Prüfstand VII in Peenemünde

H

HaraldL

Guest
#1
Zum Prüfstand VII in Peenemünde gehörten drei fahrbare Prüftürme, in denen die Raketen u Brennversuchen aufgehangen werden konnten.
Welches waren die technischen Daten (Höhe, Gewicht, usw.) dieser Konstruktionen?
Waren sie selbstfahrend oder wurden sie (womit?) gezogen oder geschleppt?
Waren diese Prüftürme im Februar 1945 als Peenemünde geräumt wurde, noch alle drei funktionsfähig/ in Gebrauch?
Gibt es eigentlich eine Chronik des Prüfstands VII in Peenemünde, vm ersten Spatenstich (wann?) bis zur Fertigstellung und bis zur Demontage/Zerstörung durch die sowjetische Besatzungsmacht?
Wann wurde die Montagehalle des Komplexes gesprengt?
 
M

MunaUede

Guest
#2
Unter Referenzen bei www.luftbilddatenbank.de heißt es u.a.:

"Aufträge zu kombinierten, multitemporalen Luftbild-, Karten- und Aktenauswertungen an ehemaligen Rüstungsstandorten.

Objekt/Standort:
Peenemünde

Auftragsinhalt:
Aktenauswertung mit begleitender, visueller Luftbildauswertung;

Rekonstruktion der Endausbaustufe der Anlage 1945;

Ausweisung potentieller Altlastverdachtsflächen;

Bearbeitungszeitraum:
Dezember 1993 bis März 1994

Auftraggeber:
Oberfinanzdirektion Hannover, Altlastenprogramm Ost der Bundeswehr"

Wenn du Zugang zu den Daten bekommen solltest gib mal bitte Info.

Schau mal unter:
www.peenemuende.de sowie Kontaktaufnahme.
 
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A4 Rakete

Guest
#3
Hallo HaraldL,
meines Wissens sind diese Prüftürme selbstfahrend gewesen.
Die Höhe dieser Türme dürfte so in etwa 25 bis 30 Meter betragen haben,wenn man bedenkt,daß man sie in die Montagehalle (35m Höhe) hineinfahren konnte.
Der Prüfstand VII wurde bis zur Räumung Peenemündes im Februar 1945 zum Start von A4-Raketen benutzt.
Das bedeutet,daß diese Türme weitestgehend intakt gehalten worden sind.
Im Februar 1945 haben dann Sonderkommandos alles verwertbare Material weggeschafft oder unbrauchbar gemacht.
Zwischen 1948 und 1961 wurde der Prüfstand VII weitgehend von der sowjetischen Besatzungsmacht zerstört.
Diese völlige Zerstörung der Peenemünder Anlagen wurde auf der Potsdamer Konferenz beschlossen.
MfG
A4 Rakete
 
#4
Die Türme waren ausschließlich für Statische Brenntests , bei der Bombardierung von Peenemünde ging einiges zu Bruch , auch die Türme waren teilweise bis zum Totalschaden beschädigt .
Es gibt da ein paar schöne Bilder ! In wie weit diese ( eigentlich nicht mehr notwendigen Türme ) repariert wurden weis ich nicht .

Gruß Henry
 
B

Beton

Guest
#5
fahrbare Prüftürme

Hallo Leute,

anhand von Originalplänen aus dem Archiv kann ich zu der "fahrbaren Kranbühne" Plan Nummer E 885 A folgendes mitteilen:

Spurbreite 10,50 m
Radabstand, der Zwillings Räder 3 m
Radabstand, Zwillings Räder 14 m

gesamt Breite 16,30 m mal 11,00 m

gesamt Höhe 15,00 m

obere Plattform 13 m mal 13 m

Antrieb Elektromotor mit 90 PS
Fahrgeschwindigkeit der Kranbühne 30 bis 40 m in der Minute

die untere Montagbühne konnte man heben oder senken

auf eine der Seiten war ein Förderkorb (Personsnaufzug) mit einer Hubgeschwindigkeit von 0,55m/sec. angebracht

die Kranbühne war ausgelegt für 100 Tonnen Schubkraft

...so daß waren mal ein paar Infos über die Peenemünder Kranbühne vom Prüfstand VII. gezeichnet am 7.11.1938 im Maßstab 1:50


Gruß Beton
 
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A4 Rakete

Guest
#6
Hallo Beton,
alle Achtung,woher hast du denn all die Daten her?
Evtl. aus dem Bautagebuch HVA Peenemünde?

