mit einem Verfahren abschließen zu können,“ sagt Eva-Maria Höhle, die Generalkonservatorin des Bundesdenmalamtes. „Daher weiten wir das Gutachten aus.“ Das dürfte auch der Grund dafür sein, warum der St. Georgener Bürgermeister Erich Wahl davon nur durch Zufall erfuhr: „Bei einer Besprechung mit der Gemeinde Langenstein tauchte das Stollensystem plötzlich auf einer Liste auf. Diese Entwicklung ist sehr gut“, sagt er.

Hinter den Kulissen wurde über den Sommer seitens Gemeinde, Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und Opferverbänden weiter an einem Konzept für die bestmögliche Erhaltung des Stollensystems gearbeitet. „Wir stehen seither ständig mit Rudolf Haunschmid vom Gedenkkomitee Gusen in Kontakt“, sagt BIG-Sprecher Ernst Eichinger. Auch das Land Oberösterreich mischt inzwischen in der Diskussion mit. Nachdem der oberösterreichische Landtag in der letzten Sitzung vor dem Sommer einen Initiativantrag der Grünen einstimmig beschlossen hat, sitzt bei der nächsten großen Gesprächsrunde am 7. September auch ein Vertreter der Landesregierung mit am Tisch. Dort wird über die weitere Vorgehensweise beraten. (mv)
Quelle: http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,247989

Zum Video: http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,247989,D::sts11308,513

lg
josef
 
H

Harald 41

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#5
Hallo Josef;
:danke für den Link ist interessant,vielleicht kann man das in Roggendorf auch machen (den Quarzsand können sie dort auch verkaufen liegt in den Stollen meterhoch):D
Ist halt eine blöde Sache mit dem Grundrecht übertage,ist halt schade das man soviel verfüllen musste.

LG Harry
 

josef

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#6
Hallo Josef;
:danke für den Link ist interessant,vielleicht kann man das in Roggendorf auch machen (den Quarzsand können sie dort auch verkaufen liegt in den Stollen meterhoch):D
Ist halt eine blöde Sache mit dem Grundrecht übertage,ist halt schade das man soviel verfüllen musste.
LG Harry
Du siehst ja, welche Schwierigkeiten in St.Georgen zu überwinden waren und noch kommen, obwohl die Stollen der BIG gehören. Die "Unterschutzstellung" von "Quarz" wurde im Forum schon mehrmals behandelt. Durch die Besitzverhältnisse und verschiedenen Interessenslagen in Roggendorf ist dort eine ähnliche Abwicklung der Angelegenheit um ein Vielfaches schwieriger...

lg
josef
 

josef

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#7
Rüstungsbetriebe Bereich Mauthausen-St.Georgen

Hier die Beantwortung einer E-Mail Anfrage eines Forumteilnehmers aus dem "hohen Norden", ersuche in Zukunft um Beachtung dieses Hinweises:http://www.unterirdisch-forum.de/forum/showthread.php?t=7078

Die Fragen lauteten:
Waren KZ-Häftlinge der Lager Mauthausen und Gusen neben der Me262 - Bergkristall-Fertigung im Lagerumfeld auch an weiteren Rüstungsvorhaben beschäftigt?
Entfernung zwischen den KZ-Lager Gusen und Mauthausen?
Hauptlager KZ-Mauthausen: http://www.geheimprojekte.at/kz_maut.html Teilefertigung der Firma Messerschmitt in Hallen beim Steinbruch "Wienergraben".

