Lobau - Bunker und Tanklager

TORad

Active Member
Guten Abend,

es ging mir um die Lagerkapazität der Raffinerie da ja hier die Pippeline von Zistersdorf angekommen ist.
Da ist nun auch noch die Frage gab es von der Pippeline noch andere Abgänge zu anderen Raffinerien wie Schwechart?
Gab es einen eigenen Bahnverkehr zu den einzelnen Raffinerien?

Nun habe ich mir alles noch einmal genauer angesehen und bin durch zufall darübergestolpert.

Bei deinem Plan von Nr. 132 hast du zwei Behälter der Gruppe B umrandet. Diese haben dann 65 Fuß (20,72m) Durchmesser.
Aber die Bilder der beiden ÖL Behälter haben viel weniger. Der Durchmesser von Gruppe c beträgt 45 Fuß (13,71m) und auserdem stehen 9 Behälter beieinander und sie sind schräg hintereinander.
Somit denke es sind zwei Behälter der Gruppe C.

Grüße
Ralf
 
Habe darauf gehofft das es vl jemand schon mal gesehen hat. Sieht man an der rechten Seite auf dem reitweg ca 45 Schritte :)
Ich bin regelmässig in der Gegend, aber Bunker oder sowas gibt es dort imho nicht, aber die Lobau ist durchzogen von Wasserentnahmestellen (Die haben aber alle deutliche Kennzeichnungen, ich vermute zur Kontrolle der Grundwasserqualität). Leider versteh ich Deine Ortsangaben nicht ganz, meinst Du den (Reit-)Weg zum Knusperhaus in der L.Sterngasse?
 

josef

Administrator
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Da ist nun auch noch die Frage gab es von der Pippeline noch andere Abgänge zu anderen Raffinerien wie Schwechart?
Gab es einen eigenen Bahnverkehr zu den einzelnen Raffinerien?
Soweit ich bisher eruieren konnte, gab es während der Kriegszeit zur und von der Lobau nur die bekannten Pipelines aus dem Raum Zistersdorf und die nach Raudnitz an der Elbe. Grundsätzlich muss erwähnt werden, dass natürlich ALLE Raffinerien im Wiener Raum über entsprechende Bahnanbindungen hatten!

Schwechat wurde mit einer kurzen Pipeline vom Donauufer bei Mannswörth ausgehend mit am Wasserweg angeliefertem rumänischen Öl versorgt. Sicher kam in den letzten Kriegsmonaten nach der Besetzung der rumänischen Ölfelder durch die Russen, wie auch in den anderen Raffinerien im Wiener Raum, mit der Bahn angeliefertes Öl aus dem Zistersdorfer Revier zur Verarbeitung.

Korneuburg wurde sowohl mit rumänischen Öl über den Wasserweg und auch per Bahn aus dem Weinviertel beliefert.

Vösendorf wurde über die "Badner Bahn" beliefert.

Wien 21. - Floridsdorf wurde ab 1940 ausschließlich mit Öl aus den österreichischen Revieren per Bahn beliefert. Lt. Geheimdienstberichten der Alliierten war eine Stichleitung von der Pipeline Zistersdorf - Lobau geplant, die jedoch nie zur Ausführung kam. Diese sollte bei Pysdorf im Marchfeld abzweigen und über Breitenlee nach Floridsdorf führen.

Wien 22. - Kagran wurde ebenfalls per Bahn versorgt. Da sie örtlich an der "Strecke" der nach Floridsdorf projektierten Stichleitung lag, könnte sie auch da mit eingeschlossen worden sein (-> Spekulation...).
 

TORad

Active Member
Guten Morgen Josef,

Danke für die Antworten nun schicke ich noch eine Frage nach die mir erst jetzt einfällt.
Welchen Durchmesser hatte die Pipeline Zistersdorf - Lobau, welche Pumpleistung hatten die Pumpen und wieviele Pumpen gab es auf der Strecke?

Das Ganze ergiebt für mich schön langsam ein Bild.
Versuche heute noch einige Zeilen darüber zu schreiben vieleicht hat dan ein anderer einen besseren Blick darauf.

