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pupidu

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#1
Guten Tag,

ich habe gestern mit Hr. XXX gesprochen und er hat mir bezüglich einiger Nachforschungen zu Lebensweg SS-Generale Prützmann und Kammler empfohlen, mich mit Ihnen in Verbindung zu setzen. Und da bin ich!

Ich stelle einfach ein paar Fragen ohne großes Drumherum:

1. Dr. Kammler hatte in Wien in der Nähe Graben ein Baubüro? Geleitet von Hr. Grosch! Haben Sie Kenntnisse, was aus den Unterlagen dort wurde? Wer diese mitgenommen hatte?
2. Ich habe gehört, dass es unterirdische Anlagen auf vier Stockwerken am Flugplatz Schwechat gegeben haben soll bzw. noch gibt? Ist das richtig? Wo können sich diese Anlagen befinden bzw. wo werden diese vermutet?
3. Gab es im Zeitraum 5.4. bis 20.4.45 irgendwelche Aktivitäten, die nicht zum allgemeinen Kampfgeschehen im Krems, Mautern, Böheimkirchen, Alland, Heiligenkreuz, Hinterbrühl, Schneeberg, Höllental? Meiner Kenntnis nach soll sich in Heiligenkreuz eine SS-Panzer-Einheit in diesem Zeitraum befunden haben. Kann das sein?
4. Gab es zwischen Mitte 44 und März / April 45 irgendwelche bekannten Bauaktivitäten im Raum Schneeberg / Höllental / Wienerwald?
5. Wie war der Frontverlauf zum Zeitraum 5.4. bis 20.4.1945? Gibt es da Dokumente dazu oder Berichte?
6. Kennen Sie die Ausrüstung der Flakscheinwerfer-Einheit in Mautern von April 45? Waren das möglicherweise gut ausgerüstet LKW? Hatten die Kaserne dort noch einen Vorrat an Treibstoff?

Ich würde mich auf ein paar Antworten sehr freuen.

Mit besten Grüßen aus Wien
RS

P.S. Eigentlich wollte ich die Nachricht an Josef schicken! ;-)
 

SuR

... wie immer keine Zeit ...
Mitarbeiter
#2
Servus RS,

zu 1.)

Ja, Kammler hatte ein "Baubüro" in Wien - die SS-Sonderinspektion IV. Deren Leiter hieß Grosch. Die Sonderinspektion IV hat u.a. eng mit dem Baubüro Fiebinger zusammengearbeitet.

Und wo die Unterlagen abgeblieben sind, wüssten wir alle gerne! ;) :D
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#4
Ergänzungen zu Pkt. 1) des Fragenkatalogs

Wer ist der Fiebinger? Bauunternehmer?

Wien wurde doch durch die Russen eingenommen! Oder? Ist irgendwoher bekannt, von dann der Grosch abgeblieben ist? Und wann er sich dann auf den Weg gemacht hat?
Hallo RS:
Willkommen im Forum und nun zur Sache:

Ergänzung zu Pkt. 1):
Berichte von @Markus zum "Kammler-Büro" in Wien I, Naglergasse 1: http://www.geheimprojekte.at/b_kammler.html

und zu Fiebinger: http://www.geheimprojekte.at/b_fiebinger.html

Zu "Büroleiter" Grosch ist mir nichts weiteres bekannt.

lg
josef
 
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pupidu

Guest
#5
Das ist interessant, die andere Seite hatte ich bereits gesehen. Das der Fiebinger dann in die USA ging ist nicht wirklich überraschend, wenn er auf der Gehaltsliste von Dr. Kammler indirekt stand. Dann haben die für Ebensee, wo wohl die "Amerika-Rakete" gebaut werden sollte auch zusammengearbeitet.

Ist den zu meinem anderen Fragen eine Antwort zu finden? Und wurden dann von Fiebinger auch unterirdische Anlagen im Semmering / Rax / Scheeberg gebaut?

Mit besten Grüßen
RS

P.S. @josef: Würde gerne mal telefonieren.
 
P

pupidu

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#6
Eine Frage

7. Könnte es sein, dass Kammler als ehemaliger Luftwaffen-Offizier auch etwas mit dem Bau der Kaserne in Mautern zu tun hatte? Die war wohl ein Flak-Stützpunkt!
 