KZ-Lager Gusen I:
http://www.geheimprojekte.at/kz_gusen1.html
Oberirdisch:
Steinbrüche der DEST http://www.geheimprojekte.at/t_dest.html
SDP - "Georgenmühle" http://www.geheimprojekte.at/t_langenstein3.html
Messerschmitt AG http://www.geheimprojekte.at/t_langenstein2.html

Unterirdisch - Deckname "Kellerbau":
Fertigung der SDP http://www.geheimprojekte.at/t_keller.html
Aerodyn.Institut TH Wien http://www.geheimprojekte.at/t_langenstein1.html

KZ-Lager Gusen II:
http://www.geheimprojekte.at/kz_gusen2.html

Unterirdisch - St.Georgen an der Gusen, Deckname "Bergkristall:
Messerschmitt AG Me262 http://www.geheimprojekte.at/t_berg.html

KZ-Lager Gusen III - Lungitz:
http://www.geheimprojekte.at/kz_lungitz.html


Soweit die Lager- und Rüstungsstandorte in einer Entfernung bis zu ca. 6 km im W und NW vom Hauptlager Mauthausen.

Dazu ein GE-Übersichtsbild:
 

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josef

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#9
Habe gerade was gefunden,seit Mai 2010 können die Stollen ( von Überlebenden ) besucht werden.LG Harry
KZ-Stollen "Bergkristall" wird für Besucher zugänglich02.12.2009 (DiePresse.com)

Bereits im Mai 2010 könnten Überlebende des Mauthausen-Außenlagers in Gusen die Stollenanlage besuchen. Nur noch das Geld für die nötigen Sicherheits-Vorkehrungen und die Beleuchtung fehlt.

Die Stollenanlage des ehemaligen KZ Gusen soll Überlebenden und in weiterer Folge auch interessierten Besuchern zugänglich gemacht werden. Das geht aus dem Nutzungskonzept des Innenministeriums hervor. Rudolf Haunschmied vom Gusen Memorial Committee hofft, bereits im Mai 2010 ersten Gruppen eine Besichtigung anbieten zu können. Dringend gesucht wird nun ein Geldgeber, denn das vorliegende Konzept enthält keine Antworten hinsichtlich Finanzierung, Haftung und Organisation.

Im KZ Gusen, einem ehemaligen Außenlager von Mauthausen, waren mindestens 71.000 Menschen aus 27 Nationen interniert, mehr als die Hälfte kam zu Tode. Allein das Projekt "Bergkristall" - der Bau einer acht Kilometer langen Stollenanlage zur unterirdischen Flugzeugproduktion - kostete mehr als 8600 Häftlinge das Leben. Ein Großteil der Gänge wurde mittlerweile aus Sicherheitsgründen verfüllt. Für die verbleibenden zwei Kilometer hat das Ministerium in Abstimmung mit der Gemeinde St. Georgen an der Gusen, Opferverbänden und der Bundesimmobilien-Gesellschaft (BIG) als Eigentümerin ein Nutzungskonzept erstellt.

Zeit für Überlebende drängt
Demnach will man Überlebenden die Möglichkeit geben, die Stollen noch einmal zu besuchen. Bereits im Mai 2010 - anlässlich der jährlichen Gedenkfeierlichkeiten in Mauthausen - sollen die ersten in die unterirdischen Gänge vorgelassen werden, hofft Haunschmied. Hier dränge angesichts des Alters der Betroffenen die Zeit. 2011 oder 2012 sei dann geplant, auch anderen Interessierten Führungen in kleinen Gruppen mit speziell ausgebildeten Guides anzubieten. Die Gänge allein zu erkunden, wäre zu gefährlich, so Haunschmied.

Auch wenn das Konzept eine ständige Öffnung der Stollen für Besucher und Veranstaltungen ausdrücklich ausschließt und nur einen eingeschränkten Betrieb vorsieht, ist der erzielte Kompromiss für Haunschmied "ein Wurf". Man müsse realistisch bleiben und sehen, was mit vernünftigen Mitteln erreicht werden könne. Denn es wäre viel zu gefährlich, Besucher allein durch die Gänge streifen zu lassen, gab er zu bedenken.

