Lager Maria - Fotos Ende

Foto 19: Ein Schacht
Foto 20: Merkwürdige "Rillen" im Waldboden

In einigem Abstand zum Gebäude befinden sich zwei Hügel, welche wie ein Becken mit einer Einfahrt aussehen.

Foto 21: Zeigt den Hügel von Aussen
Foto 22: Zeigt den Hügel von Innen/Oben

Rund um den Hügel ist zu erkennen, dass das Gelände grossflächig abgehoben wurde um diesen Hügel aufzuschütten. Hat vielleicht irgendwer eine Ahnung, was der Zweck gewesen sein könnte?

LG
Roman
 

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H

Harald 41

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Hallo Roman;

:danke für die Bilder,nehme mir schon ca.1 Jahr vor mir das ganze anzusehen,leider noch keine Möglichkeit dazu gehabt.
Habe noch eine Frage,und zwar der Wald mit dem Lager hat ja eine grössere Ausdehnung gibt es da vielleich noch was zu entdecken?

LG Harry

PS: Zu den Hügel und Rillen kann ich leider nichts sagen.
Habe gerade weiter vorne einen Bericht von Josef gelesen in dem steht das sich hier ein Beutemunitionslager befand und auch Eisenbahngeleise bis dahin führten.
Weiters wurden hier A4 gelagert.

PS:Kann Bitte ein Moderator den ersten Beitrag hier von mir löschen,wollte was ergänzen und jetzt steht es hier doppelt. Erledigt, 26.10.2009, 0856h josef
LG Harry Danke
 
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josef

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Fotos St. Egyden

@Da Papa:
Danke für die Fotos!
Die Ruine ist der Rest des "Betriebsleitungsgebäudes" der ehemaligen Pulverfabrik aus der K.u.k. Monarchie (Siehe meine Beiträge '36 und #43 usw.). Um diesen Teil der ehemaligen Fabrik befand sich im WKII ein Mun-Lager und ein "Demontierbetrieb" für Beutemunition. Das "Heimatlager Maria" war in einem an das Mun-Lagergelände anschließenden gut gesicherten Sperrgebiet untergebracht!

Bild des noch intakten "Betriebsleitungsgebäudes":
Quelle: ]Prof.F.Brettner; Die letzten Kämpfe im südlichen Niederösterreich; Gloggnitz 1999, Seite 136
 

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Huegel:
Kuenstlicher Wall um innerhalb explosive Stoffe zu lagern. Falls explodiert, geht es in die Hoehe und nicht in die Breite.
Solche Huegel (allerdings viel professioneller) findest du auch in Blumau.

Rillen:
In den 80er Jahren habe ich diese Rillen als "wie tiefe Ackerfurchen" in Erinnerung. In der Zwischenzeit sind sie verwachsen uns sehen dementsprechend aus. Irgendwer hat diese Rillen kuenstlich gezogen.

Vor einigen Jahren wurde dies gemacht, um ein Befahren des Gelaendes oder den Zugang mit dem Auto zu unterbinden. Als auch die restlichen Gebaeude eliminiert wurden.
Allerdings ist es mir ein Raetsel, wieso auch nicht das Hauptgebaeude "geschliffen" wurde, sondern mit Drahtverhau eingezaeunt wurde--> welcher auch auf einer Seite bequem geoeffnet werden kann.
 

josef

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US-Aufklärungsbericht Lager Trasdorf - NARA Dokument

Von @zwölfaxinger bekam ich ein US-Dokument aus den NARA-Beständen (National Archives and Records Administration) mit dem Titel

V.2 AND EXPLOSIVES STORE, MOOSBIERBAUM, AUSTRIA (August 1944)

zwecks weiterer Auswertung zur Verfügung gestellt. Das mit 13. März 1945 datierte Dokument basiert auf einer Zeugenaussage eines österreichischen Kriegsgefangenen (Kgf.), der zwischen Juni und September 1944 lt. seinen Angaben beim „Feldzeugkommando Moosbierbaum“ => Munitionssichtungsstelle und V2/A4 Heimatlager „Isabella“ Sitzenberg-Reidling, genauer Standort zwischen Trasdorf und Dürnrohr im Tullnerfeld, beschäftigt war. Die (subjektiven) Aussagen des Kgf. geben den Status August 1944 wieder, wobei bei gewissen Passagen natürlich nicht (mehr) festgestellt werden kann, ob gewisse Angaben aus Wichtigtuerei, Unwissenheit oder gezielter Desinformation getätigt wurden.