SuR

... wie immer keine Zeit ...
Mitarbeiter
#7
....Dann haben die für Ebensee, wo wohl die "Amerika-Rakete" gebaut werden sollte auch zusammengearbeitet. ...
Wie kommst du denn darauf? Diese ominöse Amerika-Rakete existierte nur auf dem Papier, und das war, soweit ich weiß, von 1942. Da wurde nämlich alles, was nicht binnen kürzester Zeit einsatzfähig werden konnte, eingestellt. Henry hat das z. B. schön zusammengefasst: http://www.v2werk-oberraderach.de/Irrtuemer/4-I.htm

Die Materie um Kammler, die Raketenentwicklungen und so weiter ist reichlich komplex, und dazu ist gerade im Internet auch jede Menge Sch*** veröffentlicht.


Tu Dir selber den Gefallen, und lies´ zu diesem Thema "erst mal" ein paar *gute* Bücher. :)
 
P

pupidu

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#8
... ominöse Amerika-Rakete existierte nur auf dem Papier ...
Ich hatte einfach nur die paar konkreten Fragen und erhoffe mir dazu eine Antwort. "Amerika-Rakete", Laser zur Urananreicherung, etc. ist eher sekundär. Daher werde ich mir wohl die *guten* Bücher nicht kaufen und lieber fürs Geld ein Bier trinken gehen.
 

josef

Administrator
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#10
@pupidu:
Beginne mit Frage 2., da ich 1. für beantwortet halte:
2. Ich habe gehört, dass es unterirdische Anlagen auf vier Stockwerken am Flugplatz Schwechat gegeben haben soll…
Mit Sicherheit gab es bei diversen Gebäuden eine Kelleretage, aber von 4 Stockwerken in die Tiefe habe ich noch nichts gehört! Erinnert mich irgendwie an die ca. im Jahresrhythmus auftauchenden Fragen bzw. Behauptungen über die 4 (und mehr) Untertage-Etagen beim ehemaligen Flugmotoren-Reparaturwerk Herrenholz im 21. Bezirk…
3. Gab es im Zeitraum 5.4. bis 20.4.45 irgendwelche Aktivitäten, die nicht zum allgemeinen Kampfgeschehen im Krems, Mautern, Böheimkirchen, Alland, Heiligenkreuz, Hinterbrühl, Schneeberg, Höllental?...
In der „Endzeit des Regimes auf österreichischen Gebieten“ gab es viele Aktivitäten außerhalb des allgemeinen Kampfgeschehens an den Frontlinien. Da muss die Frage schon konkreter gestellt werden!
4. Gab es zwischen Mitte 44 und März / April 45 irgendwelche bekannten Bauaktivitäten im Raum Schneeberg / Höllental / Wienerwald?
Ja, Einrichtung von Verlagerungsbetrieben für die Rüstung – z.B.:
Fa. Heinkel – Seegrotte Hinterbrühl: http://www.geheimprojekte.at/t_hint.html
Fa. WNF in Waldegg, Gloggnitz u. Pottenstein,
Fa. Uher & Co. und Hofherr-Schrantz in Gaaden: http://www.geheimprojekte.at/t_dazit.html

sowie die Errichtung von Außenlagern des KZ-Mauthausen zur Abdeckung des Arbeitskräftemangels in den Betrieben durch KZ-Häftlinge in
Hinterbrühl http://www.mauthausen-memorial.at/db/admin/de/show_aussenlager.php?caussenlager=73
Hirtenberg http://www.mauthausen-memorial.at/db/admin/de/show_aussenlager.php?caussenlager=16
St. Aegyd http://www.mauthausen-memorial.at/db/admin/de/show_aussenlager.php?caussenlager=30