Habe auch noch ein wenig recherchiert,die Türme wurden auch ,nach dem Bombenangriff der Allierten ,weiterhin benutzt.
Der Prüfstand VII wurde bei den Angriffen nicht so erheblich beschädigt,wie das auf den Luftbildern zu sehen war.
Das Ausmaß war nicht so erheblich.
Andere Teile der HVA hatten da weniger Glück.

Gruß A4 Rakete
 
#7
Ein paar schöne Bilder sind in dem Buch „Geheime Waffenschmiede Peenemünde“ ( Engelmann) drin. Spätere Aufnahmen zeigen den wieder Instandgesetzten P7 .



Gruß Henry
 
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A4 Rakete

Guest
#8
Henry hat geschrieben:
Ein paar schöne Bilder sind in dem Buch „Geheime Waffenschmiede Peenemünde“ ( Engelmann) drin. Spätere Aufnahmen zeigen den wieder Instandgesetzten P7 .



Gruß Henry
Hallo Henry,
aus dem Buch beziehe auch ich meine Angaben.
Das Buch ist sehr lesenswert.

Gruß A4 Rakete :superOK
 
B

Beton

Guest
#9
Peenemünde

Hallo auch...

...hört Ihr mir bloß mit dem Engelmann seinenen Bücher (Raketen die den Krieg entscheiden sollten und Geheime Waffenschmiede Peenemünde) auf...den habe ich Material dafür geschickt sowie Bilder (Seite 48u, 50,53,54, 55, 56, 58, 60. 61, 63, 64, 67,68, 70, 71 und 127) bis heute kein Danke sowie keine Angaben in den Quellenangaben. Der schreibt doch nur von anderen Büchern ab !!!!

Da gibt es viel Bessere Bücher als vom ollen Engelmann.

Man hat halt so seine Informationen über deren Quellen man hier nicht spricht. Dafür habt Ihr sicher auch Verständnis.

Gruß Beton
 
#10
Ich hatte leider nicht mehr das vergnügen Engelmann kennen zu lernen, der ist in zwischen verstorben ! Zumindest hat mir das der Verlag vor einigen Monaten mitgeteilt !
Auch Jürgen Michels ist seit einigen Jahren Tot ! Es ist richtig das Engelmann z.B. sehr stark auf Klee und Merk zurück gegriffen hat . Das hab ich auch schon öfters bemängelt !
Beigefügt , ein kleiner Ausschnitt aus einem von der Schwäbische Zeitung (4.6.2003) veröffentlichten Kommentar von mir, den ich zu einem Vortrag über die Heeres Prüf und Abnahmestelle Raderach gegeben habe.

Gruß Henry
 

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A4 Rakete

Guest
#11
Da gibt es viel Bessere Bücher als vom ollen Engelmann.
Gruß beton

Es ist richtig das Engelmann z.B. sehr stark auf Klee und Merk zurück gegriffen hat . Gruß Henry


Hallo Henry und Beton,

welche Bücher könnt Ihr denn so empfehlen??

Gruß A4 Rakete
 
B

Beton

Guest
#12
Bücher über A4 / Peenemünde usw

Hallo

hier ein paar gute Bücher über V-Waffen:

Botho Stüwe
Peenemünde West
Die Erprobungstelle der Luftwaffe für geheime Fernlenkwaffen und deren Entwicklungsgeschichte
ISBN 3-7628-530-X
Bechtle Verlag


Michael J. Neufeld
Die Rakete und das Reich
Wernher von Braun, Peenemünde und der Beginn des Raketenzeitalters
ISBN 3-89487-325-6
Henschel


Heinz Dieter Hölsken
Die V-Waffen
Enstehung Propaganda Kriegseinsatz
ISBN 3-421-06197-1
DVA


Wilhelm Hellmond
Die V1
Eine Dokumentation
ISBN 3-7628-0471-0
Bechtle Verlag


David Irving
Die Geheimwaffen des dritten Reiches
Sigbert Mohn Verlag


Karsten Porzag
Geheime Kommandosache
Geschichte der V-waffen und geheime Militäraktionen des zweiten Weltkrieges an Lahn, Dill und im Westerwald
ISBN 3-926617-20-9


Walter Dornberger
Peenemünde
Die Geschichte der V-waffen
ISBN 3-54833119-X
Ullstein

Die Heeres Versuchsanstalt Peenemünde
Bautagebuch Peenemünde
Eigenverlag Kurt Grasser 2004


...so das wären mal die wichtigsten und besten...

