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hatebreeder

Guest
#1
Hallo Leute ich habe einige Fragen an euch!!

ich bin in auf der Suche nach Pläne zur Stollenanlage Zement habe einiges gefunden, aber leider keine Pläne der gesamten Anlage nur Pläne des Lüftungssystems (und die nur teilweise). Posted alles was ihr habt kann alles gebrauchen (Lüftungssystem, Stollensystem ,Abwasser ,eventuell vorhandene Verteitigungsanlagen, Aufteilung der des Stollens, etc.)

Wie sehr wurden diese Pläne verwirktlicht bzw. weichen sie von den ursprünglichen ab (bei der Lüftung wurde ja einiges provesorisch anders gebaut)?

Waren in den Stollen Mannschaftunterkünfte geplant oder sogar verwirklicht?
War die Unterbringung der Arbeiter und sonstigen Leuten die nach fertigstellung der Stollen dort arbeiten sollten (oder gearbeitet haben Motorenbau, Raffinerie) im Stollen geplant oder gebaut?

Die Hauptstollen sollen ja 1947 durch die Russen mit Fliegerbomben zugesprengt worden sein? Meines wissens nach nur die Hauptstollen im vorderem Bereich. Weis jemand ob das Stollensystem in der Zeit zwischen 45-47 erkundet worden ist bzw. wie weit er von den Russen ausgeräumt worden ist?

Habe gehört das sich über dem Zement A,B Stollensystem ein weiteres unabhäniges Stollensystem befindet? weiß jemand von euch etwas darüber?

Wäre euch für eure Hilfe sehr dankbar!! :)
 
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Dieter

Ehrenchefchen
Mitarbeiter
#2
Ich hab das Thema mal verschoben und stelle auch gleich eine Zusatzfrage:

Was ist überhaupt bekannt an Planungen oder Beispielen zu Stollenanlagen "über Stollenanlagen"? Mir fallen etliche Gerüchte dazu ein, aber kein wirkliches Beispiel, sieht man von den Quarz- Rudimenten und den unerklärlichen Beispielen aus Riese - Dorfbach ab. Ist die Funktion der oberen Etage Quarz eigentlich mittlerweile geklärt?

Gruß

Dieter
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#3
Hallo @hatebreeder:

Würde dazu folgende Literatur empfehlen:

Florian Freund "Arbeitslager Zement - Das KZ Ebensee und die Raketenrüstung" ISBN 3-900351-86-4

und das Buch zum

"Konzentrationslager Ebensee", ISBN 3-9500663-0-6, herausgegeben vom Zeitgeschichtemuseum Ebensee.

Da sind die ursprünglichen Planungen bzw. Pläne der tatsächlich ausgebrochenen Stollen der Anlagen A und B enthalten.


Waren in den Stollen Mannschaftunterkünfte geplant oder sogar verwirklicht?
Soweit mir bekannt => NEIN! Die Häftlinge waren in den Baracken des KZ-Ebensee untergebracht.


Die Hauptstollen sollen ja 1947 durch die Russen mit Fliegerbomben zugesprengt worden sein? Meines wissens nach nur die Hauptstollen im vorderem Bereich. Weis jemand ob das Stollensystem in der Zeit zwischen 45-47 erkundet worden ist bzw. wie weit er von den Russen ausgeräumt worden ist?
Da bist Du falsch informiert! In Ebensee waren die Amerikaner, da wurde nichts zugesprengt. Teile der Raffinerieanlagen wurden sogar nach Kriegsende für einige Zeit wieder in Betrieb gesetzt...In den Stollen 5 der Anlage A werden heute nach wie vor Eisenbahnwaggons mit Kalkstein für die Zementindustrie befüllt => siehe dazu Bericht /Foto in www.geheimprojekte.at!


