Munitionsgebäude aus dem 1. Weltkrieg

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Harald 41

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#1
Am Bisamberg steht nicht unweit von Herrenholz ein altes Munitionsgebäude,dürfte jedem bekannt sein der schon vor Ort war,
ausserdem geht ein Spazierweg mitten durch das Werk.

Zitat:
Die unübersehbahren Hügel im Gelände lassen die Grösse eines der genormten
Werke erahnen.Man kann versuchen,den Grundriss dieser typisch polygonen Schanze auszumachen.
Mit ein bischen Phantasie kann man sich vorstellen,dass an der Nordfront des Werkes auf einer Geschützbank 13 Kanonen standen.Auf dem Terrain sind aber auch Infanterielinien aus dem 1.Weltkrieg auszumachen,die freilich von den Gräben des Jahres 1866 schwer zu unterscheiden sind.:hopp

Auszug aus dem Buch Burgen,Bunker,Bollwerke von Marcello La Speranza Seite 173.

LG Harry
 

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josef

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#3
Harry :danke für die Fotos!

Die unübersehbahren Hügel im Gelände lassen die Grösse eines der genormten
Werke erahnen.Man kann versuchen,den Grundriss dieser typisch polygonen Schanze auszumachen
GE-Bilder der Gegend bestätigen den obigen Text von Marcello La Speranza aus vorgenanntem Buch:

1. Übersicht

2. Übersicht, in den Kreisen:
ROT => Bereich Mun-Lagergebäude
GELB => Stellungen mit Ursprung 1866, 1914 wieder reaktiviert und als Verteidigungsanlagen in den "Brückenkopf Wien" miteinbezogen.
BLAU => Herrenholz http://www.geheimprojekte.at/t_herren.html

3. Links der Bereich mit der Gebäuderuine des Mun-Depots.
 

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Harald 41

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#4
Hallo Josef;
Ich dachte mir ich stelle das hier einmal ein,weil im Forum über Herrenholz sowie in Geheimprojekte.at nichts darüber zu finden ist,obwohl man es von der Luft aus gut sehen,wusste nicht das Herrenholz sich nur auf das Waldgebiet bezog.
Anbei möchte ich noch anmerken,das vsiavis von der Stellung auf der Wiese noch ein unterirdischer Bunker oder sowas Ähnliches ist.
Machte vor etwa zwei Jahren mit meinem Bruder einen Rundgang über das gesamten Gelände,dabei stiessen wir auf eine Abdeckung,als wir diese öffneten sah man einen betonierten Schacht der sich in einen grösseren Raum verlief,in der Ecke waren Metallsprossen die aber schon eher desolat aussahen und in ca.3-4m tiefe stand das Wasser.
Wollte damals nicht runtersteigen und verschloss es wieder.
Zu wechem zweck der Bunker? diente kann ich nicht sagen.:)

LG Harry
 
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WA1971

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#5
Brückenkopf Floridsdorf, anno 1866

Harry :danke für die Fotos!



GE-Bilder der Gegend bestätigen den obigen Text von Marcello La Speranza aus vorgenanntem Buch:

1. Übersicht

[hier gekürzt]

GELB => Stellungen mit Ursprung 1866, 1914 wieder reaktiviert und als Verteidigungsanlagen in den "Brückenkopf Wien" miteinbezogen.

[hier auch]
Dazu eine kurze Zusatzfrage: 1866 gab es eine Befestigungslinie um den "Brückenkopf Floridsdorf" die vom Ufer der "Schwarzen Lacke" (Donauarm) nördlich Jedlesees im Nordwesten bis zum Ufer der (Alten) Donau in der Nähe der heutigen Kagraner Brücke im Südosten reichte. Diese "Alten Schanzen" sind etwa auf dem Nachdruck des Freytag-Berndt Stadtplans von anno 1898 noch deutlich zu sehen. Auch einige Straßennamen ("An der Schanze", "An der Töllerschanze") in Donaufeld erinnern heute noch daran.
Bei den erwähnten Befestigungswerken im Bereich Bisamberg-Herrenholz müsste es sich demnach um (ziemlich weit) vorgeschobene Vorpostenstellungen gehandelt haben, oder?
 