Nachstehend ein „Übersetzungsversuch“ der im Anhang eingefügten Dokumentkopien:

Geheim

V2 UND MUNITIONSLAGER MOOSBIERBAUM, ÖSTERREICH ( Stand August 1944)

1. Die folgenden Informationen wurden von einem österreichischen Kriegsgefangenen (Kgf.), der von Juni bis September 1944 beim Feldzeugkommando (FZgKdo) in der Nähe von Moosbierbaum als ziviler Arbeiter beschäftigt war. Das FZgKdo beschäftigt sich mit der Lagerung von V2 Sprengköpfen, Dynamit und Nitroglyzerin.

2. Dieser Mann war nur zur Verladung von V2 Sprengköpfen und Sprengstoff auf Eisenbahnwaggons eingesetzt, er konnte aber auch ein paar allgemeine Informationen über die Tätigkeiten der Einheit geben sowie eine detaillierte Lageskizze der Lagerstätten.

Lage und Ausstattung:
3. Das Feldzeugkommando Moosbierbaum liegt südlich der Donau rund zwei Meilen westlich vom bekannten Donau-Chemie AG – Werk in Moosbierbaum. Die beigefügte Skizze zeigt den Aufbau des Lagers und die Funktion der einzelnen Gebäude.

Lager von V2 Sprengköpfen und Flossen:
4. Die V2 Sprengköpfe, wurden vom Kgf. als Kegelstümpfe, etwa 1,40 Meter lang und einem Meter Durchmesser an der Basis und 15 cm Durchmesser an der Spitze, beschrieben. Sie wurden in zylindrische Behälter aus Stahlblech verpackt und in einer Menge von 10 Stück auf Eisenbahnwagen verladen. Diese Tätigkeit fand immer in der Nacht statt.

5. Der Kgf. erklärte, dass das FZgKdo auch die Verladung und Tarnung von kompletten V2 Raketen auf einer Gruppe von 3 Eisenbahnwagen vornahm. Der Kgf. erzählte, dass er nie sah, dass 2 Raketen auf die 3 Wagen geladen wurden.

6. Die Seitenwände und Rückwand des ersten Waggons wurden mit Kistenbrettern versehen und mit einer Plane abgedeckt, so dass es wie eine Ladung von gewöhnlichen Kisten aussah. Der mittlere Wagen wurde mit Schilfmatten und der dritte Wagen mit einem Netzwerk aus Weidenruten getarnt, darüber kamen Planen.

7. In den V2 Lagern waren auch Graphit-Blätter (Tafeln) von 6 cm Stärke und 3 Meter Länge. Der Kgf. glaubte, dass es sich dabei um die Raketen-Flossen handle.

Lager von Explosivstoffen:
8. Die Sprengstoff-Lager in Moosbierbaum enthielten nur Dynamit und Nitroglyzerin. Der Sprengstoff wurde in große Holzkisten zu je 80 kg verpackt, während das Nitroglyzerin in kleine Glasfläschchen gefüllt, geschützt durch Bakelit-Gehäuse, in kleinen Holzkistchen versandt wurde.

9. Wie die V2 Raketen – Sprengköpfe, wurden die Sprengstoffe in der Nacht auf getarnte Waggons verladen und an unbekannte Ziele versandt.

Luftschutzvorkehrungen: ( A.R.P. => air raid precautions)
10. Der Standort war mit zwei handgezogenen Feuerwehrwagen ausgestattet, welche von Wehrmachtsangehörigen bedient wurden. Der Kgf. erklärte jedoch, dass der potenzielle Wert dieser Geräte vollständig ausgeschlossen werden könnte, da die Bedienung einschließlich Luftschutzpersonal bei Ertönen des Alarms, in tiefen Unterständen Schutz sucht…

A.D.I.(K) U.S.Air Interrogation
13. März 1945

S.D.Felkin
Wing Commander

Div. Verteiler
 

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josef

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US-Aufklärungsbericht Lager Trasdorf - Lageskizze

Dem Aufklärungsdokument ist auch eine Lageskizze des Lagergeländes beigefügt.