Habe gehört das sich über dem Zement A,B Stollensystem ein weiteres unabhäniges Stollensystem befindet? weiß jemand von euch etwas darüber?
Das stimmt nicht! Da dürfte eine Verwechslung mit "Quarz" in Roggendorf vorliegen!

lg
josef
 
H

hatebreeder

Guest
#6
Da bin ich aber gewaltig falsch gelegen! (das die Russen nicht in Ebensee waren hätte ich mir auch denken können) :hau

wieso wird bei solchen dingen immer so viel blödsinn erzählt!!

danke josef :)

im Gedenkstollen war ich selbst schon!

aber es sind doch zumindest teile gesprengt worden??
warscheinlich Zement B wenn die Raffinerie nach dem Krieg noch genutzt worden ist!
 

josef

Administrator
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#7
Zement A u. B

aber es sind doch zumindest teile gesprengt worden??
warscheinlich Zement B wenn die Raffinerie nach dem Krieg noch genutzt worden ist!
Nein, da wurde nichts zugesprengt! Es sind aber einige Stollen nicht mehr im vorgesehenen Umfang ausgebrochen bzw. ausgebaut! Wobei der Ausbruch-/Ausbau-Zustand von A größer war als von B. Die Stolleneingänge sind ALLE gesichert!

Mit dem Zusprengen der Eingangsbereiche dürfte auch Quarz gemeint sein...dort fand dies durch die Sowjets statt! War auch wegen der geologischen Gegebenheiten => Quarzsand, in Roggendorf viel leichter!

lg
josef
 
Zuletzt bearbeitet:
#8
Hallo Dieter,

wenn ich es jetzt richtig im Kopf habe, dann gab es auch in Gusen ein oberes Stockwerk. Auch dort läuft noch immer die Suche nach der Verwendung.
Ich kann auch nur raten...

LG,
Markus
 
B

Beton

Guest
#9
Ebensee Zement pläne details zur Anlage

..mal sehen ob es hier besser läuft als beim Obersalzberg wo man keine Antwort bekommt....
-ich habe Pläne von den Zement Anlage A und B sowie vom Projekt Salamander bei Ebensee am Traunsee...sind aber riesige Tapeten...darauf sind laut Planungen aller Fertigungsstrassen zu erkennen....wer kennt die Stollensysteme Wimmersberg und Rindbach ? Habe zwar die Pläne war aber noch nie Vorort bei diesen in Ebensee !

...anbei eine kleiner Schann von der A-Anlage...

Gruß Beton
 

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josef

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#10
Stollen Ebensee

Hallo Klaus,

Du schreibst da:
ich habe Pläne von den Zement Anlage A und B sowie vom Projekt Salamander bei Ebensee am Traunsee...sind aber riesige Tapeten...darauf sind laut Planungen aller Fertigungsstrassen zu erkennen....wer kennt die Stollensysteme Wimmersberg und Rindbach ? Habe zwar die Pläne war aber noch nie Vorort bei diesen in Ebensee !
Könntest Du die Fragen vielleicht präziser stellen; was möchtest Du konkret wissen? Die Stollenanlagen in Ebensee kennen sicher viele Forumbenützer...

@ Planausschnitt der Anlage A: Zeigt eine Einplanung für den ursprünglich angedachten Verwendungszweck => Verlagerung Entwicklungswerk Peenemünde! Das kam aber nie zur Ausführung/Umsetzung => in die Stollen der Anlage A kamen Raffinerieanlagen, in B etablierten sich die Steyr-Daimler-Puch AG (SDP) und deren Tochterfirma, die Nibelungenwerke.

@ Salamander:
Das Testgelände mit Abschußanlagen im Offenseebachtal bei Steinkogel blieb nur Projekt, gebaut wurde dort nichts.

@ Stollenanlage Wimmersberg, auch "Zement C" oder "Solvay-Stollen": Keine genauen Angaben zur Nutzung bekannt, angeblich sollte eine Flüssigsauerstoffanlage (A4-Treibstoff) dort untergebracht werden...? Es wurden keine industriellen Anlagen mehr installiert, die Stollen dienten in den letzten Kriegsmonaten der Bevölkerung und der Belegschaft der am gegenüberliegenden Traunufer situierten Solvay-Werke als LS-Anlage. Weißt Du dazu vielleicht etwas aus den Plänen ?