(Angeführte Objekte/Vorhaben beziehen sich nur auf den in der Frage gestellten Zeitraum bzw. auf die grobe geografische Eingrenzung, ohne Gewähr auf Vollständigkeit).
5. Wie war der Frontverlauf zum Zeitraum 5.4. bis 20.4.1945? Gibt es da Dokumente dazu oder Berichte?
Literatur, Auswahl siehe unter: http://www.geheimprojekte.at/i_litera.html und da vor allem die regionalbezogenen Werke/Kapitel von
Brettner Friedrich, Rauchensteiner Manfried u. Rossiwall Theo…
6. Kennen Sie die Ausrüstung der Flakscheinwerfer-Einheit in Mautern von April 45? Waren das möglicherweise gut ausgerüstet LKW? Hatten die Kaserne dort noch einen Vorrat an Treibstoff?
Die in Mautern stationierte „leichte Flak Abt. 94“ hatte sicher keine „schweren Waffen“ und dürfte in den letzten Kriegswochen auch keine Rolle bei den Kämpfen im angegebenen Raum gehabt haben! Besonders im Abschnitt von der Donau (Hollenburg) südwärts in den Raum Wilhelmsburg wurden hauptsächlich 16 – 18 jährige Burschen aus dem „Altreich“, die großteils von den Schulen weg zur SS gezwungen wurden, sinnlos „verheizt“! Dokumentiert an den Grabsteinen mit eingravierten Geburtsjahrgängen in den Soldatenfriedhöfen Oberwölbling (mehr als 4.000 Gefallene) und St.Pölten…

Wie es um die Treibstoff-Vorräte im Flak-Lager Mautern stand, kann ich nicht sagen. Jedenfalls gingen die Kleinraffinerieanlagen (Deckname „Ofen“), welche in Folge des „Mineralölsicherungsplanes von Geilenberg“ in der Region errichtet wurden, zumindest provisorisch, kurzfristig vor Kriegsende noch in Betrieb:
http://www.geheimprojekte.at/t_ofen.html

Relevant für Mautern dürften die Anlagen an der Donau in "Spitz" und "Weitenegg" gewesen sein. Die relativ nahe gelegene Kleinraffinerie „Statzendorf“ dürfte wegen der fast 3-wöchigen direkten Lage im Frontbereich (Fladnitzdurchbruch) keine Bedeutung mehr gehabt haben.
7. Könnte es sein, dass Kammler als ehemaliger Luftwaffen-Offizier auch etwas mit dem Bau der Kaserne in Mautern zu tun hatte? Die war wohl ein Flak-Stützpunkt!
Sicher nicht! Das Flak-Lager Mautern hatte nichts mit den SS-Bauvorhaben zu tun. War „nur“ ein einfaches Barackenlager, nur die Garagen- und Depotgebäude waren in Massivbauweise erstellt – Vorleistung für eine später projektierte Großkaserne, die erst durch das ÖBH realisiert wurde:

http://www.geheimprojekte.at/t_mautern.html

Soweit meine kurzen Antworten zum „Fragenkatalog“:D

Lg
josef
 
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pupidu

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#11
Lieber Josef,

vielen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen. Ich war angenehm überrascht.

Was ist eingentlich aus Dietmar Grosch geworden, dem Leiter des Kammler-Büros in Wien? Von dem gibt es nichts zu lesen oder dergleichen.

In der „Endzeit des Regimes auf österreichischen Gebieten“ gab es viele Aktivitäten außerhalb des allgemeinen Kampfgeschehens an den Frontlinien. Da muss die Frage schon konkreter gestellt werden!
Was mich besonders interessiert sind solche Ereignisse Anfang April 1945 wie im Gefängnis Stein, wo die gesamte Belegschaft inklusive der Bewachung und der Leitung ums Leben kamen. Und das eben nicht ganz freiwillig.

Kann es sein, dass zwischen Stein-Mautern eine Gasse / Korridor für Transporte Richtung Alland, Heiligenkreuz, Schneeberg freigehalten wurden? Dazu dann insbesondere SS-Einheiten auftauchten und unterstützten bzw. solche Aktionen wie in Stein durchführten? Gibt es dazu evtl. Augenzeugen-Berichte, die nachvollzogen werden können.

Es geht mir um einen Zug aus Deutschland, der über Tschechien nach Krems geführt wurde und dann bei Krems auf LKW umgeladen wurde. Mit Ziel Semmering. Soll gewesen sein zwischen dem 8.4. und 15.4.1945.
 