Hier die Übersetzung der Auflistung/Objektbezeichnung, von 1. - 50. durchnummeriert:

Geheim

FELDZEUGKOMMANDO MOOSBIERBAUM - Erklärung zur Skizze

1.- 7. DYNAMIT LAGER: 1., 2. und 3. waren im September 1944 noch in Bau, 5. War fertig aber leer, 4., 6. und 7. waren mit Kisten zu je 80 kg Sprengstoff gefüllt. Alle Gebäude waren mit doppelten Stahltüren ausgestattet und auf verschiedene Weise getarnt. Wobei einige vom Dach schräg zum Boden mit Erde bedeckt, andere mit aufgeschütteten losen Steinen umgeben waren…

8. – 9. V2 LAGER: Dieser Komplex aus 42 grün getarnten Lagerhütten wurde mit einer schmalspurigen Feldbahn verbunden/bedient. Der Hüttenboden war zwecks Entwässerung aus Kieselsteinen/Schotter. Der Kgf. hat angegeben, dass in einer von ihnen, er kannte die Lage nicht mehr, ein vollständiges Holzmodell einer V2 Rakete lagerte.

10. SANDGRUBE

11. UNVOLLENDETE BETON-LAGERHÄUSER

12. SCHUPPEN FÜR FEUERLÖSCHEINRICHTUNGEN

13. – 28. DYNAMIT LAGER: Dieser Komplex war im September 1944 noch in Bau.

29. UNBEKANNT

30. LAGERGEBÄUDE: Für Graphitruder (-flossen) V2. Getarnt mit Netzen und Farbe.

31. ZUSÄTZLICHE DYNAMIT LAGERGEBÄUDE

32. NITROGLYZERIN – LAGER

33. LOKOMOTIVSCHUPPEN

34. MUNITIONSSICHTUNGSSTELLE: Überprüfung und Verwertung von nichtexplodierten Bomben und Granaten (Feind- bzw. Beutemunition). In den Schuppen wurde aus nichtexplodierten Bomben und Granaten wiedergewonnener Sprengstoff gelagert.

35. LAGER FÜR LEERE BOMBENHÜLLEN UND GRANTENHÜLSEN

36. – 43. MUNITIONSSICHTUNGSSTELLE - WERKSTÄTTEN UND LAGER

44. OFFIZIERSMESSE

45. - 46. OFFIZIERS – UNTERKÜNFTE

47. UNTERKÜNFTE FÜR FELDZEUGKOMMANDO – PERSONAL

48. KRIEGSGEFANGENENLAGER FÜR RUSSEN

49. LEERE BARACKE

50. GARAGE
1. Original-Lageskizze lt. NARA-Dokument
2. Kopie Lageskizze mit nachgezogenen Objektnummern zwecks besserer Lesbarkeit
3. u. 4 Original-Dokument NARA mit Objektbeschreibung
 

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Harald 41

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Hallo Josef;
:danke für das einstellen der Dokumente und Bilder, dürfte aber nichts mehr erhalten sein eventuell neben dem Kraftwerk und was im Bericht von Markus steht,der ist aber auch schon fünf Jahre alt.
Würde mich interessieren,ob es sich noch auszahlt das Gebiet zu besuchen.:fragend

LG Harry
 

josef

Administrator
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Hallo Josef;
:danke für das einstellen der Dokumente und Bilder, dürfte aber nichts mehr erhalten sein eventuell neben dem Kraftwerk und was im Bericht von Markus steht,der ist aber auch schon fünf Jahre alt.
Würde mich interessieren,ob es sich noch auszahlt das Gebiet zu besuchen.:fragend
LG Harry
War am Donnerstag vor Ort, kommt demnächst ein Bericht! Hier geht es um die MunSichtungsstelle bzw. V2/A4 Heimatlager "Isabella" Trasdorf und hat nichts mit der Gegend "neben dem Kraftwerk" zu tun! Kraftwerk liegt ca. 2,5 km Luftlinie ostwärts, das war der Bereich "Donau-Chemie-Südwerk" Raffinerie Moosbierbaum, also eine "andere Baustelle"...