@ Stollen in Rindbach:
Hörte von deren Existenz, kenne aber keinen Zweck noch Umfang...

lg
josef
 
B

Beton

Guest
#11
Ebensee Zement pläne details zur Anlage

noch was zu Ebensee...

...Original Teil...Abschrift...

...Stollensystem A in 5 Monaten ausgebrochen, laut Angaben von Herrn General Kammler;
Das Stollensystem A, das sämtliche Büros, Betriebs- und Entwicklungswerkstätten, Reparaturwerkstätten, Nontagewerkstätten und Lager enthalten sollte.
Die für das E_Werk notwendigen Prüfstände, die unbediengt bei dem Stollensystem A, mindestens aber in grosser Nähe liegen müssen wird im Stollensystem B in unmittelbarer Nähe von "A" entstehen.

Josef ..... natürlich wurden die Stollen von "A" und "B" anderer Verwendung als geplant zugeführt, auch darüber gibt es Unterlagen. Man soll es gar nicht glauben was da alles rein sollte....Doch zum Schluß kamen die Öfen 23 bis 30 in die Stollen der Anlage "A".
In "B" wurde ja bekanntlicher Weise was anderes gefertigt, ist ja heute Museumsteil.

Gruß Beton
 

josef

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#12
Zement A

Hallo Klaus,

was da alles rein sollte....Doch zum Schluß kamen die Öfen 23 bis 30 in die Stollen der Anlage "A".
Neben den 8 "Ofenanlagen" (23 - 30) waren noch die Anlagen von "Dachs II" und "Taube I" in den Stollen, ausserhalb gab es dann noch die Raffinerie "Iltis"!

lg
josef
 
B

Beton

Guest
#13
Ebensee Zement pläne details zur Anlage

Hallo...

für die Stollenbelegung der Zement Anlage "A" waren eine Reihe von anderen Firmen sagen wir mal im Gespräch und in der Überlegung, da müßte ich mal genauer in den Unterlagen nachsehen.

Kennt Ihr übrigens das Buch "Hitlers Siegeswaffen - Band 2 Teil B" ? Da sind auf den Seiten 130, 132-133, 134-135 Pläne von Salamander zu sehen. Als Quellen wird die IBA-Kurt Grasser sowie das Deutsche Museum genannt. Der Autor spricht ja auch davon daß in Zement die A9/10 gebaut und gestestet werden sollte. Das kann ich anhand meiner Unterlagen auch besätigen! den die Bauausführungen wurden oder sollten dementsprechent Ausgeführt werden.

Gruß Beton
 
#14
Welche der großen Anlagen wie Zement, Bergkristall und Quarz sind den eigentlich noch begehbar!(offiziel oder inoffiziel??) Oder wie siehts mit Redl-Zipf = Schlier aus?
Und finden solche Begehungen eigentlich regelmässig statt. In Deutschland ist es ja so, oder
 
#15
Beton hat geschrieben:
Hallo...


Der Autor spricht ja auch davon daß in Zement die A9/10 gebaut und gestestet werden sollte. Das kann ich anhand meiner Unterlagen auch besätigen! den die Bauausführungen wurden oder sollten dementsprechent Ausgeführt werden.

Gruß Beton
A9 ja , aber A10 ? Hast du da irgendwo eine Quellenangabe die auf ein Originaldokument verweist ? Es wird immer wieder davon berichtet das man eine A9/A10 Fertigung in Zement geplant habe, alle Dokumente die ich habe bestätigen das nicht !

Gruß Henry
 

kps

Active Member
#16
Hallo Josef,

kannst du bitte noch einmal deine Angaben zu den Stollenabmaßen von Zement hier einstellen? Nach dem Plattform-Crash ist leider diese wichtige Info weg und ich hatte noch keine Sicherung :hau Ich hatte angefragt, wie breit und hoch die Stollen durchschnittlich bei Ebensee sind - alles ist wichtig - DANKE

MfG
kps
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#17
@kps,

mir geht es genauso...
...ich hatte noch keine Sicherung...
:hau

die Daten bekommst Du natürlich, nur kann ich noch nicht sagen wann ich dazukomme, hoffe in den nächsten Tagen, habe den Zettel wo ich alles herausgeschrieben habe ebenfalls schon entsorgt. Nochmals :hau

Schönes Osterfest und lg
josef
 
B

Beton

Guest
#18
UV Anlagen

.....Welche der großen Anlagen wie Zement, Bergkristall und Quarz sind den eigentlich noch begehbar!(offiziel oder inoffiziel??) Oder wie siehts mit Redl-Zipf = Schlier aus?.....