#12
Lieber Josef,
Es geht mir um einen Zug aus Deutschland, der über Tschechien nach Krems geführt wurde und dann bei Krems auf LKW umgeladen wurde. Mit Ziel Semmering. Soll gewesen sein zwischen dem 8.4. und 15.4.1945.
Ab 2-3. April war kein Durchkommen mehr per LKW zum Semmering, da Gloggnitz bereits von den Russen besetzt wurde. Hoechstens von der steirischen Seite (Muerzzuschlag) - aber dies macht macht wahrscheinlich keinen Sinn.
 
P

pupidu

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#13
Laut meinen Kopien sollte nach Mautern eine Neutronenanlage gehen.
Das Gebiet bis runter ins Tullner Feld scheint dort recht gut bebaut worden zu sein. In einem älteren Bericht zu den Ereignissen in Frasdorf unter http://www.tullnerfeld.info/alte_db.htm Ausgabe 13 bis Ausgabe 17 habe ich einiges dazu gelesen. Fand ich schon interessant.

In Wien gab es meines Wissens ebenfalls einen Forscher, der sich mit Urananreicherung befasst hatte. Kann das sein? Das das Labor evtl. nach Mautern ausgelagert werden sollte?
 
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pupidu

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#14
Ab 2-3. April war kein Durchkommen mehr per LKW zum Semmering, da Gloggnitz bereits von den Russen besetzt wurde. Hoechstens von der steirischen Seite (Muerzzuschlag) - aber dies macht macht wahrscheinlich keinen Sinn.
Der 2.-3.04.45 wäre ein bisserl zu früh gewesen. Den der Transport ging voraussichtlich erst mit 10./11.04.45 aus dem Weimarer Raum Richtung Erzgebirge ab. Wie weit hätten den LKWs vom Krems/Stein/Mautern kommend in den Wienerwald kommen können? Und was wäre dann die schnellste / beste Route gewesen? Sagen wir mal um den 13./14./15.04.1945 herum.
 

josef

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#15
Hallo @pupidu:
Was ist eingentlich aus Dietmar Grosch geworden
Dazu kann ich nichts sagen...
Ereignisse Anfang April 1945 wie im Gefängnis Stein - Gibt es dazu evtl. Augenzeugen-Berichte, die nachvollzogen werden können.
Eine Veröffentlichung vom
BM für Justiz in Zusammenarbeit mit dem DÖW;
"Stein 6. April 1945 - Das Urteil des Volksgerichts Wien (August 1946) gegen die Verantwortlichen des Massakers im Zuchthaus Stein"
Wien 1995;
ISBN 3-901142-24-X
Neben den üblichen "Juristen-Bla-Bla" auch eine Darstellung der Hintergründe, Abläufe und Zeugenaussagen auf 162 Seiten...
Es geht mir um einen Zug aus Deutschland, der über Tschechien nach Krems geführt wurde und dann bei Krems auf LKW umgeladen wurde. Mit Ziel Semmering. Soll gewesen sein zwischen dem 8.4. und 15.4.1945
Grundsätzlich könnte der Zug nur im Vorfeld/Umgebung von Krems ausgeladen worden sein, da nach dem Bombenangriff am 02.04.45 der Bf. Krems total zerstört war... (=> Ausschaltung der Donauuferbahn als Umgehungsstrecke der Westbahn).

Um den 11./12.04.45 kamen Züge aus Tschechien in den Raum östlich Krems - Tulln: Zur Verstärkung der deutschen Verteidigungskräfte im Weinviertel und westlich des Wienerwaldes wurde die SS-Kampfgruppe "Böhmen und Mähren" zugeführt!
Diese, erst ab Mitte März 45 von W.Trabandt am SS-Übungsplatz "Böhmen" in Beneschau (SO Prag) aufgestellte KG bestand aus Jugendlichen der Jahrgänge 1927 - 29, die zur SS eingezogen wurden! Den Kader bildeten diverses Lehrpersonal aus den SS- Waffenschulen um Prag. Die Stärke betrug 3 Regimentskampfgruppen zu je 3 Bataillonen + Unterstützungsverbänden (Artillerie, Pioniere...).