Zur Frage ob sich ein Besuch auszahlt: Kommt auf dein Interesse an, wenn du mit Fragmenten von ein paar Streifenfundamenten, einigen im Gebüsch herumliegenden Betontrümmern, einigen Metern Betonstraße und als größtes Objekt ein max. 3 m hoher, teilweise bewachsener Schutthügel zufrieden bist, dann ja. Die beim seinerzeitigen Besuch von Markus noch vorhandenen relativ gut erhalten Fundamente im Bereich des ehemaligen Gefangenenlagers (östlich Straße Trasdorf-Dürnrohr) sind geräumt, dort stehen jetzt die Hallen eines kleinen Gewerbeparks...

Und wenn du schon das Kraftwerk - Bereich ex Raffinerie ansprichst: Siehe im "Donau-Chemie Pischelsdorf Thread"
http://www.unterirdisch-forum.de/forum/showthread.php?t=4370
die Antworten auf die Frage von @Geist! Die größten fotografierbaren "Altobjekte" dort sind die Brückenpfeiler der projektierten Straßenbrücke über die Perschling (Fotos Beitrag #50) im Bereich Nordwerk und der LS-Bunker Typ "Salzgitter" hinter dem Kraftwerkszaun (Fotos Beitrag #9). Die wirklich letzten interessanten Objekte sind geräumt bzw. überbaut (ex Magnesiumwerk, LSD-Gräben gegenüber Werkseinfahrt DC usw.). Alle anderen ehemaligen großen Ruinen und Gebäude aus der Raffineriezeit (ex Südwerk) wurden ja schon vor Jahren, vor Errichtung des Kraftwerkes, geräumt. Siehe den riesigen begrünten Schuttberg parallel zur Westgrenze des Kraftwerkes und dann wurde auch der Südbereich Richtung Bahnhof Moosbierbaum bei der Anlage des Golfplatzes total umgekrempelt...

lg
josef
 
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SuR

... wie immer keine Zeit ...
Mitarbeiter
Tolles Dokument! :)

Diese A.D.I. (K) reports sind in der Regel sehr informativ.
Hat eigentlich einer von Euch eine Auflistung, welche A.D.I. (K) Report-Nummer zu welchen Objekten gehören?
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
Tolles Dokument! :)
Diese A.D.I. (K) reports sind in der Regel sehr informativ.
Hat eigentlich einer von Euch eine Auflistung, welche A.D.I. (K) Report-Nummer zu welchen Objekten gehören?
Gegenständlicher Report => No. 221/1945.

Wegen "sehr informativ": Warte schon auf eine Reaktion von @Henry :kukuk

z.B. wegen der 3 m langen "Graphit-Flossen" :)

lg
josef
 

SuR

... wie immer keine Zeit ...
Mitarbeiter
Wegen "sehr informativ": Warte schon auf eine Reaktion von @Henry :kukuk

z.B. wegen der 3 m langen "Graphit-Flossen" :)
Das sollte man verm. wie alle Augenzeugenberichte nicht überbewerten. Der "Kgf." hat die Dinger wahrscheinlich nur in der Nacht zu Gesicht bekommen, und er wird auch kein Fachmann gewesen sein. Da können "leichte" Unschärfen schon mal vorkommen. ;)

Den Lagerplan finde ich aber bemerkenswert detailliert, die Hinweise zum Brandschutz ebenso. Was mich auch verblüfft, ist die relative Nähe von Explosivstoffen und Raketen. Im Falle einer Bombardierung möchte ich besser nicht in der Nähe gewesen sein...
 
H

hebbel

Guest
@josef
Hier sieht man die vier Strahlruder hinter der "Ofen"-Austrittsdüse sehr gut. :D

Die Strahlruder waren zunächst ein Sorgenkind, wegen des zu schnellen Abbrandes. Man hat das Graphit dann getempert und sämtliche Feuchtigkeit entzogen sowie diese dann mit einem Lack o.ä. versiegelt. Damit waren die Probleme halbwegs gelöst. (Aber immer noch ungleichmäßiger Abbrand.) Mit Experimenten zum Ersatz mittels Keramiken hatte man begonnen. (lt. REISIG, so aus dem Kopf :D)

LG
Dieter
 
H

hebbel

Guest
Die Strahlruder waren aber keine 3 m lang. ;)
Wo Du recht hast, hast Du recht...:D

Ich habe jetzt keine Zahl über die Stärke der Strahlruder im Kopf, wenn ich überhaupt dazu eine Zahl habe. Vielleicht kann @Henry da weiterhelfen. Somit könnte es sich aber möglicherweise um Halbzeug zur Herstellung von Strahlrudern handeln.