Gruß Beton
 
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#13
Da ist im Augenblick nichts mehr dazu zufügen, außer besagtes Buch von Klee und Merk „Damals in Peenemünde“
Jürgen Michels und Dr. Pryzbilski „ Peenemünde und seine Erben in Ost und West“
ISBN 3-7637-5960-4
Und da gibt es noch ein kleines Büchlein von Dr. Olaf Pryzbilski „Spurensuche Band 10 ISBM 3-7909-0763-4
Dann wird es aber schon sehr speziell !
Zur Technik des A4 kann ich dir die Gerätebeschreibung vom 1.2.1945 und den „Report on Operation „Backfire” Januar 1946, Volume I-V“ b.z.w. Volume II- Technikal Report, empfehlen!
Und wenn dir das nicht reicht kann ich dir das Archiv des DM empfehlen

Die Interessantesten Sachen sind im DM, Dr. Füßel hortet dort den größten Teil der Technischen Unterlagen aus Peenemünde die von den Ammis zurückgegeben wurden. Weitere Unterlagen sind in den RH8 Beständen Im Bundesarchiv in Freiburg.
Ansonsten noch die 63 FE-Filmrollen (FE= Fort Eustis ) im NASM .
Dabei handelt es sich um Auszüge der Dokumente die jetzt im DM sind, das Alles auf Mikrofilm in einem mehr oder weniger schlechten Zustand .

Allerdings benötigst du für die Sachen sehr viel Zeit und noch mehr Geld ! Leider !!

Gruß Henry
 
A

A4 Rakete

Guest
#14
Hallo Henry und Beton.

Vielen Dank für eure Infos.
Ein paar der Bücher habe ich ja schon.
Will mal sehen wie ich an die anderen Unterlagen dran komme.
Vielen Dank nochmal.

Schöne Grüße
A4 Rakete :superOK
 
#15
Noch ein kleinen Zusatz zu den kosten, hier bietet Kurt sein „Peenemünder Bautagebuch“ an :

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&category=15505&item=6167205030&rd=1

Gestern ist sein letztes Angebot ausgelaufen ( truk_ressarg = kurt grasser ), da hat es aber glaube ich nur 30 Euro gekostet !
Da ich weis was Kopien von Originalen kosten können, wundert mich der Preis nicht,
(Also nicht übertrieben ! ) allerdings würde ich bei diesem Preis den Kauf von kompletten Mikrofilmrollen vorziehen ! Das was in diesem Bautagebuch zu finden ist gibt es auch in den FE 8xx Signaturen auf Mikrofilm Rolle . Interessant ist dis aber letztlich nur für Leute die sich mit einem ernsthaften und auch Wissenschaftlichen Interesse mit diesem Thema befassen ! So gesehen geht Kurt`s Bautagebuch ein bisschen am Markt vorbei, da dieses Buch für den „Otto normalo“ schon zu speziell und zu teuer ist, für den Wissenschaftlich arbeitenden aber
letztlich uninteressant, weil dem eine Originalkopie eher entgegen kommt !

( sorry Kurt , das ist nicht böse gemeint ! )

Das besorgen dieser Filme ist etwas umständlich und mit dem Risiko behaftet eine schlechte Kopie zu bekommen, aber dafür kostet diese nur 25 Dollar je Rolle !!
In Hamburg in einem Uni-Archiv gibt es 40 dieser Rollen frei zur Ansicht und das THI in Peenemünde hat sich einige Rollen kopieren Lassen.

Hier ein Auszug der Rolle 40 :

FE 829 Einstehungsgeschichte der Werkstatt Peenemünde. [Developmental History of the Peenemünde
work station]
FE 854 Heimat Artillerie Park 11, Bild-Archiv, 1944. Geheim Kommandosache, Blatt 3-98. [Top Secret
photo file, 1944 (Homeland Artillery Park 11). pp.3-98.]
FE 851 Heimat Artillerie Park 11, Bild-Archiv, 1943. Geheim, Blatt 1-65. [Secret photo file, 1943
(Homeland Artillery Park 11). pp.1-65]
FE 852 Heimat Artillerie Park 11, Bild-Archiv, 1944. Geheim, Blatt 1-120. [Secret photo file, 1944
(Homeland Artillery Park 11). pp.1-120]
FE 847 Heimat Artillerie Park 11, Bild-Archiv, 1940. Offen, Blatt 1-28. [Open photo file, 1940 (Homeland
Artillery Park 11). pp.1-28]
FE 858 Heimat Artillerie Park 11, Bild-Archiv, 1944. Offen, V. [Open photo file, 1944 (Homeland
Artillery Park 11). Vol.V]
FE 853 Heimat Artillerie Park 11, Bild-Archiv, 1944. Geheim, Blatt 121-166. [Secret photo file, 1944
(Homeland Artillery Park 11). pp.121-166]