Die nach ihren Kommandanten benannten Regimenter wurden wie folgt eingesetzt (grobe Darstellung):

Regiment "Schulze": Weinviertel, Raum Grenze zur CZ - südlich Laa a.d. Thaya.
Regiment "Konopacki": Ca. 11.04.45 nördlich Tulln eingetroffen, Sicherung Stadt/Brücke Tulln, Teile ab 16.04. in den Raum Poysdorf verlegt. Andere Teile des Regiments verblieben südlich der Donau und machten die Rückzugskämpfe bis zur Traisenlinie in den Raum St.Pölten mit.
Regiment "Siegmann": Ab ca. 15.04.45 Einsatz südlich von Krems. Frontlinie Donau bei Hollenburg - Höhen westliches Traisental bis Raum Oberwölbling, als Verstärkung des "Korps v. Bünau"...

Wie @Struwwelpeter schon schrieb, ging da nichts mehr zum Semmering!
Habe dies nur in der "Schnelle" grob zusammengewürfelt, ohne Gewähr auf Vollständigkeit usw., habe momentan keine Zeit zu tiefgreifenderen Literaturstudium...

lg
josef
 

josef

Administrator
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#16
Das Gebiet bis runter ins Tullner Feld scheint dort recht gut bebaut worden zu sein. In einem älteren Bericht zu den Ereignissen in Frasdorf unter http://www.tullnerfeld.info/alte_db.htm Ausgabe 13 bis Ausgabe 17 habe ich einiges dazu gelesen. Fand ich schon interessant.

In Wien gab es meines Wissens ebenfalls einen Forscher, der sich mit Urananreicherung befasst hatte. Kann das sein? Das das Labor evtl. nach Mautern ausgelagert werden sollte?
Ja, da gab es einiges, aber leider noch sehr viel an Ungeklärten...! Und die Berichte im "Dorfblattl" (auf Basis der Aufzeichnungen von S.Selle) sind teilweise zu oberflächlich, um Klarheit zu schaffen!
Z.B. gleich in Ausgabe 13:
Aus dem Buch des Herrn Richard RICHTER, „Die Geschichte der DONAU-CHEMIE" entnehmen wir, dass die Hafenanlagen an der Donau im Werk Pischelsdorf zu einem Drittel für die Trasdorfer Anlagen vorbehalten waren, um die Mittel für Forschung, Erzeugung und Lagerung der V2-Raketen auch auf dem Wasserweg zu- und abtransportieren zu können.
R.Richter schreibt aber im DC-Buch (mit Dokumenten belegt), dass dies nur im Projektstadium geplant war, die Wehrmachtsstellen aber die Nutzung des Donaukais für das Lager Trasdorf zurückzogen! Stimmt auch von den Jahresangaben nicht überein, als die Umschlaglände geplant wurde, war vo einer V2 noch keine Rede, usw. ...

lg
josef
 
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pupidu

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#17
Ja, da gab es einiges, aber leider noch sehr viel an Ungeklärten...! ... war vo einer V2 noch keine Rede, usw.
Lieber josef,

vielen Dank für die Informationen aus den beiden Beiträgen. Bezgl. Durchkommen Richtung Semmering auch über die Strecke Richtung Alland wird dann nicht mehr möglich gewesen sein? Das habe ich so richtig verstanden? Oder gäbe es da schon noch eine Möglichkeit?

Interessant ist auch die Info, dass SS-Einheiten der SS-Division "Wallenstein", also die jungen Burschen hier gewesen sein sollen. Den diese SS-Division "Wallenstein" bringe ich eher mit Prag in Verbindung. Gab es eigentlich auch Aktivitäten rund um die Organisation "Werwolf" oder war das eher unbekannt hier in Ost-AT?

Bezgl. der Lokalisierung von "Ungeklärtem" gäbe es eine Möglichkeit da ein wenig Licht ins Dunkel zu bekommen. Mehr dazu gerne per PM.

Was das Zitat aus der Schrift angeht zur DC, denke ich, dass da zwei Themen zusammen gewürfelt wurden, die nicht zusammen gehören. Eine Interpretation aus den Gegebenheiten.

