Stollen im Raum Schwarzenbach - Türnitz

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NAVIGATOR

Guest
#1
Hallo! Es giebt zwar ein Forum zum Altbergbau, aber die meisten Österreicher werden wohl hierdrinn lesen. Deshalb schreib ichs mal hier.
In Niederösterreich in der Nähe von Türnitz giebt es so ein altes Bergwerk.
Ich habe es mir schonmal angesehen, aber meine eigentliche Frage wäre: Weis jemand was da einmal abgebaut wurde? Wenn man zu dem Thema in Österreich ein bischen nachforscht, giebt es etliche solcher Altbergbaustätten! In Deutschland z.B. gut zusammengefasst bei "untertage.com";
Für Österreich hätte ich solch eine Webseite noch nicht gefunden.
Alsdann servus.
 

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josef

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#3
Hallo,
soweit ich Details lt. den Fotos erkennen kann, handelt es sich um den ehemaligen Blei- und Zinkerzbergbau (Bleiglanz) in der Nähe von Türnitz bzw. Schwarzenbach.

lg
josef
 
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NAVIGATOR

Guest
#6
Die Idee ist nicht schlecht, ich könnt schon mal was beisteuern.. Die Zinkwand in der Steiermark, oder die Silbergruben in der Nähe von Puchenstuben/Nö.
 

josef

Administrator
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#7
So, nun etwas mehr zum ehemaligen Bergbau bei Türnitz:

Geologie:
Bleizinkvererzung in Form von kleinen, W-O streichenden Gängen im triadischen Wettersteinkalk.

Mineralien:
Häufig derber Bleiglanz in Butzen eingesprengt; Cerussit dicht und zerfressen; schichtiger "Galmei" (meist Zinkspat, auch Zinkblüte u.a.); selten Pyromorphit in grünlichbraunen Überzügen. Kieselzinkerz, teils in ockerfarbenen, bis 4 mm großen eingewachsenen Kristallen, teils als Hohlraumfüllung in sehr kleinen tafelförmigen Kristallen. Daneben findet sich Kalkspat gebändert, hin und wieder auch in Skalenoedern.

Fundmöglichkeiten:
Auf den Halden kann vor allem Bleiglanz aufgesammelt werden. Die anderen genannten Mineralien sind eher unscheinbar und leicht zu übersehen.

Am oberen Ende der Halde erreicht man einen Stollen, an dessen linker Mundlochseite die Jahreszahl 1775 zu erkennen ist.


Soweit ein Auszug aus Seite 158ff aus

Simone und Peter Huber Mineral-Fundstellen Oberösterreich, Niederösterreich und Burgenland, Bd. 8, Christian Weise Verlag München - Pinguin Verlag Innsbruck, Auflage 1981 (ohne ISBN)

lg
josef
 
Zuletzt bearbeitet:
#8
ich bin neulich auf der bundesstrasse richtung mariazell (annaberg) gefahren, und hab diesen "Schotterhang" leider nicht gesehen!

wo genau befindet sich der? kann das vielleichrt jemand auf einer karte einzeichnen?

sind die stollen noch zugänglich bzw. begehbar?

würd mich sehr interessieren!

mfg, sniper666
 
N

NAVIGATOR

Guest
#9
@sniper
Ich habe am Anfang in einem anderem Forenteil den Fehler gemacht
einen Stand/Fundort recht genau zu zeigen.
Mitlerweile ist mir aber bewusst geworden, das es "nicht zum guten Ton gehöhrt"
das ZU genau zu Beschreiben. Zumindest nicht im öffentlichem Teil des Forum`s.
Wenn du mehr wissen willst, sende mir deine Tel.Nr. in einer privatnachricht.
lg stefan
 
T

testo00

Guest
#10
Die erste urkundliche Erwähnung besagt, daß der Bergbau 1623 begonnen und in der
Folge wieder aufgelassen wurde. Im Jahre 1662 verlangte Johann Baptist von Khunitz von
Kaiser Leopold I. ein altes, verlegenes Bergwerk zu erheben. Er bekam Bescheid, daß das
Aerarium gedenke, den Abbau selbst zu betreiben. 1687 kam es dann zur Wiederaufnahme
der Arbeiten durch Graf Theodor von Sinsenburg, welcher 1.000 „Centner" (=
56.000 kg) Blei lieferte. 1705 ging der Bergbau in den Besitz des Fürsten Liechtenstein über.
Erst durch die zweite maria-theresianische Bergwerkserhebung, die allen hier behandelten
Bergwerken wieder zu Bedeutung verhalf, wurde der Blei-Zink-Abbau 1774 erneut
aufgenommen (Abb. 7). Zwischen den Jahren 1776 und 1780 wurden ca. 460 Tonnen
Reinblei erzeugt. Nach diversen Angaben enthielt das derbe Bleierz 60 bis 70 Pfund (= 33,6
-39,2 kg = 60 - 70%) Blei und ein Viertelloth (= 4,37 g = 78 ppm) Silber im Centner (= 56 kg).
So wurden 1783 aus dem Schwarzenberger Revier ca. 22 kg Feinsilber bei der Annaberger
Hütte eingelöst. Der Bergbau wurde bis 1813 betrieben; er war bis 1805 rentabel, von da
an passiv.