H

Harald 41

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#6
Harllo Andreas;
Du wirst lachen dort fuhr ich heute mittags vorbei,hatte leider keine Zeit,da ich ins Spital musste.
Und zwar war ich vorher in Flodorf einkaufen und fuhr dann rüber Richtung DZ,musste dort bei einer Ampel stehen bleiben und sagte noch zu meiner Frerundin das da rechts eine Schanze weggehe(zwischen der Plakatwand),links steht glaube ich eine neuere Wohnhausanlage und Geschäfte wenn ich mich nicht täusche.
Kann dazu leider selbst nichts sagen,habe es mir ca. vor einer stunde selbst in GE angesehen.:hopp
Wenn ich was Erfahrung bringe lasse ich es Dir wissen.

LG Harry
 
#7
@WA1971
Zur Frage: JA

Es sind keine Vorpostenstellungen sondern Infantrie bzw. Artilleriewerke eben der Befestigungslinie aus 1866.

Der Brückenkopf Floridsdorf bestand aus 2 Ringen. Grober Verlauf des inneren Ringes: am Linken Donauufer erstreckte sich von der Schwarzlackenau über Jedlersee, Brünnerstraß Kreuzung Stockerauerbahn, In der Schmallisse, An der Viehtrifft über Kagran bis an den Donaustrom.
Der äussere Ring lief (ebenfalls grober Verlauf) vom Bisamberg, Hagenbrunn über Gerasdorf,Leopoldau bis Aspern. Das Mun-Lager im Gürtelwerk X gehört hier her.
Von diesem äusseren Ring sind noch relativ viele Werke erhalten bzw, erkennbar.

Nachzulesen im Kriegsarchiv oder etwas einfacher: E. Grestenberger, Befestigtes Wien.

lg

Cerberus9
 

josef

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#8
@WA1971
Zur Frage: JA

Es sind keine Vorpostenstellungen sondern Infantrie bzw. Artilleriewerke eben der Befestigungslinie aus 1866.

Der Brückenkopf Floridsdorf bestand aus 2 Ringen. Grober Verlauf des inneren Ringes: am Linken Donauufer erstreckte sich von der Schwarzlackenau über Jedlersee, Brünnerstraß Kreuzung Stockerauerbahn, In der Schmallisse, An der Viehtrifft über Kagran bis an den Donaustrom.
Der äussere Ring lief (ebenfalls grober Verlauf) vom Bisamberg, Hagenbrunn über Gerasdorf,Leopoldau bis Aspern. Das Mun-Lager im Gürtelwerk X gehört hier her.
Von diesem äusseren Ring sind noch relativ viele Werke erhalten bzw, erkennbar.
Als Ergänzung eine Karte der Verteidigungsanlagen von Wien während des WK I mit den 2 Linien des nördlichen Brückenkopfes:

Quelle: Militärhistorische Schriftenreihe Heft 42, Bertrand Buchmann; Befestigungen an der Donau; HGM Wien 1981
 

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WA1971

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#9
Brückenkopf Wien-Floridsdorf 1866 und 1914

@WA1971
Zur Frage: JA

Es sind keine Vorpostenstellungen sondern Infantrie bzw. Artilleriewerke eben der Befestigungslinie aus 1866.

