josef

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#21
Ehemaliges Werk der MAGINDAG (Magnesitindustrie AG) in Krems-Lerchenfeld

Endlich fand ich in der Topothek Krems einige Luftaufnahmen, auf denen zumindest Teile des von 1958/59 bis Ende der 1990iger Jahre bestehenden Industriebetriebes im Kremser Stadtteil Lerchenfeld zu sehen sind.
Zur Geschichte des Werkes nachfolgend eine Textkopie aus dem im Thread über die "Bergbaubetriebe Thallern, Angern, Tiefenfucha und Oberfucha" in den Beiträgen #9, 22 u. 26 bereits vorgestellten Betrieb:

Gegenüber dem Bahnhof Furth-Palt befand sich ein Werk zur Erzeugung grobkeramischer, feuerfester, Materialien für die Auskleidung von Öfen => "Schamottewerk Kristen". Das Further Werk war ein wichtiger Zulieferer von Feuerfestmaterial für die Stahlindustrie. Dadurch wurde während des 2. Weltkrieges auf Befehl des Rüstungskommandos XVII (Mödling) das Werk von der "Steirischen Magnesitindustrie AG" (Leoben) übernommen. Die "Steirische Magnesit" war schon vor dem Krieg Besitzer der Tongrube Tiefenfucha. Der Wirtschaftsaufschwung der Nachkriegszeit erforderte eine Modernisierung und Ausweitung der Produktion, was durch einen Fabriksneubau 1958-59 in Krems-Lerchenfeld bewerkstelligt wurde. Das Werk in Furth wurde geschlossen und in den Folgejahren abgetragen. Als letztes Objekt wurde 1963 der Schlot gesprengt. Der Bergbau Angern belieferte schon das neue Werk in Krems. Ende der 1990iger Jahre des vorigen Jahrhunderts kam das Kremser Werk in finanzielle Schwierigkeiten und wurde ebenfalls stillgelegt und demontiert. Am Gelände in der Kremser Industriezone befindet sich heute das RIZ (Regionales Innovationszentrum) und Biotechnologie-Firmen.
Das einstige Werksareal von der heutigen Straße "An der Schütt" aus (1970) und auf Luftbildern aus ca. 1990 gelb eingerandet:
Bildquelle: Topothek Krems: Unsere Geschichte, unser Online-Archiv ID 0420731-33

1649608551487.png
 

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josef

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#22
Ehemaliges Werk der MAGINDAG in Lerchenfeld

Fand noch 2 schlechte SW-Fotos:

Gesamtansicht und
Bereich Lerchenfelder-Platz/Hofrat Erben Straße (von links nach rechts: Lagerbunker für Vormaterial- u. Zuschlagstoffe, Produktions- bzw. Ofenhalle und Verwaltungsgebäude).
Quelle: H.Frühwirth; Die Doppelstadt Krems-Stein; Krems 2000
 

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josef

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#24
Zu den "ehemaligen Fabriksanlagen" in Krems zählt auch die

Tabakfabrik in Krems-Stein
deren Objekte eine sinnvolle Nachnutzung für universitäre Bildungseinrichtungen gefunden haben...

Hier gibt es einiges zur Geschichte der Tabakfabrik zu lesen, in den Beiträgen #26 u. 27 gibt es weitere Fotos...
...und im Anhang noch Bilder von 2 alten Ansichtskarten und Fotos aus 2014:
 

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josef

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#26
Ehemalige Maschinenfabrik Oser

Durch die Bilder der maschinellen Einrichtung einer alten Mühle im Wechselgebiet von @Bunker Ratte kam ich auf die Maschinenfabrik Oser, die ihren Betriebsstandort an der Kremser Ringstraße hatte. Von der 1960 eingestellten Fabrik ist heute nichts mehr vorhanden, am ehemaligen Firmengelände befindet sich heute eine Holzgroßhandelsfirma sowie Wohn- und Bürogebäude.

Leider sind mir bisher noch keine Fotos der alten Fabriksgebäude untergekommen und auch im "Netz" ist nichts brauchbares über die ehemalige Firma vorhanden.
Bei Hans Frühwirth; Die Doppelstadt Krems-Stein - ihre Geschichte von 1848 - 2000
fand ich auf Seite 255 eine kurze Firmengeschichte:
Die Maschinenfabrik Oser war eine der bekanntesten Betriebe der Stadt Krems. Gründer Josef Oser befasste sich seit 1875 als gelernter Müllermeister mit dem Turbinenbau und der Eisen- und Metallgießerei. In der Blütezeit des Betriebes, vor dem ersten Weltkrieg, standen bis zu 120 Arbeiter an den Werkbänken. Mühlsteine, Mühlteile, ganze Mühlen, Getreidewalzenstühle gingen in die gesamte Monarchie, ja bis in die Ukraine, später auch Sägewerksgatter.
Noch zu J. Osers Lebzeiten (1818-1898) erreichte der Familienbesitz das größte Ausmaß, er erstreckte sich von der Wienerbrücke entlang der Ringstraße bis zur Dinstlstraße.
Sein Sohn Ferdinand gründete auch noch eine Kohlenhandlung und Sohn Norbert (1878-1949) führte ab 1902 mit modernen Maschinen den Betrieb weiter. Die Übernahme der Firma 1924 durch die Maschinenfabrik MEWA dauerte nur kurze Zeit, Oser nahm sie wieder zurück.
Der Bombenangriff am 2.4.1945 traf die Fabrik, nicht aber seine Tatkraft. Der neue Betrieb machte sich durch die Produktion von Hartgußwalzenstühlen weiterhin einen Namen (es sollen über 7.000 Stück montiert worden sein).