Gibt es noch Menschen, die diese Kämpfe überlebt haben und heute noch in NOE oder Wien leben, vielleicht die ein oder andere Frage beantworten könnten.
 
P

pupidu

Guest
#18
Grundsätzlich könnte der Zug nur im Vorfeld/Umgebung von Krems ausgeladen worden sein, da nach dem Bombenangriff am 02.04.45 der Bf. Krems total zerstört war... (=> Ausschaltung der Donauuferbahn als Umgehungsstrecke der Westbahn).

Um den 11./12.04.45 kamen Züge aus Tschechien in den Raum östlich Krems - Tulln: Zur Verstärkung der deutschen Verteidigungskräfte im Weinviertel und westlich des Wienerwaldes wurde die SS-Kampfgruppe "Böhmen und Mähren" zugeführt!
Das bedeutet, dass Züge über Retz nach Krems geführt wurden? Oder aus Budweis über Dürnstein Richtung Krems? Den wenn der Bahnhof komplett zerstört war, kam da nichts mehr durch. Und zwar Richtung Tulln - Wien. Als Piefke muss ich da immer ein bisserl umdenken, da ich eher Nord-Süd geeicht bin.
 

josef

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#19
Hallo,
Interessant ist auch die Info, dass SS-Einheiten der SS-Division "Wallenstein", also die jungen Burschen hier gewesen sein sollen.
Wenn ich meine spärlichen Informationen richtig interpretiere, hatte m.E. die Kampfgruppe "Böhmen und Mähren" mit ihren 3 Regimentern nichts mit der ominösen "Division Wallenstein" zu tun! Die Aufstellung der zweitgenannten Einheit wurde erst wenige Tage vor Kriegsende befohlen, die KG B&M hingegen schon ab Mitte März 45 zusammengewürfelt! Einzig der Aufstellungsort mit Beneschau bzw. die Heranziehung von Kaderleuten galt für beide Einheiten. Nur sollte für die Div. W das gesamte Personal der Schulen und Ausbildungsstätten, also auch die damaligen Lehrgangs-/Kursteilnehmer zur Div. W kommen, während die Mannschaften für die KG B&M aus frisch eingezogenen Jugendlichen rekrutiert wurde.
Gab es eigentlich auch Aktivitäten rund um die Organisation "Werwolf" oder war das eher unbekannt hier in Ost-AT?
Eigentlich keine Aktionen bekannt...
Was das Zitat aus der Schrift angeht zur DC, denke ich, dass da zwei Themen zusammen gewürfelt wurden, die nicht zusammen gehören.
Die "Kaimauer-Geschichte" ist sicher ein Randthema, aber auch einige andere Passagen der "Dorfblattl-Gschichten" zum Lager "Isabella" sind ein wenig zweifelhaft...
Das bedeutet, dass Züge über Retz nach Krems geführt wurden? Oder aus Budweis über Dürnstein Richtung Krems? Den wenn der Bahnhof komplett zerstört war, kam da nichts mehr durch. Und zwar Richtung Tulln - Wien
Über Budweis-Mauthausen-Donauuferbahn glaube ich kaum, eher auf der "Franz-Josefs-Bahn" über Gmünd oder eben über Znaim - Retz. Entladung irgendwo zwischen Hadersdorf am Kamp und Absdorf-Hippersdorf oder so ähnlich...

lg
josef
 
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pupidu

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#20
Hallo josef,

nochmals Dank für die Informationen.

Über Budweis-Mauthausen-Donauuferbahn glaube ich kaum, eher auf der "Franz-Josefs-Bahn" über Gmünd oder eben über Znaim - Retz. Entladung irgendwo zwischen Hadersdorf am Kamp und Absdorf-Hippersdorf oder so ähnlich...
Weshalb hätte der Zug nicht über Busweis-Mauthausen-Donauuferbahn kommen können? Mit Start in Pilsen. Die zweite Strecke über Retz hatte ich mir ursprünglich überlegt.

Dei SS hatte den Retzer Keller vermessen?! es gab wohl auch Einlagerungen von Dokumenten dort, die dann ebenfalls wohl Anfang April 1945 wieder von der SS abgeholt wurden. Ist das richtig so?

Mit besten Grüßen aus Wien
 
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