Hallo auch, zu REDL-ZIPF folgendes....

ich bin einfach in die Brauerei in Redl Zipf und habe auf Doof gemacht und um ein Erlaubnis gefragt. Dann durfte ich in der Mittagspause die Außenanlagen besichtigen.
Prüfstand mit zwei Brennkammern und zwei betonierte Schurren,
auf das Dach vom Prüfstand kommt man auch, aber durch den Wald sieht man nicht viel,
Beobachtungsbunker teilweise gesprengt,
und viele viele Lüftungsschächte.

..Die Stollenanlagen durfte ich nicht sehen aber ich lasse da nicht locker , wenn ich wieder in der Gegend bin gehe ich wieder einfach rein und Nerv die Leute!

Der Bunker in dem die Trafostation untergebracht war ist ja auch noch zu sehen...
...nach mir vorliegenden Archiv Unterlagen geschah ein Unfall in dem Werk für flüssigen Sauerstoff Herstellung,bei dem die Tochter vom Prof. Oberth ums Leben kam !

Gruß Beton
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#19
Stollen Zement B

kannst du bitte noch einmal deine Angaben zu den Stollenabmaßen von Zement hier einstellen? Nach dem Plattform-Crash ist leider diese wichtige Info weg
Hallo @kps,

versuche nun, Höhe und Breite der Stollen von Zement B nochmals zu rekonstruieren:

Ausbruch im gewachsenen Fels Breite an der Sohle 10,00 m (+/- 5 cm). Höhe von der Sohle bis zum oben eiförmig zusammenlaufenden First ebenfalls 10,00 m (+/- 5 cm).

In die ausgebrochenen Stollen wurde eine sich dem Stollenprofil anpassende Stahlbeton-Fertigteilauskleidung eingebaut. Die halbbogenförmig das Stollenprofil umfassenden tragenden Tunnelelemente haben am Boden eine lichte Weite von 9,00 m. In einer Höhe von 2,72 m beginnt beidseitig ein leichter Einzug zur Innenseite. Anschließend, in ca. 4,50 m über Boden beginnen ebenfalls beidseitige, nach innen verlaufende Auskragungen, die als Auflage für 0,58 m hohe Querträger dienen. Der Abstand vom Boden bis Unterkante Querträger beträgt 4,98 m. Auf den Querträgern liegen die 0,10 m starken Stahlbetonplatten für die Zwischendecke für die obere Etage. In einer Höhe von 2,40 m ab Boden der Zwischendecke ist eine weitere, 0,05 m starke Zwischendecke (aus Holzbohlen ?) eingezogen. Die senkrechten Zwischenmauern für Büro, Lager und sonstige Einbauten in der oberen Etage bestehen/bestanden aus 0,10 m starken Hohlziegel. In Stollenmitte beträgt dann der Abstand zwischen Oberkante der Holzdecke der oberen Etage bis zum First 1,04 m. An der halbbogenförmigen Außenseite der tragenden Stollenelemente sine die ebenfalls 0,10 m starken Wandelemente (Auskleidung) angeordnet. Auf der Außenseite, in Richtung Hohlraum zur Felswand, wurde noch eine Isolierschicht auf den Wandelementen aufgebracht. Der Abstand zwischen den tragenden Stollenelementen ist mir nicht bekannt.

Die Maße der Stollen von der Anlage Zement A sind mir ebenfalls nicht bekannt, es sind dort Abschnitte mit beträchtlichen Höhen vorhanden, da ja die Raketen stehend montiert werden sollten. In diesen hohen Kavernen waren dann die diversen Raffinerieanlagen installiert.

lg
josef
 
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