Er spricht ja auch von "graphite fins" also Graphit-Flossen. Ein bisserl was fliesst ja immer ab, aber wenn er von Gas- bzw. Strahlrudern gesprochen hätte, wäre das schon ein dickes Ding. Ich suche Graphit in Plattenform an einem A4 halt nur da...

Die Leitwerksflossen (+ Luftruder) am Heck bestehen aus mit Holmen stabilisierten Spanten, die mit Blech beplankt sind. (Leichtbau) (Höhe ü.A. 3945 mm, lt. Gerätebeschreibung vom 01.02.1945 für diese Ausführung)

Ein bissl unscharf ist die Aussage also schon...
?

Gruss
Dieter
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
A4 Leitwerk

Die Leitwerksflossen (+ Luftruder) am Heck bestehen aus mit Holmen stabilisierten Spanten, die mit Blech beplankt sind. (Leichtbau) (Höhe ü.A. 3945 mm, lt. Gerätebeschreibung vom 01.02.1945 für diese Ausführung)
Sieht man auf Bild Beitrag #115 ganz gut. Jedenfalls bei Pkt.
7. The V.2 store also contained sheets of 6 cm graphite, about 3 metres long and 6 cm wide, which were believed by P/W to be the rocket fins.
dürfte der Informant, zumindest bei der Länge, etwas deneben liegen :D

lg
josef
 
Danke Arno für diese drei Seiten !
Allerdings ist das ein äußerst bescheidene Quellenangabe , Leider !!

Josef zitierte am 21-11-2003 folgende Sätze aus diesem Buch :

M. Bornemann schreibt in "Geheimprojekte Mittelbau" interessante Details betreffend Bahntransporte von V2 (A4)-Raketen und Treibstoffen dazu:

Solche Transporte unterlagen strengster Geheimhaltung, es gab ein besonderes Tarn- und Sicherheitsprogramm:

*Die auf 12 m langen Rungenwagen transportierten Raketen ragten über das Waggonende hinaus und mußten besonders getarnt werden.

*Die Tarnung mußte abwechslungsreich und den Verhältnissen angepasst werden.

*Solche Transporte durften nur unter militärischer Bewachung durchgeführt werden, wobei das Begleitkommando außer dem Transportführer den Bestimmungsort nicht kannte.

*An den Waggons durften keine Klebezettel bzw. Wagenzettel mit Richt- bzw. Bestimmungsbahnhöfen angebracht werden.

Alle Transporte von fertigen Raketen und dazugehörige Betriebs- und Treibstoffe von den Fertigungsstätten zu den Lagern liefen am Anfang unter dem Stichwort "Granit" . Dann wurde das Codewort laufend geändert, z.b. auf "Kleeblatt", "Meister" und "Hacke".

*Für Transportanmeldungen zu den österreichischen Lagern gab es folgende Tarnnamen:

St. Egyden => Maria,
Groß-Mittel => Lina und
Sitzenberg-Reidling => Isabella.

Die beiden letzten Punkte würden mich am meisten interessiere, weil zum einen die A4 Transporte der Fertigung endsprechend dem Merkplatt vom August 1943 mit der Tarnbezeichnung „Panzer“ durchgeführt wurden, und zum andern ich noch keine Dokumente zu diesen österreichischen A4 Lagern gefunden habe !
Aus dem hier gezeigten Quellennachweis ist leider nicht zu entnehmen woher Bornemann diese Infos bezogen hat !


Gruß Henry
Das "Stichwort" Panzer bezog sich nicht als Tarnbezeichnung auf die A4, sondern war ein für alle Rüstungsgüter geltender Dringlichkeitsvermerk für die Beförderung (Reichsbahn).
LG
Renato
 
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