Ende der 1950iger Jahre ging das Fabriksgrundstück mit den Gebäuden an der Ringstraße in den Besitz der Firma Sachseneder über. Die gesamte Einrichtung mit den Erzeugungsrechten wurde von der Firma Nuß & Vogel käuflich erworben, die nahezu die gesamte Belegschaft übernahm. 1960 schloss der Betrieb endgültig.
Während des Krieges war die Firma Oser mit anderen Betrieben in Niederösterreich (Nationale Radiator Wiener Neustadt, Berndorfer MWF sowie Betrieben in Purgstall, Stockerau und Neunkirchen) in einem Fertigungsring für 10,5 cm Sprenggranaten eingebunden. (-> N.Schausberger; Rüstung in Österreich 1938-45, Seite 95).

Außerdem arbeitete ein gewisser Dipl.Ing. Franz Lösel in den beiden Firmen Oser und Nuß & Vogel an der Entwicklung eines Dampfturbinenantriebes für Fahrzeuge:
Auszug aus Wiki zu Franz Lösel:

Für die Wehrmacht versuchte er bis 1943, Dampfstrahltriebwerke als Antriebsaggregat für Flugzeuge zu konstruieren. Außerdem ließ er in der Lokomotivfabrik Floridsdorf und in der Maschinenfabrik Oser und Nuß & Vogel in Krems an der Donau von ihm entwickelte Dampfturbinen für Last- und Personenkraftwagen bauen und erproben. Zur Massenproduktion gelangten seine Erfindungen wegen der Kapitulation der Wehrmacht nicht mehr...

Werbeeinschaltung/Inserat aus der Zwischenkriegszeit und aus 1895:
1562880363673.png 1563195741005.png

Standorte der ehemaligen Maschinenfabriken Oser und Nuß & Vogel in Krems:
1562878804634.png
 
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#28
"Leder- und Schuhfabrik Schmitt"
Der größte Betrieb im Kremstal lag einige hundert Meter nördlich hinter der Kurve. Dies war die "Leder- und Schuhfabrik Schmitt". Diese Firma, die in den Blütezeiten bis zu 1.ooo Beschäftigte hatte, war schon "Ausstatter" der k.u.k. Armee und später ein wichtiger Wehrmachtslieferant. In den 1960iger Jahren wurde der Betrieb eingestellt und geschliffen. Heute befindet sich dort eine große Wohnhausanlage.
Ich darf korrigieren ... der Betrieb wurde Ende der 70er/anfangs der 80er eingestellt und in der ersten Hälfte der 80er in einer Nacht- und Nebelaktion, ehe das Denkmalamt tätig werden konnte, von Bauspekulanten abgerissen. Ewig schade um diese herrlichen Gebäude.
 
#30
Wieder einige verschwundene Objekte aus Krems...

In der Bertschingerstraße, zwischen Frachtenbahnhof und der Umfahrungsstraße (B 3), gab es ab der Zwischenkriegszeit ein kleines Tanklager der "Vaccum Oil AG". Dieses fand sogar Aufnahme in US-Aufklärungsakte über "Petroleum facilities of Austria" im Jahre 1944! Nach dem Krieg war dort eine Niederlassung von ÖROP, der Vertriebsorganisation der "SMV" ("Sowjetische Mineralölverwaltung"). Damals entstand auch ein Lagergebäude für Schmiermittel usw. . Diese Marke bestand auch noch einige Jahre nach Ende der Besatzungszeit. Das Gelände war dann über Jahre LKW-Abstell- und Lagerplatz einer Baufirma und dann, nach Abriss und Entsorgung der Baulichkeiten Abstellplatz für ÖBB - Busse. Derzeit wird auf der Fläche, vergrößert um das Nachbargrundstück, ein neuer ÖAMTC-Stützpunkt errichtet.

Am anschließenden Nachbargrundstück war bis vor ca. 20 Jahren die "Postbusgarage - Krems".