BIG haftet für Besucher
Wie rasch sich die Pläne in die Praxis umsetzen lassen, ist allerdings offen. Denn neben einem organisatorischen Konzept wären bauliche Maßnahmen nötig - etwa die Schaffung eines entsprechenden Zugangs oder eines Beleuchtungssystems. Dafür fehlt es aber vorerst noch an Geldgebern. Haunschmied, der den Aufwand auf drei bis vier Mio. Euro schätzt, will nun mit dem Fundraising beginnen. Er hoffe, dass der Bund Mittel zur Verfügung stellt, Zusage habe er aber noch keine.

Die BIG will nur mehr Know-how beisteuern: Man habe bereits zwölf Mio. Euro in Sicherungsmaßnahmen investiert, die nun - bis auf die Rekultivierung - abgeschlossen seien, so Unternehmenssprecher Ernst Eichinger. Übernehmen muss die BIG allerdings die Haftung für Besucher - und steht einem größeren Andrang daher reserviert gegenüber. Sollte ein Überlebender den Wunsch haben, die Stollen zu besuchen, müsse man von Fall zu Fall entscheiden, ob man die Erlaubnis dazu gebe, so Eichinger angesichts der "nicht adäquaten" Sicherheitslage in den unterirdischen Gängen.
(APA)
Quelle: http://diepresse.com/home/panorama/...n-Bergkristall-wird-fuer-Besucher-zugaenglich

...könnte, sollte, müsste, wäre...usw.! In dem 1 Jahr alten Artikel steht nichts von "...kann besucht werden...", nur die Hoffnung lebt!

Muss bei Gelegenheit nachsehen, ob daraus etwas wurde...

lg
josef
 
#10
Bergkristall

:schlecht:


28.01.2011 | 17:39 | von Georgia Meinhart (Die Presse)
"Die Presse", Print-Ausgabe, 29.01.2011
http://diepresse.com/home/panorama/...-wieder-vergessen?_vl_backlink=/home/index.do



Niemals vergessen? NS-Lager wieder vergessen

Die Reste des ehemaligen KZ Gusen sind noch immer nicht unter Denkmalschutz gestellt, der Stollen „Bergkristall“ wird nicht geöffnet, und Österreichs größtes NS-Bauwerk bleibt unsichtbar.

Linz. Es ist das zweite Mal, dass das NS-Vernichtungslager Gusen vergessen wird. Jahrzehntelang wurde die Verantwortung für die Erhaltung der Überreste dieses Lagerkomplexes, in dem zeitweise mehr Häftlinge als in Mauthausen interniert waren, samt seinem weitverzweigten unterirdischen Stollensystem „Bergkristall“ nicht wahrgenommen, ohne dass es darum breitere Diskussionen gab.

Erst 2009, als ein großer Teil von „Bergkristall“ wegen seines desolaten Zustands und weil die darüber gebauten Häuser einzustürzen drohten, mit Beton verfüllt wurden, gab es Proteste von Überlebendenverbänden und Bürgern – gefolgt von der Ankündigung des zuständigen Innenministeriums, Gusen doch noch in ein seiner historischen Bedeutung entsprechendes Konzept einzubinden, und „Bergkristall“ für Besucher zu öffnen. Nun ist davon keine Rede mehr. Bis heute gibt es auch keinen Denkmalschutz für die baulichen Reste des Lagers. Wohl auch deshalb, weil hier die zum Teil 60Jahre alten Interessen privater Grundstücks- und Eigentumsbesitzer mit dem öffentlichen Interesse an der Aufarbeitung der verdrängten Vergangenheit des ehemaligen KZ Gusen kollidieren.


Lagermauern als Baumaterial

„Vernichtung durch Arbeit“ war das Ziel in Österreichs größtem Bauwerk des Nationalsozialismus, im Lagerkomplex Gusen im oberösterreichischen Mühlviertel. Mindestens 71.000 aus 27Nationen waren interniert, mehr als die Hälfte von ihnen starb dort.