Anmerkung:
Eine Befahrung der Grubengebäude sollte nur von Leuten mit ausreichender erfahrung erfolgen es sind noch schächte mit ca. 10-20m Tiefe vorhanden (In diesem Schacht liegen die Reste meiner Digitalkamera), ebenso Kluften mit einer beachtlichen tiefe,
Die vorhanden Stollen sind extrem Verbruchgefährdet!!!! In den Stollen sind teilweise 10m Tiefe Gesenke.
 
#11
Hallo!

Es gibt in Geologischen Bundesanstalt Wien, ein "Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt 1982" Band 125, Heft 1-2.
In dieser Schriftreihe sind die Bleibergwerke in Türnitz, Annaberg, Puchenstuben genauestens beschrieben, sogar mit alten Grubenplänen und Standorte der Stollen. Dieses Buch kann man dort lesen oder auch käuflich erwerben. In der dortigen Bücherei gibt es auch ganz alte Bücher über Bergbau bis zurück ca.1810. Ein muß für jeden Bergbauforscher!!
Ich hoffe ich konnte etwas helfen.
Gruß
Flughund
 
M

Meistere

Guest
#12
Bergwerks-Stollen in Schwarzenbach

hi freunde!

hier mal paar bilder vom bergwerks-stollen nähe schwarzenbach!

der aufstieg von der strasse dauert nur ca.20min!
nach. ca 70meter haben wir unsere kleine expedition abgebrochen da wir nicht genug ausrüstung dabei hatten!(wir kommen wieder)!

der stollen sieht einigermassen gut aus und wird sicher noch sehr interessant!!

einen bewohner der höhle haben wir auch angetroffen!!
 

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Zechi

Guest
#13
Hallo....wir haben gestern nach dem Stollen gesucht aber es war irgendwie unmöglich ihm zu finden bzw. näheres über den Standort zu erfahren.Nicht mal ansässige alte Bauern wussten genaueres. Könntest du mir vielleicht näher beschreiben wie der Stollen zu finden ist?
lg Alex
 

josef

Administrator
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#14
Hallo Alex!
Willkommen im Forum... und noch ein Hinweis auf den freiwilligen Eintrag in die Usermap: http://www.unterirdisch-forum.de/forum/showthread.php?t=6224

Zum Thema:

Da es sich lt. Foto von @Meistere um einen ungesicherten Stollenzugang handelt, bitte keine genauen Ortsangaben ins Forum stellen! Klärt die Sache mittels PN!
Und so nebenbei habe ich den leisen Verdacht, dass Du im falschen "Schwarzenbach" gesucht hast:

Schwarzenbach in der "Buckligen Welt", Bezirk WB
oder
Schwarzenbach an der Pielach, Bezirk PL ...???

lg
josef
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#16
Ehem. Bergbau Schwarzenbach a.d. Pielach

...ich meine das schwarzenbach in der buckligen welt. hab da auch einen kleinen wikipedia eintrag zu der thematik gefunden.
lg alex
Na ja, da lag ich wieder mal richtig mit meiner Annahme :)

Der ehemalige Bergbau auf Bleierze befindet sich in der Nähe von Schwarzenbach an der Pielach :D

lg
josef
 
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Zechi

Guest
#17
hmmmm...danke....ich nehm an das nennt man anfängerfehler ;) aber man muss geht gestehen der wikipedia eintrag über stollen in schwarzenbach in der buckligen welt war dann doch recht irreführend ;)
 
#18
Stollen bei Schwarzenbach

Schwarzenbach an der Gölsen xxx
Waren heute drin, aber ohne genügend Seil ist da nix zu machen! Und Mutig sollte man auch sein ;)

Keine genauen Ortsangaben von offenen Stollen veröffentlichen! Bei Interesse nur per PN oder Mail!

josef
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
#20
Hallo Josef
Ist ja nur Richtung S an der Gölsen.
Aber die Fotos stimmen schon, ist der gleiche Stollen, der tote Dachs ist auch noch da, stinkt schon etwas mehr.
 
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