Der Brückenkopf Floridsdorf bestand aus 2 Ringen. Grober Verlauf des inneren Ringes: am Linken Donauufer erstreckte sich von der Schwarzlackenau über Jedlersee, Brünnerstraß Kreuzung Stockerauerbahn, In der Schmallisse, An der Viehtrifft über Kagran bis an den Donaustrom.
Der äussere Ring lief (ebenfalls grober Verlauf) vom Bisamberg, Hagenbrunn über Gerasdorf,Leopoldau bis Aspern. Das Mun-Lager im Gürtelwerk X gehört hier her.
Von diesem äusseren Ring sind noch relativ viele Werke erhalten bzw, erkennbar.
Die auf dem von mir erwähnten Plan von 1898 eingezeichnete Befestigungslinie von 1866 hat im Osten einen anderen, deutlich engeren Verlauf:

Von der Scharzen Lacke etwa entlang der Linie der heutigen Rudolf Virchow-Straße und Josef Zapf-Gasse zum Bahnhof Jedlersdorf der Nordwestbahn (damals Flügelbahn Flordsdorf - Stockerau der KFNB). Entlang des Bahndamms bis zur Brünner Straße (das zur Sicherung dieser Straße errichtete Werk reichte etwa bis zur heutigen Shuttlewirthstraße), dann etwa entlang der heutigen "Hochbahn" bis zur Nordbahn. Von der Nordbahn an der Westecke des ehemaligen Siemens-Werksgeländes nach Süden Richtung Leopoldauer Straße, Höhe Töllergasse. Weiter östlich der Linie Töllergasse - Carminweg zur Donaufelder Straße. Von der Donaufelderstraße auf Höhe Nobelstraße Richtung Süd-Südost bis zum Ufer der (damaligen) Großen Donau im Bereich der heutigen Fiebrichgasse.
Werke im Sinne von befestigen, mit Artillerie bestückten Positionen befanden sich (wieder von Nord nach Süd) an der Schwarzen Lacke, beim Bahnhof Jedlersdorf, an der Brünner Straße, an der Nordbahn bei der Ruthnergasse, auf halbem Weg zur Leopoldauer Straße, an der Leopoldauer Straße, südlich der Donaufelder Straße auf halbem Weg zum Donauufer ("An der Schanze") und am Donauufer selbst. Kagran selbst lag außerhalb dieses befestigten Brückenkopfes. Zwischen den Werken dürfte eine für den Infanteriekampf gedachte Verschanzungslinie bestanden haben, also ein Erdwall mit Graben und/oder Pallisaden. Man darf nicht vergessen, dass "Stellungskrieg", soweit es nicht um die klassische Belagerung einer ausgebauten Festung ging, 1866 etwas eher Ungewöhnliches war. Die damaligen Militärs zogen Feldschlachten eindeutig vor. Der Brückenkopf diente wohl eher der Sicherung der damals einzigen Donaubrücken zwischen Krems und Pressburg (drei hintereinander liegende Straßenbrücken in der alten Achse Floridsdorf - Zwischenbrücken - Am Tabor - Taborstraße - (heutige) Schwedenbrücke. sowie die ersten beiden Nordbahnbrücken über die große Donau und das Kaiserwasser, bis auf die Brücke über den Donaukanal alles hölzerne Jochbrücken) gegen einen überraschende Vorstoß der Preußen. Wahrscheinlich hätte man ihn nur solange halten wollen, bis die Brücken zerstört und/oder eine neue kampfbereite Feldarmee (die vom italienischen Kriegsschauplatz) südlich der Donau in Stellung gegangen war. Dann hätte man einfach abgewartet, ob die Preußen einen Donauübergang riskieren.
 
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Harald 41

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#10
Hallo:
Da ich leider nicht so versiert über die Schanzen in Wien bin,habe da noch eine Frage.
Und zwar zwischen Raffineriestrasse und General Motors in 1220 Wien ist eine Schanze eingezeichnet,und zwischen Pogrelzstrasse und Gewerbepark Stadlau ist ebenfalls eine Schanze 22 eingezeichnet,dürfte irgendwo dazugehören oder?
Habe leider keine Karte.