Gruß Henry
 
B

Beton

Guest
#16
Prüfstand VII Peenemünde

Noch mal was zum Prüfstand Vii...

...was mich eigentlich wundert das noch keiner die unterirdischen Verbindungsgänge zwischen den verschiedenen Bauwerken in der Erdaufschüttung vom Pr. VII freigelegt hat.

Wäre doch bestimmt eine Interessante Sache ....auch sind noch die unterirdischen Beobachtungsstände (Beobachtung durch ausfahrbare Sehrrohre!) nirgends erwähnt!

Seltsam ... Seltsam ....


Beton
 
#17
Keineswegs seltsam !
Das gesamte Areal ist als „Flächendenkmal“ Geschützt, also nichts mit einfach darauf los buddeln . Allerdings wurde bei eBay bereits Teile einer derartigen Optik aus Peenemünde versteigert !

Gruß Henry
 

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A4 Rakete

Guest
#18
Prüfstand VII Peenemünde

Hallo zusammen,
in meinem Besitz befindet sich ein Videofilm,indem Ausschnitte zu sehen sind,
wonach es durchaus Versuche gegeben hat in diese Räume zu gelangen.
Soweit ich weiß ist dies von offizieller Seite aus geschehen. :gruebel
Das müsste ich mir nochmal anschauen,dann kann ich mehr darüber aussagen.
Man versuchte auch in die Umwallung zu gelangen,die früher von innen zu umgehen war.

Grüsse A4 Rakete
 
B

Beton

Guest
#19
Prüfstand VII Peenemünde

Hallo,

also was ich einfach nicht Verstehe, es gibt doch Pläne wo man das alles sieht, wo ein Ein- bzw. Ausgänge zu den Verbindungsgänge bestanden ! Da muß man doch nicht lange suchen.

Und von den 2 bis 3 Lagerbunkern an der Peene hat auch noch nie einer etwas erwähnt?

Gruß Beton
 
#20
Auf Usedom scheint es viele Bunker zu geben, allerdings scheint auch das Interesse daran nicht sonderlich groß zu sein ! Ich denke das es viele gründe gibt, das ganze nicht so aufzuschaukeln.
Eine der Gründe sind mit Sicherheit die großen mengen an Technischen Hinterlassenschaften .
Die Russen haben ähnlich wie im Kohnstein nur das mitgenommen, was sie brauchen konnten.
Von dem was nun übrig ist, verdienen sich ein paar wenige auf Usedom ein kleines Taschengeld, in dem sie Schrott bei ebay versteigern. Letztlich gibt es auch noch die Otto-Normal-Besucher, die sich auch das eine oder andere mitnehmen ! Das man dis nicht unbedingt möchte, ist verständlich !
Ein wesentlicher Grund, das man die Einrichtungen auf Usedom nicht besonders hervor hebt, ist die Zwiespältige Geschichte des „A4“ , man versucht in Peenemünde einem bestimmten „Anspruch“ gerecht zu werden und hat bisher nur Kritik bekommen !
Es gibt wahrscheinlich nur ein paar wenige die sich für die Bunkeranlagen interessieren, wegen diesen nun Zugänge zu schaffen an Bauten die möglicherweise baulich gar nicht sicher sind, lohnt sich nicht !
So etwas wie „Echte Geheimnisse“ gibt es in Peenemünde eigentlich nicht, wobei es natürlich sicherlich auch ein paar UFO und Verschwörungs- Spinner gibt die auf Peenemünde versteckte UFO-
Startplätze und Unterirdische Interkontinental- oder Mondraketensilos ( A9-A10 ) u.s.w. vermuten !
Ich meine damit solche Sachen : http://www.weeklyworldnews.com/conspiracies/12594




Gruß Henry
 
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