Grüße
Ralf
 

TORad

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Schönen Nachmittag,

Der Wiener Raum wurde von zwei Seiten beliefert:

Einmal aus dem Ölfeld Zistersdorf von dort wurde das Öl-Tanklager in der Lobau mittels Pipeline beliefert. Die Überproduktion in Zistersdorf wurde dann mit der Bahn entweder nach Wien, zum Hafen nach Raudnitz an der Elbe oder anderen Raffinerien im Protektorat gebracht.

Die andere Seite war die Belieferung aus den Rumänischen Erdölfeldern wo mittels Flussschiffen. Ich denke auch das die Masse des Rohöls im Ölhafen in der Lobau entladen wurde und dann mit der Bahn verteilt.
Ausnahmen bildeten Schwechat und Korneuburg die direkt durch die Schiffe versorgt wurden.

Ich denke das Eisenbahntransporte aus Rumänien nicht nach Wien gekommen sind, zumindest ab der zweiten Kriegshälfte als schon mehr Öl im Zistersdorf gefördert wurde als in Wien verarbeitet werden konnte.

Das von den Raffinerien gewonnene Benzin wurde dann entweder im WIFO Lager Lobau oder im Luftwaffenlager am Praterspitz gelagert.

So die Fragen wind wie hoch war die Kapazität der Pipeline Zistersdorf – Lobau und wie war die beste Bahnanbindung von Zistersdorf zur nächsten Raffinerie in der Tschechei?

Grüße
Ralf
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
So die Fragen wind wie hoch war die Kapazität der Pipeline Zistersdorf – Lobau
Dazu habe ich in der Eile nichts gefunden. Nur ist auf nachfolgender Kartenskizze mit den damaligen Öl- und Gasleitungen (Stand 44/45) ersichtlich, dass die Rohölleitung Richtung Wien-Lobau einige Kilometer nördlich von Zistersdorf in Neusiedl an der Zaya begann. Der Hinweis "Kopfstation" beim Ort Zistersdorf könnte auf einen "gebrochenen" Transport hinweisen: Pipeline Neusiedl-Zistersdorf mit Zwischenlagerung und dann Zistersdorf-Lobau...?

Übersichtsskizze Öl- und Gasfelder Großraum Zistersdorf-Neusiedl a.d. Zaya (1944/45)
Ölleitung (rot) -> bis in die Lobau
Gasleitung (gelb) -> bis zu den Gaswerken Wien-Leopoldau und Wien-Simmering
1566396448410.png
Quelle: Feichtinger/Spörker; ÖMV-OMV - Die Geschichte eines österreichischen Unternehmens S.42

wie war die beste Bahnanbindung von Zistersdorf zur nächsten Raffinerie in der Tschechei?
Relativ einfach, die Ölverladebahnhöfe Zistersdorf, Neusiedl und Dobermannsdorf waren in Hohenau und Drösing an die Hauptstrecke der Nordbahn angeschlossen!

Siehe Skizze:
Rot -> Nordbahn
Gelb -> Nebenstrecken mit Anbindung an die Nordbahn in Hohenau und Drösing

1566398236315.png
 
Hey bin neu im forum.

Immer wenn ich mit meiner Schwester ausreiten gehe sehe ich etwas was aussieht wie ein Brunnen es könnte aber auch ein unterirdische bunker sein. Jemand eine Ahnung vl? Ist beim Eingang dechantweg. Fotos folgen.

Mfg Marco
nachdem ich fast jeden Tag dort vorbeifahre, hab ich mal nach dem Brunnen gesucht und gefunden ... IMG_5190.jpeg
die Ziegel die dort rumliegen haben keine erkennbaren Zeichen.
Daneben ist ja das Grundstück vom Forstamt der Gemeinde, vielleicht hat es was damit zu tun.
 
nachdem ich fast jeden Tag dort vorbeifahre, hab ich mal nach dem Brunnen gesucht und gefunden ... Anhang anzeigen 76965
die Ziegel die dort rumliegen haben keine erkennbaren Zeichen.
Daneben ist ja das Grundstück vom Forstamt der Gemeinde, vielleicht hat es was damit zu tun.
Genau den hab ich gemeint. Wenn man etwas weiter geht sieht man auf der rechten Seite eine kleine Erhöhung etwa ein kleiner Hügel wo ein Gebäude drauf stand. Heute steht dort eine Förster Hütte ich dachte das der Brunnen vl ein Eingang war zu dem Gebäude. Aber vl dank für die schnelle Antwort.