Schon 1956 wurde das ehemalige Wohn- und Verwaltungsgelände des Vernichtungslagers parzelliert. Auf dem neu gewidmeten Bauland entstand eine Siedlung. Die Steine aus den KZ-Lagermauern wurden Baumaterial für Einfamilienhäuser, das „Jourhaus“, die Kommandatur der Lagerführung, ist heute eine Villa im Landhausstil. Bis in die 1980er-Jahre züchtete ein lokaler Unternehmer in den gemauerten Häftlingsblocks Champignons. Es schien, als würde das Lager vergessen bleiben.

Ende 2009 sah es kurz so aus, als würde sich etwas ändern. Als die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), Eigentümerin der unterirdischen Stollenanlage „Bergkristall“, sieben der neun unterirdischen Kilometer wegen Einsturzgefahr mit Beton zu verfüllen begann, und damit große Teile der historischen Anlage für immer verschüttet wurden, wuchs der öffentliche Druck. Das Innenministerium legte schließlich ein Konzept vor, in dem die bis dato „inoffizielle Gedenkstätte“ Gusen, die „lange marginalisiert“ worden sei, ihrer historischen Bedeutung gemäß in eine Gedenklandschaft Mauthausen-Gusen eingebunden werden sollte. Der Rest der Stollen sollte für Besucher und Überlebende zugänglich gemacht werden.

Dass es irgendwann zur Gedenklandschaft Mauthausen-Gusen kommen wird, ist nun aber mehr als unwahrscheinlich. „Die Pläne gibt es zwar noch immer, ihre Umsetzung ist aber von den finanziellen Möglichkeiten abhängig“, sagt Innenministeriumssprecher Rudolf Gollia. „Einen Zeithorizont dafür gibt es nicht.“ Außerdem gibt es da noch das ungelöste Problem der Unterschutzstellung: Es sei eine „heikle Sache“, heißt es zur Causa Gusen aus dem Bundesdenkmalamt.

Präsidentin Barbara Neubauer meint im Gespräch mit der „Presse“, es fehle ein „Commitment zwischen Innenministerium, Denkmalamt, Gemeinde und Land Oberösterreich“: „Vor einer Unterschutzstellung muss geklärt werden, wie man damit überhaupt umgehen will. Dazu müsste man die Geschichte des Orts innerhalb eines Forschungsprojekts aufarbeiten, und das ist nicht Aufgabe des Denkmalamts.“ Auch „Bergkristall“ bleibt verschlossen. „Wir sind zwar in Einzelfällen gesprächsbereit – die Stollenanlage wurde zur Befreiungsfeier im letzten Jahr zugänglich gemacht – aber das bleibt eine Ausnahme“, stellt Ernst Eichinger, Sprecher der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), klar. Über zwölf Millionen Euro habe die BIG in die Sicherung der Stollen investiert, ein Ausbau des noch zugänglichen Teils für geführte Besuche würde wieder in die Millionen gehen, die BIG werde „das sicher nicht tragen“. Das Gedenken wird in Gusen durch andere Quellen am Leben erhalten: Zwei Parzellen mit Resten des Krematoriums haben polnische Überlebende gekauft und eine Gedenktafel errichtet. Auch das später errichtete kleine Besucherzentrum ist großteils aus polnischen Mitteln finanziert worden.

2007 präsentierte der Künstler Christoph Mayer den „Audioweg Gusen“. Auf der Internetseite des Projekts heißt es: „Wer den Audioweg Gusen geht, wird durch eine beschauliche Wohn- und Erholungslandschaft geführt, die nichts von ihrer furchtbaren Vergangenheit erahnen lässt.“ So wird es wohl auch bleiben.

Auf einen Blick

Im KZ Gusen waren zeitweise mehr Menschen inhaftiert als im bekannteren Hauptlager Mauthausen. Mindestens 71.000 Menschen wurden zwischen 1939 und 1945 in das Lager östlich von Linz gebracht, dessen Auftrag dem Ziel „Vernichtung durch Arbeit“ folgte. Mindestens 35.800 von ihnen starben. Trotz seiner historischen Bedeutung als Gedenkstätte sind die Reste des Lagers bis heute nicht unter Denkmalschutz gestellt worden.
 