LG Harry
 
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WA1971

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#11
Hallo:
Da ich leider nicht so versiert über die Schanzen in Wien bin,habe da noch eine Frage.
Und zwar zwischen Raffineriestrasse und General Motors in 1220 Wien ist eine Schanze eingezeichnet,und zwischen Pogrelzstrasse und Gewerbepark Stadlau ist ebenfalls eine Schanze 22 eingezeichnet,dürfte irgendwo dazugehören oder?
Habe leider keine Karte.
Die könnten der ungefähren Lage nach zu dem inneren Ring nördlich der Donau gehören, der auf der von josef geposteten Karte zu sehen ist.
Wobei: dieser innere Ring besteht nach der Karte im wesentlichen aus Stützpunkten, Infanteriestellungen und -unterkünften, besetzt mit insgesamt 15 (verstärkten) Zügen und 23 Kompanien (hoffentlich habe ich mich jetzt nicht verzählt), tw. offenkundig auch zur Bewachung von Brücken und anderen Positionen im inneren des Rings angelegt. Das sieht nicht gerade nach Anlagen aus, die die "russische Dampfwalze" kurz nach dem Durchbruch durch die - stärker befestigte - Außenlinie doch noch aufhalten hätten können. :D Wobei bei näherer Betrachtung der Karte noch auffällt, dass praktisch jede dritte Artilleriestellung des Außenrings bloß "vorbereitet" war, was im Klartext bedeutet, dass nicht einmal alte Reservegeschütze zur Bestückung verfügbar waren. Oder mit anderen Worten: die "Festung Wien" bzw. der Brückenkopf Wien war im Grunde eine bloße Show für die Zivilbevölkerung und die Presse und hätte im (unwahrscheinlichen) Ernstfall keinen großen Schutz geboten. Ach ja, einigen "Tachinierern" aus dem Offizierskorps von Armee und Landwehr verschafften diese Projekte auf Monate und Jahre eine bequeme Beschäftigung ohne Gefahr, an die Front abkommandiert zu werden....
Diese Herren haben 1916 im Wienerwald, weil halt nix Besseres zu tun war, sogar ein Heldendenkmal für die Gefallenen des Weltkriegs gebaut (angeblich, ohne sogar vorher das Kriegsministerium um Erlaubnis zu fragen).
 
#12
Ich hätte da auch eine alte Karte, entnommen aus dem Buch "Wien - Die Welt von gestern in Farbe", Christian Brandstätter Verlag. Da sieht man die Schanzanlagen auch sehr schön!
Lg
Gustl
 

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wolfgang

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#13
Hallo Josef;
Ich dachte mir ich stelle das hier einmal ein,weil im Forum über Herrenholz sowie in Geheimprojekte.at nichts darüber zu finden ist,obwohl man es von der Luft aus gut sehen,wusste nicht das Herrenholz sich nur auf das Waldgebiet bezog.
Anbei möchte ich noch anmerken,das vsiavis von der Stellung auf der Wiese noch ein unterirdischer Bunker oder sowas Ähnliches ist.
Machte vor etwa zwei Jahren mit meinem Bruder einen Rundgang über das gesamten Gelände,dabei stiessen wir auf eine Abdeckung,als wir diese öffneten sah man einen betonierten Schacht der sich in einen grösseren Raum verlief,in der Ecke waren Metallsprossen die aber schon eher desolat aussahen und in ca.3-4m tiefe stand das Wasser.
Wollte damals nicht runtersteigen und verschloss es wieder.
Zu wechem zweck der Bunker? diente kann ich nicht sagen.:)

LG Harry
Deutet wohl auf eine Wasserzisterne hin würde ich sagen.Wird öfters mit Bunkern verwechselt,wegen der massiven bauweise
 
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Harald 41

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#14
Hallo Gustav;
werde mir die Karte mit Deiner Erlaubniss für mich runterladen und bearbeiten,da man momentan leider zu wenig erkennen kann.:danke
Nochmals vielen Dank.

LG Harry


PS:mad:Wolfgang ja es könnte auch eine Wasserzisterne sein,da auf einem Hügel wir aber nach so langer Zeit nicht mehr nachvollziehbar sein.
Da wie oben beschrieben schon aus dem ersten Weltkrieg besteht.:danke

Ebenfalls besten Dank
 
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