Ps.. Ich wäre für ein paar erkundungstouren mit jemanden der Erfahrung hat in der Lobau nicht abgeneigt also falls es jemanden da draußen gibt der Lust dazu hat einfach hier melden
 
Wenn man etwas weiter geht sieht man auf der rechten Seite eine kleine Erhöhung etwa ein kleiner Hügel wo ein Gebäude drauf stand. Heute steht dort eine Förster Hütte ich dachte das der Brunnen vl ein Eingang war zu dem Gebäude. Aber vl dank für die schnelle Antwort.
Ich vermute Du meinst den Hochstand der am Ende des ehemaligen Bahndamms (jetzt Forstweg) steht. Dort ist ein Ziegelhaufen und einige größere Betonbrocken. Ich vermute einen Zusammenhang mit den danebenliegenden Gleis (Bahnwärterhäuschen?)
Aber was dort auffällig ist sind die großen glasartigen Felsen die dort rumliegen, teilweise halb vergraben:
IMG_5209.jpeg IMG_5210.jpeg
Kann wer von Euch sagen was das ist? Könnte es was mit dem danebenliegenden Areal (jetzt MA49 am Dechantweg ) zu tun haben? Dort ging ja auch das Gleis hin (lt. Karten zwischen ca 1940 und 1970)
 
... und weil ich schon in der Lobau war, bin ich gleich ein paar meiner POI's (die ich mir so aus Karten und Fotos zusammensuche) abgeklappert und hab einen mir bis dato unbekannten und verschütteten kleinen LSDG entdeckt :freu ...
IMG_5221.jpeg
 
Ich vermute Du meinst den Hochstand der am Ende des ehemaligen Bahndamms (jetzt Forstweg) steht. Dort ist ein Ziegelhaufen und einige größere Betonbrocken. Ich vermute einen Zusammenhang mit den danebenliegenden Gleis (Bahnwärterhäuschen?)
Aber was dort auffällig ist sind die großen glasartigen Felsen die dort rumliegen, teilweise halb vergraben:
Anhang anzeigen 77008 Anhang anzeigen 77009
Kann wer von Euch sagen was das ist? Könnte es was mit dem danebenliegenden Areal (jetzt MA49 am Dechantweg ) zu tun haben? Dort ging ja auch das Gleis hin (lt. Karten zwischen ca 1940 und 1970)
Mir wurde erzählt das dort mal eine kleine Hütte stand aus Ziegeln. Die Steine sehen sehr seltsam aus. Vl hatte es was mit der Hütte zu tun. Ich habe jedoch keine aktuelle Telefonnummer von dem Herren. Er lebt hier in der Nähe hat einen langen weißen Bart und ist oft in der Lobau zu sichten. Vl trifft ihm ja jemand und kann ihm fragen ob er mehr weiß über diese Hütte. Oder gibt es luftaufnahmen wo die Hütte erkenntlich ist. Sie hat jedoch nicht mehr als 15qm gehabt.
 
Mahlzeit,

habe gerade das Buch "Rüstung in Österreich 1938-1945" von Norbert Schausberger aus der Bibliothek bekommen.
Schlage zufällig die Seite 83 auf und finde folgendes:
"Im Sommer 1941 ging noch ein weiteres Großprojekt seiner Vollendung entgegen. Am 17. August 1941 nahm die Ostmärkische Mineralölgesellschaft in ihrer Anlage im Neuen Ölhafen Lobau die Destillation von Rohöl mit einem Stündlichen Durchsatz von 30 t auf."
Die Dazugehörige Fußnote lautet: " Die Destillationsanlage stammte aus Pt. Jerome (MF, T77/750, 984810) und die Versorgung erfolgte mittels der ersten deutschen Rohöl-Fernleitung, Zistersdorf-Lobau, die am 19. Juni 1941 in Betrieb genommen wurde und eine kapazität von 250.000t jährlich erreichte. MF. T77/747, 979826.

Das nennt man Glück :cool:
Grüße
Ralf
 
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