S

Schwati

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#11
Frechheit Siegt

Also ich finde es eine Frechheit das der Österreichische Staat so mit seiner Vergangenheit umgeht!


Das Denkmalamt ist nicht zuständig für solche Dinge!!?!?!?!?!?
Es liegt nicht in Ihrem zuständigkeitsbereich???:bravo:

Für was haben wir es dann!

1 Million Euro investition in die Anlage zu stecken um sie begehbar machen zu können ist nicht tragbar aber 12 Millionen um sie zu verfüllen!

Es müsste sich eine Forschergruppe damit auseinander setzten um etwas zu erreichen aber wenn von Hausaus mal ein Nein kommt wie soll man da nur anfangen! :hilfe2:

Gusen ist ein Beispiel für Dummheit die nicht mehr übertroffen werden kann!!!:motzen:

Mich wundert es Garnicht wenn in Zukunft einfach alle U-Anlagen verfüllt werden durch abbau zerstört oder einfach zweckentfremdet werden!


Beispiel Ebensee: (Zement B) Der Stollen 2 wird als Schiesstätte verwendet und im Stollen 5 ist die Gedenkstätte! Sehr sinnvoll Wenn überlebende zur besichtigung kommen und die Schüsse hören!!!! (Erinnerung pur) Und nochdazu hinter den Fertigteilen der Stollenwand der Müll entsorgt wird! Von Fernseher über leere Patronen und der restliche müll der so anfällt!

Naja das wars mal dazu!
Ich hoffe das sich mal ein paar Leute das zu herzen nehmen und auch mal den Mund aufmachen und sich gegen die Dummheit und Ignoranz in unserem Land auflehen! :danke
 

josef

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#12
Radioaktive Strahlung in KZ-Stollenanlage

Meldung bei ORF-OÖ. und in den OÖ.Nachrichten:

Die Veröffentlichung in beiden Medien mit gleichlautendem Text lässt keine eindeutige Zuordnung auf "Kellerbau" Gusen-Langenstein oder "Bergkristall" St. Georgen zu! Wegen des "Grundwasser-Hinweises" in St. Georgen dürfte es sich um "Bergkristall" handeln...
In der Stollenanlage des ehemaligen KZ Gusen (Bezirk Perg) wurde erhöhte radioaktive Strahlung gemessen. Der Stollen wurde ausnahmslos gesperrt.

Die wissenschaftlich noch nicht bestätigten Messungen hätten Werte ergeben, die zwar keine Gesundheitsgefährdung darstellen würden, dennoch entschloss man sich zu einer Sperre, so der Eigentümer, die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), am Freitag.

Experten führen nächste Woche Messungen durch
Experten der Universität für Bodenkultur (Boku) in Wien sollen Mitte kommender Woche Messungen durchführen. Außerhalb des Stollensystems liege die Strahlung nach derzeitigen Informationen im Normalbereich, erklärte die BIG.

Eine routinemäßige Überprüfung des Grundwassers im nahe gelegenen St. Georgen im vergangenen Jahr durch die AGES habe keine Kontamination ergeben.
Quellen: http://ooe.orf.at/news/stories/2526187/ und
http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,846207
 
#13
Hier der Link von der APA:
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120323_OTS0228/stollensystem-st-georgengusen-gesperrt

OTS0228 / 23.03.2012 / 15:36 / Channel: Chronik / Aussender: BIG Bundesimmobiliengesellschaft mbH
Stichworte: Bauten / Dienstleistungen / Gesundheit / Immobilien / Oberösterreich

Stollensystem St. Georgen/Gusen gesperrt

Wien (OTS) - Im Zuge einer Begehung des unterirdischen Systems St.
Georgen an der Gusen/Oberösterreich wurde im Stollen erhöhte
radioaktive Strahlung gemessen. Diese wissenschaftlich nicht
bestätigten Messungen ergaben Werte, die selbst bei mehrmaligen
Besuchen des Stollens keine Gesundheitsgefährdung darstellen. Dennoch
ist der Stollen bis auf weiteres ausnahmslos gesperrt.