Auf der gleichen Straßenseite folgt das Areal der "EVN - Bezirksstelle Krems". Der seinerzeitig getrennte Landes-Energieversorger ,NEWAG (Strom) und NIOGAS (Gas), übernahm in den 1950iger Jahren, wie in den anderen Städten in NÖ., die Gasversorgung von Krems. Das städtische Gaswerk (Gaserzeugung auf Steinkohlenbasis) wurde stillgelegt und die Versorgung auf Erdgas umgestellt. Krems wurde an das in Aufbau begriffene landesweite Gas- Pipelinenetz angeschlossen und am Betriebsgelände der NIOGAS in der Bertschingerstraße wurde 1959 ein Kugelgasbehälter errichtet.
Durch die Schaffung von großen überregionalen unterirdischen Gasspeichern, wurden die Kugelgasbehälter überflüssig und so wurde, wie auch anderswo, die "Gaskugel" vor ca. 20 Jahren wieder demontiert.


1. US-Skizze aus 1944 - Tanklager der "Vacuum Oil AG". am Frachtenbhnhof Krems, das Gleisende des Anschlussgleises ist seitenverkehrt eingezeichnet (Quelle: T.O.M.reels B1870-2153).

2. Gleisplan Bf. Krems 1943 mit Lage des Tanklagers (Quelle: A. Horn; Deutsche Reichsbahn - Reichsbahndirektion Wien; Wien 1986).

3. Krems - Bertschingerstraße 1959: Im Vordergrund Teil der alten Postbusgarage, dahinter Bau des NIOGAS-Kugelgasbehehälters (Quelle: H.Frühwirth; Die Doppelstadt Krems-Stein; Krems 2000).

4. Ehemaliges städtisches Gaswerk Krems - Gaswerkgasse (Quelle: Alter Zeitungsausschnitt, Rest ubk.)

5. GM-Bild der heutigen Situation: GELB -> Bereich des ehem. Tanklagers; ROT -> Gelände ehem. Postgarage (auf den Grundstücken derzeit Baustelle neuer ÖAMTC-Stützpunkt). Pfeil Rot -> Standort ehem. Kugelgasbehälter am EVN-Gelände.
 
#31
Mein Vater hat nach seiner Kriegsverwundung und langer Rekonvaleszenz ab ca. 1944 das Tanklager verwaltet, muss schauen, wo ich das eine Foto habe, wo er mit seinem Tankwart vor dem Tanklager steht.
 

josef

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#32
Martin erlaubte mir in dankenswerter Weise die Verwendung der Luftbilder aus Beitrag #32 zur Einfügung einiger Hinweise bzw. Erklärungen zum Raum Mautern - Krems:

Teil 1: Krems - Stadtteil Stein und Stadt Mautern
1607103512320.png
© Lubi @Martin_E

Legende:
1.
Ehemalige Tabakfabrik Stein, heute Hauptgebäude der Donauuniversität Krems
2. Justizanstalt Stein
3. Stadtpfarrkirche und Frauenbergkirche Stein
4. Donauwarte
5. Ehemalige Militärschießstätte Egelsee
6. Donaubrücke Stein - Mautern
7. Bahnhof Stein-Mautern
8. Mautern - die als Standort für eine "Neutronenanlage" 1944 vorgesehene Turnhalle
9. Mautern - Reste des Kastells "Favianis"
10. Reste einer "Übungsschanze" am "Landdienstübungsplatz" des "1. k.k. Genie Regiments" Krems
11. Gelände des ehemaligen "Flak-Lagers" Mautern
 
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josef

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#39
weiß wer, was das einmal für eine Fabrik war? Standort, Krems, Rehberg!
Das ist das Gelände der ehemaligen Firma "Gesenkschmiede Georg Grabner" in Krems-Rehberg

Dazu aus H.Frühwirth; "Die Doppelstadt Krems-Stein"; Krems 2000, S. 257:
1907 übersiedelte die Fa. Georg Grabner von Senftenberg nach Rehberg. Hier konnte die Wasserkraft des Krems - Flusses besser genutzt werden. Die einstige Hammerschmiede (Spaten, Schaufeln und div. Werkzeuge für die Landwirtschaft, Berg- und Straßenbau usw.) wurde 1960 zur Gesenkschmiede umstrukturiert mit Zulieferung verschiedener Erzeugnisse an die Landmaschinen- und Kraftfahrzeugindustrie bis nach Schweden. In Blütezeiten waren bis zu 130 Arbeiter beschäftigt. Zu Beginn der 80iger Jahre musste die Firma Konkurs anmelden und wird heute von der Firma Penn betrieben.
Die Betriebsobjekte der Fa. Grabner wurden großteils abgerissen. Bestehen blieben nur Wohngebäude, die Villa der ehemaligen Besitzer und kleine Lagerhallen. Die Firma Penn übernahm auch das nordwestlich angrenzende Firmenareal von der ehemaligen Firma "Ehrlich - Honesta, Holz- und Kunststoffwarenindustrie" (ehem. Schuhsohlen- und Stöckelfabrik Ehrlich) und baute diese bereits im Ortsgebiet von Imbach liegende Betriebsstätte aus.

1649579696434.jpeg
Die ungefähren Betriebsgrenzen:
ROT - ehemalige Fa. Georg Grabner
GELB - Fa. Penn (ehemals Fa. Ehrlich-Honesta)
 
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