Der morgige Lokalaugenschein des Arbeitskreises zur Schaffung
eines Denkmals zu Ehren des im Lager Gusen zu Tode gekommenen
Priesters "Papa Gruber" wird daher abgesagt.

Die BIG, als Eigentümer des Stollens, hat umgehend Experten der
Universität für Bodenkultur/Wien beauftragt, die Mitte nächster Woche
genaue Messungen durchführen.

Außerhalb des Stollens ist die Strahlung nach derzeitigen
Informationen im Normalbereich. Eine routinemäßige Überprüfung des
Grundwassers in St. Georgen im vergangenen Jahr durch die AGES hat
keine Kontamination ergeben.

Rückfragehinweis:

~
Mag. Ernst Eichinger, MBA, MRICS
Leiter Konzernkommunikation

BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H.
Hintere Zollamtsstraße 1
1030 Wien

T +43 5 0244 - 1350
F +43 5 0244 - 4300
M +43 664 807 45 1350
ernst.eichinger@big.at
www.big.at
~

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0228 2012-03-23/15:36

231536 Mär 12

BIM0001 0163
 

josef

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#16
Dazu heute wieder ein Bericht im ORF-OÖ.:
Radioaktivität in Stollen wird untersucht
Am Mittwochvormittag untersuchen Fachleute der Universität für Bodenkultur in Wien die von den Nazis errichtete Stollenanlage in St. Georgen an der Gusen (Bezirk Perg). Dort wurde erhöhte Radioaktivität gemessen.

Bergkristall - so heißt der Stollen, den die Nazis in St. Georgen an der Gusen von KZ-Häftlingen in den Berg treiben ließen. Diese Arbeit forderte rund 10.000 Todesopfer. In den Stollen befand sich während des Zweiten Weltkrieges eine unterirdische Flugzeugfabrik der Messerschmitt AG. Im Mai 1945 befreiten US-Truppen das Konzentrationslager Mauthausen und das Nebenlager Gusen. Das Ende der Stollen war gekommen. Die Sowjets versuchten, die Anlage zu sprengen, um einen späteren Nutzen unmöglich zu machen.

Zwei Kilometer vom Stollen noch begehbar
Etwa zehn Kilometer ist dieses Stollensystem laut der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die das ganze verwaltet, lang. Etwa zwei Kilometer sind noch immer begehbar. Der Rest wurde mit Beton verfüllt, weil sich an der Oberfläche über den Stollen immer wieder Krater gebildet hatten. Quarzsand habe immer wieder nachgegeben, so die BIG.

Vor wenigen Tagen wurde bei Vor-Arbeiten für die ORF-Dokumentation „Menschen & Mächte“ wurde im Stollen erhöhte Strahlung gemessen. Mehr dazu in Radioaktive Strahlung in KZ-Stollenanlage. Festgestellt wurden 2,6 Mikrosievert (mSv) pro Stunde - der Wert ist allerdings laut BIG nur dann bedenklich, wenn man sich ständig dieser Strahlung aussetzen würde. Dennoch dürfte es ihn so nicht geben.

Wert wird wissenschaftlich untersucht
Nun wird wissenschaftlich gemessen, ob der Wert im Stollen überall gleich ist, wie hoch er überall ist und wodurch er verursacht wird. All das wollen die Experten der Wiener Uni für Bodenkultur am Mittwochvormittag herausfinden. Einen endgültigen Bericht wird es in einer Woche geben, erste Erkenntnisse werden jedoch schon für Mittwoch erwartet
Quelle: http://ooe.orf.at/news/stories/2526701/
 
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